Wie gesagt Ichhabdanochwas nicht die Bleibatterie an und für sich ist das Problem, sondern wenn man Premiumanbieter sein will, dann ist ein solche altbackende Lösung sicher nicht gerade vorteilhaft, zumal die Konkurrenz ja weitaus innovativere Lösungen anbietet.
Das mit dem Preis kann man nicht so einfach sagen, denn eine Speichersystem ist weitaus komplexer wie sich eine PV-Anlage aufs Dach zusetzen. So haben zwar Blei-Gel-Akkus nicht so ein großes Sulfatierungsproblem wie Blei-Säure-Akkus (Materialabnutzung der Bleiplattensätze), aber das Problem gibt es trotzdem. Bei Blei-Gel-Akkus gibt es noch weitere Altersbeschwerden wie Korrosion, die für alle bleibasierte Batterien typisch sind. Das beeinflusst natürlich über die Jahre gesehen den Wirkungsgrad des Blei-Gel-Speichersystems negativ und deshalb sollte man auch die Blei-Gel-Akkus spätestens so nach 10/12 Jahren auswechseln. All die genannten Probleme haben Li-Batterien nicht.
Zudem werden aktuell zwei unterschiedliche Speichersysteme angeboten. Entweder wird die Batterie an den Haushaltsstromkreis (Wechselstrom) oder an den Zwischenstromkreis der Solaranlage (Gleichstrom) angeschlossen. Bei der ersten Variante können Batteriekapazitäten ganz einfach nachgerüstet werden und dazu unabhängig von der Größe der Solaranlage. Bei der zweiten Variante sind die Systemkosten um einiges geringer und der Wirkungsgrad deutlich höher.
Eine Li-Batterie kostet derzeit so um die 700 bis 900 €/kWh, eine Blei-Gel-Batterie nur so 200 €/kWh. Sind jetzt aber nur die batteriepreise und nicht die Preise für ein komplettes Energiemanagementsystem.
Aber wie gesagt, jetzt muss man dabei noch bedenken, dass die Bleivariante in etwa nur die halbe Lebensdauer hat wie die Li-Variante und bei Li ist der Wirkungsgrad deutlich besser.
Von der Zusammenarbeit Solarworld/Evonik hört und liest man in der Tat schon lange nichts mehr. Warum kann ein Außenstehender natürlich nicht sagen. Jedoch hat Evonik bei der Li-Batterien-Entwicklung eine ganze handvoll Partner und nicht nur Solarworld: BASF, Bosch, Digatron Industrie-Elektronik, Daimler und VW.
In der letzten Zeit gab es ja immer mal wieder Gerüchte, dass Daimler bei der Entwicklung von Li-Batterien eng mit dem chinesischen Autobauer BYD, der Batterien und auch Solarzellen und Solarmodule in großen Stückzahlen herstellt, zusammenarbeitet. Daimler hat in China ein Joint Venture mit BYD im Bereich Elktroautos. Jedoch hat es vor ein paar Wochen einen Unfall eines BYD-Taxielektroautos in China mit 3 Toten gegeben und das Elektroauto ist in Flammen aufgegangen, weil offenbar aus der Batterie eine brennbare Flüssigkeit ausgetreten ist. Bei dem Unfall hat es wohl ein Kurzschluss gegeben, der zur Überhitzung der Li-Batterie geführt haben könnte und das kann innerhalb von Sekunden zu einer Explosion führen. Daimler hat aber immer schon darauf hingewiesen, dass man in seinen eigenen E-Mobilen keine BYD-Speicher einsetzt und die sind von Li-Tec, ein gemeinsames Joint Venture von Evonik und Daimler.
Trina Solar hat sich z.B. bei den Speicherlösungen mit dem deutschen Speicherspezialist E3/DC zusammen getan (diese System verkauft auch IBC Solar) und die chinesische Talesun hat eine Kooperation mit dem schweizerischen Batterienbauer Leclanché. Leclanché baut gerade eine neue Fabrik im badischen Willstätt, die im August diesem Jahres voll in Betrieb gehen soll. In Willstätt sollen dann pro Jahr eine Million Lithium-Titanat-Zellen produziert werden, die für 18.000 Kleinbattierien bzw. für 150 Großbatterien ausreichen (Fertigungskapazität von 76 MWh).
Eine spannende Kooperation bei den Li-Batterien gibt es zwischen Varta und dem Energieversorger EnBW. Auch VW ist da mit dabei und die EnBW will durch die Zuammenarbeit mit Varta die großen Synergieeffekte zwischen der Elektromobilität und der Energiezwischenspeicherung nutzen.
Es ist sehr viel Dynamik bei Speicherlösungen drin und es gibt auch sehr viele Firmen die sich mit diesem Thema beschäftigen. Alles ganz schwer einzuschätzen bzw. gar nicht einzuschätzen wie das letzendlich ausgehen wird. Man kann gespannt wie schnell bei den sationären Li-Batterien die Preise purzeln, wenn die Produktionskapazitäten deutlich gesteigert werden. Übrigens ist der Stuttgarter Anlagenbauer M+W Group Weltmarktführer beim Bau von Batterienfabriken.