das erste Halbjahr was einmal mehr stürmisch an den Börsen.
Daher lohnt sich auf jeden Fall eine kurze Bilanz.
Und eins wird dabei sofort klar: Der Solarabsturz nimmt kein Ende: Zwei der drei größten Verlierer in den großen deutschen Indizes waren auch im ersten Halbjahr 2012 einmal mehr Solarwerte. Im Einzelnen waren das Solarworld und SMA Solar.
Solarworld, das einstige Vorzeigeunternehmen aus Bonn, hat dabei allein seit dem Jahresanfang 58% an Wert verloren. Bei SMA Solar, die ebenfalls im TECDAX gelistet ist, fiel der Einbruch mit 37% sogar noch weniger heftig aus.
Die Unsicherheit über die weiteren Aussichten der Solarenergie setzen eben diese Branche massiv unter Druck. An der Börse werden die Aktien mittlerweile gemieden. Im ehemals stark solarlastigen TECDAX spielen die Aktien nur noch eine Nebenrolle.
Neben Solarworld ist nur noch SMA Solar im Index enthalten. Zum Höhepunkt des Solarbooms waren Solarworld und Q-Cells sogar die größten Werte im TECDAX.
90% Kursverlust bei vielen Solarwerten in weniger als fünf Jahren
Das ist lange vorbei. Die meisten Solarwerte haben 90% und mehr an Wert verloren und das in weniger als fünf Jahren. Der Druck durch die wachsende Konkurrenz aus China ist einfach zu groß für die Branche.
Und dann hat die asiatische Konkurrenz auch noch den Technologievorsprung der deutschen Unternehmen aufgeholt. Zusammen mit der immer weiter sinkenden Solarförderung ha sich so eine brisante Mischung ergeben, die viele Unternehmen in den Abgrund geführt hat.
So ist bei Q-Cells, dem ehemaligen Börsenstar, in diesen Tagen das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Immerhin wird der Geschäftsbetreib erst einmal weitergeführt. Zudem wird die Suche nach einem Investor weiter vorangetrieben.
Das ist aber nur eine Seite zum Thema Solarenergie in Deutschland. Denn Solarstrom als alternative Energiequelle ist alles andere als gescheitert.
So hat jetzt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) gemeldet, dass die Produktion von Solarstrom im ersten Halbjahr um 50% gestiegen ist. In Summe waren das 14,7 Mio. Kilowattstunden (kWh) Ökostrom aus insgesamt 1,2 Millionen Photovoltaikanlagen.
Die höhere Leistung erklärt sich aus den vielen neuinstallierten Anlagen in Deutschland, die noch von der höheren Förderung profitieren. Vor der Einführung der jetzt geltenden gekürzten Förderung sind eben noch viele neue Anlagen installiert worden.
Der Kampf der Branche geht weiter – zumal jetzt auch in immer mehr europäischen Ländern die Fördermodelle auf den Prüfstand kommen. An der Börse drängen sich die Solarwerte aktuell nicht für einen Einstieg auf – trotz des niedrigen Kursniveaus.
Andere alternative Energiewerte bieten hier ohne Frage mehr Potenzial. Welche Branchen besonders lukrativ sind, erfahren Sie in der kommenden Woche an dieser Stelle.
Bis morgen,
Heiko Böhmer
Chefredakteur „Privatfinanz-Letter“