Nun Dow_Jones so ist es mal ganz sicher nicht wie du schreibst. Man soll nun wirklich nicht von einem Unternehmen auf alle anderen Unternehmen etwas ableiten. Das funktioniert nun wirklich nicht.
Wenn ich mir mal so die Q2-Zahlen von ein paar China-Solaris anschaue, dann sind die gar nicht so schlecht. So hat Canadian Solar in Q2 nur ein negatives EBIT von 2,5 Mio. € ausgewiesen. Trina Solar auf bereinigte Basis - 6,9 Mio. $ (ohne Abschreibungen auf Lagerbestände mit 26 Mio. $ und auf Kundenforderungen von 44 Mio. $) und Jinko auch nur - 10,4 Mio. €. Dagegen hat Solworld auf bereinigte Basis ein negatives EBIT von 48,3 Mio. € ausweisen müssen, also ohne Abschreibungen auf Polysiliziumanzahlungen (80,8 Mio. €), Lagerabschreibungen (33,5 Mio. €) und Abschreibungen auf Kundenlieferungen (7,8 Mio. €). Conergy hat zwar ihre Q2-Zahlen krampfhaft versucht schonzureden, aber auf bereinigter Basis ist dann doch ein negatives EBIT von 11,7 Mio. € (ohne positiven nicht liquiditätswirkamen Effekt durch Auflösungen von Rückstellungen - 8,6 Mio. €) raus gekommen.
Auch muss man sehen, dass sich einige China-Solaris richtig weiter entwickelt haben und zwar gar nicht so schlecht. Canadian Solar hat mittlerweile eine Projektpipeline von über 300 MW (Kanada, USA, China) und Jinko Solar wird in diesem Jahr rd. 150 MW an Projektaufträge abarbeiten und für 2013 baut man in Südafrika Solarkraftwerke mit insgesamt 81 MW, die alle schon genehmigt sind, über Stromabnahmeverträge verfügen und auch so gut wie durchfinanziert sind. Eine Trina Solar entwickelt sich sogar zu einem Komplettanbieter. So hat Trina Solar ihr Aufdachmontagesystem Trinamount zu Anfang des Jahres auf den Markt gebracht, mit Trinasmart bietet Trina Solar mittlerweile ein Leistungsüberwachungssystem auf Modulebene an und mit dem deutschen Speicherspezialist E3/DC werden Energiespeicherlösungen weiter entwickelt auf Basis von Li-Batterien.
Heute wird zwar Yingli sicher sehr schwache Q2-Zahlen präsentieren, aber man sollte niemals alle China-Solaris verallgemeineren. So was geht nie gut und ist natürlich auch ein komplett falscher Ansatz. Zumal ja Canadian Solar, Trina Solar und eine Jinko Solar absolut auf einem richtigen Weg sind wie die Q2-Zahlen belegen und auch China Sunergy, die haben noch keine Q2-Zahlen gebracht, und Renesola (Q2-EBIT: - 19 Mio. $) gehen jedenfalls mal in die richtige Richtung.
Bei den genannten China-Solaris gehen noch "lange nicht die Lichter aus" und die mischen allesamt im Solarmarkt mehr denn je mit. Eine Jinko Solar hatte z.B. in Q2 trotz Antidumpingzölle in den USA dort einen Rekordabsatz auf Quartalsebene ohne dass man Zölle bezahlen musste, denn die haben ganz einfach aus Taiwan Zellen in ihre US-Module eingebaut.
Es wird aber sehr interessant zu sehen wie es bei Suntech, LDK und Yingli weiter gehen wird, denn alle drei haben verdammt hohe Schulden.
Dass Koreaner und Japaner mit tiefen Taschen das Ruder übernehme ist doch ein Fehleinschätzung. Bis auf Hanwha habe ich noch nichts erkennen können, dass Koreaner den Markt aufmischen. Von den Japanern ganz zu schweigen. Es wird sogar gemunkelt, dass Foxconn gerne bei Sharp einsteigen möchte und Sharp braucht Geld um in einem Jahr eine Unternehmensanleihe von von 1,2 Mrd. $ auszahlen zu können.
Die Chinesen haben noch sehr viel Geld im Köcher, das sieht man an der spanischen Isofoton, die bekanntermaßen auch Q-Cells kaufen möchte. Isofoton ist mittlerweile sehr stark mit den Chinesen über Joint Ventures verbandelt (China National Offshore Oil Corporation, GCL Poly). China Sunergy will in der Türkei eine 600 MW große Zell/Modulfabrik bauen und Aiko Solar hat ja erst vor ein paar Monaten Scheuten übernommen.
Lange rede kurzer Sinn, die Chinesen sind noch lange nicht weg vom Fenster und es werden sich einige (viele) meiner Einschätzung nach richtig gut entwickeln.