Küchenchef Opa B.empfiehlt Panikkäufe


Thema
abonnieren
Beiträge: 39
Zugriffe: 3.187 / Heute: 3
cap blaubär:

Ans Ladegerät mit dem Teil

 
29.11.01 11:29
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Der Sprinter paussiert
Mails/Nachrichten vom 29.11.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
ein Sprinter ist kein Marathonläufer, er schafft auch keine 10.000 Meter. Wer rund 40 % innerhalb kurzer Zeit gewinnt, muß etwas abgeben oder eine Pause einlegen. Für den Dow erwies sich die Hürde 10.000 wohl auch als psychologische Hürde. Der DAX pendelt in der von mir beschriebenen Problemzone. Ob die Konsolidierung jetzt einsetzt oder doch noch einen kleinen Schub erhält, ist offen. Würde man Fibonacci anwenden, müßte eine weitere kleinere Rally bis 10.200/10.300 im Dow möglich sein, und das wiederum würde den DAX beflügeln. Ein größeres Handicap stellt der Nasdaq
dar, dessen 'Kondition' etwas mehr nachgelassen hat. Gravierend ist dies gleichwohl ebenfalls nicht. Nun die schwierige Frage: Wie weit reicht das Rückschlagrisiko? Dafür gilt: Je schärfer, um so kürzer, und dann kann es schon nach wenigen Tagen die nächsten Kaufkurse geben. Ich werde versuchen, dies im Ticker täglich nachzuvollziehen. In der AB wird es schwieriger, weil sie wöchentlich erscheint. Dennoch: Alle meine Abstauber-Limits für die deutsche Börse waren gültig per Ultimo November gesetzt.

Wall Street im einzelnen: Der gestrige Tag war geprägt von zwei weiteren Konjunkturprognosen, vor allem beige-book und dem OECD-Bericht über USA. Die einen schreiben die Gegenwart fest, die anderen schauen in die Zukunft. Was die Pariser OECD-Experten dabei herausfanden, klingt erstaunlich positiv. Mich überrascht das deshalb, weil die Qualität dieser Analysen in der Vergangenheit nur mit Vorbehalt zur Kenntnis genommen werden konnte. Auf den Punkt gebracht:

Ich warte jetzt auf etwas niedrigere Kurse und dazu nehmen Sie die letzten drei bis fünf AB's in die Hand und schauen sich sämtliche Charts an, woraus ersichtlich wird: Fast alle zeigen eine langfristige Trendumkehr. Vor allem die Technologietitel. Aber dazu gehört die mehrfach beschriebene hohe Volatilität. Das konnten Sie gestern an den Internet-Spezis besonders gut verfolgen. Broadvision war bis auf 4,30 $ angezogen, also muß sie auch 1 $ nachgeben oder gar 1,50 $, und dann liegt der neue Kauf klar unter 3 $. Aber schauen Sie sich dazu den gesamten Chart für Broadvision nebst Gründe in der AB an. Gleiches gilt für Yahoo, siehe letzte AB. Ergo: Heute verschränken
Sie die Arme, schauen zu, und morgen diskutieren wir weiter.

Nachrichtlich: Die Quasi-Pleite von Enron berührt mich zwar nicht, aber andere. 1.527 institutionelle Anleger halten 64 % und das bedeutet: Vom Börsenwert von ursprünglich 80 Mrd $ bleiben 0 $ übrig. Der größte amerikanische Energiehändler ist damit weg vom Fenster. Enron setzte
immerhin 145 Mrd $ um.

In Frankfurt haben die Analysten eine aktuelle Spielwiese. Die Telekom-Zahlen sind wie ein Seminar für Bilanzanalyse bzw. Ertragseinschätzung. Alle 'Schulen' der Betriebswirtschaft können dies als Musterbeispiel für die Schüler verwenden. Daran beteilige ich mich nicht mehr. In Kurzform: Zwischen 18 und 19 E. bleibt es bei meiner Kaufempfehlung, im schlechtesten Fall werden auch 17 E. möglich, was für ein paar Stunden oder einen Tag gilt. Die Technikaktien zeigten Ihnen gestern zum zweiten Mal in 14 Tagen, was es heißt, technische Korrekturen abzuwarten und keinen Marktstimmungen nachzulaufen. Hier bin ich nicht ganz sicher, ob meine Abstauberlimits noch ziehen werden, aber ganz chancenlos bin ich darin nicht.

Die Umstellung der MSCI-Indizes bewirkt die ein oder andere Abstufung, was Sie am besten im Falle Allianz nachvollziehen können. Kursrückgang bis 252 E. führt ganz hart an meinen Abstauberkurs von 240/250 E. heran. Gestern im Tief 250,10 E., vergleichen Sie auch AB Nr. 40.

Im MDAX ist jetzt typisch: Miniumsätze bei Abschlägen bis 3 %. 4.000 Stück brachten bei Kolbenschmidt ein Minus von fast 3 %. 7.000 Stück liefen bei Fielmann um und bewirkten + 1,1 %. Lächerliche 5.000 Stück drückten den Dürr-Kurs um 1,5 %. So zufällig entstehen Börsenkurse! Das ist im Moment
nicht negativ, weil es zeigt, daß der Abgabedruck minimal ist. Dies wiederum ist ein Indiz für technische Korrekturen.

Auf der internationalen Ebene gibt es drei Aktien, die zu beachten sind: Alcatel verlor gestern 7,3 % auf 19,60 E. Bei 17/19 E. liegt der alte Kauf. Tief war 11,50 E., jüngstes Hoch 23,50 E. Nokia hatte bei 27/28 E. die
angenommene Grenze erreicht, als ich Ihnen diesen Titel erstmals bei 27 E. empfohlen hatte. Risiko läuft bis 22 oder gar 20,50 E., dann ist die Aktie ein neuer Kauf. Philips hat 100 % zugelegt und muß sicher 5 - 7 E. nachgeben. Probieren Sie es mit dem Limit 26 E. Sie wissen: Diese drei Titel im Euro-Stoxx sind eine europäische Trendindikation für Technologie.

Morgen sehen wir weiter. Bis dahin verbleibe ich

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




--------------------------------------------------

Served by sonne02.bern-stein.de on 29.11.2001 11:27:27 for 194.8.218.132
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
cap blaubär:

Aufwärtstrend mit technischen Rückschlägen

 
30.11.01 11:16
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Jede Chance nutzen
Mails/Nachrichten vom 30.11.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
der Rhythmus bleibt der gleiche wie in den vergangenen Tagen: Aufwärtstrend mit technischen Rückschlägen, aber zunehmender fundamentaler Begründung für den Aufwärtstrend, woran noch viele zweifeln, ich aber kaum. Der positive Geschäftsausblick einiger Technologiefirmen ist die bezeichnende Grundlage. Das wird sich in den kommenden Wochen noch vertiefen lassen und ich warne erneut: Schauen Sie nicht auf die November- und auch nicht auf die Oktoberzahlen für das Konsumentenvertrauen oder auch auf Auftragseingänge der Industrie und Ähnliches. Diese Zahlen sind durch die Ereignisse von New York und ihren unmittelbaren, weil kurzfristigen, Folgen nicht aussagefähig.

Einer der Sachverständigen der deutschen Konjunkturbeurteilung machte gestern schon den ersten Rückzieher. Wahrscheinlich müssen alle Zahlen wohl in Kürze überarbeitet werden. Meiner Meinung nach spricht dies nicht gerade für die Qualität dieser Analysen, worüber ich mich kürzlich schon etwas kritisch geäußert hatte.

Dieser Ticker ist die Ergänzung zu der Ihnen vorliegenden Actien-Börse. Deshalb auch etwas gestrafft, um das Ganze griffig zu gestalten:

Die Wall Street zeigt den Vorgang, wie ebenfalls beschrieben: Dow Jones + 1,21 %, aber Nasdaq +2,71 % (100) bzw. +2,40 %. Also der mehrfach beschriebene Turbo-Effekt. In diesem Falle sind Aktien wie PALM und ähnliche natürlich die Favoriten, wobei PALM gestern weitere 5 % vorrückte. Im Gesamtbild: Die Breite der Aufwärtsbewegung in den einzelnen Kursen nimmt zu und die Bewegung in den T-Titeln in Prozent gerechnet nimmt eher ab. Das ist ein zuverlässiges Zeichen dafür, daß der Markt an Stabilität gewinnt. Schauen wir ruhig einmal auf die klassischen Werte der amerikanischen Konjunktur. Das ist nicht nur Philip Morris oder Procter & Gamble, sondern auch so simple Titel wie Disney, Coca-Cola, McDonald's oder auch Home Depot (Baumarkt). In dieser Entwicklung sehe ich die solidere und mithin bessere Konjunktur-Indikation.

Bei den Technologie-Aktien habe ich schon in der AB darauf hingewiesen: Verwechseln Sie Erholungspotential nicht mehr mit dem tatsächlichen Trendpotential. An einem Beispiel und stellvertretend für andere: Wenn Microsoft nur einen Dollar steigt, erhöht dies den Firmenwert um 7,4 Mrd Dollar oder anders: 10 Dollar im Microsoft-Kurs sind ungefähr 74 Mrd Dollar "schwer“. Das zeigt Ihnen, daß in diesen Technologieaktien die Grenze des Erholungspotentials viel früher erreicht wird als für die
vergleichsweise lahmen Titel der Old Economy.

Gesamteindruck: Verkäufe lohnen auf keinen Fall. Ich bin nicht für vorzeitige Gewinnmitnahmen. Schwächere Tage, die es immer wieder geben wird, sind ideale Kauftage.

Frankfurt wird diesem Trend im Wesentlichen folgen. Auch hier spielt die Technologie eine wesentliche Rolle. Natürlich konnte man darüber streiten, ob T-Online zu teuer ist oder nicht. Als ich Ihnen aber die Rechnung im Brief Nr. 40 aufmachte, das war bei rd. 6 E., war die Wahrscheinlichkeit groß, daß ausgerechnet diese an sich teure Aktie ein Favorit werden könnte. Zwischendurch 14, aktuell 12,60 E., und alles weitere dazu lesen Sie in der heutigen AB. Die Diskussionen um den Wert oder Unwert von Deutsche Telekom sind ein Beispiel für betriebswirtschaftliche Stilübungen der Analysten. Mir erscheint es schon lustig, was Sie in den letzten 2 Tagen über diese Aktie lesen konnten. Es ist fast wie ein babylonischer Sprachwirrwarr, doch für Sie gilt: Der Einkauf bleibt zwischen 17,50 und 19 E. empfohlen, wovon ich nicht abgehe.

Allianz und Münchener Rück nehmen Sie weiterhin in den Fokus. Gestern war zwar Münchener Rück mit den vorgelegten Daten eine Art Stütze des Marktes, aber das gilt auch für Allianz, die ihren Tiefstkurs bei 250,10 E. erreicht hatten und sofort innerhalb eines Tages bis auf 262 E. zulegten. Das ist ein typischer Fall für das Auslaufen der bekannten Verkäufe (Änderung des MSCI-Index) und der damit verbundenen Marktbereinigung. Ich halte beide Aktien nunmehr für eine wesentliche Stütze des DAX im Hinblick auf die Steuergesetzgebung ab 2.1.2002. Zweite Stütze ist die Reduzierung des VDAX auf zwischenzeitlich 25,6, der bekanntlich die Volatilität darstellt, gestern allerdings bis 28 leicht korrigierte. Bleibt der VDAX unter 30 und tendiert in Richtung 25, so ist dies ein Signal für Sie, daß sich die Folgen des September-Kollaps verflüchtigen.

Grundthese für Sie: So wie in New York, so auch in Frankfurt: Keine voreiligen Gewinnmitnahmen, aber jede Chance nutzen. Kurzfristige Abstürze von Aktien um 5 bis 10 % (insbesondere Technologie) nutzen Sie für den Aufbau weiterer Positionen.

Damit wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende und verbleibe bis Montag.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




--------------------------------------------------

Served by sonne02.bern-stein.de on 30.11.2001 11:13:29 for 194.8.218.141
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
cap blaubär:

keine Luftbildaufnahme

 
10.12.01 09:57
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Erholung kein Luftgebilde
Mails/Nachrichten vom 10.12.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Konjunkturzahlen werden Stück für Stück besser und damit ist die bisherige Erholung kein Luftgebilde, wie anfangs so viele meinten, sondern real unterlegt. Mein Einwand ist lediglich: Bitte nicht zu schnell. Immerhin
wurden inzwischen alle avisierten Ziele erreicht. Halten Sie weiterhin fest: Die Wirtschaftsdaten nach dem Kollaps werden sich in den kommenden Wochen ebenfalls weiter verbessern, und zwar im gleichen Umfange wie die
unmittelbaren Unfallfolgen langsam aus der Statistik verschwinden. Das wird aber kaum vor Januar/Februar der Fall sein. Ich zweifle daher nach wie vor daran, ob es nötig und richtig ist, die Zinsen weiter zu senken. Vielleicht ist es Ihnen aufgefallen: Die Renditen an den Bondmärkten ziehen bereits an. Das ist ein sicheres Signal dafür, daß die Kreditnachfrage steigt und das wiederum ist ein ebenso sicheres Signal für eine anziehende Konjunktur.
Lediglich die EZB hat noch Handlungsbedarf.

Wall Street konkret: Die Markttechnik stimmt und ist ausgewogen bei nur 1,24 Mrd Stück Umsatz am Freitag. Damit ging der Markt in ein positives Wochenende. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Ich weise aber darauf hin:
Kursgewinne von 100 % und mehr bedürfen stets einer Korrektur und ich hatte in der letzten AB bzw. im Ticker Teilgewinnmitnahmen diskutiert. Der Kompromißvorschlag bleibt: Die Hälfte realisieren, womit Sie Ihr ursprünglich eingesetztes Eigenkapital wieder herausziehen. Sollte die

Fusion Compaq/Hewlett Packard platzen, wie es nun den Anschein hat, werden beide gewinnen. Compaq bereits bei knapp 11,50 $. An sich ist das ein Kauf mit Ziel 15/17 $, wenn die Produktion ausgegliedert wird und an einen
Auftragshersteller geht (Flextronics). Dennoch traue ich mir ein Urteil nicht zu, solange die definitive Entscheidung nicht vorliegt.

Die Chip-Spekulation ist jetzt in aller Munde, aber Sie werden bitte etwas vorsichtiger. Nun überschlagen sich plötzlich die positiven Ausblicke. Wie immer hat die Börse dies viel früher erkannt, und ich freue mich, wenn Sie
mich darin begleitet haben. Der Nasdaq-100-Tracking-Stock schaffte übrigens letzte Woche in der Spitze knapp 43 $ bei mittlerem Ziel von 51 $. Versuchen Sie ein heutiges Limit mit 40,50 oder rd. 40 $. Auf eine direkte Empfehlung
verzichte ich, aber empfehle Ihnen schon jetzt, die nächste AB ins Visier zu nehmen. Denn was kommt nach den Chips?

Frankfurt zeigt zunehmende Stabilität, aber nachlassende Dynamik. Das liegt daran: Wenn Siemens wieder einmal umbaut, ist dies nicht in drei Minuten nachvollziehbar. Gleiches gilt für die neue Bayer-Struktur oder für die
einstweilige Kartellbremse für E.ON. Hier muß man sich schon etwas mehr Mühe geben, Vor- und Nachteile zu überdenken. Ich versuche dies in der nächsten AB. Das aber sind Langfrist- und keine Kurzfristperspektiven. Andererseits:
Sollte es wirklich zu einem feindlichen Übernahmeangebot von Murdoch für Kirch kommen, wäre das ein Hammer. Dann wäre der gesamte deutsche Medienmarkt zwar nicht auf den Kopf gestellt, aber völlig neu zu gliedern. Ich halte an meiner Medien-Spekulation fest und die miesen Zahlen von RTL
sind ein Kauf- und kein Verkaufsgrund. Bitte nächste AB beachten. So ganz unwahrscheinlich ist dieses Vorgehen der Amerikaner nicht. Eine Besonderheit bietet Rheinmetall. Der Plan für den Exit der Familie Röchling ist ebenso clever gedacht wie unwahrscheinlich zu realisieren, jedenfalls mit den gewünschten Zahlen. Nehmen Sie diese nicht ganz genau. Dennoch bleibe ich dabei: Rheinmetall und Kolbenschmidt sind eine Spekulation wert. Ganz einfach deshalb: Sie sind beide billig und wenn der Großaktionär verkaufen will, liegt der Preis höher. Wo? Genügend hoch, um diese Spekulation zu wagen. Wie oft habe ich die fundamentalen Daten für beide Titel 'vorgebetet'. Nur der Ablauf bleibt offen.

Rechnen Sie auch damit: In 2002 gibt es mehrere solcher Kombinationen im deutschen Maschinenbau, wenn man ihn etwas weiter abgrenzt. Mehrere Planspiele dieser Art laufen. Teilweise kenne ich sie. Ob sie wirklich realisiert werden, hängt natürlich davon ab, ob entweder die Finanzierung
durchgeht oder aber nicht das eine oder andere durch Kleinaktionäre blockiert wird.

Trend für diese Woche: Positiv, aber mit begrenzter Power und aktuellem technischen Risiko, wenn der eine oder andere größere Fonds Gewinne realisiert, um sie zum 31.12. zu verbuchen. Daran hängen sich meistens einige andere an, so daß ich für die kommenden Börsentage etwas unsicher
bin. Die Verlockung, da und dort Kasse zu machen, ist einfach zu groß.

Gehen Sie in diese Woche also mit einer gewissen Vorsicht, wenn auch Zuversicht. Bricht ein Kurs ein (Gewinnmitnahmen), so ist er spätestens nach 10 - 15 % wieder ein Kauf. So groß ist die Volatilität!

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




--------------------------------------------------

Served by sonne02.bern-stein.de on 10.12.2001 09:54:46 for 194.8.197.204
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
cap blaubär:

Rally-Chance mit etwas längerer Zeitachse

 
11.12.01 10:08
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Teilgewinne realisieren
Mails/Nachrichten vom 11.12.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
Teilgewinne mitnehmen oder nicht und damit in die Weihnachtsferien gehen? Das ist natürlich die Frage aller Leser und seit heute morgen um 7 klingelt pausenlos mein Telefon. Ich wiederhole: Nach über 40 % Indexgewinn ist eine
Pause notwendig, die man auch technische Korrektur oder Konsolidierung nennen kann. Eigentlich ist sie überfällig. Das ändert nichts am langen Trend. Aber die Frage lautet:

Wie groß ist das Risikopotential? Gute 10 %, von der Spitze an gerechnet. Im Dow sind es weniger, weil er weniger stark zugelegt hat, in den anderen mehr. Bezogen auf den DAX können es also knapp 500 Punkte werden, mithin 4.850/4.900, wobei Sie mich bitte nicht auf 50 Punkte festlegen. Die Gewinnmitnahmen für die Chipwerte habe ich gestern diskutiert. Im Januar geht es dann wahrscheinlich schon wieder um die Rückkäufe der gleichen Titel, 15 % oder 20 % niedriger. AMD macht es vor: In der Spitze 18,50 $, gestern 17,30 $, und 16,50 $ sind möglich. Das sind 2 $ von oben und über 10 %. Aufregend ist das Ganze nicht, aber unbedingt zu beachten.

JDS Uniphase, einer der weltgrößten Hersteller von Glasfaserkomponenten, legt eine interessante Perspektive vor. Werten Sie diese bitte als Ergänzung zu meinen kürzlichen Einschätzungen von Corning, Nortel und Lucent sowie Cisco: Im nächsten Quartal schlechte Zahlen, möglicherweise noch ein weiteres schwaches Quartal, was für das 2. Kalenderquartal 2002 gelten dürfte, doch dies wäre der Schlußpunkt. Das paßt exakt ins Bild, welches ich Ihnen

kürzlich für die genannten Werte umrissen habe. Hier beginnt also die nächste Rally-Chance mit etwas längerer Zeitachse.

Wall Street technisch gesehen: Gestern überwogen die fallenden Kurse, aber die Relationen new highs/new lows waren eindeutig positiv. Das ist ein Indiz für die zunehmende Differenzierung. In der Konsolidierungsphase erkennen Sie dies vor allem an der relativen Stärke jedes Papiers im Verhältnis zum Gesamtmarkt. Diesbezüglich kündigte ich Ihnen schon einige Überraschungen an. Für mich lautet in einer solchen Konstellation der Kompromiß so, wie
schon angemerkt: Die Hälfte der Gewinnpositionen glattstellen, wenn die Gewinne über 50 % liegen. Bei 100 % ist es noch besser, siehe AMD oder Intel. Dann haben Sie Ihr Eigenkapital verdient und ziehen es heraus. Das verdiente Kapital bleibt stehen, mithin die halbe Position, und dann sehen wir weiter.

Deutschland folgt dem gleichen Motto. Intel machte es gestern vor, damit auch Siemens und die alte Reihenfolge wie bekannt. Hier gilt im Prinzip das gleiche. Ein Handicap ist auch, daß die Informationen dünn werden. Vor Weihnachten gibt es kaum noch eine AR-Sitzung oder ein irgendwie bedeutendes Firmenresultat, wie ich dem Kalender entnehme. Möglich sind also nur noch Ad-hoc-Mitteilungen. Gestern wies ich schon darauf hin, daß einige Fonds die Bücher schließen. Dazu gehören ebenfalls Gewinnmitnahmen. Somit beschränke ich mich auf eine Kurzform:

Wer gestern schon Gewinne mitnahm, liegt richtig. Speziell in der Technologie. Die eine oder andere Position stellen Sie noch glatt, aber ich weiß nicht, ob ich vor Weihnachten schon neu in die Startlöcher gehe. Der Grund: Die technischen Indikatoren zeigen auf der Weekly-Basis einige Schwächen bzw. signalisieren diese. Das ist kein Zeichen dafür, heute auf die Kaufseite zu gehen.

Im Europa-Rahmen läuft es ähnlich. Das konnten Sie im Euro Stoxx 50 am besten nachvollziehen. Auch hier gilt: Das alles ist nicht bedeutsam, aber zu beachten. Beispiel Nokia: Von 13 bzw. 17 E. bis 29 E. war schon ein Happen. Also besteht ein Risiko bis 23 oder 22 E. für neue Käufe. Ähnlich sieht es bei Ericsson aus und auch bei Alcatel.

Ich verbleibe bis morgen

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




--------------------------------------------------

Served by sonne02.bern-stein.de on 11.12.2001 10:04:35 for 194.8.197.205
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
cap blaubär:

Opa B auf idefix/bb linie

 
12.12.01 10:55
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Zinssenkung überflüssig
Mails/Nachrichten vom 12.12.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Kräfte lassen etwas nach. Das war gestern deutlich zu spüren und sogar trotz weiterer Zinssenkung um 25 Basispunkte, die ich für überflüssig und sogar falsch halte. Entweder weiß die FED sehr viel mehr als alle Zahlen
sagen oder es soll ein psychologisches Weihnachtsgeschenk sein. Eine FED-Fund-Rate von 1,75 % läßt sich längerfristig nicht halten. Sie hat allerdings einen Effekt, der zu beachten ist: Für die Industrie ergibt sich eine sehr billige Finanzierung des neuen Auftragszyklus. A-Adressen zahlen im Moment weniger als 3 %. Hier schlägt die Vergünstigung sehr wahrscheinlich stärker durch, wir werden es in den Auftragszahlen für Dezember und Januar schon sehen. Gesamtwirtschaftlich bleibt es dagegen fraglich, weil die FED spätestens im Frühjahr die Zinsen anheben muß. Das wird dann ein eher schlechtes Signal werden. Eine ruhige Hand hätte ich vorgezogen.

Die Wall Street zeigt ein positives und ausgeglichenes Gesamtbild, aber keine Besonderheiten. Die zurückgenommene Gewinnaussage für Merck wurde gestern mit - 9,4 % bestraft. Der positive Ausblick von Nokia wurde dagegen mit + 6,5 % honoriert. Sie erkennen daran, daß der Markt nun auf jede einzelne Zahl realistisch zu reagieren beginnt. Dies wird ein Kennzeichen der nächsten Monate sein. Dazu gehört auch:

Kurse, die zu schnell gestiegen sind oder ihr Gewinnziel erreicht haben, führen zu Gewinnmitnahmen und zwar völlig unabhängig davon, wie die langfristige Einschätzung eines solchen Papieres zu sehen ist. Sogenannte Dauerinvestments werden also für manches Portfolio zu einem Problem werden,
wenn Sie nicht bereit sind, ab gewissen Kurshöhen konsequent zu verkaufen. Uns wird dieses Thema in den nächsten Monaten noch vielfach beschäftigen.

Zu den heutigen Kursen: Flextronics kam auf 26,70 $ zurück. Sie erinnern sich: Kaufempfehlung bei 22 $, Sprung auf 29 $, worauf ich das Limit etwas erhöht hatte - ich bleibe bei der Spanne 23/25 $. Siehe auch AB. Ähnliches gilt für den Konkurrenten Solectron mit inzwischen 15,00 und Kaufvorschlag 14,50 $. Bei Compaq und HP bleibe ich aus dem Spiel. Erst muß die Entscheidung vorliegen, gleichgültig wie. Computer Science stieß bei 50 $ an die Decke. 50 % Kasse machen. Scientific Atlanta war von 16 auf 30 $ gesprungen. Wer sofort kaufte, macht ebenfalls 50 % Kasse und Rückkauflimit um 25 $. Wer oberhalb von 20 $ kaufte, hält zunächst still. Conexant schaffte inzwischen 17,25 $. Ebenfalls still halten. EDS liefen von 50 bis 71 $, zeigt aber nun Schwäche. Auch hier 50 % glattstellen. Sie merken schon: Totaler Verkauf ist zu riskant, aber Teilverkauf ist richtig. Das ist übrigens schon ein Vorgeschmack für 2002, wo sich diese Frage immer wieder stellen wird, siehe oben.

Zu den Internet-Varianten: Broadvision inzwischen wieder 3,56 $, so daß sich die Zukäufe gelohnt haben. Heute kein Handlungsbedarf. CMGI kam mit 2,15 - 2,44 $ herein. Diese Spanne hat sich gelohnt. Wenn es ganz gut geht, könnte ein Kurs knapp unter 2 $ auch noch möglich werden. Für Commerce One: Gestern 4,24 $ in der Spitze und Schluß 3,76 $. Es bleibt bei meiner Empfehlung: 3,10/3,50 $. Wer aber noch keine einzige Aktie davon hat, schafft wenigstens eine Hausnummer. Yahoo zog gestern auf 19 $ an. Ich hatte mit dem
Zukauf-Limit etwas hart gepokert. Im Tief wurden es 17,80 $. Hier gilt ebenfalls, Hausnummer billigst, dann schauen wir weiter. Neu: Ariba habe ich längere Zeit beobachtet, mich aber nicht getraut. Jetzt muß aber auch hier eine Anfangsposition geschaffen werden. Alles weitere im Januar.

Frankfurt spielt noch auf 'Weihnachts- oder Jahresend-Rally'. Denken Sie an die berühmten Lemminge und an den Wunsch als Vater des Gedankens. Wenn alle in die gleiche Richtung denken, werden Sie bitte vorsichtiger. Dabei bleibt
es. Die Relation Chance zu Risiko hat sich technisch verschlechtert und ich rufe in Erinnerung: Eine Börse, die 43 % in neun Wochen steigt, bedarf einer Konsolidierung. Wie diese aussieht, weiß ich nicht. Ich hätte aber gern, wenn Sie auf der sicheren Gewinnseite stehen. Nicht ausschließen will ich, daß von interessierter Seite die Kurse zum Jahresende hochgehalten werden sollen. Das gilt für viele Fonds und andere, aber bitte nicht für Sie, da Sie nicht bilanzieren. Ich rate weiterhin zu Gewinnmitnahmen nach der obigen Formel. Dann schauen wir weiter. Beispiel: ABN Amro stufte gestern Daimler zurück. Daraufhin sofort 3 % Minus. Gegenüber der Spitze von 51 $ sind das nun 45 $, also 6 $ Differenz, und auch 43 oder 42 $ sind noch möglich. Die ABN-Begründung: Gut gelaufen, jetzt zu teuer, also Kasse machen. Damit müssen Sie leben.

Die Richtlinie für 2002 skizziere ich in der nächsten AB. Also eine Art strategische Grundlinie als Resultat der Erfahrungen der vergangenen 18 Monaten mit den Eckwerten, die für 2002 gelten.

Damit verbleibe ich bis morgen

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




--------------------------------------------------

Served by sonne02.bern-stein.de on 12.12.2001 10:53:26 for 194.8.197.204
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
Dixie:

Aha! Opa B. rudert allmählich zurück o.T.

 
12.12.01 11:06
Antworten
cap blaubär:

zuschauen und auf die Schnäppchen warten

 
13.12.01 10:57
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Konsolidierung
Mails/Nachrichten vom 13.12.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
Konsolidierung ist auch dann, wenn die Abschläge nicht überdimensioniert sind. Ich mißtraue der gestrigen Entwicklung gleichwohl und bleibe auf der vorsichtigen Seite. Dabei hoffe ich, daß Sie meiner Linie gefolgt sind und Teilgewinne realisierten, bzw. es noch tun. Dies ist für mich der Anlaß, auf eine Besonderheit hinzuweisen:

Was ich entweder im Ticker ausführen kann oder in der AB fundamental begründe, da garantiert Stockguard Ihnen die konsequente Umsetzung über Ihre persönliche Seite im Internet innerhalb von Minuten. Es ist das einzige Werkzeug,
welches Ihnen täglich beiseite steht, um das umzusetzen, was ich hier andeute. Denn jeder Leser und jedes Portfolio ist anders - ich kann aber lediglich global argumentieren. Wir sind seit 3 Monaten online und unsere dortigen Kunden bestätigen bereits den enormen Vorteil: tägliche Überprüfung Ihres Depots gemäß meinen Überlegungen.
Bitte informieren Sie sich unter www.stockguard.de

Im Brief Nr. 44 hatte ich über die amerikanischen Pharmatitel nachgedacht. Seit Frühjahr dieses Jahres war ich
permanent auf der skeptischen Seite und erwog am 03.11. eine Art erste Entwarnung. Dies alles ziehe ich zurück, bwohl ich keine direkte Kaufempfehlung gegeben hatte, sondern nur die zitierte Entwarnung. Das war zu früh. Die Gewinnwarnung von Merck war der erste Anstoß. Jetzt kippten
auch Bristol Myers und Schering Plough. Mein Vorschlag: Alle verkaufen! Ob eine Ansteckungsgefahr für die Bio- und Genwerte besteht, lasse ich ausdrücklich offen. Hier bin ich genau so skeptisch, wie der jüngste Fall von Medimmune gezeigt hat. Ob dies dann wiederum auf die Europaszene überspringt, lasse ich offen. Ich bin in diesen Sektoren nicht engagiert. Vor allem auch nicht in diesen Titeln am Neuen Markt. Der Grund: Es geht nicht um die Qualität der Firmen, sondern um deren sehr hohe Bewertung.

Wall Street im Detail: Leicht verschlechterte Markttechnik, jedoch bei geringeren Umsätzen. Damit kann ich leben, aber das technische Risiko wird größer. Mithin verzichte ich auf neue Käufe im Grundsatz, weise aber in der morgigen AB auf die hin, die eigentlich im Sog der Chipspekulation gewissermaßen in der zweiten Reihe stehen. Hier lohnen sich weitere Käufe unter dem Vorbehalt, daß die aktuellen Kurse ebenfalls 1 - 3 $ niedriger zu erwarten sind. Limitieren Sie entsprechend.

Procter & Gamble war gestern einer der wichtigsten Tagesgewinner und damit ein weiterer Konjunkturindikator, ähnlich Philip Morris, Coca Cola, Walt Disney und Mc Donalds. Ich bin darauf schon eingegangen. Diese Aktien sind
keine Superfavoriten, aber das Pendant zu den Chiptiteln als klassische Konjunkturindikatoren.

Zu den anderen: Ariba dürften Sie gestern zwischen 6,80 und 7,33 $ erwischt haben, während CMGI auf 2,01 $ im Tief zurückfielen, womit meine Kaufempfehlung dafür bestehen bleibt. Wenn Sie bei Ariba die Hausnummer etabliert haben, setze ich die Zukäufe zwischen 6,40 - 6,90 $. Broadvision inzwischen 3,47 $. Yahoo schaffte bis gestern 19,33 $. Ferner:

Die Empfehlung für Corning bleibt gültig. Gestern in der Spitze 10,54 $, aber 9,80 hat als Limit auch noch eine Chance. Für Nortel gilt die Kaufbasis 'ca. 8 $' unverändert und Lucent fiel leicht unter 8 $ zurück, womit meine alte Kursspanne für Käufe wieder erreicht ist. Bitte nicht übersehen: IBM schaffte gestern eine neue Rekordspitze von 123,21 $ und ist der leading indicator schlechthin. Agilent Techn. überwand gestern die Hürde 30 $. Damit werde ich mich Anfang Januar beschäftigen.

Frankfurt hatte gestern wieder Infineon-Tag. Auch eine Chipaktie, bei der Sie hoffentlich einen Teil realisierten und nun auf den nächsten Einstieg warten. Wo liegt er? Zwischen 18 - 21 $, wie schon an dieser Stelle und in der AB vermerkt. Denken Sie auch an meine Limits für Epcos und lesen Sie dazu, was ich zu Siemens in der nächsten AB schreibe. Hier reicht das Rückschlagsrisiko bis 60 E. und darunter. Was das für Sie heißt, entscheiden Sie bitte selbst.

Bemerkenswerte Schwäche bei der Commerzbank und einen hohen Umsatz von über 2,8 Mio Stück am 11.12. und gestern total über 2,4 Mio. Wer muß hier Kasse machen? Das riecht nach Zwangsverkäufen. Test des Tiefs bei 14 E. ist nicht so unwahrscheinlich, denn bis dahin sind es nur 3,50 E. Daimler rutschte bereits auf 45,05 E. ab und ich hatte 42 E. gestern schon als Möglichkeit avisiert.

Klar im Trend bleiben die Pharma-Spezialitäten Altana und Stada sowie auch FMC. Das ist nicht aufregend, aber erwähnenswert. Auffallend hohe Umsätze registriere ich weiterhin bei MG Tech. mit 400.000 Stück pro Tag. Hier wird
gekauft, und zwar im Großformat.

In der Assekuranz-Spekulation bleibt es bei meinem Vorschlag: Allianz ist Nr. 1 und alle anderen stellen Sie dafür zur Verfügung. BHW gestern schon - 5,4 % als größter Tagesverlierer dieser Kategorie.

Meine Linie heute: Weiter zuschauen und auf die Schnäppchen warten. Ich verbleibe bis morgen

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




--------------------------------------------------

Served by sonne02.bern-stein.de on 13.12.2001 10:53:47 for 194.8.197.204
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
cap blaubär:

K-Modus

 
14.12.01 11:32
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Weiterhin im Korrektur-Modus
Mails/Nachrichten vom 14.12.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Korrekturen sind noch nicht abgeschlossen. In Prozent gerechnet mögen es nicht sehr viel sein, aber bezogen auf die einzelnen Kurse sind 10 % und mehr durchaus möglich. In den Indizes liegt das Risiko im Dow bei etwa 300 Punkten, im DAX sind auch 4750 Punkte als Indexstand möglich, und der VDAX, der gestern über 28 anzog, ist der Anzeiger dafür. Es bleibt also bei meiner Zurückhaltung, wie in den letzten Tagen begründet. Scheuen Sie sich nicht, Positionen glattzustellen, wenn es sich für Sie rechnet, was ich im einzelnen natürlich nicht weiß. Am Beispiel Daimler habe ich es schon vorgerechnet.

Dieser Ticker ist lediglich die Ergänzung zur Ihnen vorliegenden AB, wo ich ebenfalls sehr kurz trete. Lesen Sie insbesondere das, was ich über Siemens schreibe. Risiko geht bis 55/60 E. Aber klar ist: Dann wird Siemens wieder ein Kauf. Die Gerüchte um Thyssen sind tendenziell richtig, und Sie lasen alles
dazu in der AB. Bitte noch einmal nachblättern. So ganz einfach, wie sich die Börse das bis gestern gemacht hat, läuft das Ganze freilich nicht. Die Interessenlage der verschiedenen Parteien ist sehr unterschiedlich. Im Grundsatz stimmt nur eines: Thyssenkrupp ist in der jetzigen Form nicht
überlebensfähig, wenn daraus ein wirklich zukunftsträchtiges Unternehmen entstehen soll. Am schwierigsten ist die Situation unter den Managern selbst. Wie im Ruhrgebiet üblich: Die persönlichen Interessen haben ein großes Gewicht.

Beachten Sie RWE und E.ON. Ich verweise ebenfalls auf meine Anmerkungen in der AB. Gestern gegen den Trend fester. Beide sind kein Kurzfristinvestment, aber längerfristig ein sehr stabiler Depotpfeiler.

Nachrichtlich: Überraschend gute Zahlen bei Gerry Weber. 17,5 % Zuwachs im Umsatz auf 395 Mio E. rechtfertigen eigentlich einen neuen Kauf. Dies geht im Moment sehr wahrscheinlich unter. Verfolgen Sie diese Aktie dennoch etwas genauer.

An der Wall Street ist die technische Korrektur, wie eingangs erwähnt, mit Abschlägen bis zu 20 % verbunden, vor allem für die Techniktitel, die zuvor massiv zugelegt haben. Ich hoffe sehr, daß Sie Teilgewinne mitgenommen haben. Alles wird später wieder zurückgekauft. Stellvertretend für alle ist
AMD. In der Spitze knapp über 19, inzwischen 16,18, und auch 15 $ sind möglich. Das sind locker 20 % und mehr gegenüber der Spitze. Umgekehrt heißt das: Noch keine Rückkäufe, sondern abwarten. Das gilt natürlich auch für die spekulativen Internet-Titel, siehe Broadvision, Ariba, CMGI und Commerce
One, die gestern durchweg 5 bis 7 % verloren. Für Yahoo gilt das gleiche. Also: Wer kaufen will, wartet.

Nachrichtlich: Lucent hat gestern enttäuscht. Der Umsatzrückgang auf 3,1 Mrd $ im 3. Quartal hat auch einen New York-Effekt, den ich nicht so hoch gewichte. Der Verlust weitete sich allerdings von geschätzten 17 auf 23 Cents je Aktie aus. Rückfall des Kurses um 12 % auf 6,80 $ ist deshalb noch
nicht gefährlich, aber zweifellos unschön. Ich komme in der nächsten AB darauf noch zurück. Zu berücksichtigen ist auch, daß in einer allgemeinen Korrektur negative Zahlen überbewertet werden. Ich bleibe also noch ruhig. Ähnliches gilt für Xerox, die sich von einem Teil ihres Forschungslabors
trennen werden, aber die Mehrheit behalten. Das geht in Ordnung.

Insgesamt: Gehen Sie ins Wochenende, und kaufen Sie heute keine Aktien. Wer noch da und dort Gewinne hat, realisiert einen Teil, um Liquidität zu sammeln.

Mit freundlichen Grüßen

Hans A. Bernecker
 




--------------------------------------------------

Served by sonne02.bern-stein.de on 14.12.2001 11:29:50 for 194.8.197.205
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
Stox Dude:

Bernecker ein "Boersenclown" ?

 
14.12.01 15:06
Habe mit Interesse seine Berichte gelesen, jedoch schreibt er wie das
Faehnchen im Wind.
Ariba hatte er gerade als Zukauf ab $6,90 empfohlen, s.o., und nun
redet er von abwarten. Dies geschah auch bei YHOO usw.
Ueber AMD schreibt er jetzt erst, weil die gestern abgewertet wurden.

Bin entaeuscht..........
Antworten
Stox Dude:

Hier der Auszug des Clowns

 
14.12.01 15:13
Zu den anderen: Ariba dürften Sie gestern zwischen 6,80 und 7,33 $ erwischt haben, während CMGI auf 2,01 $ im Tief zurückfielen, womit meine Kaufempfehlung dafür bestehen bleibt. Wenn Sie bei Ariba die Hausnummer etabliert haben, setze ich die Zukäufe zwischen 6,40 - 6,90 $. Broadvision inzwischen 3,47 $. Yahoo schaffte bis gestern 19,33 $. Ferner:
Antworten
cap blaubär:

..

 
17.12.01 11:01
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Konsolidierung
Mails/Nachrichten vom 17.12.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
Konsolidierung ist das richtigere Wort als technische Korrektur. Zu verstehen ist es als eine Art Adjustierung des erreichten Kursniveaus und ich kann mir nicht vorstellen, daß wir zum Jahresende wesentliche Bewegungen zu
erwarten haben, falls nicht spektakuläre Ereignisse oder Gründe dafür vorliegen. So ganz traue ich dem politisch-militärischen Frieden jedenfalls nicht.

Die Wall Street bewegt sich, gemessen am Dow, auf der beschriebenen Konsolidierungsebene. Sie liegt zwischen 9400 und 10600 und dazwischen ist alles möglich. Sie sehen es schon an der Liste der am meisten gehandelten Titel. Hier bewegten sich die Kurse nur in der Spannweite von 21 Cents bis 1,14 Dollar und nur in einem Fall, Caltine, gab es einen größeren Rückschlag an der NYSE. Höchst interessant andererseits: Amgen bewirbt sich um Immunex. Für die Liebhaber der Bio-Tech-Werte ist das eine Enttäuschung. Amgen zahlt in Aktien und bar, und die Börse bestraft diesen Deal mit einem Abschlag von rd. 6 %. Warum? Beide Unternehmen sind hervorragend, aber noch immer sehr sehr teuer. Das ist das Problem, worauf ich immer wieder hinweise:

Wer teuer ist, wird zwar zu den Lieblingen des Marktes zählen, aber sehr volatil bleiben. Regelmäßig gebe ich deshalb die Börsenkapitalisierung im Verhältnis zum Umsatz an. Das gilt sowohl für die Technologietitel als auch für die Bio-/Genwerte. Damit ist auch die Grenze für viele Titel erreicht worden, die in den letzten 9 Wochen bis zu 100 % und mehr zugelegt haben. Hier gibt es weiteres Korrekturpotential und deshalb hatte ich zu Teilgewinnmitnahmen angeraten. Dabei bleibt es.

In Frankfurt ist die Range für die Konsolidierung nach unten bis 4800 oder paar Punkte mehr immer noch gültig. Fast wie in New York: Technologie ist diesbezüglich genauso empfindlich, wobei es weniger Biowerte von Relevanz gibt.

Die Nachrichtenstärke nimmt ab. Wesentlich neue Informationen von Firmen erwarte ich in dieser Woche nicht, soweit der Kalender dies anzeigt. In der Jahresschlußnummer der AB skizziere ich die Fehler, die ich im abgelaufenen
Jahr gemacht habe. Ich wäge sie ab gegenüber dem, was richtig war. Nachdem das New York-Loch (Attentat New York) inzwischen wieder geschlossen ist, wird es einige Zeit brauchen, dies ebenfalls zu konsolidieren, Wie eine solche Konsolidierung abläuft, habe ich Ihnen vor 2 Wochen in der AB Nr. 49 gezeigt. Bitte Seite 2 beachten. Natürlich wiederholt sich an den Börsen nichts exakt, aber es gibt typische Verhaltensformen. Mit einiger Sicherheit wird es ähnlich laufen, wie dort skizziert. Seien Sie also konsequent.

Für heute gibt es keinen Handlungsbedarf. Ich sehe keinen Grund, im DAX eine Strategie oder Taktik zu entwickeln, um noch ein Weihnachtsgeschenk zu gewinnen Eine Ankündigung erlaube ich mir gleichwohl:

Wir werden uns im kommenden Jahr mit einer neuen Börsenstrategie beschäftigen müssen, die eine wichtige Lehre der vergangenen 2 Jahre ist. Das ganz Thema ist ebenso einfach, wie nicht ganz leicht zu übersetzen. Um
es in Kurzform zu formulieren:

Ganz lange Trends in einer Branche oder Aktie wird es künftig weit weniger geben als bis 1998/99. Sogenannte Dauerpositionen, die man auch 2 oder 5 Jahre halten möchte, weil die jeweilige es wert ist, werden nur in Ausnahmefällen praktikabel sein oder einen optimalen Gewinn bringen. Das Gegenteil ist der Fall: Man wird in der Regel nach einem begrenzten Kursgewinn Kasse machen müssen. Warum dies so ist, werde ich Schritt für Schritt in den nächsten Briefen ab Januar erläutern.

Ich verbleibe bis Morgen und wünsche Ihnen eine schöne Vorweihnachtswoche.

Herzlichst Ihr..

Hans A. Bernecker
 




--------------------------------------------------

Served by sonne02.bern-stein.de on 17.12.2001 10:56:28 for 194.8.197.205
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
cap blaubär:

....,,,,

 
18.12.01 11:00
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Guter Spielraum, aber kein Riesen-Sprung
Mails/Nachrichten vom 18.12.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die zuversichtliche Grundstimmung bleibt erhalten, aber die konkreten Denkanstöße fehlen. Sie konnten dies gestern morgen in der Charttechnik gut verfolgen. Auf der Daily-Basis ergab sich ein sogenanntes Kaufsignal, welches jedoch auf der Weekly-Basis nach oben begrenzt blieb. Das reicht immerhin bis 5500, nämlich an den oberen Rand der bekannten Problemzone, wie ich es genannt habe. Immerhin sind das knapp 10 %. Ähnlich läuft es im amerikanischen Dow Jones, wo ebenso 10500 machbar sind. Bitte bedienen Sie sich für diese Betrachtungen des Bernstein-Programms. Folge:

Die amerikanischen Konjunkturdaten werden nun fast wöchentlich angepaßt. Bringt das was? Ich habe es mehrfach begründet und wiederhole es: Legen Sie alle diese Daten möglichst schnell weg. Sie enthalten mehr oder weniger die kurzfristigen Folgen des New Yorker Attentats. Vor Februar gibt es keine
wirklich glaubwürdigen Erkenntnisse. Es ist zwar verständlich, wenn sich einzelne Analysten darüber verbreiten, ob 0,1 oder 0,2 die richtige Zahl ist. Das sind volkswirtschaftliche Fingerübungen. Auch die Revision seitens des IWF zeigt das gleiche: Ereignisse wie New York bedeuten eine Datenverzerrung für etwa 4 bis 6 Monate. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen funktionieren anders nicht. Ohnehin habe ich in der AB, die Sie am Freitag in der Hand halten, sowie in der letzten formuliert: Alle Konjunkturprognosen müssen neu geschrieben werden.

Wall Street konkret: Wie oben erwähnt besteht guter Spielraum in den Indizes, aber ein riesiger Sprung ist nicht drin. Ich bleibe auf der ganz konsequenten Linie: Keine neuen Dispositionen in diesem Umfeld.

In Frankfurt verweise ich erneut auf eine Besonderheit, und auch darüber schreibe ich in der nächsten AB: RWE und E.ON praktizieren eine wirklich seriöse Konzernpolitik. Ich hatte darüber kürzlich in der AB ausführlich diskutiert. Der Einstieg des RWE in das tschechische Gassystem ist ein solcher Schritt. Es ist der Zugang für einen Abnehmerkreis von annähernd 8 Mio Menschen. Bei E.ON geht es bekanntlich um die Mehrheit bei Ruhrgas, dem größten Gasversorger in Deutschland. Darin steckt auch eine Art Vorgeschmack für 2002:

Solche Aktien sind sicherlich keine Story-Renner à la Infineon oder SAP, aber solide Basisinvestments. Daran werden Sie sich in den kommenden Monaten noch häufig erinnern. Der Steuervorteil ab 01.2002 ist hierfür die Ausgangsbasis.

Aus der unmittelbaren Marktpraxis heraus neige ich zu keinen Käufen, die auch noch 14 Tage Zeit hätten. Deshalb gebe ich heute keine Kaufempfehlung.

Bemerkenswerte Markttechnik im Euro: Der Rummel um das Startpäckchen für Euro-Münzen ist etwas für "Bild" und die allgemeine Stimmung, so als ob der Nikolaus noch einmal käme. Wenn selbst seriöse Zeitungen daraus allerdings schließen, daß der Euro ein besonderes Erlebnis wird, liegen sie satt
daneben. Die Markttechnik Euro/Dollar zeigt nämlich ein anderes Bild: Zum dritten Mal gelang es dem Euro nicht, die Hürde 0,95 $ zu überschreiten. Die erste Spitze lag im Juni 2000 bei 0,9650 $. Die zweite Anfang Januar dieses Jahres bei 0,9570 $. Die dritte im September bei 0,9230 $. Jedesmal mit einer deutlichen Spitze in der sogenannten Markttechnik. Ich hatte Ihnen schon geschrieben, daß die Entscheidung Ende des Jahres fällt. Oder auch im Januar. Das ist wegen der Umstellung nicht ganz exakt zu sagen. Wirkt diese Markttechnik jedoch ebenso wie in den genannten Vergangenheitsdaten,
zeichnet sich ein neuer Test des Tiefstkurses unter 0,85 $ ab. Ich knüpfe daran noch keine konkrete Prognose, weil das Umstellungsdatum eine historische Besonderheit ist. Auf die weiteren Aspekte komme ich im Januar noch zurück. Sie wissen aber:

Ein weicher Euro wäre die beste Konjunkturhilfe für Europa, die sich denken läßt. Das sagt und schreibt niemand. Aber es ist so und läßt sich für die letzten 30 Jahre leicht nachweisen. In der AB hatte ich das schon begründet. Vielleicht blättern Sie noch einmal nach. Mit anderen Worten: Gibt der Euro unter die genannten Kurse nach, liegt darin eine sichere Beschleunigung für die Euro-Konjunktur, speziell für Deutschland. Nebenbei: Ein Mitarbeiter des Teams der Sachverständigen (5 Weisen) erzählte mir kürzlich, wie strikt das Sprachverbot eingehalten wird, das diesen Sachverhalt betrifft. Denken
Sie selbst mal darüber nach.

Das wär's für heute, bis morgen

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




--------------------------------------------------

Served by sonne02.bern-stein.de on 18.12.2001 10:58:23 for 194.8.197.205
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
cap blaubär:

einfach geschlossen

 
20.12.01 10:27
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Dunkelheit in Tokio
Mails/Nachrichten vom 20.12.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Nikolaus- war die Weihnachtsrally. Es bleibt bei einer Konsolidierung und ich glaube nicht, daß wir in den letzten Tagen dieses Jahres noch Wesentliches beleben werden. Die Bücher sind einfach geschlossen. Ich bin daher heute kurz angebunden, erlaube mir aber einen Blick nach Tokio:

Am anderen Ende der Welt, so kann man sagen, gehen konjunkturpolitisch die Lichter aus. Kein Land dieser Größenordnung hat es bisher geschafft, 3 Jahre hintereinander ein reales Minus zu erreichen, was nicht mehr Rezession, sondern Depression bedeutet. Und dies trotz einer 7-jährigen Politik Defizit-Spending und einer fast negativen oder Null-Inflation. Ich gehe auf dieses Thema in der heutigen AB, die Sie morgen in den Händen halten,
nochmals ein. Warum?

Es ist schwer vorstellbar, daß die zweitgrößte Industrienation der Welt mit 144 Mio Einwohnern eine dauerhaft negative Entwicklung aufweist, wenn die anderen erneut in eine Aufwärtstendenz hineinwachsen. Also gilt umgekehrt: Behindern die Japaner und damit der ganze Südosten Asiens die konjunkturelle Erholung in Europa und USA? Ich halte dies für ein gravierendes Thema des kommenden Jahres. Aber wahrscheinlich werden Sie erleben, wie eine Börse nach nunmehr 12 Jahren Baisse eine mögliche Erholung der japanischen Wirtschaft ab 2003 auszutarieren versucht. Das wird ein spannendes Spiel.

Wall Street konkret: Die Dow Jones-Marke 10000 hat die gleiche Bedeutung wie 5000 für den DAX. Ich halte an der Beschreibung beider Problemzonen fest. Das dürfte bis in den Januar hinein gelten. Möglich ist auch eine weitere Verzögerung. Gestern hatte ich Ihnen im Ticker den Markt schon beschrieben. Daran ändert sich heute nichts.

Frankfurt geht den gleichen Weg. Auch hier sind die Bücher der Fonds geschlossen. Die Volatilität (VDAX) nimmt leicht zu, und ich hoffe sehr, daß der VDAX nicht zu weit über 30 hinausgeht. Bei den empfohlenen Teilgewinnen in den Technikaktien bleibt es. Beispiel: SAP kam nahe an die technisch möglichen Topkurse von 160/170 E. heran. Neue Kaufbasis liegt bei etwa 120 E. oder einen Tick darunter. Sinngemäß gilt dies für die anderen. Nach wie vor unbefriedigend sind die hohen Tagesumsätze bei der Telekom. 15 bis 17 Mio Stück erscheinen mir zu viel. 10 bis 12 Mio wären richtiger. Das kann allerdings mit dem Ultimo zusammenhängen.

Typisch für die Marktlage ist auch: Fraport gestern plus 3,6 % bei 30.000 Stück Umsatz. Dürr plus 5,7 % bei 23.000 Stück, Krones plus 4,8 % mit 12.000 Stück. Das sind keine echten, sondern Zufallskurse.

Das wär's für heute, und ich melde mich morgen letztmals in diesem Jahr mit einen letzten Blick auf die Märkte und nehme dabei auch Abschied von der D-Mark.

Mit freundlichen Gruessen

Hans A. Bernecker
 




--------------------------------------------------

Served by sonne02.bern-stein.de on 20.12.2001 10:24:38 for 194.8.218.132
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
cap blaubär:

(Kreiss??)Sägenreiches Weihnachtsfest

 
21.12.01 10:40
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Ein friedliches und segensreiches Weihnachtsfest!
Mails/Nachrichten vom 21.12.2001, Bernecker & Cie.

--------------------------------------------------
Guten Morgen, meinen Damen und Herren,
dies ist der letzte Ticker der Actien-Börse in diesem Jahr. Gleichzeitig ist heute Verfallstermin für alle Kontrakte, woraus einige Turbulenzen entstehen könnten, jedoch nicht von nachhaltiger Bedeutung. Mehr als Zuschauen ist nicht drin.

Dieser Ticker ist die letzte Ergänzung zur AB 51/52, die Ihnen heute vorliegt. Ich konzentriere mich dabei auf grundsätzliche Überlegungen aus den Erfahrungen des ablaufenden Jahres und setze die ersten Akzente für das kommende. Auf 8 Seiten läßt sich das eigentlich nicht genügend umreißen. Deshalb werde ich in den ersten Briefen des kommenden Jahres die Erweiterungen präzisieren. In der Konsolidierungsphase, die begonnen hat, wird dies ein wichtiger Akzent.

Zum letzten Mal nehme ich an das Wort 'D-Mark' in den Mund oder schreibe es nieder. Dies tue ich mit Wehmut. Die erfolgreichste Währung der letzten 50 Jahre geht. Das hat es in dieser Form in der neueren Geschichte noch nie gegeben. In der älteren übrigens auch nicht. Deshalb ist es eine Verdummung, wenn in einer Ausstellung in Frankfurt dem Besucher vorgemacht wurde, daß es Einheitswährungen schon einmal gegeben habe. Der Historiker kann darüber entweder nur lächeln, oder aber sehr verbittert sein. Der Amerikaner Greenspan hat es schon vor 3 Jahren richtig formuliert:

Noch nie hat ein erfolgreiches Volk nach einem sagenhaften Aufstieg in der Position des zweitgrößten Exporteurs der Welt und des drittgrößten Industriestaates der Welt sich freiwillig dessen entäußert, worauf sein Wohlstand begründet ist. Denn natürlich ist der Euro als politische Währung mit den üblichen Maßstäben nicht zu messen. Deshalb auch nicht mit der gern vorgetragenen These seiner sogenannten fundamentalen Unterbewertung. Diese läßt sich für ein Konglomerat aus 11 Staaten nicht errechnen. Gültig ist allein die Hypothese der sogenannten Markteffizienz. Sie unterstellt, daß der Markt den Preis macht und darüber über sämtliche Aspekte verfügt, die in die Preisbildung eingehen. Wo daraus der Euro-Kurs entstehen oder entwickelt wird, wird das kommende Jahr erstmals zeigen. Auch dazu habe ich in der AB die Eckwerte genannt.

Nachrichtlich: Der erneute Kauf eines Energie-Unternehmens durch RWE (Highland Energie) ist ein weiterer Baustein in der strategischen Einschätzung von RWE. Ich habe dazu gestern schon einiges gesagt. Der Einstieg von Schering bei Morphosys ist ein interessanter Aspekt. Nach Altana bei GPC-Biotech ist Schering der zweite Große, der sich mit einer Minderheit an einem solchen Unternehmen beteiligt. Probleme habe ich dennoch mit der sehr hohen Börsenkapitalisierung beider Firmen, die längerfristig wahrscheinlich vertretbar sein wird, kürzerfristig aber nicht durchzuhalten ist. Aus New York meldet Palm ein besser als erwartetes Resultat von 290 Mio $ Umsatz, womit diese Aktie auf meiner spekulativen Kaufliste bleibt. AT&T verkauft das Breitband-Geschäft an Comcast für 72 Mrd $ in Aktien und Geld. Damit rückt AT&T nach einer längeren Wartezeit wieder in eine interessante Konstellation, die sich gestern mit dem Kurssprung von rd. 10 % schon andeutete. Bitte verfolgen Sie nun AT&T neben Sprint und Worldcom. Das sind die 3 wichtigsten Titel dieses Segmentes, worauf ich im Januar zurückkommen werden.

Die Yen-Schwäche geht weiter. Sie erinnern sich, daß ich Yen-Verkäufe plus Verkauf von Yen-Staatsanleihen per Termin als die interessanteste Weitsicht-Spekulation beschrieben hatte. Sie ist noch nicht zu Ende. Achten Sie auf den Doppeleffekt: Die Reduzierung der Bonität der Japaner führt letztlich zum Rückzug der Großanleger aus Yen-Anleihen. Gleichzeitig kommt Japan nicht um eine weitere Yen-Abwertung herum. Das wichtigste technische Signal gegen Dollar lag bei 126 Yen per Dollar und zeigt einen Anstieg des Dollar-Kurses in Yen auf 140 Yen und höher. Das bedeutet eine Abwertung um weitere 10 % und mehr. Yen-Kredite sind also auch jetzt noch ein Thema und der berühmte ''Null-Tarif'. Wer also Bedarf hat, fährt auf dieser Schiene weiter.

Ich bedanke mich bei allen Damen und Herren meiner Leserschaft für Ihre Treue und Loyalität im abgelaufenen Jahr, für die Kritik und für die Anregungen auf dem Board und wünsche Ihnen ein friedliches und segensreiches Weihnachtsfest und eine glückliche Hand in allen Ihren Dingen im Neuen Jahr, denn wofür Sie das Sprichwort kennen: Wird's besser, wird's schlimmer, so fragen wir immer; seien wir ehrlich, das Leben ist nun mal lebensgefährlich. Ich glaube, daß dies von Erich Kästner stammt.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker

PS.: Wie schon angemerkt, schreibe ich keinen Ticker zwischen den Festtagen. Den nächsten gibt es am 3. Januar nach dem ersten Börsentag am 2. Januar. Die Actien-Börse erscheint als Nr. 01/02 erst am 12. Januar, wofür ich höflichst um Verständnis bitte, weil es mich persönlich betrifft.
 




--------------------------------------------------

Served by sonne02.bern-stein.de on 21.12.2001 10:36:16 for 194.8.197.205
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.

Seite: Übersicht 1 2 ZurückZurück

Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--