Bernecker Textarchiv
Hans Bernecker: Der Sprinter paussiert
Mails/Nachrichten vom 29.11.2001, Bernecker & Cie.
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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
ein Sprinter ist kein Marathonläufer, er schafft auch keine 10.000 Meter. Wer rund 40 % innerhalb kurzer Zeit gewinnt, muß etwas abgeben oder eine Pause einlegen. Für den Dow erwies sich die Hürde 10.000 wohl auch als psychologische Hürde. Der DAX pendelt in der von mir beschriebenen Problemzone. Ob die Konsolidierung jetzt einsetzt oder doch noch einen kleinen Schub erhält, ist offen. Würde man Fibonacci anwenden, müßte eine weitere kleinere Rally bis 10.200/10.300 im Dow möglich sein, und das wiederum würde den DAX beflügeln. Ein größeres Handicap stellt der Nasdaq
dar, dessen 'Kondition' etwas mehr nachgelassen hat. Gravierend ist dies gleichwohl ebenfalls nicht. Nun die schwierige Frage: Wie weit reicht das Rückschlagrisiko? Dafür gilt: Je schärfer, um so kürzer, und dann kann es schon nach wenigen Tagen die nächsten Kaufkurse geben. Ich werde versuchen, dies im Ticker täglich nachzuvollziehen. In der AB wird es schwieriger, weil sie wöchentlich erscheint. Dennoch: Alle meine Abstauber-Limits für die deutsche Börse waren gültig per Ultimo November gesetzt.
Wall Street im einzelnen: Der gestrige Tag war geprägt von zwei weiteren Konjunkturprognosen, vor allem beige-book und dem OECD-Bericht über USA. Die einen schreiben die Gegenwart fest, die anderen schauen in die Zukunft. Was die Pariser OECD-Experten dabei herausfanden, klingt erstaunlich positiv. Mich überrascht das deshalb, weil die Qualität dieser Analysen in der Vergangenheit nur mit Vorbehalt zur Kenntnis genommen werden konnte. Auf den Punkt gebracht:
Ich warte jetzt auf etwas niedrigere Kurse und dazu nehmen Sie die letzten drei bis fünf AB's in die Hand und schauen sich sämtliche Charts an, woraus ersichtlich wird: Fast alle zeigen eine langfristige Trendumkehr. Vor allem die Technologietitel. Aber dazu gehört die mehrfach beschriebene hohe Volatilität. Das konnten Sie gestern an den Internet-Spezis besonders gut verfolgen. Broadvision war bis auf 4,30 $ angezogen, also muß sie auch 1 $ nachgeben oder gar 1,50 $, und dann liegt der neue Kauf klar unter 3 $. Aber schauen Sie sich dazu den gesamten Chart für Broadvision nebst Gründe in der AB an. Gleiches gilt für Yahoo, siehe letzte AB. Ergo: Heute verschränken
Sie die Arme, schauen zu, und morgen diskutieren wir weiter.
Nachrichtlich: Die Quasi-Pleite von Enron berührt mich zwar nicht, aber andere. 1.527 institutionelle Anleger halten 64 % und das bedeutet: Vom Börsenwert von ursprünglich 80 Mrd $ bleiben 0 $ übrig. Der größte amerikanische Energiehändler ist damit weg vom Fenster. Enron setzte
immerhin 145 Mrd $ um.
In Frankfurt haben die Analysten eine aktuelle Spielwiese. Die Telekom-Zahlen sind wie ein Seminar für Bilanzanalyse bzw. Ertragseinschätzung. Alle 'Schulen' der Betriebswirtschaft können dies als Musterbeispiel für die Schüler verwenden. Daran beteilige ich mich nicht mehr. In Kurzform: Zwischen 18 und 19 E. bleibt es bei meiner Kaufempfehlung, im schlechtesten Fall werden auch 17 E. möglich, was für ein paar Stunden oder einen Tag gilt. Die Technikaktien zeigten Ihnen gestern zum zweiten Mal in 14 Tagen, was es heißt, technische Korrekturen abzuwarten und keinen Marktstimmungen nachzulaufen. Hier bin ich nicht ganz sicher, ob meine Abstauberlimits noch ziehen werden, aber ganz chancenlos bin ich darin nicht.
Die Umstellung der MSCI-Indizes bewirkt die ein oder andere Abstufung, was Sie am besten im Falle Allianz nachvollziehen können. Kursrückgang bis 252 E. führt ganz hart an meinen Abstauberkurs von 240/250 E. heran. Gestern im Tief 250,10 E., vergleichen Sie auch AB Nr. 40.
Im MDAX ist jetzt typisch: Miniumsätze bei Abschlägen bis 3 %. 4.000 Stück brachten bei Kolbenschmidt ein Minus von fast 3 %. 7.000 Stück liefen bei Fielmann um und bewirkten + 1,1 %. Lächerliche 5.000 Stück drückten den Dürr-Kurs um 1,5 %. So zufällig entstehen Börsenkurse! Das ist im Moment
nicht negativ, weil es zeigt, daß der Abgabedruck minimal ist. Dies wiederum ist ein Indiz für technische Korrekturen.
Auf der internationalen Ebene gibt es drei Aktien, die zu beachten sind: Alcatel verlor gestern 7,3 % auf 19,60 E. Bei 17/19 E. liegt der alte Kauf. Tief war 11,50 E., jüngstes Hoch 23,50 E. Nokia hatte bei 27/28 E. die
angenommene Grenze erreicht, als ich Ihnen diesen Titel erstmals bei 27 E. empfohlen hatte. Risiko läuft bis 22 oder gar 20,50 E., dann ist die Aktie ein neuer Kauf. Philips hat 100 % zugelegt und muß sicher 5 - 7 E. nachgeben. Probieren Sie es mit dem Limit 26 E. Sie wissen: Diese drei Titel im Euro-Stoxx sind eine europäische Trendindikation für Technologie.
Morgen sehen wir weiter. Bis dahin verbleibe ich
herzlichst Ihr
Hans A. Bernecker
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Hans Bernecker: Der Sprinter paussiert
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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
ein Sprinter ist kein Marathonläufer, er schafft auch keine 10.000 Meter. Wer rund 40 % innerhalb kurzer Zeit gewinnt, muß etwas abgeben oder eine Pause einlegen. Für den Dow erwies sich die Hürde 10.000 wohl auch als psychologische Hürde. Der DAX pendelt in der von mir beschriebenen Problemzone. Ob die Konsolidierung jetzt einsetzt oder doch noch einen kleinen Schub erhält, ist offen. Würde man Fibonacci anwenden, müßte eine weitere kleinere Rally bis 10.200/10.300 im Dow möglich sein, und das wiederum würde den DAX beflügeln. Ein größeres Handicap stellt der Nasdaq
dar, dessen 'Kondition' etwas mehr nachgelassen hat. Gravierend ist dies gleichwohl ebenfalls nicht. Nun die schwierige Frage: Wie weit reicht das Rückschlagrisiko? Dafür gilt: Je schärfer, um so kürzer, und dann kann es schon nach wenigen Tagen die nächsten Kaufkurse geben. Ich werde versuchen, dies im Ticker täglich nachzuvollziehen. In der AB wird es schwieriger, weil sie wöchentlich erscheint. Dennoch: Alle meine Abstauber-Limits für die deutsche Börse waren gültig per Ultimo November gesetzt.
Wall Street im einzelnen: Der gestrige Tag war geprägt von zwei weiteren Konjunkturprognosen, vor allem beige-book und dem OECD-Bericht über USA. Die einen schreiben die Gegenwart fest, die anderen schauen in die Zukunft. Was die Pariser OECD-Experten dabei herausfanden, klingt erstaunlich positiv. Mich überrascht das deshalb, weil die Qualität dieser Analysen in der Vergangenheit nur mit Vorbehalt zur Kenntnis genommen werden konnte. Auf den Punkt gebracht:
Ich warte jetzt auf etwas niedrigere Kurse und dazu nehmen Sie die letzten drei bis fünf AB's in die Hand und schauen sich sämtliche Charts an, woraus ersichtlich wird: Fast alle zeigen eine langfristige Trendumkehr. Vor allem die Technologietitel. Aber dazu gehört die mehrfach beschriebene hohe Volatilität. Das konnten Sie gestern an den Internet-Spezis besonders gut verfolgen. Broadvision war bis auf 4,30 $ angezogen, also muß sie auch 1 $ nachgeben oder gar 1,50 $, und dann liegt der neue Kauf klar unter 3 $. Aber schauen Sie sich dazu den gesamten Chart für Broadvision nebst Gründe in der AB an. Gleiches gilt für Yahoo, siehe letzte AB. Ergo: Heute verschränken
Sie die Arme, schauen zu, und morgen diskutieren wir weiter.
Nachrichtlich: Die Quasi-Pleite von Enron berührt mich zwar nicht, aber andere. 1.527 institutionelle Anleger halten 64 % und das bedeutet: Vom Börsenwert von ursprünglich 80 Mrd $ bleiben 0 $ übrig. Der größte amerikanische Energiehändler ist damit weg vom Fenster. Enron setzte
immerhin 145 Mrd $ um.
In Frankfurt haben die Analysten eine aktuelle Spielwiese. Die Telekom-Zahlen sind wie ein Seminar für Bilanzanalyse bzw. Ertragseinschätzung. Alle 'Schulen' der Betriebswirtschaft können dies als Musterbeispiel für die Schüler verwenden. Daran beteilige ich mich nicht mehr. In Kurzform: Zwischen 18 und 19 E. bleibt es bei meiner Kaufempfehlung, im schlechtesten Fall werden auch 17 E. möglich, was für ein paar Stunden oder einen Tag gilt. Die Technikaktien zeigten Ihnen gestern zum zweiten Mal in 14 Tagen, was es heißt, technische Korrekturen abzuwarten und keinen Marktstimmungen nachzulaufen. Hier bin ich nicht ganz sicher, ob meine Abstauberlimits noch ziehen werden, aber ganz chancenlos bin ich darin nicht.
Die Umstellung der MSCI-Indizes bewirkt die ein oder andere Abstufung, was Sie am besten im Falle Allianz nachvollziehen können. Kursrückgang bis 252 E. führt ganz hart an meinen Abstauberkurs von 240/250 E. heran. Gestern im Tief 250,10 E., vergleichen Sie auch AB Nr. 40.
Im MDAX ist jetzt typisch: Miniumsätze bei Abschlägen bis 3 %. 4.000 Stück brachten bei Kolbenschmidt ein Minus von fast 3 %. 7.000 Stück liefen bei Fielmann um und bewirkten + 1,1 %. Lächerliche 5.000 Stück drückten den Dürr-Kurs um 1,5 %. So zufällig entstehen Börsenkurse! Das ist im Moment
nicht negativ, weil es zeigt, daß der Abgabedruck minimal ist. Dies wiederum ist ein Indiz für technische Korrekturen.
Auf der internationalen Ebene gibt es drei Aktien, die zu beachten sind: Alcatel verlor gestern 7,3 % auf 19,60 E. Bei 17/19 E. liegt der alte Kauf. Tief war 11,50 E., jüngstes Hoch 23,50 E. Nokia hatte bei 27/28 E. die
angenommene Grenze erreicht, als ich Ihnen diesen Titel erstmals bei 27 E. empfohlen hatte. Risiko läuft bis 22 oder gar 20,50 E., dann ist die Aktie ein neuer Kauf. Philips hat 100 % zugelegt und muß sicher 5 - 7 E. nachgeben. Probieren Sie es mit dem Limit 26 E. Sie wissen: Diese drei Titel im Euro-Stoxx sind eine europäische Trendindikation für Technologie.
Morgen sehen wir weiter. Bis dahin verbleibe ich
herzlichst Ihr
Hans A. Bernecker
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