Konjunktur: Die Fehler der Auguren


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Zick-Zock:

Konjunktur: Die Fehler der Auguren

 
23.12.01 21:32
Wer der Ansicht ist, Konjunkturprognosen seien Kaffeesatzleserei und träfen ohnehin nie zu, wird sich mit Blick auf das Jahr 2001 bestätigt fühlen. Denn selten zuvor haben die professionellen Auguren mit ihren Vorhersagen so gründlich daneben gelegen wie im abgelaufenen Jahr.

Gerade mal zwölf Monate ist es her, dass die führenden Banken und Forschungsinstitute für das Jahr 2001 ein Wirtschaftswachstum zwischen 2,5 und 3,0 Prozent erwarteten. Nahezu unisono gingen sie davon aus, dass die USA nach dem Boom zu einer weichen Landung ansetzen würden. Euroland, so prognostizierten einige Experten kühn, werde nun von den Vereinigten Staaten die Rolle der Lokomotive für die Weltwirtschaft übernehmen.

Doch es kam anders. Die USA rutschten in die Rezession und rissen Euroland mit in die Tiefe. Die Auguren mussten ihre Prognosen von Monat zu Monat nach unten revidieren. Statt mit einer Rate von drei Prozent wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um weniger als ein Prozent wachsen.

Nun wäre es unangemessen, von Analysten und Forschern eine punktgenaue Prognose auf Sicht von zwölf Monaten zu verlangen. Einige von ihnen wie etwa der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung oder die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute mit ihren Frühjahrs- und Herbstgutachten haben es besonders schwer, da sie nur einmal beziehungsweise zweimal im Jahr ihre Prognose erstellen. Eine Anpassung an neue Daten, die in der Zwischenzeit veröffentlicht werden, ist daher nicht möglich.

Aber auch die Volkswirte in den großen Banken und Investmenthäusern, die in engem Kontakt zu den Finanzmärkten stehen und ihre Prognosen nach Bedarf schnell anpassen, haben sich dramatisch geirrt.

Zwar sollte man daraus nicht gleich schließen, die Vorhersagen seien das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Denn kein noch so kluger Analyst kann exogene Schocks wie etwa die Terroranschläge vom 11. Septemberoder plötzliche Ölpreisänderungen vorhersehen, die den Verlauf der Konjunktur spürbar beeinflussen. Doch haben die Auguren auch Fehler gemacht, die sie durchaus hätten vermeiden können.

So haben viele Experten zu lange an ihrem alten Prognoseszenario festgehalten. Die Verliebtheit in das eigene Zahlenwerk ist verständlich, haben die Volkswirte doch viele Stunden, gar Tage, damit verbracht, ihre Wachstumsziffern bis hinters Komma auszutarieren. Davon trennen sie sich nur ungern. Besonders dann nicht, wenn ihnen die Konjunkturprognose als Druckmittel dient, um eigene wirtschaftspolitische Forderungen etwa nach Zins- oder Steuersenkungen zu begründen.

Zudem haben manche Volkswirte die Signale, die von wichtigen konjunkturellen Frühindikatoren ausgehen, missachtet. So war der Ifo-Geschäftsklimaindex bereits zur Jahresmitte 2000 auf Talfahrt gegangen. Doch nur wenige Volkswirte haben darin Risiken für ihre Prognose gesehen und diese nach unten revidiert. Die meisten schrieben gegen den Ifo-Index an: Die Stimmung sei schlechter als die Lage, hieß es damals in den Analyseabteilungen. Dass der Ifo-Stimmungsindex der Lage um einige Monate vorauseilt, haben die Experten jedoch nicht berücksichtigt.

Schließlich machen Prognostiker häufig einen Fehler, dem auch Anleger unterliegen: Sie folgen dem Herdentrieb. Viele Auguren schauen erst auf die Prognosen ihrer Kollegen in den anderen Banken und Instituten, bevor sie ihre eigene Prognose abgeben. So bildet sich rasch ein – häufig falscher – Prognosekonsens. Volkswirte, die sich davon deutlich absetzen, riskieren viel. Schon der britische Ökonom John Maynard Keynes wusste, dass es „besser für die Reputation ist, mit der Mehrheitsmeinung falsch zu liegen, als mit einer unkonventionellen Ansicht Recht zu behalten“.

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Zick-Zock:

up o.T.

 
02.01.02 10:07
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cap blaubär:

iss mir auch spontan bei der Euramstabelle

 
02.01.02 10:16
eingefallen mit der Vorhersage von Lottozahlen siehts ähnlich zuverlässig aus
blaubärgrüsse
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Brummer:

Stimme ich voll zu, das wird sich auch in 2002

 
02.01.02 10:20
nicht ändern.

Gruß Brummer
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cap blaubär:

wobei manche Vorhersagen nicht uns zum Adressaten

 
02.01.02 10:33
haben etwa was Walter erzählte ziehlt wohl mehr auf die Politik(Arsch hoch!!)als auf uns Hobbyzocker
blaubärgrüsse
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