Gaps und Trends
-Teil II: Eine statistische Untersuchung zum Nasdaq 100 Index-
Gaps werden sehr oft im Zusammenhang mit Trends und vor allem mit Trendumkehr genannt, so dass der Eindruck entsteht, sie seien verlässliche Indikatoren dafür. Trivial wäre diese Erkenntnis, wenn man die ihnen direkt folgende Kursbewegung als Trend interpretierte.
Um dies thematisch wie begrifflich unterscheiden zu können, bezeichne ich die Phase zwischen Gap-Eröffnung und Gap-Schluss als „internen“ Trend (also der Trend während der Gap-Dauer), diejenige nach Gap-Schluss als „externen“ Trend. Somit lässt sich die Thematik wie folgt formulieren: gibt es einen Zusammenhang zwischen Gap-Richtung und externem Trend?
Diese Fragestellung abstrahiert von allen anderen „Informationen“ zum Zeitpunkt des Gap-Auftretens, wie etwa der Gap-Größe, der Tagesspanne, der Candle-Formation usw. Diese sind für den externen Trend ohne Belang.
Der Zusammenhang zwischen „internen“ Trends und Gaps ist ja per Definition gegeben und braucht deswegen nicht statistisch bestimmt zu werden. Weitere Fragen stellen sich hier allenfalls hinsichtlich der Eigenschaften der „internen“ Trends, wie maximales Hoch bzw. Tief etc. und ob dies handelsstrategisch verwertbar wäre.
Differenzierungen
Hinsichtlich ihrer Dauer unterscheiden sich Gaps wie gezeigt (siehe ersten Beitrag) ganz entschieden, und diesem Unterschied muss auch bei der Beantwortung dieser Fragestellung Rechnung getragen werden.
Für die Untersuchung machen streng genommen nur geschlossene Gaps Sinn, die des Weiteren keinen deutlich erkennbaren internen Trend haben. Warum? Alle Gaps, deren „interner Trend“ einen deutlich erkenn- und messbaren „Trend“ darstellt, haben auch eine längere Gap-Dauer und besitzen quasi per Definition einen Trend. Hier die Frage noch nach dem externen Trend zu stellen, ist zwar statthaft, aber sinnvoll? Bspw. ein Aufwärts-Gap mit 50 Tagen Dauer – hier nach Gap-Schluss noch nach einem Trend zu fragen, der auf das Gap bezogen werden kann, ist interpretatorisch sehr fragwürdig. In besonderem Maße gilt dies für die „offenen“ Gaps, die in dieser Untersuchung alle seit längerer Zeit offen sind.
Um die Untersuchung nicht unnötig zu komplizieren, habe ich Festsetzungen getroffen, die sich aus den Daten des ersten Beitrags ableiten. Für die Aufwärts-Gaps setze ich die Grenze bei 15 Tagen Dauer fest, da nachfolgende Gaps zeitlich gesehen deutlich weiter streuen und bis dahin 78% der Gaps geschlossen worden sind. Auch ist der Zeitraum von 15 Tagen (interner Trend) noch nicht zu lang. Analoges gilt für die Abwärts-Gaps, deren Grenze ich bei 10 Tagen ansetze (83% der Abwärts-Gaps).
Das Prüfverfahren
Um die Thematik von Trendbestimmung und –messung abzukürzen, wurde folgendes Verfahren gewählt. Die Gap-Dauer in Tagen bis zum Schluss des Gaps definiert das Zeitintervall, nach dem nach Gap-Schluss die Trendrelevanz des jeweiligen Gaps bestimmt wurde. Und dies jeweils an 3 Zeitpunkten als Vielfachen des Intervalls.
Ein Beispiel - ein Aufwärts-Gap mit 8 Tagen Dauer:
Sofern an diesen Zeitpunkten der Schlusskurs des jeweiligen Tages über dem Hochkurs des Vortages des Gaps lag, war das Gap trendrelevant, ansonsten nicht. Umgekehrt gilt dies für Abwärts-Gaps.
Für die Gaps mit bis zu 3 Tagen Dauer wurden die Zeitpunkte auf einheitlich 3, 6 und 9 Tage gelegt.
Die Zahlen
Im ersten Beitrag hat sich die Trennung nach Aufwärts- und Abwärts-Gaps als sinnvoll erwiesen, so dass dies hier übernommen wurde.
Die Spalte „Trend o.k.“ zeigt den prozentualen Trendwert aller Gaps der jeweiligen Gap-Dauer (Zeile) über alle Messpunkte an. Um einen Gesamtwert für die Aufwärts-Gaps errechnen zu können, wurde ihr „Trend o.k.“-Wert mit ihrer Häufigkeit verrechnet. Dieser Gesamtwert ist farblich hervorgehoben.
Der zweite, untere Tabellenteil (nach dem Farbbalken) beinhaltet dann alle Aufwärts-Gaps (bzw. Abwärts-Gaps), so dass der vorherige Gesamtwert neu berechnet wurde. Die relativen Häufigkeiten und Mittelwerte ändern sich zwar dann im oberen Tabellenteil, ich habe aber auf ihre Darstellung aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet.
www.technical-investor.de/...sp&WAID=1881&wid=1817&selfid=2327
-Teil II: Eine statistische Untersuchung zum Nasdaq 100 Index-
Gaps werden sehr oft im Zusammenhang mit Trends und vor allem mit Trendumkehr genannt, so dass der Eindruck entsteht, sie seien verlässliche Indikatoren dafür. Trivial wäre diese Erkenntnis, wenn man die ihnen direkt folgende Kursbewegung als Trend interpretierte.
Um dies thematisch wie begrifflich unterscheiden zu können, bezeichne ich die Phase zwischen Gap-Eröffnung und Gap-Schluss als „internen“ Trend (also der Trend während der Gap-Dauer), diejenige nach Gap-Schluss als „externen“ Trend. Somit lässt sich die Thematik wie folgt formulieren: gibt es einen Zusammenhang zwischen Gap-Richtung und externem Trend?
Diese Fragestellung abstrahiert von allen anderen „Informationen“ zum Zeitpunkt des Gap-Auftretens, wie etwa der Gap-Größe, der Tagesspanne, der Candle-Formation usw. Diese sind für den externen Trend ohne Belang.
Der Zusammenhang zwischen „internen“ Trends und Gaps ist ja per Definition gegeben und braucht deswegen nicht statistisch bestimmt zu werden. Weitere Fragen stellen sich hier allenfalls hinsichtlich der Eigenschaften der „internen“ Trends, wie maximales Hoch bzw. Tief etc. und ob dies handelsstrategisch verwertbar wäre.
Differenzierungen
Hinsichtlich ihrer Dauer unterscheiden sich Gaps wie gezeigt (siehe ersten Beitrag) ganz entschieden, und diesem Unterschied muss auch bei der Beantwortung dieser Fragestellung Rechnung getragen werden.
Für die Untersuchung machen streng genommen nur geschlossene Gaps Sinn, die des Weiteren keinen deutlich erkennbaren internen Trend haben. Warum? Alle Gaps, deren „interner Trend“ einen deutlich erkenn- und messbaren „Trend“ darstellt, haben auch eine längere Gap-Dauer und besitzen quasi per Definition einen Trend. Hier die Frage noch nach dem externen Trend zu stellen, ist zwar statthaft, aber sinnvoll? Bspw. ein Aufwärts-Gap mit 50 Tagen Dauer – hier nach Gap-Schluss noch nach einem Trend zu fragen, der auf das Gap bezogen werden kann, ist interpretatorisch sehr fragwürdig. In besonderem Maße gilt dies für die „offenen“ Gaps, die in dieser Untersuchung alle seit längerer Zeit offen sind.
Um die Untersuchung nicht unnötig zu komplizieren, habe ich Festsetzungen getroffen, die sich aus den Daten des ersten Beitrags ableiten. Für die Aufwärts-Gaps setze ich die Grenze bei 15 Tagen Dauer fest, da nachfolgende Gaps zeitlich gesehen deutlich weiter streuen und bis dahin 78% der Gaps geschlossen worden sind. Auch ist der Zeitraum von 15 Tagen (interner Trend) noch nicht zu lang. Analoges gilt für die Abwärts-Gaps, deren Grenze ich bei 10 Tagen ansetze (83% der Abwärts-Gaps).
Das Prüfverfahren
Um die Thematik von Trendbestimmung und –messung abzukürzen, wurde folgendes Verfahren gewählt. Die Gap-Dauer in Tagen bis zum Schluss des Gaps definiert das Zeitintervall, nach dem nach Gap-Schluss die Trendrelevanz des jeweiligen Gaps bestimmt wurde. Und dies jeweils an 3 Zeitpunkten als Vielfachen des Intervalls.
Ein Beispiel - ein Aufwärts-Gap mit 8 Tagen Dauer:
Sofern an diesen Zeitpunkten der Schlusskurs des jeweiligen Tages über dem Hochkurs des Vortages des Gaps lag, war das Gap trendrelevant, ansonsten nicht. Umgekehrt gilt dies für Abwärts-Gaps.
Für die Gaps mit bis zu 3 Tagen Dauer wurden die Zeitpunkte auf einheitlich 3, 6 und 9 Tage gelegt.
Die Zahlen
Im ersten Beitrag hat sich die Trennung nach Aufwärts- und Abwärts-Gaps als sinnvoll erwiesen, so dass dies hier übernommen wurde.
Die Spalte „Trend o.k.“ zeigt den prozentualen Trendwert aller Gaps der jeweiligen Gap-Dauer (Zeile) über alle Messpunkte an. Um einen Gesamtwert für die Aufwärts-Gaps errechnen zu können, wurde ihr „Trend o.k.“-Wert mit ihrer Häufigkeit verrechnet. Dieser Gesamtwert ist farblich hervorgehoben.
Der zweite, untere Tabellenteil (nach dem Farbbalken) beinhaltet dann alle Aufwärts-Gaps (bzw. Abwärts-Gaps), so dass der vorherige Gesamtwert neu berechnet wurde. Die relativen Häufigkeiten und Mittelwerte ändern sich zwar dann im oberen Tabellenteil, ich habe aber auf ihre Darstellung aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet.
www.technical-investor.de/...sp&WAID=1881&wid=1817&selfid=2327
Werbung