Die Produktions- und Rechtegesellschaft KirchMedia und ihre Tochter ProSiebenSat.1 Media haben ihre geplante Fusion endgültig abgesagt. Auch der Börsengang von KirchMedia ist damit Makulatur.
München - Die Unternehmen seien gemeinsam zu der Auffassung gekommen, dass eine Fusion im derzeitigen Marktumfeld und wegen der Situation der Kirch-Gruppe auf absehbare Zeit nicht zu machen sei, erklärten die Senderfamilie ProSiebenSat.1 und KirchMedia am Mittwoch. Es werde geprüft, inwieweit sich die geplanten Einsparpotenziale trotz der Absage der Fusion durch eine engere Kooperation realisieren ließen.
Die ProSieben-Aktien reagierten mit einem Kurssprung von rund 20 Prozent auf 11,35 Euro auf die Nachricht. KirchMedia, in der die Filmproduktion und der Rechtehandel der Kirch-Gruppe gebündelt sind, und ProSiebenSat.1 hatten ihre Fusion im September 2001 angekündigt.
Vor wenigen Wochen wurde sie aber wegen der finanziell unsicheren Lage der Kirch-Gruppe auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Münchener Medienkonzern kämpft mit einem Schuldenberg von mindestens 6,5 Milliarden Euro und verhandelt derzeit mit Gläubigerbanken über eine Sanierung und die Rettung des Kerngeschäfts. KirchMedia hält an ProSiebenSat.1 52 Prozent.
Börsengang von KirchMedia ebenfalls hinfällig
Durch die Verschmelzung der KirchMedia und ihrer börsennotierten Tochter wollte die KirchGruppe eigentlich den Börsengang für ihr profitables Kerngeschäft realisieren, den der Münchener Medienkonzern den KirchMedia-Gesellschaftern zum Teil vertraglich zugesichert hat. Die Investoren seien von der Entscheidung informiert worden, sagte der Kirch-Sprecher. Zu Einzelheiten der Verträge mit den Gesellschaftern wollte er sich nicht äußern.
Unklar bleibt somit, welche Optionen die Anteilseigner haben, wenn der Börsengang nicht stattfindet. An der KirchMedia halten unter anderem der italienische Medienkonzern Mediaset, die News Corp des Unternehmers Rupert Murdoch sowie die Finanzinvestoren Lehman Brothers und Capital Research Anteile zwischen zwei und drei Prozent.
Analysten von Entscheidung überrascht
"Der Markt wertet die Absage als sehr positiv, weil die Fusion die Ertragskraft der Pro-Sieben-Gruppe noch weiter geschwächt hätte", sagte Klaus Kränzle, Analyst bei der Bremer Sparkasse. "Der Pro-Sieben-Kernsender ist ja an sich sehr gesund", fügte er hinzu. "Aus strategischer Sicht wird sich nicht viel ändern, Kirch und ProSieben haben vorher zusammengearbeitet und werden das auch in Zukunft tun", sagte ein Münchener Analyst.
Von der Fusion hatten sich KirchMedia und ProSieben hohe Synergieeffekte versprochen. Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn hatte im vergangenen Jahr gesagt, das jährliche Einsparungspotenzial liege im dreistelligen Millionen-Mark-Bereich.
spiegel.de
München - Die Unternehmen seien gemeinsam zu der Auffassung gekommen, dass eine Fusion im derzeitigen Marktumfeld und wegen der Situation der Kirch-Gruppe auf absehbare Zeit nicht zu machen sei, erklärten die Senderfamilie ProSiebenSat.1 und KirchMedia am Mittwoch. Es werde geprüft, inwieweit sich die geplanten Einsparpotenziale trotz der Absage der Fusion durch eine engere Kooperation realisieren ließen.
Die ProSieben-Aktien reagierten mit einem Kurssprung von rund 20 Prozent auf 11,35 Euro auf die Nachricht. KirchMedia, in der die Filmproduktion und der Rechtehandel der Kirch-Gruppe gebündelt sind, und ProSiebenSat.1 hatten ihre Fusion im September 2001 angekündigt.
Vor wenigen Wochen wurde sie aber wegen der finanziell unsicheren Lage der Kirch-Gruppe auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Münchener Medienkonzern kämpft mit einem Schuldenberg von mindestens 6,5 Milliarden Euro und verhandelt derzeit mit Gläubigerbanken über eine Sanierung und die Rettung des Kerngeschäfts. KirchMedia hält an ProSiebenSat.1 52 Prozent.
Börsengang von KirchMedia ebenfalls hinfällig
Durch die Verschmelzung der KirchMedia und ihrer börsennotierten Tochter wollte die KirchGruppe eigentlich den Börsengang für ihr profitables Kerngeschäft realisieren, den der Münchener Medienkonzern den KirchMedia-Gesellschaftern zum Teil vertraglich zugesichert hat. Die Investoren seien von der Entscheidung informiert worden, sagte der Kirch-Sprecher. Zu Einzelheiten der Verträge mit den Gesellschaftern wollte er sich nicht äußern.
Unklar bleibt somit, welche Optionen die Anteilseigner haben, wenn der Börsengang nicht stattfindet. An der KirchMedia halten unter anderem der italienische Medienkonzern Mediaset, die News Corp des Unternehmers Rupert Murdoch sowie die Finanzinvestoren Lehman Brothers und Capital Research Anteile zwischen zwei und drei Prozent.
Analysten von Entscheidung überrascht
"Der Markt wertet die Absage als sehr positiv, weil die Fusion die Ertragskraft der Pro-Sieben-Gruppe noch weiter geschwächt hätte", sagte Klaus Kränzle, Analyst bei der Bremer Sparkasse. "Der Pro-Sieben-Kernsender ist ja an sich sehr gesund", fügte er hinzu. "Aus strategischer Sicht wird sich nicht viel ändern, Kirch und ProSieben haben vorher zusammengearbeitet und werden das auch in Zukunft tun", sagte ein Münchener Analyst.
Von der Fusion hatten sich KirchMedia und ProSieben hohe Synergieeffekte versprochen. Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn hatte im vergangenen Jahr gesagt, das jährliche Einsparungspotenzial liege im dreistelligen Millionen-Mark-Bereich.
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