Kirch-Pleite führt Springer an die Börse
Der Poker um die Zukunft von Premiere geht weiter. Der Anteil von Kirch am Springer Verlag soll an die Börse gebracht werden.
HAMBURG (dpa/reuter). Die 40prozentige Kirch-Beteiligung am Axel Springer Verlag soll nach "Spiegel"-Informationen zum größten Teil an die Börse gehen. Lediglich ein Anteil von fünf Prozent, der an die Verlegerwitwe Friede Springer abgetreten werden soll, würde laut Plänen der Gläubigerbanken nicht emittiert werden. Die Hauptaktionärin des Springer Verlages bestätigte dies indirekt: Ihr strategischer Wunschpartner sei der Kapitalmarkt, sagte sie.
In die heiße Phase gehen indes die Verhandlungen über die Zukunft des Bezahlt-TV-Geschäfts Premiere. Laut dpa zeichnet sich eine gemeinsamer Einstieg von Bertelsmann und Rupert Murdoch ab. Ziel des möglichen Engagements der größten deutschen Fernseh- und Verlag-Gruppe sei in erster Linie, den Einfluß des australischen Medienzars Murdoch zu begrenzen.
Weiter zittern muß die deutsche Fußball-Bundesliga: Die nächste Ratenzahlung der insolventen KirchMedia-Gruppe für die Übertragungsrechte ist ungewiß. Der geplante Massekredit der vier Gläubigerbanken über 100 Mill. Euro sei ausschließlich "für das operative Geschäft" vorgesehen, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffe. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte die Fernseh-Übertragungsrechte für die Bundesligaspiele von 2000 bis 2004 für rund 1,53 Mrd. Euro an Kirch verkauft.
Am Wochenende wurde bekannt, daß in Deutschland eine weitere Traditionsfirma in Schwierigkeiten steckt. Die Finanzplanung der drittgrößten Kinokette des Landes, die Ufa-Theater, stehe auf der Kippe, sagte Unternehmenssprecher Uwe Kattwinkel. Die Sanierungsarbeit der vergangenen Jahre zeige aber deutliche Erfolge, fügte er hinzu.
Ufa-Kinos bedroht
Laut "Spiegel" benötigt die Kinokette drei Mill. Euro, die HypoVereinsbank, Hausbank der Kinokette, habe aber keine weiteren Kredite bereit stellen wollen, berichtete das Magazin. Im Gesamtjahr werde das Unternehmen aber mit gut 300.000 Euro Gewinne schreiben. Kattwinkel bestätigte diese Zahlen und wies auf laufende Gespräche mit anderen Banken über die weitere Finanzierung hin.
Unterdessen wurde in Bankenkreisen bestätigt, weder die Münchner HypoVereinsbank noch andere Investoren oder Banken seien bisher bereit, das weitere Geschäft zu finanzieren. Die Kinokette habe kein tragfähiges Sanierungskonzept vorgelegt, das die Rückkehr in die schwarzen Zahlen in absehbarer Zeit realistisch erscheinen lassen würde. Die HypoVereinsbank, der Kreditausfälle wegen der Insolvenzen des Kirch-Kerngeschäfts und des Medienunternehmens Kinowelt drohen, lehnte eine Stellungnahme mit Hinweis auf das Bankgeheimnis ab.
Ufa hat in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben Verluste in Millionenhöhe geschrieben. Die Ufa-Theater-Gruppe betreibt in Deutschland 42 Filmtheater mit 240 Leinwänden.
Der Poker um die Zukunft von Premiere geht weiter. Der Anteil von Kirch am Springer Verlag soll an die Börse gebracht werden.
HAMBURG (dpa/reuter). Die 40prozentige Kirch-Beteiligung am Axel Springer Verlag soll nach "Spiegel"-Informationen zum größten Teil an die Börse gehen. Lediglich ein Anteil von fünf Prozent, der an die Verlegerwitwe Friede Springer abgetreten werden soll, würde laut Plänen der Gläubigerbanken nicht emittiert werden. Die Hauptaktionärin des Springer Verlages bestätigte dies indirekt: Ihr strategischer Wunschpartner sei der Kapitalmarkt, sagte sie.
In die heiße Phase gehen indes die Verhandlungen über die Zukunft des Bezahlt-TV-Geschäfts Premiere. Laut dpa zeichnet sich eine gemeinsamer Einstieg von Bertelsmann und Rupert Murdoch ab. Ziel des möglichen Engagements der größten deutschen Fernseh- und Verlag-Gruppe sei in erster Linie, den Einfluß des australischen Medienzars Murdoch zu begrenzen.
Weiter zittern muß die deutsche Fußball-Bundesliga: Die nächste Ratenzahlung der insolventen KirchMedia-Gruppe für die Übertragungsrechte ist ungewiß. Der geplante Massekredit der vier Gläubigerbanken über 100 Mill. Euro sei ausschließlich "für das operative Geschäft" vorgesehen, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffe. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte die Fernseh-Übertragungsrechte für die Bundesligaspiele von 2000 bis 2004 für rund 1,53 Mrd. Euro an Kirch verkauft.
Am Wochenende wurde bekannt, daß in Deutschland eine weitere Traditionsfirma in Schwierigkeiten steckt. Die Finanzplanung der drittgrößten Kinokette des Landes, die Ufa-Theater, stehe auf der Kippe, sagte Unternehmenssprecher Uwe Kattwinkel. Die Sanierungsarbeit der vergangenen Jahre zeige aber deutliche Erfolge, fügte er hinzu.
Ufa-Kinos bedroht
Laut "Spiegel" benötigt die Kinokette drei Mill. Euro, die HypoVereinsbank, Hausbank der Kinokette, habe aber keine weiteren Kredite bereit stellen wollen, berichtete das Magazin. Im Gesamtjahr werde das Unternehmen aber mit gut 300.000 Euro Gewinne schreiben. Kattwinkel bestätigte diese Zahlen und wies auf laufende Gespräche mit anderen Banken über die weitere Finanzierung hin.
Unterdessen wurde in Bankenkreisen bestätigt, weder die Münchner HypoVereinsbank noch andere Investoren oder Banken seien bisher bereit, das weitere Geschäft zu finanzieren. Die Kinokette habe kein tragfähiges Sanierungskonzept vorgelegt, das die Rückkehr in die schwarzen Zahlen in absehbarer Zeit realistisch erscheinen lassen würde. Die HypoVereinsbank, der Kreditausfälle wegen der Insolvenzen des Kirch-Kerngeschäfts und des Medienunternehmens Kinowelt drohen, lehnte eine Stellungnahme mit Hinweis auf das Bankgeheimnis ab.
Ufa hat in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben Verluste in Millionenhöhe geschrieben. Die Ufa-Theater-Gruppe betreibt in Deutschland 42 Filmtheater mit 240 Leinwänden.