Kinowelt stößt verlustreiche Tochter Brameier ab
Der angeschlagene Medienkonzern Kinowelt gibt seine verlustträchtige Merchandising-Tochter Brameier auf. Mit dem Insolvenzantrag will Kinowelt seinen Konsilidierungskurs einläuten.
Das Unternehmen habe beim zuständigen Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt, teilte die Kinowelt Medien am Dienstag in München mit. Kinowelt hält 65 Prozent an der Brameier Fanworld. Gespräche mit potenziellen Investoren hätten zu keinem Ergebnis geführt. Brameier hatte im vergangenen Jahr einen Verlust vor Steuern und Zinsen in Höhe von knapp 20 Mio. DM eingefahren.
Nach einer drastischen Korrektur der Prognosen und einem Absturz des Aktienkurses ging die Führungsspitze des Medienhauses auf Sparkurs. Der Brameier-Insolvenzantrag sei der erste Schritt dieses angekündigten Konsolidierungskurses, hieß es. Bis Ende Juli wolle der Vorstand ein endgültiges Konzept vorlegen. An der wirtschaftlich rentabel arbeitenden MR Kinowelt, an der der Konzern derzeit 50 Prozent hält, werde man aber festhalten.
Umsatz- und Ergebnisprognose im Juli
Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) der Kinowelt Medien war 2000 bei einem Umsatzplus von gut 58 Prozent auf 605 Mio. DM (rund 310 Mio. Euro) um 15,2 Mio. DM auf 49 Mio. DM gesunken. Eine aktualisierte Umsatz- und Ergebnisprognose für dieses Jahr werde ebenfalls Ende Juli abgegeben, sagte ein Sprecher. Ursprünglich war Kinowelt für 2001 von 700 Mio. DM Umsatz und einem Ebit von 110 Mio. DM ausgegangen.
Die Aktien der Kinowelt Medien haben am Dienstag weiter an Boden verloren. Die Papiere fielen bis zum Mittag um 4,3 Prozent auf 2,45 Euro. Der Handel vom Montag brachte den Anlegern einen Verlust von 4,48 Prozent. Zeitgleich fiel der Nemax 50 am Dienstag um 2,09 Prozent auf 1405,53 Zähler. Im Spätsommer vergangenen Jahres hatte der Kurs bei mehr als 58 Euro gelegen.
"Trotz des Ausstiegs bei der verlustreichen Brameier bleibt die finanzielle Lage sehr angespannt", sagte ein Analyst in Frankfurt. Mitentscheidend für die Zukunft des Unternehmens seien die laufenden Bankverhandlungen. Kinowelt strebe eine neue Finanzierungsstruktur an und wolle die kurzfristigen Verbindlichkeiten in langfristige Kredite umwandeln.