Nachdem Premierminister Tony Blair erklärte, Großbritannien stehe im Krieg mit dem Terrorismus, nehmen das rassistische Briten wörtlich. Sie üben sich in Selbstjustiz und attackieren Muslime und Moscheen.
London - Als Polizisten am Sonntagabend im Londoner Stadtteil Twickenham den Taxi-Fahrer Haniddullah Gharwal, 28, fanden, kamen sie zu spät. Drei Fahrgäste hatten ihn derart brutal zusammengeschlagen und -getreten, dass er vom Hals abwärts gelähmt bleiben wird. Gharwal hatte den Hass und die Gewalt der weißen Männer lediglich dadurch auf sich gezogen, dass er Afghane ist. Vor sieben Jahren war er vor dem endlosen Bürgerkrieg aus seiner Heimat geflüchtet, um schließlich in London zu studieren. "Ich kann gar nicht beschreiben", sagt ein Schwager von Gharwal, "wie sich die Familie fühlt."
In Swindon wurde eine 19 Jahre alte Studentin asiatischer Abstammung auf dem Weg von ihrer Arbeit in einem Supermarkt nach Hause von zwei Männern attackiert. Die Weißen schlugen das Mädchen, das ein Kopftuch trug, mit Baseballschlägern blutig. In Bolton, einem Vorort von Manchester, griffen bisher Unbekannte eine Moschee an. Während sich etwa 20 Gläubige, darunter Kinder im Alter von sechs Jahren, in dem Gotteshaus versammelt hatten, warfen die selbst ernannten Kämpfer gegen die Barbarei mit Steinen und Molotowcocktails auf die Moschee.
Allein in Manchester wurden zumindest zwei weitere Moscheen angegriffen, im nordostenglischen South Shields fand sich unweit von einem Gotteshaus ein großformatiges Graffiti: "Avenge USA - Kill a muslim now!"
"Wilde Strafen"
Nach dieser Welle von Übergriffen treffen sich im ganzen Land Vertreter der Polizei mit Muslimen, um einen effektiven Schutz zu organisieren. Der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone lässt sich vom Chef der Metropolitan Police regelmäßig auf dem Laufenden halten, wie die Muslime in der Hauptstadt geschützt werden können. "Wilde Strafen", so Livingstone, sollten die Rassisten bekommen.
Von den Medien kaum beachtet sind die alltäglichen Beschimpfungen, die Muslime im ganzen Land erdulden müssen. Viele der muslimischen Schulen sind geschlossen, weil die Kinder auf dem Schulweg bedroht wurden. "Eine Menge Frauen aus Nord-London", so Fauzia Ahmad vom Forum gegen Islamophobie und Rassismus, "trauen sich nicht mehr aus dem Haus, weil sie beschimpft werden."
Auch Tony Blair, der seit dem Angriff auf die USA im Stile eines Pfarrers unermüdlich gegen die Barbarei und das Böse predigt, sah sich genötigt, der sich zusammenbrauenden anti-muslimischen Pogromstimmung entgegenzutreten. Bevor der Premier sich zu seinem Berlin-Paris-Washington-Brüssel-Trip aufmachte, ließ er einen Artikel in verschiedenen britisch-asiatischen Zeitungen lancieren. "Die große Mehrheit der anständigen Briten realisieren", meint Blair da, "dass weder Sie noch der Islam in irgendeiner Weise dafür verantwortlich sind, was letzte Woche in den USA geschah."
Gruß
Happy End
London - Als Polizisten am Sonntagabend im Londoner Stadtteil Twickenham den Taxi-Fahrer Haniddullah Gharwal, 28, fanden, kamen sie zu spät. Drei Fahrgäste hatten ihn derart brutal zusammengeschlagen und -getreten, dass er vom Hals abwärts gelähmt bleiben wird. Gharwal hatte den Hass und die Gewalt der weißen Männer lediglich dadurch auf sich gezogen, dass er Afghane ist. Vor sieben Jahren war er vor dem endlosen Bürgerkrieg aus seiner Heimat geflüchtet, um schließlich in London zu studieren. "Ich kann gar nicht beschreiben", sagt ein Schwager von Gharwal, "wie sich die Familie fühlt."
In Swindon wurde eine 19 Jahre alte Studentin asiatischer Abstammung auf dem Weg von ihrer Arbeit in einem Supermarkt nach Hause von zwei Männern attackiert. Die Weißen schlugen das Mädchen, das ein Kopftuch trug, mit Baseballschlägern blutig. In Bolton, einem Vorort von Manchester, griffen bisher Unbekannte eine Moschee an. Während sich etwa 20 Gläubige, darunter Kinder im Alter von sechs Jahren, in dem Gotteshaus versammelt hatten, warfen die selbst ernannten Kämpfer gegen die Barbarei mit Steinen und Molotowcocktails auf die Moschee.
Allein in Manchester wurden zumindest zwei weitere Moscheen angegriffen, im nordostenglischen South Shields fand sich unweit von einem Gotteshaus ein großformatiges Graffiti: "Avenge USA - Kill a muslim now!"
"Wilde Strafen"
Nach dieser Welle von Übergriffen treffen sich im ganzen Land Vertreter der Polizei mit Muslimen, um einen effektiven Schutz zu organisieren. Der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone lässt sich vom Chef der Metropolitan Police regelmäßig auf dem Laufenden halten, wie die Muslime in der Hauptstadt geschützt werden können. "Wilde Strafen", so Livingstone, sollten die Rassisten bekommen.
Von den Medien kaum beachtet sind die alltäglichen Beschimpfungen, die Muslime im ganzen Land erdulden müssen. Viele der muslimischen Schulen sind geschlossen, weil die Kinder auf dem Schulweg bedroht wurden. "Eine Menge Frauen aus Nord-London", so Fauzia Ahmad vom Forum gegen Islamophobie und Rassismus, "trauen sich nicht mehr aus dem Haus, weil sie beschimpft werden."
Auch Tony Blair, der seit dem Angriff auf die USA im Stile eines Pfarrers unermüdlich gegen die Barbarei und das Böse predigt, sah sich genötigt, der sich zusammenbrauenden anti-muslimischen Pogromstimmung entgegenzutreten. Bevor der Premier sich zu seinem Berlin-Paris-Washington-Brüssel-Trip aufmachte, ließ er einen Artikel in verschiedenen britisch-asiatischen Zeitungen lancieren. "Die große Mehrheit der anständigen Briten realisieren", meint Blair da, "dass weder Sie noch der Islam in irgendeiner Weise dafür verantwortlich sind, was letzte Woche in den USA geschah."
Gruß
Happy End