Cannabis gegen Grünen Star, Herpes und Depressionen?
Seit über 6000 Jahren wird Hanf als Heilmittel genutzt. Er stammt ursprünglich aus Zentralasien, von dort hat er sich durch den Menschen weltweit verbreitet. Im Jahre 2800 vor Christus erwähnte bereits der chinesische Kaiser Shen Nung in seiner pharmakologischen Abhandlung Cannabis als Heilmittel für Gicht, Malaria, Rheuma, Verstopfung und viele andere Unpässlichkeiten. Kriegsverletzten wurden die Cannabisblätter direkt auf die Wunden gelegt. Der chinesische Arzt Hua-t'o beschrieb 220 nach Christus die erfolgreiche Anwendung einer Mischung aus Wein und Cannabis-Harz als Anästhetikum bei chirurgischen Eingriffen.
Anfang des 19. Jahrhunderts diente Cannabis dann als Tabakersatz. Das Volk rauchte "Kraut" ( vorwiegend Hanf ) oder "starken Tobak" ( Hanf / Tabakmischung ). Außerdem wurde Cannabis als Hausmittelchen bei Harnleiden, Entzündungen, Augenleiden, Husten und Brandwunden eingesetzt. Schon 1840 veröffentlichte der Arzt Louis Aubert-Roche im Anschluss an seine ausgedehnten Reisen durch Nordafrika ein Buch über die Bedeutung des Haschisch bei der Behandlung von Pest und Typhus. In den USA wurde schließlich 1842 ein besonders konzentrierter Cannabisextrakt entwickelt, das in den nächsten 50 Jahren zum allgemeinmedizinischen Medikament wurde. In europäischen und amerikanischen Apotheken waren Hanfpräparate frei erhältlich. Hundert Jahre später wurde Cannabis dann aus den Pharmakopöen gestrichen und in der westlichen Medizin nicht mehr verwendet.
Erst durch die Hippie-Bewegung in den sechziger Jahren erhielten Haschisch und Marihuana wieder eine größere Popularität und gelangten auch ins öffentliche und medizinische Interesse, und Cannabis wurde genauer untersucht.
Die weiblichen Cannabispflanzen produzieren zum Ende der Reife ein Harz, das besonders an den Blütenständen, aber auch in allen anderen Pflanzenteilen ausgeschieden wird. Nur Samen und Wurzeln sind davon ausgenommen. Das reine Harz enthält als Hauptkomponente das Tetrahydrocannabinol (THC) mit drei Varianten. Sie sind für die psychoaktive, berauschende Wirkung verantwortlich. Außerdem sind bisher noch 60 weitere Cannabinoide mit geringer oder ganz ohne psychoaktive Wirkung entdeckt worden. Der Gehalt an THC ist extrem variabel, er kann bei einigen Pflanzen gegen Null gehen, bei anderen bis zu 25 Prozent.
1971 wurde Cannabis als Medikament bei Alkoholismus, Heroin- und Amphetaminabhängigkeit sowie bei Glaukomen (Grüner Star) getestet. In der Psychotherapie machte man bei der Behandlung von Depressionen und nervösen Spannungszuständen ebenfalls gute Erfahrungen mit Hanf. 1990 wurde die Herpes-abtötende Wirkung des Marihuana wiederentdeckt, die bereits die Römer kannten. Aerosole von THC werden heute auch bei Asthma bronchiale zur Erweiterung der Bronchien eingesetzt.
Darüberhinaus finden in Basel seit 1996/97 im Zentrum für Querschnittsgelämte und Hirnverletzte Tests zur Verwendung von THC gegen Muskelkrämpfe bei Multipler Sklerose oder Rückenmarksschädigungen (Querschnittsgelämte, Tetraplegiker) statt. Inzwischen hat sich die Anwendung von THC beim Grünen Star etabliert. Es konnte bewiesen werden, dass es kein besser verträgliches und wirkungsvolleres Medikament als eben den Hanf gibt. In den USA ist das THC-Medikament Marinol zur Appetitsteigerung bei Aids-Patienten bereits im Handel. Dort durften ddie Ärzten vorübergehend sogar Krebspatienten, die an den Folgen der Chemotherapie (chronische Übelkeit, Erbrechen) litten, Joints auf Krankenschein verschreiben.
In Deutschland ist Cannabis als Medikament genausowenig erlaubt wie als Genussmittel. Aber der (psychotrope und medizinisch wirksame) Hauptwirkstoff von Cannabis, THC (Dronabinol/Marinol), wurde 1998 als Arzneimittel zugelassen und in die Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) aufgenommen. Er kann daher jetzt verschrieben werden. Allerdings braucht der Patient ein Betäubungsmittelrezept vom Arzt und die Apotheke eine spezielle Genehmigung des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte.
Seit über 6000 Jahren wird Hanf als Heilmittel genutzt. Er stammt ursprünglich aus Zentralasien, von dort hat er sich durch den Menschen weltweit verbreitet. Im Jahre 2800 vor Christus erwähnte bereits der chinesische Kaiser Shen Nung in seiner pharmakologischen Abhandlung Cannabis als Heilmittel für Gicht, Malaria, Rheuma, Verstopfung und viele andere Unpässlichkeiten. Kriegsverletzten wurden die Cannabisblätter direkt auf die Wunden gelegt. Der chinesische Arzt Hua-t'o beschrieb 220 nach Christus die erfolgreiche Anwendung einer Mischung aus Wein und Cannabis-Harz als Anästhetikum bei chirurgischen Eingriffen.
Anfang des 19. Jahrhunderts diente Cannabis dann als Tabakersatz. Das Volk rauchte "Kraut" ( vorwiegend Hanf ) oder "starken Tobak" ( Hanf / Tabakmischung ). Außerdem wurde Cannabis als Hausmittelchen bei Harnleiden, Entzündungen, Augenleiden, Husten und Brandwunden eingesetzt. Schon 1840 veröffentlichte der Arzt Louis Aubert-Roche im Anschluss an seine ausgedehnten Reisen durch Nordafrika ein Buch über die Bedeutung des Haschisch bei der Behandlung von Pest und Typhus. In den USA wurde schließlich 1842 ein besonders konzentrierter Cannabisextrakt entwickelt, das in den nächsten 50 Jahren zum allgemeinmedizinischen Medikament wurde. In europäischen und amerikanischen Apotheken waren Hanfpräparate frei erhältlich. Hundert Jahre später wurde Cannabis dann aus den Pharmakopöen gestrichen und in der westlichen Medizin nicht mehr verwendet.
Erst durch die Hippie-Bewegung in den sechziger Jahren erhielten Haschisch und Marihuana wieder eine größere Popularität und gelangten auch ins öffentliche und medizinische Interesse, und Cannabis wurde genauer untersucht.
Die weiblichen Cannabispflanzen produzieren zum Ende der Reife ein Harz, das besonders an den Blütenständen, aber auch in allen anderen Pflanzenteilen ausgeschieden wird. Nur Samen und Wurzeln sind davon ausgenommen. Das reine Harz enthält als Hauptkomponente das Tetrahydrocannabinol (THC) mit drei Varianten. Sie sind für die psychoaktive, berauschende Wirkung verantwortlich. Außerdem sind bisher noch 60 weitere Cannabinoide mit geringer oder ganz ohne psychoaktive Wirkung entdeckt worden. Der Gehalt an THC ist extrem variabel, er kann bei einigen Pflanzen gegen Null gehen, bei anderen bis zu 25 Prozent.
1971 wurde Cannabis als Medikament bei Alkoholismus, Heroin- und Amphetaminabhängigkeit sowie bei Glaukomen (Grüner Star) getestet. In der Psychotherapie machte man bei der Behandlung von Depressionen und nervösen Spannungszuständen ebenfalls gute Erfahrungen mit Hanf. 1990 wurde die Herpes-abtötende Wirkung des Marihuana wiederentdeckt, die bereits die Römer kannten. Aerosole von THC werden heute auch bei Asthma bronchiale zur Erweiterung der Bronchien eingesetzt.
Darüberhinaus finden in Basel seit 1996/97 im Zentrum für Querschnittsgelämte und Hirnverletzte Tests zur Verwendung von THC gegen Muskelkrämpfe bei Multipler Sklerose oder Rückenmarksschädigungen (Querschnittsgelämte, Tetraplegiker) statt. Inzwischen hat sich die Anwendung von THC beim Grünen Star etabliert. Es konnte bewiesen werden, dass es kein besser verträgliches und wirkungsvolleres Medikament als eben den Hanf gibt. In den USA ist das THC-Medikament Marinol zur Appetitsteigerung bei Aids-Patienten bereits im Handel. Dort durften ddie Ärzten vorübergehend sogar Krebspatienten, die an den Folgen der Chemotherapie (chronische Übelkeit, Erbrechen) litten, Joints auf Krankenschein verschreiben.
In Deutschland ist Cannabis als Medikament genausowenig erlaubt wie als Genussmittel. Aber der (psychotrope und medizinisch wirksame) Hauptwirkstoff von Cannabis, THC (Dronabinol/Marinol), wurde 1998 als Arzneimittel zugelassen und in die Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) aufgenommen. Er kann daher jetzt verschrieben werden. Allerdings braucht der Patient ein Betäubungsmittelrezept vom Arzt und die Apotheke eine spezielle Genehmigung des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte.