Im zweiten WM-Spiel der deutschen Nationalelf lief alles nach Plan: Klose traf zum 1:0, Deutschland führte zur Pause, das Achtelfinale war greifbar nah. Doch dann kam die Nachspielzeit und ein gewisser Mister Robbie Keane.
Ibaraki - In buchstäblich letzter Sekunde hat sich die deutsche Nationalmannschaft die vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft entreißen lassen. Vier Tage nach dem 8:0 gegen Saudi-Arabien musste sich das Team von Rudi Völler am Mittwoch in Ibaraki mit einem ernüchternden 1:1 (1:0) gegen Irland zufrieden geben. Vor 42.000 Zuschauern im Kashima Soccer Stadium hatte Miroslav Klose (18.) die DFB-Auswahl mit seinem vierten Turnier-Tor in Führung gebracht, doch in der Nachspielzeit bestrafte Robbie Keane mit dem verdienten Ausgleich die deutsche Passivität. Nach dem Punktverlust muss die deutsche Mannschaft nun das letzte Vorrundenspiel am kommenden Dienstag in Shizuoka gegen Kamerun unbedingt gewinnen, um einen Platz im Achtelfinale sicher zu haben.
Erbittertes Kampfspiel
Nach dem Schützenfest gegen die Araber fehlte der deutschen Mannschaft in einem bisweilen erbittert geführten Kampfspiel die spielerische Klasse. Die um jeden Meter Boden kämpfenden Iren präsentierten sich als der erwartet schwere Prüfstein für die deutsche Elf, die auf regennassem Boden nicht so konzentriert zu Werke ging wie zum Turnier-Auftakt. Zudem beging das Team den Fehler, sich nach der Führung weit zurückzuziehen und das Mittelfeld preiszugeben. Probleme offenbarte die deutsche Mannschaft aber auch beim Umschalten von Abwehr auf Angriff, wo von Michael Ballack und Bernd Schneider auf den Halbpositionen zu wenig Impulse ausgingen. Trotz der genialen Vorarbeit zu Kloses viertem Turnier-Tor warf die Vorstellung von Ballack die Frage auf, wie fit der künftige Bayern-Spieler nach seiner Fußprellung tatsächlich ist. Erst in der zweiten Halbzeit wurde Ballack in seiner Rolle als Ballverteiler stärker.
Mit seinem zwölften Tor im 14. Länderspiel unterstrich Klose einmal mehr seine Qualitäten in vorderster Front. Nach dem Treffer zog sich der Lauterer, der in der zweiten Hälfte kräftemäßig abbaute, oft weit zurück. An Kloses Seite leistete Carsten Jancker ein großes Laufpensum und riss immer wieder Lücken in die irische Abwehr, tappte aber auch ein halbes Dutzend Mal in die Abseitsfalle des Gegners. Seine beste Chance hatte der bullige Bayer in der 68. Minute, als er einen Heber knapp daneben setzte.
Solide Abwehr
Eine solide Vorstellung lieferte Carsten Ramelow als Zentralfigur der erstmals im Turnier richtig geforderten Deckungsreihe, die trotz gelegentlicher Patzer von Christoph Metzelder nachwies, Belastungen gewachsen zu sein. Vor der Abwehr erfüllte Dietmar Hamann wie bereits im ersten Spiel seine Aufgabe, die Hintermannschaft zu stabilisieren, zufrieden stellend.
Nach anfänglichen Problemen mit dem früh attackierenden Gegner nahm die deutsche Mannschaft im Mittelfeld das Heft in die Hand und setzte die Iren unter Druck. Mit einem Kopfball nach Flanke von Torsten Frings bot sich Carsten Jancker (12.) die erste Chance, die Shay Given jedoch vor keine Probleme stellte. Sechs Minuten später leitete Metzelder den Ball nach Abwehr eines irischen Angriffs schnell weiter auf Michael Ballack, der den Ball dem in der Mitte gestarteten Klose maßgerecht auf den Kopf servierte. Der Lauterer Torjäger, der schon gegen Saudi-Arabien zwei Mal von exakt getimten Ballack-Flanken profitiert hatte, löste sich von seinem Bewacher Ian Harte und nickte zum 1:0 ein.
Früher Rückzug
Mit dem Vorsprung im Rücken zog sich die deutsche Mannschaft allerdings unverständlicherweise weit zurück und überließ dem Gegner im Mittelfeld viel Raum zum Kombinieren. In der 21. Minute eilte Oliver Kahn weit aus seinem Tor und riskierte im Zweikampf mit Damian Duff an der Seitenlinie sogar eine Karte. Dann brachte eine zu kurz geratene Abwehraktion von Thomas Linke den Iren Matt Holland in Schussposition. Der im Auftaktspiel gegen Kamerun zum 1:1 erfolgreiche Mittelfeldspieler zielte aus 18 Metern knapp daneben (25.). Eine Minute vor der Pause sorgte ein Fehler von Metzelder für Aufregung vor dem deutschen Tor, doch Robbie Keane war von der sich plötzlich bietenden Chance zu überrascht.
Auch nach Wiederbeginn präsentierte sich die deutsche Mannschaft äußerst vorsichtig, ließ die Elf von der Grünen Insel kommen und lauerte auf Konter. Allerdings barg diese Zurückhaltung ständig die Gefahr eines Gegentreffers. Als Duff in der 56. Minute schneller reagierte als Linke, verhinderte nur ein Reflex von Kahn den drohenden Ausgleich. Acht Minuten vor dem Ende musste der Bayern-Schlussmann gegen Keane noch einmal sein ganzes Können aufbieten, um Unheil von der in der Schlussphase arg unter Druck stehenden Elf abzuwenden. Doch dann passierte es in der 92. Minute doch noch: Keane traf zum 1:1.
Deutschland - Irland 1:1 (1:0)
1:0 Klose (19.)
1:1 Keane (90.)
Deutschland: Kahn - Linke, Ramelow, Metzelder - Frings, Schneider (90. Jeremies), Ballack, Hamann, Ziege - Klose (85. Bode), Jancker (75. Bierhoff)
Irland: Given - Finnan, Staunton (87. Cunningham), Breen, Harte (74. Reid) - Gary Kelly (73. Quinn), Holland, Kinsella, Duff - Keane, Kilbane
Schiedsrichter: Kim Milton Nielsen (Dänemark)
Zuschauer: 35.000
Gelbe Karten: keine
Ibaraki - In buchstäblich letzter Sekunde hat sich die deutsche Nationalmannschaft die vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft entreißen lassen. Vier Tage nach dem 8:0 gegen Saudi-Arabien musste sich das Team von Rudi Völler am Mittwoch in Ibaraki mit einem ernüchternden 1:1 (1:0) gegen Irland zufrieden geben. Vor 42.000 Zuschauern im Kashima Soccer Stadium hatte Miroslav Klose (18.) die DFB-Auswahl mit seinem vierten Turnier-Tor in Führung gebracht, doch in der Nachspielzeit bestrafte Robbie Keane mit dem verdienten Ausgleich die deutsche Passivität. Nach dem Punktverlust muss die deutsche Mannschaft nun das letzte Vorrundenspiel am kommenden Dienstag in Shizuoka gegen Kamerun unbedingt gewinnen, um einen Platz im Achtelfinale sicher zu haben.
Erbittertes Kampfspiel
Nach dem Schützenfest gegen die Araber fehlte der deutschen Mannschaft in einem bisweilen erbittert geführten Kampfspiel die spielerische Klasse. Die um jeden Meter Boden kämpfenden Iren präsentierten sich als der erwartet schwere Prüfstein für die deutsche Elf, die auf regennassem Boden nicht so konzentriert zu Werke ging wie zum Turnier-Auftakt. Zudem beging das Team den Fehler, sich nach der Führung weit zurückzuziehen und das Mittelfeld preiszugeben. Probleme offenbarte die deutsche Mannschaft aber auch beim Umschalten von Abwehr auf Angriff, wo von Michael Ballack und Bernd Schneider auf den Halbpositionen zu wenig Impulse ausgingen. Trotz der genialen Vorarbeit zu Kloses viertem Turnier-Tor warf die Vorstellung von Ballack die Frage auf, wie fit der künftige Bayern-Spieler nach seiner Fußprellung tatsächlich ist. Erst in der zweiten Halbzeit wurde Ballack in seiner Rolle als Ballverteiler stärker.
Mit seinem zwölften Tor im 14. Länderspiel unterstrich Klose einmal mehr seine Qualitäten in vorderster Front. Nach dem Treffer zog sich der Lauterer, der in der zweiten Hälfte kräftemäßig abbaute, oft weit zurück. An Kloses Seite leistete Carsten Jancker ein großes Laufpensum und riss immer wieder Lücken in die irische Abwehr, tappte aber auch ein halbes Dutzend Mal in die Abseitsfalle des Gegners. Seine beste Chance hatte der bullige Bayer in der 68. Minute, als er einen Heber knapp daneben setzte.
Solide Abwehr
Eine solide Vorstellung lieferte Carsten Ramelow als Zentralfigur der erstmals im Turnier richtig geforderten Deckungsreihe, die trotz gelegentlicher Patzer von Christoph Metzelder nachwies, Belastungen gewachsen zu sein. Vor der Abwehr erfüllte Dietmar Hamann wie bereits im ersten Spiel seine Aufgabe, die Hintermannschaft zu stabilisieren, zufrieden stellend.
Nach anfänglichen Problemen mit dem früh attackierenden Gegner nahm die deutsche Mannschaft im Mittelfeld das Heft in die Hand und setzte die Iren unter Druck. Mit einem Kopfball nach Flanke von Torsten Frings bot sich Carsten Jancker (12.) die erste Chance, die Shay Given jedoch vor keine Probleme stellte. Sechs Minuten später leitete Metzelder den Ball nach Abwehr eines irischen Angriffs schnell weiter auf Michael Ballack, der den Ball dem in der Mitte gestarteten Klose maßgerecht auf den Kopf servierte. Der Lauterer Torjäger, der schon gegen Saudi-Arabien zwei Mal von exakt getimten Ballack-Flanken profitiert hatte, löste sich von seinem Bewacher Ian Harte und nickte zum 1:0 ein.
Früher Rückzug
Mit dem Vorsprung im Rücken zog sich die deutsche Mannschaft allerdings unverständlicherweise weit zurück und überließ dem Gegner im Mittelfeld viel Raum zum Kombinieren. In der 21. Minute eilte Oliver Kahn weit aus seinem Tor und riskierte im Zweikampf mit Damian Duff an der Seitenlinie sogar eine Karte. Dann brachte eine zu kurz geratene Abwehraktion von Thomas Linke den Iren Matt Holland in Schussposition. Der im Auftaktspiel gegen Kamerun zum 1:1 erfolgreiche Mittelfeldspieler zielte aus 18 Metern knapp daneben (25.). Eine Minute vor der Pause sorgte ein Fehler von Metzelder für Aufregung vor dem deutschen Tor, doch Robbie Keane war von der sich plötzlich bietenden Chance zu überrascht.
Auch nach Wiederbeginn präsentierte sich die deutsche Mannschaft äußerst vorsichtig, ließ die Elf von der Grünen Insel kommen und lauerte auf Konter. Allerdings barg diese Zurückhaltung ständig die Gefahr eines Gegentreffers. Als Duff in der 56. Minute schneller reagierte als Linke, verhinderte nur ein Reflex von Kahn den drohenden Ausgleich. Acht Minuten vor dem Ende musste der Bayern-Schlussmann gegen Keane noch einmal sein ganzes Können aufbieten, um Unheil von der in der Schlussphase arg unter Druck stehenden Elf abzuwenden. Doch dann passierte es in der 92. Minute doch noch: Keane traf zum 1:1.
Deutschland - Irland 1:1 (1:0)
1:0 Klose (19.)
1:1 Keane (90.)
Deutschland: Kahn - Linke, Ramelow, Metzelder - Frings, Schneider (90. Jeremies), Ballack, Hamann, Ziege - Klose (85. Bode), Jancker (75. Bierhoff)
Irland: Given - Finnan, Staunton (87. Cunningham), Breen, Harte (74. Reid) - Gary Kelly (73. Quinn), Holland, Kinsella, Duff - Keane, Kilbane
Schiedsrichter: Kim Milton Nielsen (Dänemark)
Zuschauer: 35.000
Gelbe Karten: keine