WOCHENAUSBLICK: 'Kaufen, wenn der Nachbar kauft' - Mechanismen einer Hausse 22.06.2003 13:24 Headlines
FRANKFURT (dpa-AFX) - "Die Hausse nährt die Hausse" - Die traditionelle
Börsenweisheit wird derzeit gerne zitiert, wenn die erfahrenen Marktteilnehmer
auf die kommenden Handelstage angesprochen werden. Anders ausgedrückt: Kaufen,
weil auch der Nachbar kauft. Offenbar befürchten inzwischen immmer mehr Anleger,
einen kräftigen Aufschwung zu verpassen. Nicht zuletzt, weil genügend Bargeld
vorhanden ist; sowohl auf den Konten der privaten Investoren als auch bei den
professionellen Anlegern und Fondsmanagern.
Die so genannten fundamentalen Daten, die einen Anstieg am Aktienmarkt
wirtschaftlich untermauern würden, sind allerdings nur ansatzweise vorhanden.
Für die weitere Entwicklung kommt es nach Ansicht der meisten Experten
entscheidend darauf an, dass sich die derzeitigen vorsichtigen Signale einer
Erholung der Weltwirtschaft in den nächsten Monaten tatsächlich konkretisieren.
Einige Anhaltspunkte werden in der kommenden Woche verschiedene Konjunkturdaten
geben, wie am Dienstag das viel beachtete amerikanische Verbrauchervertrauen,
oder am Mittwoch der so genannte ifo-Geschäftsklimaindex.
Wenn also weiter kaufen, dann was? In welche Werte investieren? Die ewig
gestellte Frage dürfte den Anlegern auch in der kommenden Woche Kopfschmerzen
bereiten. Sind die jüngsten Gewinnmitnahmen bei den Finanzwerten wie bei der
HypoVereinsbank oder der Commerzbank nur kurze
Verschnaufpausen auf dem Weg zu neuen Jahreshöchstständen? Oder sollte man das
Augenmerk mehr auf Werte richten, die die kleine Rally in den vergangenen Wochen
nur gebremst nachvollzogen haben?
Von Seiten der großen Konzerne sind in der kommenden Woche keine wichtigen
Veröffentlichungen angesagt. Unter Beobachtung steht sicher die Entwicklung der
Metaller-Streiks in Ostdeutschland. Die großen Autokonzerne BMW und VW
rechnen mit Produktionsausfällen. Autoexperten sprechen jetzt schon
von einem hohen Schaden für die Hersteller, sollten die Streiks länger als
sieben Tage andauern.
Viel wird davon abhängen, wie die Gesamtstimmung, das so genannte Sentiment,
ausfällt. Sollte die US-Notenbank Fed die Leitzinsen - aktuell bei 1,25 Prozent
- am kommenden Mittwoch wie erwartet senken, dürfte das Finanzinstrument Aktie
wieder ein bisschen interessanter werden, nicht nur in den USA. Niedrigere
Zinsen bedeuten zum einen günstigere Kredite für die Unternehmen, zum anderen
unattraktivere Renditen bei festverzinslichen Wertpapieren./kro/so
--- Von Andreas Krobok, dpa-AFX ---
FRANKFURT (dpa-AFX) - "Die Hausse nährt die Hausse" - Die traditionelle
Börsenweisheit wird derzeit gerne zitiert, wenn die erfahrenen Marktteilnehmer
auf die kommenden Handelstage angesprochen werden. Anders ausgedrückt: Kaufen,
weil auch der Nachbar kauft. Offenbar befürchten inzwischen immmer mehr Anleger,
einen kräftigen Aufschwung zu verpassen. Nicht zuletzt, weil genügend Bargeld
vorhanden ist; sowohl auf den Konten der privaten Investoren als auch bei den
professionellen Anlegern und Fondsmanagern.
Die so genannten fundamentalen Daten, die einen Anstieg am Aktienmarkt
wirtschaftlich untermauern würden, sind allerdings nur ansatzweise vorhanden.
Für die weitere Entwicklung kommt es nach Ansicht der meisten Experten
entscheidend darauf an, dass sich die derzeitigen vorsichtigen Signale einer
Erholung der Weltwirtschaft in den nächsten Monaten tatsächlich konkretisieren.
Einige Anhaltspunkte werden in der kommenden Woche verschiedene Konjunkturdaten
geben, wie am Dienstag das viel beachtete amerikanische Verbrauchervertrauen,
oder am Mittwoch der so genannte ifo-Geschäftsklimaindex.
Wenn also weiter kaufen, dann was? In welche Werte investieren? Die ewig
gestellte Frage dürfte den Anlegern auch in der kommenden Woche Kopfschmerzen
bereiten. Sind die jüngsten Gewinnmitnahmen bei den Finanzwerten wie bei der
HypoVereinsbank oder der Commerzbank nur kurze
Verschnaufpausen auf dem Weg zu neuen Jahreshöchstständen? Oder sollte man das
Augenmerk mehr auf Werte richten, die die kleine Rally in den vergangenen Wochen
nur gebremst nachvollzogen haben?
Von Seiten der großen Konzerne sind in der kommenden Woche keine wichtigen
Veröffentlichungen angesagt. Unter Beobachtung steht sicher die Entwicklung der
Metaller-Streiks in Ostdeutschland. Die großen Autokonzerne BMW und VW
rechnen mit Produktionsausfällen. Autoexperten sprechen jetzt schon
von einem hohen Schaden für die Hersteller, sollten die Streiks länger als
sieben Tage andauern.
Viel wird davon abhängen, wie die Gesamtstimmung, das so genannte Sentiment,
ausfällt. Sollte die US-Notenbank Fed die Leitzinsen - aktuell bei 1,25 Prozent
- am kommenden Mittwoch wie erwartet senken, dürfte das Finanzinstrument Aktie
wieder ein bisschen interessanter werden, nicht nur in den USA. Niedrigere
Zinsen bedeuten zum einen günstigere Kredite für die Unternehmen, zum anderen
unattraktivere Renditen bei festverzinslichen Wertpapieren./kro/so
--- Von Andreas Krobok, dpa-AFX ---