Katastrophe? Renten werden Aktien schlagen!!!!!!!


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mothy:

Katastrophe? Renten werden Aktien schlagen!!!!!!!

 
31.01.02 10:30
Deutsche Bank: Renten werden Aktien langfristig schlagen

Studie hält festverzinsliche Titel für einträglicher / „Hausse der vergangenen Jahrzehnte war durch Sonderfaktoren bedingt“

mrm. München – Wer sein Geld in festverzinsliche Papiere statt in Aktien steckt, wird auf lange Sicht vermutlich besser fahren. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Bank. Den Berechnungen zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Dividendenpapiere in den kommenden 10 bis 20 Jahren bessere Erträge bringen als Anleihen, in den USA und Deutschland bei weniger als der Hälfte. Wichtigstes Argument: Der Börsenboom der vergangenen Jahrzehnte habe auf einer Reihe günstiger Faktoren beruht, die in absehbarer Zeit nicht mehr gegeben seien. Zudem seien Aktien im historischen Vergleich extrem teuer. „Aktien erscheinen überbewertet und anfällig für weitere Kurskorrekturen.“

Die Forscher aus der Bank-Abteilung für Globale Finanzmärkte nahmen vor allem zwei Aktien-Kennzahlen zum Maßstab: die Dividenden- und die Gewinnrendite. Basis beider Daten ist der aktuelle Kurs eines Unternehmens. Bei der Dividendenrendite wurde er in Relation gesetzt mit der Ausschüttung für das vergangene Geschäftsjahr, bei der Gewinnrendite mit dem Überschuss derselben Periode. Ergebnis für die Mitglieder des amerikanischen S&P-500- Index’: Beide Kennzahlen sind zuletzt stark gefallen – vor allem durch die gute Kursentwicklung – und liegen so niedrig wie seit mindestens drei Jahrzehnten nicht mehr. Insbesondere der Verfall der Dividendenrendite lasse erfahrungsgemäß künftig geringe Erträge aus Aktien erwarten, heißt es in der Studie weiter.

Wichtigste Gründe für die US-Hausse der vergangenen beide Jahrzehnte seien die sinkenden Inflationsraten und die fallenden langfristigen Zinsen gewesen. Denn eine geringere Teuerung spreche für ein stabiles wirtschaftliches Umfeld und steigere die Zuversicht in die Unternehmensgewinne. Und sinkende Zinsen machten Aktien als Alternativ-Investments generell attraktiver. Weitere Ursachen des Kursabschwunges seien niedrigere Steuern auf Kapitalerträge, das große Aktieninteresse der geburtenstarken Jahrgänge aus den 50ern, der Transport eines „übertriebenen Optimismus’ von Analysten“ über die Medien sowie die Ausweitung der Engagements von Pensionsfonds. „Es ist unwahrscheinlich, dass sich dieses außergewöhnliche Zusammentreffen unterstützender Faktoren wiederholen wird.“ Insbesondere sei kaum zu erwarten, dass sich die Inflationsrate weiterhin verringert.

Primär auf die USA bezogen

George Cooper, einer der Autoren der Studie, sagte auf SZ-Anfrage, die Ergebnisse der Analyse gälten grundsätzlich sowohl für den amerikanischen als auch für den deutschen Aktienmarkt. Allerdings sei die Überbewertung in der Bundesrepublik „weniger extrem“. Beispielsweise betrage die durchschnittliche Dividendenrendite der Dax-Werte immerhin noch 3 Prozent, während sie im S&P 500 bei lediglich 1,4 Prozent liege. Wichtiges Resultat der Studie für Investoren sei es, sich von der Vorstellung zu lösen, dass Aktien auf längere Sicht stets festverzinslichen Papieren überlegen seien. „Wir glauben, dies ist eine falsche Annahme.“ Privatanleger sollten für ihre Altersvorsorge die Konsequenz ziehen, mehr als bislang einzuzahlen und Anleihen zu favorisieren. Nach den Worten Coopers ergibt sich aus der Studie nicht, dass die Aktienkurse nun rasch nach unten gehen müssen. Es sei im Gegenteil durchaus vorstellbar, dass im Zuge einer US-Konjunkturerholung die Kurse kurzfristig wieder nach oben gehen, weil sich dann die Aussichten für die Unternehmensgewinne verbesserten.

Offen bleibt, ob die Deutsche Bank nun wegen dieser Studie ihre Portfolio-Empfehlungen verändern und eher von Aktien abraten wird. Nach den Worten Coopers ist seine Abteilung für solche Entscheidungen nicht zuständig. Und ein Pressesprecher in der Konzernzentrale wollte auf SZ-Anfrage keine Stellung nehmen


Donnerstag, 31.1.2002 aus der Süddeutschen Zeitung
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007Bond:

Hierzu fällt mir nur folgendes ein:

 
31.01.02 10:53
"Traue keiner Statistik - es sei denn, Du hast sie selber gefälscht" ;-)

Meine persönliche Meinung:

Wenn's mit der Wirtschaft bergauf geht, steigen auch wieder die Aktien - das war bisher immer so.

Eigentlich widersprechen sich die Experten der DB doch selber denn:

Wichtigste Gründe für die US-Hausse der vergangenen beide Jahrzehnte seien

- die fallenden langfristigen Zinsen
- niedrigere Steuern auf Kapitalerträge
- sinkende Inflationsraten
- großes Aktieninteresse
- übertriebener Optimismus von Analysten

Hierzu die Fakten: Sowohl die Zinsen als auch Steuern für Kapitalerträge wurden gesenkt.

Wie sich die Inflationsrate zukünftig in den USA entwickeln wird, weiß ich nicht - und da bin ich mir ziemlich sicher, dass das auch kein Analyst der Deutschen Bank weiß!

Wenn sich die Märkte stabilisieren, ein wirtschaftlicher Aufschwung erkennbar wird, dann wird auch das Aktieninteresse wieder größer werden. Genau zu diesem Zeitpunkt werden auch Analysten a la Förtsch wieder ihren Optimismus über die Medien verbreiten - ob übertrieben oder auch nicht.
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furby:

@007bond, @mothy, sehr lesenswerter Artikel

 
31.01.02 11:29
@mothy:

also ein für Aktien unterstützender Faktor wird sicher bleiben: die Analysten und die Börsenmedien, den letztlich geht es um deren eigene Existenz würden sie Aktien nicht mehrheitlich hochjubeln. Es war klar erkennbar, daß z.B. Deutschlands Börsenblättchen stark an Auflage einbüßten solange es nachhaltig mit dem DAX und Nemax nach unten ging in 2000 und 2001. Diese Blätter haben daher ein existenzielles Interesse daran Aktien als das goldene Ei darzustellen.

Mittelfristig werden wir steigende Zinsen sehen und damit sicherlich keine grandiosen Rentenrenditen erzielen, insofern wiederspreche ich diesem Artikel. Falls zu dem Zeitpunkt, wenn kein so großer Zinssteigerungsdruck vorhanden ist - wie bald (in spätestens 12 Monaten) zu erwarten - immer noch Aktien derart abenteuerlich bewertet werden wie derzeit, stimme ich jedoch dem Autor des Artikels zu, daß Renten weit vielversprechender sind.

@007Bond: es scheint sich hier nicht um eine ggf. "gefälschte Statistik" zu handeln, sondern vielmehr wurden die Rahmenbedingungen der 90 er Jahre mit denen von jetzt verglichen, insofern paßt Dein Spruch nicht ganz.

Die Politik von Bush ist grundverschieden von der seiner Vorgänger. Der US Staat hat den Staatsschuldenabbau abrupt unterbrochen und sogar in einen massiven Schuldenaufbau umgekehrt (wenn auch von einer günstigen Ausgangsposition aus). D.h. mittelfristig werden die USA wieder mehr Anleihen begeben, so daß die Zinsen auch deshalb steigen werden. Wir könnten so einen Zeitpunkt erreichen, an dem Renten durchaus ansehnliche Renditen versprechen und somit Aktien unattraktiver machen.

Die große Frage ist für mich, ob sich die Anleger nochmals zu einer derart massiven Überbewertung und Anlage in Phantasiewerte hinreißen lassen werden, wie dies z.B. vor dem Platzen der Internetblase der Fall war. Die DB unterstellt hier einen vernünftigen Investor. Den Börsenmagazinen und so manchen Analysten wird die Unvernunft  und der Ausblick auf irrsinnigste Kusrziele von Aktienwerten sicher weiter reizen...

Gruß furby
Antworten
Tanzender Dax:

Ausgetanzt mit Aktien?????

 
31.01.02 14:55
Ich hoffe nicht!!
Aber ich kann mir schon vorstellen das bei Rentenpapieren mit entsprechender Verzinsung evtl. ein besserer Ertrag herauskommt als mit Aktien.
Deswg. hoffe ich nicht das jetzt alle in die Renten flüchten!
Aber es wäre eine Überlegung evtl. eine Erhöhung der Rentenwerte im Depot vorzunehmen.
Es gibt doch Anleihen mit hohen Zinsen und vernünftigen Emittenten

Aber ich hoffe und setze auf die Aktien

Laßt uns weiter über das Parkett tanzen

DER Tanzende DAX
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