„Als Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wird Kaiserslautern sämtliche vorgegebenen Bedingungen erfüllen und insbesondere alle Voraussetzungen für die Sicherheit von Mannschaften und Zuschauern schaffen.“ Mit dieser Aussage hat Jürgen Friedrich, der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, auf kritische Aussagen von Franz Beckenbauer reagiert, mit denen der Präsident des WM-Organisationskomitees (OK) Deutschland zu den Chancen Kaiserslauterns Stellung bezogen hatte, Schauplatz von Spielen der Endrunde in vier Jahren zu werden.
„Wir fassen diese Äußerungen keineswegs als Drohung auf, sondern vielmehr als eine Bestätigung unserer Vorhaben“, sagte Jürgen Friedrich, „denn unsere Bewerbungs-Unterlagen dokumentieren eindeutig, dass bei der Modernisierung der Nordtribüne im Fritz-Walter-Stadion in Richtung der WM 2006 alle Probleme gelöst werden, die dort durch Fehler bei zurückliegenden Baumaßnahmen entstanden sind. So sehen die Pläne eine eigene, für Zuschauer nicht zu erreichende Ebene für die Mannschaftsbusse vor. Die derzeitigen Defizite sind bekannt, und der 1. FC Kaiserslautern hat alle möglichen Anstrengungen unternommen, um Vorfälle wie am vergangenen Samstag bei der Abfahrt des Münchner Mannschaftsbusses zu verhindern.“
Andererseits, so machte Jürgen Friedrich deutlich, könne die WM-Tauglichkeit Kaiserslauterns wegen eines einzelnen Vorfalls nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden, zumal solche Problemzonen auch in anderen Stadien existieren würden. „Schließlich haben wir erst vor ein paar Wochen das unter ganz besonderen Sicherheitsaspekten stehende Länderspiel gegen Israel im Fritz-Walter-Stadion reibungslos und ohne jegliche Vorkommnisse abgewickelt“, erläuterte der FCK-Vorstandsvorsitzende weiter, „und wir haben für diese organisatorische Leistung von vielen Seiten große Komplimente erhalten, unter anderem in schriftlicher Form von OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt.“
Auch den zweiten von Franz Beckenbauer angeführten Punkt bewertet Jürgen Friedrich als weniger gravierend: „Natürlich führt kein Netz von vierspurigen Autobahnen hinauf zum Betzenberg. Aber erstens verfügen wir schon seit Jahren über ein vorbildliches und hervorragend angenommenes Park-and-ride-System. Darüber hinaus ist die Schaffung neuer Parkmöglichkeiten im Bereich des Fritz-Walter-Stadions ins Auge gefasst. Und drittens besitzt Kaiserslautern einen Bahnhof in unmittelbarer Nähe des Stadions, das von dort aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar ist. Nach den Kriterien der WM-Bewerbung verdient diese Situation eine Bestnote. Die Seilbahn in Richtung Betzenberg, von der Franz Beckenbauer gesprochen hat, wird also nicht erforderlich sein.“

