Melitta rechnet mit höheren Kaffeepreisen
Der Preis für Rohkaffee steigt seit Monaten. Nach jahrelangem Preisrutsch könnte Kaffee erstmals wieder teurer werden.
Verbraucher müssen nach Angaben von Melitta für Kaffee möglicherweise bald tiefer in die Tasche greifen. Sollte sich der Preisanstieg für Rohkaffee fortsetzen, "werden Preiserhöhungen unvermeidbar sein", sagte der Geschäftsführer von Melitta Kaffee, Hermann Arnold, am Mittwoch in Bremen. Seit Ende 2001 sei der Rohkaffeepreis um 20 Prozent gestiegen.
Im vergangenen Jahr steigerte Melitta den deutschen Absatz um acht Prozent auf 55.400 Tonnen. Der Umsatz blieb mit 325 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau (minus 0,3 Prozent). Die Umsatzeinbuße sei auf rückläufige Rohkaffeepreise und entsprechend niedrigere Preise für Endverbraucher zurückzuführen, sagte Arnold. "Nie war Kaffee so billig wie im vergangenen Jahr". Der durchschnittliche Endverbraucherpreis habe im vergangenen Jahr 3,27 Euro betragen; derzeit liege er noch darunter bei 3,20 Euro.
Sparverhalten der Verbraucher
Das wirtschaftliche Ergebnis sei "erfreulich" und liege über dem Vorjahr, sagte der Manager. Für das laufende Jahr hofft Arnold auf ein Ende des "dramatischen Sparverhaltens der Verbraucher". So sei der gesamte Röstkaffeeabsatz im Januar und Februar um 4,8 Prozent zurückgegangen. Er habe Zweifel, dass der deutsche Kaffeemarkt das Volumen von 2000 und 2001 mit 430.000 Tonnen erreichen wird, sagte Arnold. Unter diesen Voraussetzungen erwarte Melitta 2002 ein "ordentlichen Ergebnis".
Die Melitta-Gruppe erzielte 2001 einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro (minus drei Prozent). Ursächlich dafür sei der um sieben Prozent gesunkene Umsatz im weltweiten Röstkaffeegeschäft auf 410 Mio. Euro, sagte der persönlich haftende Gesellschafter der Unternehmensgruppe Melitta, Thomas Bentz. Der Absatz stieg dagegen weltweit auf 81.000 Tonnen (plus sieben Prozent).
Mit einem Anteil von 37,5 Prozent am Gesamtumsatz habe "Kaffee eine hohe Bedeutung für die Marke Melitta". Mit Filtertüten erzielt das Unternehmen weltweit 14 Prozent und mit Haushaltsfolien 17 Prozent des Umsatzes. Insgesamt sei er mit Wachstum und Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr "zufrieden", sagte Bentz. Nach Marken rangiere Melitta unverändert auf Platz zwei hinter Jacobs.
Quelle:ftd