K O L U M N E
Es lebe der Boden
An der Nasdaq mehren sich die Zeichen für ein Frühlingserwachen - auch wenn sich die spröde Schöne noch heftig ziert. Doch die Richtung stimmt und schafft Hoffnung für Blue Chips wie Microsoft, meint Georg Thilenius.
In der guten alten Zeit, also etwa bis Anfang des Jahres 2000, gab es den Deutschen Aktienindex (Dax) und den amerikanischen Dow-Jones-Index, welche die Richtung der Aktienmärkte recht klar beschrieben.
Im turbulenten Jahr 2000 lag der Dow die meiste Zeit in einem engen Band zwischen 10.000 und 11.000 Punkten. Das Börsenbarometer hat damit die wirkliche Entwicklung der Aktienmärkte nur für die alte und nicht sehr schwankungsanfällige Ökonomie beschrieben.
Die gute alte Zeit ist aber schon lange vorbei. Die Kapriolen der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq gelten immer mehr Investoren als Beschreibung des Ortes, an dem das wahre Leben spielt.
Zum Jahreswechsel und in den ersten Januartagen 2001 stürzte der Nasdaq bekanntermaßen ab bis auf 2300 Punkte. Seither bewegt sich der Index seit nun fast zwei Wochen bergauf. Er hat, wie die Charttechniker sagen, einen Boden gefunden, von dem aus der Wiederanstieg beginnen kann.
Natürlich geschieht das langsam und zaghaft, so wie sich der zunächst - oder vorübergehend - verschmähte Liebhaber der Schönen nähert, um ja nicht wieder abgewiesen zu werden und sich nicht wieder zu verletzen. Aber sie scheint ihn zu erhören.
Zuversichtlich stimmt zweierlei: Erstens, dass zum ersten Mal seit dem Beginn des Einbruchs im letzten Oktober fast zwei Wochen lang hintereinander mit wenigen Korrekturen nahezu täglich höhere Kurse als im Durchschnitt der Vortage notiert werden.
Zweitens werden oft die höchsten Kurse des Tages zum Handelsschluss hin erreicht. Das deutet dann eine positive Tendenz für den nächsten Börsentag an. Damit verkehrt sich die Entwicklung der vergangenen Monate ins Gegenteil. Im zurückliegenden Herbst wurden immer neue Tiefkurse zum Handelsschluss verbucht, was dann auch die wieder schlechte Tendenz für den folgenden Tag vorgab.
Allein die Marktkapitalisierung von Microsoft, einer besonders beleidigten Schönen, ist seit dem Jahresanfang um etwa 40 Milliarden Dollar gestiegen. Also haben Investoren für diesen beachtlich hohen Betrag Microsoft gekauft, was das wieder erwachende Vertrauen in die Zukunft verdeutlicht.
Daraus darf man nun nicht schließen, dass die spröde Schöne schon erobert wäre. Sie will noch einige Monate mit heißem Herzen, aber gespielter großer Zurückhaltung umworben werden. Wenn der weiße Flieder wieder blüht, so etwa Anfang Mai, dürfte der Widerstand dahin sein.
gruß
proxi
Es lebe der Boden
An der Nasdaq mehren sich die Zeichen für ein Frühlingserwachen - auch wenn sich die spröde Schöne noch heftig ziert. Doch die Richtung stimmt und schafft Hoffnung für Blue Chips wie Microsoft, meint Georg Thilenius.
In der guten alten Zeit, also etwa bis Anfang des Jahres 2000, gab es den Deutschen Aktienindex (Dax) und den amerikanischen Dow-Jones-Index, welche die Richtung der Aktienmärkte recht klar beschrieben.
Im turbulenten Jahr 2000 lag der Dow die meiste Zeit in einem engen Band zwischen 10.000 und 11.000 Punkten. Das Börsenbarometer hat damit die wirkliche Entwicklung der Aktienmärkte nur für die alte und nicht sehr schwankungsanfällige Ökonomie beschrieben.
Die gute alte Zeit ist aber schon lange vorbei. Die Kapriolen der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq gelten immer mehr Investoren als Beschreibung des Ortes, an dem das wahre Leben spielt.
Zum Jahreswechsel und in den ersten Januartagen 2001 stürzte der Nasdaq bekanntermaßen ab bis auf 2300 Punkte. Seither bewegt sich der Index seit nun fast zwei Wochen bergauf. Er hat, wie die Charttechniker sagen, einen Boden gefunden, von dem aus der Wiederanstieg beginnen kann.
Natürlich geschieht das langsam und zaghaft, so wie sich der zunächst - oder vorübergehend - verschmähte Liebhaber der Schönen nähert, um ja nicht wieder abgewiesen zu werden und sich nicht wieder zu verletzen. Aber sie scheint ihn zu erhören.
Zuversichtlich stimmt zweierlei: Erstens, dass zum ersten Mal seit dem Beginn des Einbruchs im letzten Oktober fast zwei Wochen lang hintereinander mit wenigen Korrekturen nahezu täglich höhere Kurse als im Durchschnitt der Vortage notiert werden.
Zweitens werden oft die höchsten Kurse des Tages zum Handelsschluss hin erreicht. Das deutet dann eine positive Tendenz für den nächsten Börsentag an. Damit verkehrt sich die Entwicklung der vergangenen Monate ins Gegenteil. Im zurückliegenden Herbst wurden immer neue Tiefkurse zum Handelsschluss verbucht, was dann auch die wieder schlechte Tendenz für den folgenden Tag vorgab.
Allein die Marktkapitalisierung von Microsoft, einer besonders beleidigten Schönen, ist seit dem Jahresanfang um etwa 40 Milliarden Dollar gestiegen. Also haben Investoren für diesen beachtlich hohen Betrag Microsoft gekauft, was das wieder erwachende Vertrauen in die Zukunft verdeutlicht.
Daraus darf man nun nicht schließen, dass die spröde Schöne schon erobert wäre. Sie will noch einige Monate mit heißem Herzen, aber gespielter großer Zurückhaltung umworben werden. Wenn der weiße Flieder wieder blüht, so etwa Anfang Mai, dürfte der Widerstand dahin sein.
gruß
proxi
Werbung