Die chinesische Regierung hat heute das Ziel aufgerufen, dass bis Ende 2015 in China 35 GW an Solarkapazitäten gebaut werden sollen. Das heißt nichts anderes, als dass in den nächsten drei Jahren jeweils 10 GW an Solar gebaut werden soll. Dieses Zubauziel wurde von der chinesischen Stromnetzagentur (State Grid) schon Ende letzten Jahres zwar schon veröffentlicht, aber heute wurde dieses Ziel vom chinesischen Staatsrat hoch offiziell bestätigt. Daraufhin sind heute in China die Aktien von Risen Energy um 10%, die von Hareon Solar und von GCL Poly jeweils um 4% gestiegen.
Der chinesische Staatsrat hat bekannt gegeben, dass Solar weiterhin gefördert wird und forderte die Banken zur Kreditvergabe an große und effiziente Solarunternehmen auf.
Der Link dazu:
www.reuters.com/article/2013/07/15/...ar-idUSL4N0FL19G20130715
("China vows to quadruple solar generating capacity by 2015")
Ist jetzt auch nicht viel Neues, aber eine hoch offizielle Bestätigung auf höchster poltischer Führungsebene des Zubauziels von 35 GW ist ja so schlecht nicht. Da Jinko in China sehr gute Marktanteile hat (in 2012 rd. 12% bei ca. 500 MW an verkauften Modulen) und dazu im chinesischen Projektgeschäft tätig ist, dürfte Jinko einer der ganz großen Profiteure sein des chinesischen 35 GW Zubauziels.
In den nächsten 2 Wochen muss eine Entscheidung her wie es denn mit den EU-Zöllen letztendlich aussehen wird. Gab es ja letzte Woche schon Meldungen, dass der Solarstreit fast schon vom Tisch sei, so sieht die Sachlage aber offenbar dann doch etwas anders aus. Die EU verlangt einen Mindestpreis von 0,58 €/W und eine Mindesteinfuhrquote von um die 6 bis 7 GW im Jahr, die je nach erwarteter Nachfrage dann angehoben bzw. gesenkt werden kann.
China will aber offenbar nur ein Mindestpreis von 0,50 €/W akzeptieren. Die China-Solaris haben bei einem Modulpreis von 0,58 €/W in der EU durchaus berechtigte Befürchtungen, dass sie dann preislich gegen die westlichen Modulhersteller ins Hintertreffen geraten werden. Zumal mit einem Mindestpreis von 0,58 €/W die Renditen für europäische Solarkraftwerke deutlich fallen werden und das würde zwangsläufig zu einem Nachfragerückgang führen und den würden vor allem die China-Solaris deutlich zu spüren bekommen.
Hier der Link dazu:
www.ft.com/intl/cms/s/0/...fdb-00144feabdc0.html#axzz2Z72yg9TX
("EU-China solar panel anti-dumping talks face fresh flare-up")
Der Solarstreit EU/China ist also noch längst nicht vom Tisch. Die Unsicherheiten sind somit nach wie vor vorhanden. Außerdem ist anzunehmen, dass einige China-Solaris wie z.B. Jinko mit ihrer portugiesischen Modulproduktion sich nicht an den Mindestquoten und Mindestpreisen beteiligen würden. Auch China Sunergy (produziert in der Türkei) oder Renesola (lässt in Polen bei Jabil Circuit produzieren) werden wohl andere Wege gehen und sich nicht den EU-Auflagen/Zöllen schriftlich unterwerfen.
Jinko dürfte mit ihrer neuen portugiesischen Modulproduktion inkl. taiwanesischer Zellen deutlich billiger produzieren wie diese 0,58 €/W. Die Produktionskosten von Jinko belaufen sich in China derzeit auf 0,52 $/W. Taiwanesische Zellen sind etwa um 0,04 $/W teurer. Inkl. um etwas höhere Mitarbeiterkosten sollte Jinko in Portugal Module für einen Preis von um die 0,60 $/W herstellen können. Also so 0,46 €/W. Jinko verkauft in der EU ihre Module aktuell zu einem Preis zwischen 0,50 bis 0,55 €/W (0,65 bis 0,72 $/W). Da sind dann die operativen Kosten und auch die Frachtkosten schon mit drin.