Ich wollte mich ja über diesen Typ nicht äußern, aber was der manchmal von sich gibt ist echt Bockmist. Da schätzt er selbst einen Gewinn je Aktie für 2014 von 8 $ und errechnet damit ein Kursziel von 80 $ bei einem 10er KGV. So was ist dann schon mehr als hanebüchend und für mich ist das auch nicht akzeptabel.
Die durchschnittliche 2014er Jinko-Analystenprognose liegt bei 2,76 $. Mit einem 10er KGV würde das ein Kursziel von 27,60 $ ergeben. So sieht es nämlich in der Realität nach aktuellem Stand aus. Ich schätze ein Gewinn je Aatie fürs nächste Jahr von 4,20 bis 5 $. Wenn Interesse, dann stelle ich mal meine detailierte Schätzung rein.
Man sollte nie alles ausschließen, aber dass Jinko im nächsten Jahr einen Gewinn je Aktie von 8 $ bzw. einen Nettogewinn von 213 Mio. $ erzielt, halte ich zu 99% für ausgeschlossen. Wenn ich nur ein paar Wochen zurück denke, als Maydorn davon geschrieben hat, dass eine Renesola und eine JA Solar in Q3 in die Gewinnzone kommen könnte, dann kommt mir das Kotzen. Das war von vornherein unmöglich, dass JA Solar und Renesola überhaupt eine Chance hatten in Q3 schwarze Zahlen zu schreiben.
Jetzt habe ich mich genug aufgeregt über diesen Maydorn. Fakt ist, dass es derzeit größere Unsicherheiten im Solarmarkt gibt und die sind halt mal da:
1. Wird China wirklich ein 2014er Ziel für "Distributed Generation", also große und kleine Aufdachanlagen sowie kleine dezentrale Freiflächenanlagen, von 8 GW ausrufen und nur 4 GW an große Solarkraftwerke genehmigen ?
Wenn ja, dann werden alle China-Solaris ein Problem bekommen, denn dann wird es in 2014 in China keinen Zubau von 10 GW geben. Da bin ich ich mir sehr sicher. Dann werden wohl auch die Modulpreise in China wieder fallen und damit auch die Bruttomargen und somit die Gewinne. Davon kann man ausgehen.
Ohne Frage, das ist eine riesen große Unsicherheit und die spiegelt sich halt derzeit im Kursverlauf nieder. Vor 2 Jahren gingen die Solaraktien wegen den Unsicherheiten im deutschen Solarmarkt in die Knie und jetzt ist es halt China, da China mittlerweile nach jährlichen Zubau der größte globale Solarmarkt ist.
2. Wie geht es in Japan weiter ?
Dass die sehr hohen Einspeisevergütungen ab April 2014 in Japan gekürzt werden ist ganz klar, nur wie kräftig werden sie gekürzt werden ? oder gibt es sogar einen Zubaudeckel ?
3. Welche Umsätze können die China-Solaris mit den vorgegeben Mindestpreisen von 0,76 $/W in der EU in Europa in 2014 generieren ?
Der europäische Solarmarkt ist zwar seit 2 Jahren kein Wachstumsmarkt mehr, aber mit einem Zubau von 10 bis 12 GW in 2014 wird Europa im nächsten Jahr immer noch knapp 30% an Marktanteile haben. Deshalb müssen die China-Solaris auch in Europa zumindest gute Umsätze genereieren um ihre Produktionen auslasten zu können. Da aber mittlerweile indische, taiwanische und auch wieder südkoreanische Solarunternehmen Module unter dem Mindestpreis der China-Solaris anbieten in der EU, könnte damit für die China-Solaris durchaus ein Absatzproblem entstehen. Auch die deutschen OEM-Modulanbieter wie IBC Solar oder Mage Solar lassen ihre Module außerhalb Chinas fertigen und können auch unter 0,56 €/W anbieten. Auch die von Kawa übernommen Conergy ist mittlerweile wieder sehr agressive unterwegs mit ihren OEM-Modulen wie man jüngst an der Meldung aus England gesehen hat. Conergy baut dort 5 Solarkraftwerke mit ihren OEM-Modulen über insgesamt 40 MW. Darüberhinaus ist ja der Preisunterschied zwischen den europäischen Modulbauer und den China-Solaris mittlerweile nicht mehr so groß, so dass einige große Solarteuere auf europäische Module umswitchen. Man hat an den Q3-Zahlen von Sunüpower auch gesehen, dass die Amerikaner von den chinesischen Mindestpreisen ebenfalls profitieren.
Das sind jetzt mal die drei größten Unsicherheiten bezüglich den China-Solaris.
Gab es bis Mitte November fast nur positiven Branchennewsflow, so gibt es jetzt halt wieder einen negativen Branchennewsflow. Dieses extreme Auf und Ab war bei Solar schon immer so und das wird sich so lange nicht ändern bis Solar ohne staatliche Förderung auskommen kann. Mit dem muss man leben können, wenn man in Solaraktien investiert ist und man sollte bei Solaraktien tunlichst mit einem ganz strigenden Moneymanagement arbeiten. Soll heißen. man geht lieber mal mit einem Verlust raus und steigt dann später halt wieder etwas weiter höher ein, wenn die Unischerheiten geringer geworden sind oder wenn sie sich positiv aufgelöst haben.
Man sollte nun wirklich nicht vergessen wo der Kurs der Jinko-Aktie vor einem Jahr stand. Genau bei 6 $. Also hat sich die Jinko-Aktie mehr als vervierfacht innerhalb 12 Monate. Ich bin schon seit den Q2-Zahlen 2012 wieder ein Jinko-Optimist geworden, aber dass Jinko heute bei einem Kurs gröér 25 $ notiert. mit dem hätte ich niemals gerechnet. Dass nach eine solch brillianten Kursperformance irgendwann eine stärkere Korrektur komen wird ist ja dann an der Börse nichts ungewöhnliches und wenn dann fast aus dem heiteren Himmel heraus große Unsicherheiten im chinesischen Heimatmarkt auftauchen, dann ist die Wahrscheinlichkeit halt recht hoch, dass eine "normale" und sehr gesunde Korrektur noch an Dynamik gewinnt.
Hier meine Jinko-Analgestrategie für alle die es interessiert:
Ich bin ja vor zwei Tagen wieder rein, als Jinko die 50-Tageslinie bei knapp über 26 $ angegratzt hat (komplett raus bin ich am 6.12. als die 20-Tageslinie bei 29,96 $ durchbrochen wurde). Werde aber ohne Komprisse bei Kursen von um die 23 $ komplett wieder rausgehen und erst wieder einsteigen wenn Jinko die 50-Tageslinie überschritten hat. Vorher ist mir ganz einfach das Risiko hier viel zu hoch. Obwohl ich absolut davon überzeugt bin, dass Jinko im kommenden Jahr ihr All Time High von 41,75 $ sehr nahe kommen wird. Insofern sich alle genannten Unsicherheiten einigermaßen in Wohlwollen auflösen.