Hmmm, na gut, sehe ich dann einfach etwas anders. Allein auf Charttechnik beruhend würde ich nicht gegen bestehende Trends ankaufen. Das ist mir zu unsicher, da die Chance die entsprechenden Tiefs/Hochs zu erwischen einfach zu gering ist. Da schwimme ich lieber mit dem Markt.
Hotelling Theorie: Habe ich jetzt nur kurz überflogen, aber eine konkrete Handlungsempfehlung konnte ich da jetzt echt nicht rauslesen. Stellt sich ja immer die Frage, welcher Preis bei welcher Menge an vorhandenen und abbaubaren Resourcen gerechtfertigt ist. Da spielen soviele Faktoren eine Rolle, dass niemand genau sagen kann welcher Preis beim Öl nun wirklich gerechtfertigt ist. Und so wie ich das verstanden habe, müsste man für diese Theorie schon wissen, welcher Preis eigentlich korrekt wäre, um sich daran zu orientieren.
Fracking ist ein Strohfeuer: Seh ich absolut nicht. Alleine schon aus zwei Gründen wird es kein Strohfeuer sein und das sind politische:
1. Die USA streben seit Jahrzehnten nach einer Unabhängigkeit vom Öl, haben dafür Konflikte in der ganzen Welt angezettelt und Kriege geführt. Die USA lassen nicht zu, dass diese Branche wieder kaputtgeht und wenn sie sie subventionieren müssen.
2. Über den Ölpreis bzw. das Fracking können die USA wunderbar Einfluss auf viele ihrer weltweiten Gegner ausüben, ohne auch nur einen Soldaten in dem Kampf schicken zu müssen. Man muss nur mal sehen wieviele Ländern mit denen die USA nicht auf einer Wellenlänge liegen, durch den sinkenden Ölpreis massiv beeinflusst und geschädigt werden: Russland hat massive Probleme und der Iran ist u.a. durch den Ölpreis bereit mit den USA über sein Atomprogramm zu sprechen.
anziehende Wirtschaft aufgrund des geringen Ölpreises und dadurch steigende Nachfrage: Ist aus meiner Sicht teilweise richtig, wobei ich das auch noch nicht wirklich so sehe. In China z.B. ist nichts von einer anziehenden Wirtschaft zu merken, in Europa sind teilweise Anzeichen zu erkennen, wobei ich das eher dem Euro zuschreiben würde, aber insgesamt sehe ich eine wirklich anziehende Wirtschaft nur in den USA und die kann in der nächsten Zeit durch den starken Dollar auch schnell wieder belastet werden.
Für mich stehen eher kurzfristige negative beim Ölpreis im Vordergrund:
-Eine mögliche Einigung der USA mit dem Iran über das Atomprogramm verbunden mit einer Lockerung der Sanktionen, was einiges zusätzliches Öl in den Markt schwemmen würde. Dem Iran ist der Ölpreis nämlich relativ egal, da deren Öl schon seit einiger Zeit in den Tanks rumliegt und nicht verkauft werden kann. Bei denen ist jeder zusätzliche Dollar ein guter Dollar.
-Die Gefahr, dass in den USA die Speicherkapazitäten überschritten werden könnte und deswegen das Ölexportverbot der USA aufgehoben wird. Wobei das wohl nur deutliche negative Folgen für den Brent Preis hätte und WTI eher etwas steigen lassen würde.