Wirtschaft fordert Nullrunde für Rentner
Hundt: „Das ist nur gerecht.“ Mit dieser Maßnahme würde die heutige Rentnergeneration auch stärker an der Lastenverteilung beteiligt. Wegen der zunehmenden Lebenserwartung muss nach Ansicht von Hundt auch die Regelaltersgrenze beim Renteneintritt nach dem Jahr 2010 auf 67 Jahre erhöht werden
von Christoph B. Schiltz
Ein Rentner-Paar sonnt sich. Sie sollen an eine gerechte Lastenverteilung beteiligt werden
Foto: ddp
Berlin - Nach Ansicht von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt benötigt die Rentenversicherung eine kurzfristige und schnellwirkende Entlastung, damit die Rentenausgaben nicht explodieren. „Deshalb bin ich dafür, die nächste Rentenanpassung am 1. Juli 2003 auszusetzen“, sagte Hundt der WELT. Mit dieser Maßnahme würde die heutige Rentnergeneration auch stärker an der Lastenverteilung beteiligt. „Das ist nur gerecht“, so Hundt.
Neben einer Aussetzung oder Verschiebung der Rentenanpassung forderte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) eine neue Rentenformel: „Eine schrittweise Senkung des Nettorentenniveaus – für einen Arbeitnehmer mit 45 Versicherungsjahren – auf eine Größenordnung von 60 bis 62 Prozent im Jahr 2030 ist durch entsprechende Änderungen in der Rentenanpassungsformel unumgänglich.“
„Darüber hinaus müssen die Anreize zur Frühverrentung deutlich verringert werden, zum Beispiel durch Anhebung der Abschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn von derzeit 0,3 auf 0,5 Prozent je vorgezogenen Monat.“
Hundt warf der Bundesregierung vor, mit der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze, der Erhöhung des Beitragssatzes auf 19,5 Prozent und mit dem Rückgriff auf die Schwankungsreserve die „falschen Antworten“ auf die bestehenden Finanzierungsprobleme zu geben. Diese Maßnahmen belasteten Unternehmen und Arbeitnehmer und verschärften nicht nur die konjunkturelle Krise, sondern vor allem auch die Strukturdefizite. Hundt: „Der Kollaps in der Rentenversicherung, der Teufelskreis aus höheren Beitragssätzen, Arbeitsplatzabbau und Wegbrechen der Finanzierungsgrundlagen lässt sich aber nicht durch Aussitzen und durch eine weitere Erhöhung der Zwangsabgaben und Personalzusatzkosten vermeiden“.
Beitragssenkungen auf unter 19 Prozent seien unerlässlich, so der Arbeitgeberchef weiter. Dazu müssten auch mehr Anreize zur Eigenvorsorge geschaffen werden. „Ohne nachhaltige Strukturreformen wird unsere Rentenversicherung dieses Jahrzehnt nicht mehr überstehen, weil sie nicht mehr zu bezahlen und irreparabel geworden ist.“
Hundt: „Das ist nur gerecht.“ Mit dieser Maßnahme würde die heutige Rentnergeneration auch stärker an der Lastenverteilung beteiligt. Wegen der zunehmenden Lebenserwartung muss nach Ansicht von Hundt auch die Regelaltersgrenze beim Renteneintritt nach dem Jahr 2010 auf 67 Jahre erhöht werden
von Christoph B. Schiltz
Ein Rentner-Paar sonnt sich. Sie sollen an eine gerechte Lastenverteilung beteiligt werden
Foto: ddp
Berlin - Nach Ansicht von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt benötigt die Rentenversicherung eine kurzfristige und schnellwirkende Entlastung, damit die Rentenausgaben nicht explodieren. „Deshalb bin ich dafür, die nächste Rentenanpassung am 1. Juli 2003 auszusetzen“, sagte Hundt der WELT. Mit dieser Maßnahme würde die heutige Rentnergeneration auch stärker an der Lastenverteilung beteiligt. „Das ist nur gerecht“, so Hundt.
Neben einer Aussetzung oder Verschiebung der Rentenanpassung forderte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) eine neue Rentenformel: „Eine schrittweise Senkung des Nettorentenniveaus – für einen Arbeitnehmer mit 45 Versicherungsjahren – auf eine Größenordnung von 60 bis 62 Prozent im Jahr 2030 ist durch entsprechende Änderungen in der Rentenanpassungsformel unumgänglich.“
„Darüber hinaus müssen die Anreize zur Frühverrentung deutlich verringert werden, zum Beispiel durch Anhebung der Abschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn von derzeit 0,3 auf 0,5 Prozent je vorgezogenen Monat.“
Hundt warf der Bundesregierung vor, mit der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze, der Erhöhung des Beitragssatzes auf 19,5 Prozent und mit dem Rückgriff auf die Schwankungsreserve die „falschen Antworten“ auf die bestehenden Finanzierungsprobleme zu geben. Diese Maßnahmen belasteten Unternehmen und Arbeitnehmer und verschärften nicht nur die konjunkturelle Krise, sondern vor allem auch die Strukturdefizite. Hundt: „Der Kollaps in der Rentenversicherung, der Teufelskreis aus höheren Beitragssätzen, Arbeitsplatzabbau und Wegbrechen der Finanzierungsgrundlagen lässt sich aber nicht durch Aussitzen und durch eine weitere Erhöhung der Zwangsabgaben und Personalzusatzkosten vermeiden“.
Beitragssenkungen auf unter 19 Prozent seien unerlässlich, so der Arbeitgeberchef weiter. Dazu müssten auch mehr Anreize zur Eigenvorsorge geschaffen werden. „Ohne nachhaltige Strukturreformen wird unsere Rentenversicherung dieses Jahrzehnt nicht mehr überstehen, weil sie nicht mehr zu bezahlen und irreparabel geworden ist.“