Jeder zweite Verbraucher enttäuscht vom Online-Kau


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Jeder zweite Verbraucher enttäuscht vom Online-Kau

 
27.08.01 17:29
Jeder zweite Verbraucher enttäuscht vom ersten Online-Kauf

 
Wer glaubt, Online-Shopping sei eine ausgereifte Sache, täuscht sich: Jeder zweite Verbraucher ist mit seinem Einkauf im Web unzufrieden. So lautet die Meinung von neuen Nutzern, die im Rahmen der aktuellen Studie von Mercuri International, München, Testkäufe im Internet getätigt haben. Ausschlaggebend für ihre Enttäuschung waren im Wesentlichen drei Faktoren: Die Verbraucher konnten keinen Preisvorteil im Vergleich zum stationären Warenangebot erkennen, der Einkauf nahm zu viel Zeit in Anspruch und die Beratungs- bzw. Serviceleistungen ließen im Vergleich zum klassischen Handel zu wünschen übrig.

Die 97 Teilnehmer der Studie konnten sich bei über 300 Online-Testkäufen ein Bild von den Möglichkeiten des Online-Shoppings machen. Jeweils vor dem Einkauf im Web entschieden sie sich für einen bestimmten Artikel, den sie in nächster Zeit ohnehin im stationären Handel kaufen wollten. Spitzenreiter ist der Karstadt-Shop, er erreichte einen Wert von rund 81 Prozent, darauf folgt Karstadt mit 80,7 Prozent und Tchibo mit 80 Zufriedenheit.

Rund 55 Prozent der Teilnehmer waren enttäuscht, dass das Internet gegenüber dem stationären Handel keinen Preisvorteil bot. Insbesondere bei den Versandkosten hätten sich 23 Prozent der Käufer mehr Transparenz gewünscht. Der langsame Seitenaufbau und die Dauer des Einkaufs gaben ebenfalls zu Klagen Anlass: Durchschnittlich benötigten die Teilnehmer für den Einkauf 31 Minuten, davon mehr als acht Minuten für den Kaufabschluss, der den Testkäufern oft zu kompliziert war.

Testkäufer finden das Gesuchte nicht

Auch das Sortiment der Shops entsprach häufig nicht den Erwartungen der Käufer: Obwohl das gewählte Produkt im stationären Handel erhältlich war, suchte ein Viertel der Testeinkäufer im Internet-Shop vergeblich danach. Darüber hinaus war jeder Zehnte der Meinung, dass die Qualität der Produktabbildungen und -beschreibungen nicht ausreicht, um eine genaue Vorstellung vom Produkt zu bekommen. Wichtige Detailinformationen fehlten nach Ansicht von rund 22 Prozent der Käufer.

Die Lieferung der gekauften Artikel gestaltete sich in vielen Fällen problematisch: Manche Käufer mussten bis zu 20 Tage auf die gewünschte Ware warten, jeder siebte Kunde stand am Ende sogar ohne Produkt da. Knapp ein Drittel der Testpersonen gab an, durch die schlechten Erfahrungen beim Online-Einkauf von weiteren Einkäufen im Internet regelrecht "abgeschreckt" worden zu sein. Fast die Hälfte hätte am liebsten den Einkauf abgebrochen, um den Shop zu wechseln bzw. auf das stationäre Angebot zurückzugreifen.

Trotz der vielen Schwachstellen, die im Rahmen der repräsentativen Stichprobe deutlich zu Tage getreten sind, hält der Autor der Studie, Jens-Eric Bahr, Leiter von Mercuri Research, Online-Shopping für einen wichtigen Vertriebskanal des Einzelhandels: "Die Internet-Shops ergänzen das stationäre Angebot des Einzelhandels und eröffnen zusätzliche Absatzmöglichkeiten. Die bestehenden E-Commerce-Angebote können die Verbraucher aber bisher nicht wirklich überzeugen: Vermeintliche Vorteile wie Geld- und Zeitersparnis werden oft nicht eingelöst. Die Verbraucher wollen nach wie vor von den Stärken des stationären Verkaufs profitieren: Dazu gehören in erster Linie die persönliche Beratung, der zwischenmenschliche Kontakt und die guten Serviceleistungen." (as)  
 
 

 
[Mon, 27.08.2001] - © 2001 de.internet.com
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