ftd.de, Mo, 21.1.2002, 17:02
Jeder vierte Arbeitslose sucht keine Stelle
Ein Viertel der Arbeitslosen sucht einer Studie zufolge keine Stelle. Jeder fünfte Arbeitslose ist nur mit mittelmäßigem Einsatz dabei. Dafür werden mehrere Gründe genannt.
Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) und der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, stellten am Montag in Mannheim eine Studie der Bundesanstalt vor, derzufolge die Hälfte der Arbeitslosen mit großem Engagement eine Stelle sucht. Für die Erhebung hatte Infas im Frühjahr 2000 rund 20.000 Telefon-Interviews geführt, bei denen 60 Prozent der Befragten antworteten.
Die Zahlen sollen Riester zufolge eine "möglichst schnelle, zielgenaue" Vermittlung ermöglichen oder beim Sparen von Ressourcen helfen. Zudem solle die Arbeitslosenstatistik aus Gründen der Transparenz in der kommenden Legislaturperiode auch jene Personen ausweisen, die keine Stelle suchten, forderte er. Jagoda kündigte an, die Arbeitsverwaltung werde sich verstärkt jenen Arbeitslosen widmen, die nur mit mittlerer Intensität suchten. Er appellierte zudem an Betriebe, bei Einstellungen "kompromissbereiter" zu sein und auch ältere Arbeitslose einzustellen.
Angehende Rentner suchen seltener
Bei jenem Viertel der Befragten, die sich nicht um eine Stelle bemühten, stellten angehende Rentner mit 15 Prozent die größte Gruppe. Weitere fünf Prozent hatten bei der Befragung bereits einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz in Aussicht. Sieben Prozent suchten zum Teil aus familiären Gründen nicht nach einer Stelle. Sie übernehmen die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen.
Jagoda verwies auch auf die große Zahl derer, die infolge von Personalabbau, Betriebsstilllegungen oder Konkurs entlassen wurden und nach zahlreichen erfolglosen Bewerbungen entmutigt seien. "Deshalb kann nicht überraschen, dass sie nach einer gewissen Zeit nicht mehr sehr aktiv nach Arbeit suchen", sagte Jagoda.
Bundesarbeitsminister Riester appellierte an die Unternehmen, verstärkt offene Stellen in den Betrieben zu melden. Der SPD-Politiker sagte, damit könnte spürbar und nahezu kostenlos zum Abbau der Arbeitslosigkeit beigetragen werden.
© 2002 Financial Times Deutschland
Jeder vierte Arbeitslose sucht keine Stelle
Ein Viertel der Arbeitslosen sucht einer Studie zufolge keine Stelle. Jeder fünfte Arbeitslose ist nur mit mittelmäßigem Einsatz dabei. Dafür werden mehrere Gründe genannt.
Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) und der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, stellten am Montag in Mannheim eine Studie der Bundesanstalt vor, derzufolge die Hälfte der Arbeitslosen mit großem Engagement eine Stelle sucht. Für die Erhebung hatte Infas im Frühjahr 2000 rund 20.000 Telefon-Interviews geführt, bei denen 60 Prozent der Befragten antworteten.
Die Zahlen sollen Riester zufolge eine "möglichst schnelle, zielgenaue" Vermittlung ermöglichen oder beim Sparen von Ressourcen helfen. Zudem solle die Arbeitslosenstatistik aus Gründen der Transparenz in der kommenden Legislaturperiode auch jene Personen ausweisen, die keine Stelle suchten, forderte er. Jagoda kündigte an, die Arbeitsverwaltung werde sich verstärkt jenen Arbeitslosen widmen, die nur mit mittlerer Intensität suchten. Er appellierte zudem an Betriebe, bei Einstellungen "kompromissbereiter" zu sein und auch ältere Arbeitslose einzustellen.
Angehende Rentner suchen seltener
Bei jenem Viertel der Befragten, die sich nicht um eine Stelle bemühten, stellten angehende Rentner mit 15 Prozent die größte Gruppe. Weitere fünf Prozent hatten bei der Befragung bereits einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz in Aussicht. Sieben Prozent suchten zum Teil aus familiären Gründen nicht nach einer Stelle. Sie übernehmen die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen.
Jagoda verwies auch auf die große Zahl derer, die infolge von Personalabbau, Betriebsstilllegungen oder Konkurs entlassen wurden und nach zahlreichen erfolglosen Bewerbungen entmutigt seien. "Deshalb kann nicht überraschen, dass sie nach einer gewissen Zeit nicht mehr sehr aktiv nach Arbeit suchen", sagte Jagoda.
Bundesarbeitsminister Riester appellierte an die Unternehmen, verstärkt offene Stellen in den Betrieben zu melden. Der SPD-Politiker sagte, damit könnte spürbar und nahezu kostenlos zum Abbau der Arbeitslosigkeit beigetragen werden.
© 2002 Financial Times Deutschland