Wenn man bedenkt, daß im Hybriden 16% noch nicht bezahlte Zinsen drin sind könnte dies ein gutes Geschäft sein.
Es is ein gutes Zeichen, daß auch die Hybrid-Gläubiger in die Verhandlungen über das neue Kapitalkonzept eingeladen wurden, obwohl der Hybrid nachrangig ist. Man merkt die IVG denkt langfristig und tut alles um ihre zukünftigen Chancen am Anleihemarkt zu erhöhen.
Ich denke, wenn z.B. die Hybrid-Gläubiger eine weitsichtige Entscheidung treffen und einem teilweisen oder vollständigen Debt-Equity-Swap zustimmen und vielleicht 16-20% Cash Sweetener bekommen, dann hat die IVG eine rosige Zukunft.
Wenn ein Investor Aktien und Anleihen der IVG besitzt wäre es für ihn sehr sinnvoll bei den Anleihen Entgegenkommen zu zeigen, damit seine Aktien sich danach vervielfachen.
Die Alternative für Gläubiger wäre sturrköpfig zu sein und eine langwierige und geldvernichtende Insolvenz zu riskieren. Mit so einer übersteigerten Ego-Demonstration wäre niemandem gedient.
Wenn man auf der IVG Homepage die aktuelle Aktionärstruktur ansieht:
www.ivg.de/investor-relations/ivg-aktie/aktionaersstruktur
so gibt es drei große Aktionäre. Die könnten durchaus so eine Aktien plus Anleihen Doppel-Strategie fahren.
Wenn noch mehr neue Investoren diese Aktien und Anleihen Doppel-Strategie fahren könnte dies für den Kurs sowohl der Aktien als auch der Anleihen positiv sein.
Wenn dann noch ein Short-Squeeze kommt könnte die IVG Aktie sich positiv entwickeln.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Finanzinvestoren die IVG gegen die Wand fahren halte ich für weniger als 50%. Diese Demonstration des Raubtierkapitalismuses könnte eine Verschärfung des Vorgehens der Politik gegen Hedge-Fonds und Leer-Verkäufer heraufbeschwören. Die Finanzinvestoren würden sich damit ins eigene Knie schießen und ihre Geschäftsgrundlage riskieren.
Zu beachten ist das neue ESUG "Gesetz zur Erleichterung der Unternehmenssanierung" was bei einigen Sanierungen bereits angewendet wurde, jedoch die Beteiligten noch in der Lernkurve im mittleren Bereich sind. Aus den teilweise nicht so gut gelungenen ESUG Sanierungen hat man hoffentlich gelernt und macht es bei der IVG besser. Rothschild kann sich hier als Berater einen guten Ruf erarbeiten und damit zukünftiges lukratives Geschäft generieren. Gleiches gilt für die Berater der Gläubiger.
Manche vergleichen den Fall IVG mit der Immofinanz Krise. Dabei ist zu beachten, daß die Immofinanz erheblich mehr Eigenkapital damals hatte, ca. 50%. IVG hat jedoch nur etwas mehr als 20%. Es wird wahrscheinlich bei der IVG ohne Debt-Equity-Swap nicht weitergehen. Wie hoch die Verwässerung der Altaktionäre sein wird lässt sich erst später abschätzen im August 2013, wenn das Finanzierungskonzept auf der Hauptversammlung vorgestellt wird.
Disclaimer:
Jeder muss sich ein eigenes Bild der Lage bilden und danach entscheiden welche Strategie er hier fährt. Dies ist keine Anlageempfehlung. Der Poster besitzt seit kurzem IVG Aktien und IVG Hybride.
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