Ist KPN wirklich ein Geheimtipp?


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mothy:

Ist KPN wirklich ein Geheimtipp?

 
19.03.02 07:39
Aus der FTD vom 19.3.2002 www.ftd.de/kapital
Das Kapital: Ist KPN wirklich ein Geheimtipp?

KPN mausert sich zum Geheimtip in Europas Telekomsektor. Die Aktie notiert mit dem 3,2-fachen Gewinn des Jahres 2000. So zumindest sehen es manche Analysten.

Teilweise dürfte das an der Geschwindigkeit liegen, mit der KPN -Chef Ad Scheepbouwer den Umbau betreibt. Seit der Kapitalerhöhung im Dezember ist praktisch alles nach Plan gelaufen. Da vergisst man halt leicht die Verwässerungseffekte beim Errechnen historischer KGVs. Die Kapitalerhöhung und der Umtausch des E-Plus-Anteils von Bell South haben die Aktienzahl fast verdoppelt, was einen 2000er KGV von 5,9 ergibt. Und ohne die 2,3 Mrd. Euro Buchgewinn aus dem Verkauf von 15 Prozent der Mobilfunktochter an NTT Docomo hätte KPN schon 2000 Verluste geschrieben. Der letzte "echte" Gewinn ergibt ein KGV von 15 - für 1999.

Damit ist KPN höchstens im Vergleich zu den schwerfälligsten Ex-Monopolisten wie France Telecom ein Geheimtipp. Immerhin hat Scheepbouwer seit seiner Bestellung kräftig Stellen abgebaut. Das spart 800 Mio. Euro jährlich, die zu 90 Prozent bereits 2003 wirksam werden. Überdurchschnittliches Ertragswachstum winkt. KPN kostet gerade mal den 6,5-fachen laufenden Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Goodwill (Ebitda) - zwölf Prozent weniger als der europäische Monopolistenschnitt. Nach der Abschreibung von 13,7 Mrd. Euro auf E-Plus sollte davon demnächst was übrig bleiben.


Mit Schulden von zum Jahresende hoffentlich "nur" noch 14,9 Mrd. Euro bleibt KPN riskant. Der Börsenwert liegt bei 13 Mrd. Euro. Niedrigere Mobilfunkbewertungen schlagen deshalb fast so stark auf den Kurs durch wie bei reinen, weniger verschuldeten Mobilfunkern. Das gilt jedoch auch umgekehrt, falls die Umsätze pro Nutzer steigen oder Marktbereinigung in Deutschland kommt.


Zumindest letztere wird langsam wahrscheinlich. Scheepbouwer scheint zum Verkauf von E-Plus bereit, falls der Preis stimmt. Als Partner der deutschen Sorgenkinder von Telefonica und France Telecom wäre E-Plus bestens geeignet. Der drittgrößte Anbieter hat im vierten Quartal eine beachtliche Ebitda-Marge von 29,5 Prozent erzielt. Bloß muss auch die Telekomaufsicht mitspielen. Und den Käufern fehlt derzeit das nötige Kleingeld. KPN könnte sogar noch günstiger werden, falls Bell South demnächst anfängt, den Anteil von 9,4 Prozent abzubauen. Spätestens dann aber sollten die Chancen überwiegen, zumindest auf mittlere Sicht.



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