US-Dienstleistungsbranche wächst mit Rekordtempo
Die Geschäfte im US-Dienstleistungssektor sind im Juli völlig unerwartet gewachsen. Analysten sprachen von "beeindruckenden Zahlen".
Der am Dienstag veröffentlichte Service-Index des Institute for Supply Management (ISM), kletterte im vergangenen Monat überraschend auf seinen bislang höchsten Stand. Analysten zufolge liefern die Daten einen weiteren Hinweis auf eine wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr. Die Aktienmärkte und der Dollar reagierten allerdings nur vorübergehend mit Kursgewinnen auf die Daten, was Börsianer auf die weiter eher schwache Entwicklung in der krisengeschüttelten Industrie und die noch immer angespannte Lage am Arbeitsmarkt zurückführten. Auch in der Euro-Zone verzeichnete die Dienstleistungsbranche unterdessen überraschend eine Geschäftsbelebung.
Der an den Finanzmärkten viel beachtete ISM-Service-Index stieg auf 65,1 Punkte und damit den höchsten Wert seit Beginn der Umfrage im Juli 1997. Im Juni dieses Jahres lag das Branchenbarometer noch bei 60,6 Zählern. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 58,0 Punkte vorausgesagt. Zahlen über 50 Punkten zeigen eine wachsende Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor, Zahlen unter dieser Marke eine schrumpfende Geschäftstätigkeit an.
Zuwächse im Neugeschäft
Volkswirte zeigten sich insbesondere erfreut über die kräftigen Zuwächse beim Neugeschäft, das als Gradmesser für die künftige Geschäftsentwicklung gilt. So legte der Teilindex Neubestellungen auf 66,9 Punkte von 57,5 Punkte im Juni zu. Auch der Teilindex Beschäftigung verbesserte sich auf 50,7 (50,3) Zähler und signalisiert damit, dass das Stellenwachstum im Dienstleistungssektor sich wieder etwas beschleunigt.
In der Euro-Zone stieg die Geschäftstätigkeit der Branche im Juli erstmals seit Jahresbeginn wieder, wenn auch nur geringfügig. Der Reuters-Service-Index kletterte auf 50,2 (48,2) Punkte und zeigt mit einem Wert über 50 Punkten wieder ein Wachstum des Sektors. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg auf 48,7 Zähler gerechnet. In Deutschland sind die Geschäfte dagegen immer noch rückläufig, diese Entwicklung bremste sich im vergangenen Monat aber weiter ab.
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