Irak fordert Ölembargo


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sir charles:

Irak fordert Ölembargo

 
02.04.02 12:15
Irak fordert Ölembargo

Im Nahostkonflikt soll durch ein Ölembargo Druck auf jene Staaten ausgeübt werden, die Israel unterstützen. Keine breite Zustimmung findet der Plan bei den anderen arabischen Staaten.


SINGAPUR/KUALA LUMPUR (ag.). Die US-Ölpreise haben sich am Dienstag nach dem Halbjahres-Hoch vom Vortag bei 27 Dollar eingependelt. Islamische Produzentenstaaten hatten zuvor die Forderung des Irak, den Ölpreis als Waffe gegen die Unterstützer Israels einzusetzen, als wenig aussichtsreich bezeichnet. Auch Analysten erwarten nicht, daß die arabischen Staaten dem Aufruf des Irak folgen werden.

Die führende Öl-Sorte US Light Crude wurde Dienstagfrüh (MEZ) mit 27,02 Dollar (30,97 Euro) je Barrel (1 Barrel = 159 Liter) 0,14 Dollar über dem New Yorker Schlußkurs vom Vortag gehandelt. Am Montag hatte der Preis mit 27,40 Dollar noch ein Sieben-Monats-Hoch markiert. "Unruhen im Nahen Osten sind nie gut für den Markt, weil die Leute Angst haben, daß die Energiepreise in die Höhe schießen", sagte ein Händler.

Am Montag hatte der Irak die arabischen Staaten aufgefordert, mit einer Verknappung des Öls jene Staaten zu bestrafen, die Israel unterstützen. "Setzt das Öl als Waffe im Kampf gegen den Feind ein", hieß es in einer Erklärung der regierenden Staatspartei "Baath". In den siebziger Jahren hatten die Staaten ein Embargo gegen westliche Länder durchgesetzt. Der Ölpreis vervierfachte sich seinerzeit, und die Wirtschaft der betroffenen Staaten erlitt erhebliche Schäden.

Der Iran bezeichnete es als zwar "sehr effektiv", wenn der Ölpreis als Druckmittel im Nahost-Konflikt eingesetzt werde. Darüber müßten aber alle islamischen Staaten gemeinsam entscheiden, sagte Irans Außenminister Kamal Charrasi am Rande der Tagung der Konferenz der Islamischen Staaten (OIC) im malaysischen Kuala Lumpur.

Kuwait dagegen lehnt es ab, den Ölpreis als Waffe einzusetzen. "Wir müssen realistisch sein, wenn wir über die Öl-Waffe sprechen. Das ist ein zweischneidiges Schwert, das uns mehr schaden würde als den USA - sowohl kurz- als auch langfristig", sagte ein Delegierter Kuwaits am Rande der OIC-Tagung. Mit dieser Maßnahme erreiche man auch nicht das gewünschte Ziel, den Palästinensern zu helfen. "Das ist unmöglich. Wie können wir unsere palästinensischen Brüder unterstützen, wenn wir keine Einnahmen haben."

Auch Indonesien sieht keine ausreichende Unterstützung für die Forderung des Irak. "Ich denke, es ist fast unmöglich", sagte der indonesische Justizminister Yusril Ihza Mahendra vor Journalisten am Rande der OIC-Konferenz.

Analysten zufolge würde ein Öl-Embargo die arabischen Staaten selbst schwer treffen. "Es gäbe tief greifende wirtschaftliche Auswirkungen. Die Araber werden kaum die Öl-Waffe einsetzen", sagte ein saudiarabischer Öl-Analyst. "Die Dinge sind heute ganz anders als in den siebziger Jahren."

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Wikinger:

ich fordere :

 
02.04.02 12:20
einmarschiere,
oder
atomkraft oder so,
damit wir nicht abhängig werden.
dann soll`se ihr öl slber saufen, prost

Irak fordert Ölembargo 625348gfx.finanztreff.de/images/tw/11.gif" style="max-width:560px" > mfg wikinger Irak fordert Ölembargo 625348gfx.finanztreff.de/images/tw/11.gif" style="max-width:560px" >
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ribald:

Europa bezieht das Öl kaum aus der arab. Welt,

 
02.04.02 12:30
sondern Nordsee- und Rußland-Öl.

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sir charles:

@ribald bist da so sicher das in Rotterdam kein

 
02.04.02 12:32
arabisches Öl ankommt und verkauft wird???
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fosca:

Ich fordere

 
02.04.02 12:33
Freibier, mit dem wir dann einmaschiere,
oder Sonnenenergie oder so,
damit wir nicht nachdenklich werden.
Danach solln'se ihr Bier selber brauen, prost
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ribald:

mit Öl wird weltweit spekuliert und gehandelt wie

 
02.04.02 12:45
mit Aktien.
Spotmarkt in Rotterdam


Der Spotmarkt

Der "berühmte" Spotmarkt entwickelte sich nach der Ölkrise 1973-74. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden ca. 5% des Handels als Restmenge im Spotmarkt verkauft. 95% der Ölproduktion wechselten auf Basis von langfristigen Verträgen die Besitzer. Solche Verträge sorgen sowohl beim Erzeuger als auch beim Abnehmer für betriebswirtschaftliche Planbarkeit.

Nachteilig ist allerdings die Unflexibilität des Systems in Zeiten wirtschaftlicher Veränderung. In solchen Perioden ist das Spothandelsystem vorteilhaft. Es erlaubt Tagesgeschäfte mit momentan gültigen Preisen. So wie die Wirtschaft sich zyklisch ändert, ändert sich auch die Nutzung des Spothandels. In den 90er Jahren wurden über 50% der Mengen im Spot gehandelt.

Zwischen 1983 und 1985 boomte der Spothandel mit Anteilen von 80-90% am Gesamtmarkt. Er wurde durch Überkapazitäten und Veränderungen des Marktgefüges zwischen den großen Mineralölgesellschaften und den OPEC-Ländern entfacht. Letztere warfen nach Verlusten von Marktanteilen ihre Mengen auf den Spotmarkt.

Spothandel findet hauptsächlich in Rotterdam und New York statt.


Der Futuresmarkt


In den letzten zwei Jahrzehnten entwickelte sich ein Futuresmarkt als Kompromiss zwischen dem Handel mit langfristigen Verträgen und dem Spothandel. Futures auf Öl sind standardisierte Verträge, die über ein Jahr hinaus laufen können. Sie sind jederzeit handelbar, sodass die Flexibilität hinsichtlich der Abnahme von Öl erhalten bleibt.

Die Handelsform wurde 1974 an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) eingeführt. Ihren Durchbruch hatte sie nach 1978 als in den USA der Heizölpreis, der bis dahin staatlich festgelegt war, freigegeben wurde. Er ist seit dieser Zeit auch auf internationalem Parkett sehr volatil.

Futures werden an der NYMEX, der IPE (International Petroleum Exchange) in London und an der SIMEX (International Monetary Exchange) in Singapur gehandelt. In Deutschland erfreut sich dieses Mittel der Risikoabsicherung keines großen Zuspruchs durch die Händler. Daher müssen die meisten Verbraucher mit der hohen Volatilität des Ölpreises leben.


Wer macht den Preis?  


Der Preis wird entgegen der landläufigen Meinung nicht von den großen Mineralölgesellschaften bestimmt. Ihr Einfluss wird weit überschätzt. Die falsche Meinung hat allerdings eine wahre Geschichte. Es gab einmal eine Zeit, in der die sieben großen Gesellschaften 70% des Weltmarktes unter sich aufteilten. Und selbst das war noch nicht das Schlimmste.

Bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es eine Gesellschaft, die so bestimmend im Ölgeschäft war, wie Microsoft im Geschäft mit PC-Software. Es war Rockefellers Standard Oil of America. Nach einem spektakulären Kartellverfahren wurde der Konzern zerschlagen. Es entstanden EXXON, CHEVRON u.v.a. bekannte Gesellschaften daraus.

Heute haben die größten sog. Multis (EXXON, BP, SHELL) jeweils nicht mehr als 3% Förderanteil am Rohöl. Die OPEC-Länder decken ca. 40% des weltweiten Ölbedarfs. In Deutschland kommt kein Konzern über 20% Marktanteil im Handel mit Mineralölprodukten. Der Heizölhandel wird von den Regionalgesellschaften DEA und ARAL mit ca. 20% bzw. 16% Marktanteil dominiert.

Und wer macht nun den Preis? Angebot, Nachfrage und Psychologie heißt die Antwort. Der Preis wird mit den oben genannten Instrumenten frei ausgehandelt. Der Seismograph-Effekt kann dabei von den unterschiedlichsten Ursachen ausgehen, vielleicht sogar von dem berühmten Schmetterlingsschlag der Chaostheorie. Und er kann von unterschiedlichster Seite gebildet und verstärkt werden, u.a. von Ihrem Verbraucherverhalten.
www.esyoil.com/s2_preise.php


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