Irak fordert Ölembargo
Im Nahostkonflikt soll durch ein Ölembargo Druck auf jene Staaten ausgeübt werden, die Israel unterstützen. Keine breite Zustimmung findet der Plan bei den anderen arabischen Staaten.
SINGAPUR/KUALA LUMPUR (ag.). Die US-Ölpreise haben sich am Dienstag nach dem Halbjahres-Hoch vom Vortag bei 27 Dollar eingependelt. Islamische Produzentenstaaten hatten zuvor die Forderung des Irak, den Ölpreis als Waffe gegen die Unterstützer Israels einzusetzen, als wenig aussichtsreich bezeichnet. Auch Analysten erwarten nicht, daß die arabischen Staaten dem Aufruf des Irak folgen werden.
Die führende Öl-Sorte US Light Crude wurde Dienstagfrüh (MEZ) mit 27,02 Dollar (30,97 Euro) je Barrel (1 Barrel = 159 Liter) 0,14 Dollar über dem New Yorker Schlußkurs vom Vortag gehandelt. Am Montag hatte der Preis mit 27,40 Dollar noch ein Sieben-Monats-Hoch markiert. "Unruhen im Nahen Osten sind nie gut für den Markt, weil die Leute Angst haben, daß die Energiepreise in die Höhe schießen", sagte ein Händler.
Am Montag hatte der Irak die arabischen Staaten aufgefordert, mit einer Verknappung des Öls jene Staaten zu bestrafen, die Israel unterstützen. "Setzt das Öl als Waffe im Kampf gegen den Feind ein", hieß es in einer Erklärung der regierenden Staatspartei "Baath". In den siebziger Jahren hatten die Staaten ein Embargo gegen westliche Länder durchgesetzt. Der Ölpreis vervierfachte sich seinerzeit, und die Wirtschaft der betroffenen Staaten erlitt erhebliche Schäden.
Der Iran bezeichnete es als zwar "sehr effektiv", wenn der Ölpreis als Druckmittel im Nahost-Konflikt eingesetzt werde. Darüber müßten aber alle islamischen Staaten gemeinsam entscheiden, sagte Irans Außenminister Kamal Charrasi am Rande der Tagung der Konferenz der Islamischen Staaten (OIC) im malaysischen Kuala Lumpur.
Kuwait dagegen lehnt es ab, den Ölpreis als Waffe einzusetzen. "Wir müssen realistisch sein, wenn wir über die Öl-Waffe sprechen. Das ist ein zweischneidiges Schwert, das uns mehr schaden würde als den USA - sowohl kurz- als auch langfristig", sagte ein Delegierter Kuwaits am Rande der OIC-Tagung. Mit dieser Maßnahme erreiche man auch nicht das gewünschte Ziel, den Palästinensern zu helfen. "Das ist unmöglich. Wie können wir unsere palästinensischen Brüder unterstützen, wenn wir keine Einnahmen haben."
Auch Indonesien sieht keine ausreichende Unterstützung für die Forderung des Irak. "Ich denke, es ist fast unmöglich", sagte der indonesische Justizminister Yusril Ihza Mahendra vor Journalisten am Rande der OIC-Konferenz.
Analysten zufolge würde ein Öl-Embargo die arabischen Staaten selbst schwer treffen. "Es gäbe tief greifende wirtschaftliche Auswirkungen. Die Araber werden kaum die Öl-Waffe einsetzen", sagte ein saudiarabischer Öl-Analyst. "Die Dinge sind heute ganz anders als in den siebziger Jahren."
Im Nahostkonflikt soll durch ein Ölembargo Druck auf jene Staaten ausgeübt werden, die Israel unterstützen. Keine breite Zustimmung findet der Plan bei den anderen arabischen Staaten.
SINGAPUR/KUALA LUMPUR (ag.). Die US-Ölpreise haben sich am Dienstag nach dem Halbjahres-Hoch vom Vortag bei 27 Dollar eingependelt. Islamische Produzentenstaaten hatten zuvor die Forderung des Irak, den Ölpreis als Waffe gegen die Unterstützer Israels einzusetzen, als wenig aussichtsreich bezeichnet. Auch Analysten erwarten nicht, daß die arabischen Staaten dem Aufruf des Irak folgen werden.
Die führende Öl-Sorte US Light Crude wurde Dienstagfrüh (MEZ) mit 27,02 Dollar (30,97 Euro) je Barrel (1 Barrel = 159 Liter) 0,14 Dollar über dem New Yorker Schlußkurs vom Vortag gehandelt. Am Montag hatte der Preis mit 27,40 Dollar noch ein Sieben-Monats-Hoch markiert. "Unruhen im Nahen Osten sind nie gut für den Markt, weil die Leute Angst haben, daß die Energiepreise in die Höhe schießen", sagte ein Händler.
Am Montag hatte der Irak die arabischen Staaten aufgefordert, mit einer Verknappung des Öls jene Staaten zu bestrafen, die Israel unterstützen. "Setzt das Öl als Waffe im Kampf gegen den Feind ein", hieß es in einer Erklärung der regierenden Staatspartei "Baath". In den siebziger Jahren hatten die Staaten ein Embargo gegen westliche Länder durchgesetzt. Der Ölpreis vervierfachte sich seinerzeit, und die Wirtschaft der betroffenen Staaten erlitt erhebliche Schäden.
Der Iran bezeichnete es als zwar "sehr effektiv", wenn der Ölpreis als Druckmittel im Nahost-Konflikt eingesetzt werde. Darüber müßten aber alle islamischen Staaten gemeinsam entscheiden, sagte Irans Außenminister Kamal Charrasi am Rande der Tagung der Konferenz der Islamischen Staaten (OIC) im malaysischen Kuala Lumpur.
Kuwait dagegen lehnt es ab, den Ölpreis als Waffe einzusetzen. "Wir müssen realistisch sein, wenn wir über die Öl-Waffe sprechen. Das ist ein zweischneidiges Schwert, das uns mehr schaden würde als den USA - sowohl kurz- als auch langfristig", sagte ein Delegierter Kuwaits am Rande der OIC-Tagung. Mit dieser Maßnahme erreiche man auch nicht das gewünschte Ziel, den Palästinensern zu helfen. "Das ist unmöglich. Wie können wir unsere palästinensischen Brüder unterstützen, wenn wir keine Einnahmen haben."
Auch Indonesien sieht keine ausreichende Unterstützung für die Forderung des Irak. "Ich denke, es ist fast unmöglich", sagte der indonesische Justizminister Yusril Ihza Mahendra vor Journalisten am Rande der OIC-Konferenz.
Analysten zufolge würde ein Öl-Embargo die arabischen Staaten selbst schwer treffen. "Es gäbe tief greifende wirtschaftliche Auswirkungen. Die Araber werden kaum die Öl-Waffe einsetzen", sagte ein saudiarabischer Öl-Analyst. "Die Dinge sind heute ganz anders als in den siebziger Jahren."