\"Cash-Burner\" proben den Befreiungsschlag
Eine w:o-Umfrage zu Kosten- und Kapitalsituation bringt Erstaunliches zu Tage: Viele der wegen des Geldverbrauchs angegriffenen Unternehmen konnten sich schnell von der Kostenlast befreien.
Von Marcus Helmich und Thomas Siedler
Vor Monaten waren sie noch als „Cash-Burner“ mit einer ungewissen Zukunft verschrien. Aktien, die wegen ihrer hohen Kostenbelastung dementsprechende Verluste einfahren und das Geld ihrer Investoren scheinbar „verbrennen“, wie man unschön titulierte, sind am Neuen Markt nicht mehr gefragt. Nun ist Hoffnung in Sicht. Dies zeigt ein Vergleich der Kosten- und Liquiditätssituation der beiden letzten Quartale.
So können Emprise-Aktionäre der Zukunft scheinbar beruhigt entgegensehen: Durch Einsparungen im Personalbereich und gezielte Reduzierung der Investitionskosten hat man die Verluste um 57% verringert. Mit fast 114 Mio.DM in der Kasse, von dem ein Großteil aus dem Börsengang der Tochter Mediascape stammt, hat der IT-Dienstleister volle Kassen. Auch Ixos hat die Kostenschraube nach unten gedreht. Durch Neuaufstellung des deutschen Vertriebs und Konzentration auf die Kernproduktlinie konnte das Münchener Software- Unternehmen die Verluste um 37% auf 4,7 Mio.DM senken. Im kommenden Geschäftsjahr will das Management weitere 20 Mio.€ einsparen. Ende September hat man noch 31,7 Mio.DM in der Kasse. Derweil stürzt der Kurs des Papiers nach dem Ausscheiden von Entwicklungsvorstand Markus Seyfried ins Bodenlose .
Auch beim Anbieter von Forderungsmanagement-Software Abit ist nach dem Vorstandswechsel eine neue Kostenkultur eingekehrt . Durch den Aufbau marktgerechter Unternehmensstrukturen konnte der Umsatz um 65% verbessert und die Verluste um 34% auf 4,8 Mio.DM reduziert werden. Über rund 28 Mio.DM verfügt man noch. Alle drei Unternehmen wollen im kommenden Jahr die Gewinnzone erreichen.
Bei Cybernet plant Finanzvorstand Paolo di Fraia erst 2002/2003 mit schwarzen Zahlen. Um fast 63% konnte der Internet-Dienstleister seine Kosten reduzieren; unter anderem durch die Integration ausländischer Tochterunternehmen. Durch hochverzinslichen Anleihen (Junk Bonds) haben die Münchener noch fast 100 Mio.DM an liquiden Mitteln zur Verfügung.
Keine Antworten erhielt die w:o-Redaktion von Fortune City. Bei E.Bookers bestand keine Möglichkeit nachzufragen, weil niemand erreichbar war.
Autor: Thomas Siedler, 10:38 20.12.00
Eine w:o-Umfrage zu Kosten- und Kapitalsituation bringt Erstaunliches zu Tage: Viele der wegen des Geldverbrauchs angegriffenen Unternehmen konnten sich schnell von der Kostenlast befreien.
Von Marcus Helmich und Thomas Siedler
Vor Monaten waren sie noch als „Cash-Burner“ mit einer ungewissen Zukunft verschrien. Aktien, die wegen ihrer hohen Kostenbelastung dementsprechende Verluste einfahren und das Geld ihrer Investoren scheinbar „verbrennen“, wie man unschön titulierte, sind am Neuen Markt nicht mehr gefragt. Nun ist Hoffnung in Sicht. Dies zeigt ein Vergleich der Kosten- und Liquiditätssituation der beiden letzten Quartale.
So können Emprise-Aktionäre der Zukunft scheinbar beruhigt entgegensehen: Durch Einsparungen im Personalbereich und gezielte Reduzierung der Investitionskosten hat man die Verluste um 57% verringert. Mit fast 114 Mio.DM in der Kasse, von dem ein Großteil aus dem Börsengang der Tochter Mediascape stammt, hat der IT-Dienstleister volle Kassen. Auch Ixos hat die Kostenschraube nach unten gedreht. Durch Neuaufstellung des deutschen Vertriebs und Konzentration auf die Kernproduktlinie konnte das Münchener Software- Unternehmen die Verluste um 37% auf 4,7 Mio.DM senken. Im kommenden Geschäftsjahr will das Management weitere 20 Mio.€ einsparen. Ende September hat man noch 31,7 Mio.DM in der Kasse. Derweil stürzt der Kurs des Papiers nach dem Ausscheiden von Entwicklungsvorstand Markus Seyfried ins Bodenlose .
Auch beim Anbieter von Forderungsmanagement-Software Abit ist nach dem Vorstandswechsel eine neue Kostenkultur eingekehrt . Durch den Aufbau marktgerechter Unternehmensstrukturen konnte der Umsatz um 65% verbessert und die Verluste um 34% auf 4,8 Mio.DM reduziert werden. Über rund 28 Mio.DM verfügt man noch. Alle drei Unternehmen wollen im kommenden Jahr die Gewinnzone erreichen.
Bei Cybernet plant Finanzvorstand Paolo di Fraia erst 2002/2003 mit schwarzen Zahlen. Um fast 63% konnte der Internet-Dienstleister seine Kosten reduzieren; unter anderem durch die Integration ausländischer Tochterunternehmen. Durch hochverzinslichen Anleihen (Junk Bonds) haben die Münchener noch fast 100 Mio.DM an liquiden Mitteln zur Verfügung.
Keine Antworten erhielt die w:o-Redaktion von Fortune City. Bei E.Bookers bestand keine Möglichkeit nachzufragen, weil niemand erreichbar war.
Autor: Thomas Siedler, 10:38 20.12.00