Infineon: Quo vadis Cash-Flow - Wird ohne Qimonda alles besser?
Freitag, 25.09.2009 18:30
Die Segmente
Konzentrieren will sich Infineon laut aktuell kommunizierter Strategie in Zukunft auf die beiden Geschäftsfelder Automobil-, Industrieelektronik & Multimarket (AIM) sowie Communication Solutions (COM). Beide Bereiche werden bereits nahezu ausschließlich in der Segmentberichterstattung beachtet. Jeweils langfristiges Ziel: Eine führende Position auf dem Weltmarkt. Der erstere Bereich arbeitet bei einem Umsatz von 2,96 Mrd. Euro sogar gewinnbringend (EBIT: 315 Mio. Euro). Der Bereich COM hingegen seit 2004 nicht. Dieser verzeichnete 2008 bei 1,36 Mrd. Euro Umsatz ein EBIT von minus 73 Mio. Euro, scheint jedoch auf dem richtigen Weg, wurde das Ergebnis vor Zinsen und Steuern doch seit 2005 (minus 295 Mio. Euro) stetig verbessert. Doch zunächst zu den Konzernzahlen:
Die Zahlen
Umgesetzt hat Infineon im Geschäftsjahr 2008 4,32 Mrd. Euro und damit gut sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zu 2006 entspricht dies jedoch einem Rückgang um 46 Prozent. Netto verlor Infineon 2008 3,12 Mrd. Euro, wobei ein Großteil des Verlustes aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen stammt - Qimonda lässt grüßen. Operativ blieben die Münchner jedoch auch ohne Qimonda nicht in den schwarzen Zahlen: Das Nachsteuerergebnis der fortgeführten Bereiche lag bei minus 135 Mio. Euro nach minus 37 Mio. Euro in 2007. Ähnlich lag es beim Cash-Flow. So trug der Free Cash-Flow in den vergangenen vier Jahren immer die Farbe Rot und bezifferte sich 2008 auf minus 112 Mio. Euro. Trotz positivem Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit (2008: 535 Mio. Euro) war damit für neue Investitionen kein Geld übrig, was gerade in der Chipbranche ein brachiales Ausschlusskriterium von den sehr nahen Zukunftsmärkten sein kann. Übrig bleibt da nur noch eine Kapitalerhöhung bzw. eine Erhöhung der Schuldenlast, will man da den Anschluss nicht verlieren.
Die Strategie
Im Fokus der Unternehmensstrategie steht damit nicht zu Unrecht die Sanierung des Konzerns. Ganz vorne dabei: Eine Trennung von Qimonda.
Infineon: Quo vadis Cash-Flow - Wird ohne Qimonda alles besser?
Freitag, 25.09.2009 18:30
Sie sollte zuletzt auf unter 50 Prozent sinken, langfristig auf null. Der zweite Fokus, die Konzentration auf die beiden Kernaktivitäten sei zudem bereits abgeschlossen. Ins Zentrum der Anstrengungen rücken nun Verbesserungen wie der Ausbau von Energieeffizienz, Mobilität und Konnektivität sowie Sicherheitstechnik. Das Geschäft mit Logikchips für Kunden in der Autobranche, der Industrie und der Kommunikation soll auch weiter ausgebaut werden. Das Wachstum will man dabei organisch wie auch extern realisieren.
Die Zukunft
Mittelfristig plant Infineon ein jährliches Wachstum von mindestens zehn Prozent. Ebenfalls bei zehn Prozent soll dabei die EBIT-Marge rangieren, welche zuletzt negativ war. Erreichen will man dies im Rahmen der „Focus on 10“ Strategie bereits im nächsten Jahr: 2010. 2009 könnte das Umsatzwachstum diese Strategie sogar übertrumpfen. So hatte man für das nächste Woche endende Geschäftsjahr 2008/2009 ursprünglich ein Umsatzwachstum von mindestens 15 Prozent vorausgesagt. Die EBIT-Marge sollte bereits bei zehn Prozent liegen. Bestätigt wurde die Prognose zu den Zahlen für das dritte Quartal 2008/2009 allerdings nicht mehr. Quantifiziert wurde lediglich, dass die Abschreibungen das bislang eingeschätzte Niveau von 500 Mio. Euro übertreffen werden, der Rest muss sich erst noch zeigen… (vue/rem)