Pakistan: Versuch ist Gefahr für Region
Indien testet Kurzstreckenrakete
Ungeachtet der Spannungen mit dem Nachbarland Pakistan hat Indien eine atomwaffenfähige Kurzstreckenrakete getestet und damit international Besorgnis ausgelöst. Pakistan, das ebenfalls über Kurz- und Mittelstreckenraketen verfügt, kritisierte den Versuch als schädlich für die Stabilität in Südasien. Die indische Regierung erklärte hingegen, sie habe Pakistan sowie die ständigen Mitglieder des UN-Weltsicherheitsrats (USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China) vorab über den Test informiert .
Indien äußert sich zufrieden
Die indische Regierung bezeichnete den Start eines modifizierten Typs der älteren Mittelstreckenrakete Agni (Feuer) I als einen Erfolg. "Der Test stellt keine Provokation dar und hat keinen Zusammenhang mit der jetzigen Situation an der (indisch-pakistanischen) Grenze", teilte das Außenministerium mit. Der Test sei gegen kein Land gerichtet. Außerdem entspreche der Versuchsflug internationalen Normen. Indiens Ministerpräsident Atal Behari Vajapyee begrüßte den Raketentest.
Pakistan will auf eigene Tests verzichten
Aus Islamabad hieß es, man hoffe, "dass die internationale Gemeinschaft dieses Verhalten Indiens zur Kenntnis nimmt, das schädlich für die Stabilität der Region ist". Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, Pakistan sei zur Selbstverteidigung in der Lage und unternehme selbst keine unnötigen Raketentests.
Bundesregierung ist besorgt
Die deutsche Bundesregierung nannte den Test ein "falsches Signal". Sie äußerte Sorge und Bedauern über den Raketenversuch. Der Test könne angesichts der angespannten Lage zwischen Indien und Pakistan zu "vermeidbaren Missverständnissen" führen, ließ Außenminister Joschka Fischer in Berlin erklären.
Anschläge verschlechtern die gegenseitigen Beziehungen
Auslöser der Spannungen zwischen den Atommächten war der Terrorangriff auf das Parlament in Neu Delhi Mitte Dezember, für den Indien Moslemextremisten aus Pakistan verantwortlich macht, die für den Anschluss des indischen Teil Kaschmirs an Pakistan kämpfen. Um die Kriegsgefahr zu dämpfen, hatte der pakistanische Präsident Pervez Musharraf fünf radikale Moslemgruppen verboten und rund 2000 Aktivisten festnehmen lassen. Der Ton Indiens gegenüber Islamabad hatte sich nach dem Anschlag mutmaßlicher militanter Moslems auf ein US-Kulturzentrum in Kalkutta am Dienstag wieder verschärft.