Frühaufsteher
Dax dürfte leicht positiv starten
30. Januar 2004
Die Sorge über mögliche Zinserhöhungen in Amerika hat sich zwar etwas gelegt. Aber den Märkten fehlen momentan die Impulse und die Dynamik, um rasch und stark weiter zu steigen. Der Dax dürfte sich immerhin leicht von den Vortagesverlusten erholen.
Europäische Rentenmärkte dürften sich kurzfristig stabilisiern
Die europäischen Rentenmärkte reagierten am Donnerstag mit deutlichen Kursverlusten auf den veränderten Zinsausblick der amerikanischen Notenbank. Da sich die amerikanischen Rentenmärkte kurzfristig stabilisiert haben und es gleichzeitig leichte Zinsphantasie in Europa gibt, dürfte sich auf der Bund-Future am Freitag leicht erholen.
Dollar in Fernost unverändert - G-7-Treffen im Blick
Der Dollar tendiert am Freitag im frühen Handel zum Euro und zum Yen kaum verändert. Ein Euro kostet 1,2393 Dollar und liegt damit etwa beim Kurs im späten New Yorker Handel. Auch zum Yen zeigt sich die amerikansiche Währung mit 105,96 Yen kaum verändert. Nach Angaben von Händlern wird der Dollar-Handel durch Nervosität vor dem für kommende Woche geplanten G-7-Finanzministertreffens gebremst. Gestützt werde der Dollar von Spekulationen über steigende Zinsen in Amerika. Die amerikanische Notenbank Fed hatte am Vorabend zwar den Leitzins wie erwartet unverändert bei einem Prozent belassen, in ihrem Begleitkommentar aber die seit Monaten mehrfach gemachte Aussage, das niedrige Zinsniveau werde noch für „beträchtliche Zeit“ beibehalten, nicht wiederholt. Mit Spannung erwarteten Händler auch auf die Zahlen zum amerikanischen Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal, die am Freitag veröffentlicht werden sollten. Sie erhofften sich davon Aufschlüsse über die künftige Zinsentwicklung.
Aktien in Tokio schließen kaum verändert
Mit uneinheitlichen, aber wenig veränderten Kursen ist der Tokioter Aktienmarkt am Freitag aus dem Handel gegangen. Während der Nikkei-225-Index leicht um vier Yen auf 10.784 zulegte, fiel der Topix um 0,2 Prozent oder 3 Zähler auf 1.048. Händler berichteten von Gewinnmitnahmen. Vor allem Aktien von Technologie-Unternehmen wie Canon, Fujitsu und NEC mußten Verluste hinnehmen, obwohl alle Unternehmen am Vortag einen Gewinnanstieg vermeldet hatten. „Starke Zahlen der japanischen Elektronik-Unternehmen sind im voraus im Aktienpreis berücksichtigt gewesen", sagte Hiroaki Kuramochi von Credit Lyonnais. Zu den Gewinnern gehörten Aktien des Elektronikteile-Herstellers TDK, die gut ein Prozent zulegten. Das Unternehmen hatte die Gewinnerwartung für das Geschäftsjahr bis Ende März um 22,4 Prozent angehoben. Am Freitag erwarteten die Händler Quartalszahlen unter anderem von Honda Motor, Kyocera und Fuji Photo Film.
Aktien Hongkong mittags etwas leichter
Etwas leichter zeigt sich der Aktienmarkt in Hongkong am Freitagmittag (Ortszeit). Der Hang-Seng-Index fällt bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte um 0,4 Prozent oder 48 Punkte auf 13.286. Der Handel sei bisher sehr unstet verlaufen, wird berichtet, die Händler schienen sehr vorsichtig. “Rotation“ sei das Hauptthema. Zu den deutlichsten Verlierern zählten China Unicom, die sich nach den Gewinnen des Vortages nun um 4,2 Prozent auf 9,10 Hong Kong Dollar verbilligen; China Mobile geben um 1,2 Prozent auf 25,90 Hong Kong Dollar nach. Hingegen stehen SHK Properties mit einem Plus von 2 Prozent auf 75,50 Hong Kong Dollar auf der Gewinnerseite, nachdem die Titel zuletzt dem Markt etwas hinterher gelaufen waren.
Kursbewegungen im nachbörslichen amerikanischen Aktienhandel
Etwas leichter präsentierten sich die Notierungen am Donnerstag im nachbörslichen Geschäft in Amerika. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator gab 0,11 Prozent auf 1.494,82 Punkte nach.
Deutliche Kursgewinne verzeichneten Nortel Networks am Donnerstag im nachbörslichen. Die Titel legten um 19,6 Prozent auf 7,87 Dollar zu. Das Unternehmen hatte für das vierte Quartal einen Umsatz von 2,826 Milliarden kanadischen Dollar und einen Nettogewinn von 0,11 Cents je Aktie ausgewiesen. PeopleSoft fielen nach Handelsschluß um 3,6 Prozent auf 22,16 Dollar. Mit einem Ergebnis von 0,20 Dollar je Aktie hatte das Ergebnis im vierten Quartal exakt den Erwartungen der Analysten entsprochen.
Walt Disney legten leicht zu. Die Aktien stiegen um 0,3 Prozent auf 23,50 Dollar. Pixar hatte zuvor mitgeteilt, die Verhandlungen mit Disney über eine erweiterte Zusammenarbeit beendet zu haben. Nach der Fertigstellung der letzten beiden Filme innerhalb des aktuellen Vertrages mit Disney - “The Incredibles“ im Jahr 2004 und “Cars“ 2005 - wolle Pixar die alleinige Verantwortung für künftige Produktionen übernehmen, hieß es. Pixar erhöhten sich bis 18.29 Uhr um 1,2 Prozent auf 65 Dollar; zwischenzeitlich waren die Titel allerdings vom nachbörslichen Handel ausgesetzt gewesen.
Lexar Media brachen infolge einer Gewinnwarnung für das erste Quartal um 15,9 Prozent auf 12,98 Dollar ein. Der Gewinn je Aktie für das abgelaufene vierte Quartal lag allerdings mit 0,21 Dollar über den Prognosen des Marktes von 16 Dollar. Abschläge verbuchten auch Verisign, nachdem das Unternehmen seinen Zahlen zum vierten Quartal vorgelegt hatte. Auf Pro-Forma-Basis erzielte Verisign ein Ergebnis von 0,18 Dollar je Aktie und lag damit über den von Analysten erwarteten 0,13 Dollar je Aktie. Nach GAAP verzeichnete Verisign allerdings einen Verlust von 0,09 Dollar je Aktie. Die Titel fielen im Anschluß sieben Prozent auf 16,51 Dollar.
Wall Street schließt uneinheitlich
Etwas fester haben die Standardwerte an Wall Street am Donnerstag dank des FOMC-Protokolls der Dezember-Sitzung geschlossen, nachdem sie zwischenzeitlich ins Minus gerutscht waren. Technologietitel erholten sich zwar im späten Geschäft, schafften den Sprung ins Plus aber nicht. Der Dow Jones stieg um 0,4 Prozent oder 42 auf 10.510 Stellen. Der S&P-500-Index gewann 0,5 Prozent oder sechs auf 1.134 Punkte. Der Nasdaq-Composite gab hingegen um 0,4 Prozent oder 9 auf 2.068 Zähler nach.
Das Protokoll der Federal Reserve habe die Gedanken hinter den Äußerungen der Fed vom Mittwoch etwas erklärt und damit den Markt nach dem Schock der veränderten Formulierung wieder etwas beruhigt, sagte ein Marktteilnehmer. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, war der Offenmarktausschuß (FOMC) sich zwar bereits bei der Dezember-Sitzung einig, daß das Versprechen einer “für beträchtliche Zeit“ akkomodierenden Geldpolitik gestrichen werden müsse. Zugleich macht das Protokoll jedoch klar, daß eine Zinserhöhung durch die Fed wohl nicht demnächst zu erwarten ist. Es wäre nicht klug, die Zinsen anzuheben, ehe es klare Hinweise für ein Anziehen der Inflation gebe, hieß es.
Die vor Handelsbeginn veröffentlichten Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, die als in-line bis leicht positiv bewertet wurden, spielten Händlern zufolge nur eine untergeordnete Rolle. Wichtiger seien die zahlreichen neuen Unternehmensergebnisse gewesen. Im Dow standen Boeing, Honeywell International und Exxon Mobil im Mittelpunkt, die alle Zahlen vorgelegt hatten. Boeing verteuerten sich um 1,8 Prozent auf 42,30 Dollar, nachdem der Gewinn pro Aktie mit 0,50 Dollar um 0,04 Dollar über den Schätzungen der Analysten gelegen hatte. Wie erwartet fielen dagegen die Daten von Honeywell International aus. Hier lief die Aktie mit der bestätigten Prognose des Unternehmens für 2004 um 0,8 Prozent auf 35,95 Dollar nach oben.
Exxon kletterten um 1,6 Prozent auf 41,47 Dollar. Der Gewinn im vierten Quartal lag deutlich über den Prognosen. General Motors verloren hingegen 3,3 Prozent auf 50.71 Dollar, und Ford Motor rutschten um 4,8 Prozent auf 14,84 Dollar nach einer Rückstufung von Ford durch Lehman Brothers. Zur Begründung verwiesen die Analysten auf die enttäuschenden Veritquartalsergebnisse des Automobilherstellers.
Im Technologiesektor brachen Foundry Networks um 26,6 Prozent auf 23,16 Dollar ein. Zwar hatte der Hersteller von Routern und Switches gute Ergebnisse vorgelegt, der Ausblick wurde von den Investoren allerdings mit Abschlägen quittiert. Das Unternehmen geht von einem schärferen Wettbewerb aus. Veritas büßten 11,6 Prozent auf 32,24 Dollar ein. Hier waren einige Analysten mit der Qualität der Ergebnisse des Softwareherstellers unzufrieden. Gewinne bei den Biotechwerten glichen die Verluste der Technologietitel etwas aus. Affymetrix sprangen infolge gut aufgenommener Zahlen um 16 Prozent auf 31,45 Dollar nach oben, Medimmune verteuerten sich um 6,7 Prozent auf 23,71 Dollar. Das Unternehmen hatte die eigenen gesenkten Prognosen für das 4. Quartal erreicht.
Amerikanische Anleihen nach FOMC-Minutes im späten Handel erholt
Erholt von ihren Tagestiefs haben die amerikanischen Anleihen am Donnerstag im späten New Yorker Geschäft dank der FOMC-Minutes geschlossen. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,250 Prozent legten 4/32 auf 100-19/32 zu, die Rendite fiel leicht von 4,19 auf 4,15 Prozent. Die mit 5,375 Prozent verzinste dreißigjährige Treasury gewann 1/32 auf 105-16/32. Die Rendite fiel einen Hauch von 5,004 auf 5,001 Prozent. Händler verwiesen zur Begründung der Kurserholung auf die Veröffentlichung des Protokolls der FOMC-Sitzung vom neunte Dezember, die dem Markt die Angst vor einer baldigen Zinserhöhung etwas genommen habe. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, war das FOMC sich zwar bereits bei jener Sitzung einig, daß das Versprechen einer “für beträchtliche Zeit“ akkomodierenden Geldpolitik gestrichen werden müsse. Zugleich machte das Protokoll jedoch klar, daß eine Zinserhöhung durch die Fed wohl nicht demnächst zu erwarten ist. Es wäre nicht klug, die Zinsen anzuheben, ehe es klare Hinweise für ein Anziehen der Inflation gebe, hieß es.
Kaum eine Rolle gespielt hätten am Anleihemarkt hingegen die leicht positiv ausgefallenen Daten zum rbeitsmarkt, sagten Händler. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war in der Woche zum 24. Januar um 1.000 auf 342.000 gefallen. Volkswirte hatten eine unveränderte Anzahl erwartet. Die Arbeitskosten in Amerika erhöhten sich im vierten Quartal 2003 gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent. Analysten hatten mit einem Anstieg von 0,8 Prozent gerechnet.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
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