General Motors will Magna-Hochzeit
Von Dietmar Hawranek
Die Bundesregierung berät noch über die Rettungskonzepte für Opel, beim Mutterkonzern GM in Detroit gibt es schon eine Präferenz. Nach SPIEGEL-Informationen liegt in einem internen Ranking Magna auf Platz 1, dahinter folgt der Finanzinvestor Ripplewood - und Fiat überraschend nur auf Platz 3.
Hamburg - In einem geheimen Ranking hat General Motors (GM) ermittelt, welchem Interessenten der Autokonzern am liebsten eine Beteiligung an seiner europäischen Tochter Opel einräumen will. Platz 1 belegt nach SPIEGEL-Informationen der Autozulieferer Magna, Rang 2 der US-Finanzinvestor Ripplewood - und erst auf Platz 3 steht Fiat.
AP
Firmenchefs Henderson (GM), Stronach (Magna): Der Zulieferer ist Favorit
Die Entscheidung darüber, wer die europäischen GM-Aktivitäten mit den Marken Opel und Vauxhall übernimmt, muss der Mutterkonzern in Detroit selbst fällen. GM-Boss Fritz Henderson hat sich intensiv mit den Interessenten befasst. Er muss berücksichtigen, welche Folgen die Mehrheitsübernahme eines Investors bei GM Europe auf das Geschäft von General Motors hat - denn der US-Konzern will weiter an dem Unternehmen beteiligt bleiben und technisch mit ihm zusammenarbeiten.
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zu SPIEGEL WISSEN Für Magna spricht, dass der Autozulieferer im Ruf steht, selbst über Spitzentechnologie zu verfügen. So hat er beispielsweise große Teile der Entwicklungsarbeit für den BMW-Geländewagen X 3 geleistet. Außerdem könnte Magna Opel-Werke auch dadurch auslasten, dass es darin Modelle anderer Hersteller fertigt.
Dass Fiat überraschenderweise auf dem letzten Rang landet, erklären sich Konzern-Insider mit zwei Gründen. Zum einen steigt Fiat beim GM-Konkurrenten Chrysler ein. Der italienische Autokonzern könnte mit dem Know-how, auf das er bei GM in Europa Zugriff hat, ausgerechnet Chrysler stärken.
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von m-pesch
Zum anderen ist bei GM die Verärgerung darüber offenbar noch groß, dass der US-Konzern für die Trennung von Fiat vor einigen Jahren den Italienern noch eine Ausgleichszahlung von 1,5 Milliarden Dollar zahlen musste.
Das interne Ranking von GM stellt noch keine Entscheidung über die Zukunft von Opel dar. Der US-Konzern wird auch berücksichtigen müssen, zu welcher Einschätzung die Bundesregierung kommt, die die Konzepte der drei Interessenten seit Mittwochabend prüft. Schließlich kann GM die Mehrheit an Opel nur an einen Investor abgeben, der auch Milliardenbürgschaften der Bundesregierung und der beteiligten Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Thüringen erhalten wird.