Der Immobilienmarkt im Zentrum New Yorks ist auch nicht mehr, was er mal war. Neuerdings sind Penthouse-Wohnungen mit spektakulärer Aussicht schon für Tiefstpreise unter zehn Millionen Dollar zu haben.
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Da wäre zum Beispiel das monströse Penthouse-Appartment im Trump International Tower, direkt am Central Park - Corcorans bei weitem wertvollstes Stück. Einst sei diese Luxus-Wohnung für 56 Millionen Dollar verkauft worden, so die Zeitung - doch zu diesem Preis sei das dreistöckige Domizil heutzutage völlig unverkäuflich. Corcoran habe die Fläche daher in vier kleinere Appartments untergliedert, das billigste biete sie schon für 7,7 Millionen Dollar an. Bisher aber fand sich nicht ein einziger ernsthafter Interessent.
Das Flugzeug gepfändet, die Millionen dahin
Überall sei das Bild das gleiche, so die "Times", die Immobilien-Baisse greife um sich. Herrschaftliche Penthouses würden in bescheidene zerlegt, zu vergleichsweise erschwinglichen Preisen angeboten - doch die Kunden bleiben aus. Auch in Trump World Tower in der Nähe der Uno stünden rund 2040 Quadratmeter im 89. und im 90. Stockwerk leer.
Dieses Penthouse habe früher einem türkischen Geschäftsmann gehört. Er kam auf die Idee, eine politische Partei zu gründen - offenbar ein kostspieliges Unterfangen. Schon bald sei sein Bombardier-Privatjet gepfändet worden - und nun stünde auch seine Wohnfläche wieder zum Verkauf. Auch hier habe die Maklerin die Fläche mangels Nachfrage partitionieren müssen. Der Medienkonzern AOL Time Warner wiederum habe von zehn Penthouse-Wohnungen am Columbus Circle bisher gerade mal zwei verkauft - allerdings für den nicht ganz günstigen Preis von 30 Millionen.
Immerhin die Chinesen haben noch Geld
Die Ursachen der Penthouse-Baisse sind vielfältig: Viele Dot-Com-Millionäre, die Wert auf repräsentative Wohnungen legten, sind inzwischen ruiniert, auch bei Konzernchefs aus traditionellen Branchen fließen die Millionen zäher als früher. Seit das auf Firmenkosten gekaufte 15-Millionen-Dollar-Appartment des General-Electric-Pensionärs Jack Welch als Beispiel für Verschwendungssucht gegeißelt wurde, regiert offenbar die neue Bescheidenheit - vorerst. Und schließlich hat der 11. September die Neigung der Reichen und Renommiersüchtigen, in die obersten Etagen zu ziehen, deutlich geschmälert - man weiß ja nie.
Während die Käufer früher fast von selbst zu den Maklern strömten und teils in Bietergefechten die ohnehin astronomischen Preise hochtrieben, mühen sich die Verkäufer nun wie die Marktschreier um ihre Klientel. Ein 700-Quadratmeter-Penthouse am Lincoln Center, einst von Warner LeRoy für 25 Millionen gekauft, ließ sich nicht einmal für 18 Millionen Dollar an den Mann bringen. Auch diese Fläche wurde in zwei Teile zerlegt, der kleinere - 300 Quadratmeter groß - ist für 5,95 Millionen Dollar im Angebot. Zu einer exklusiven Werbe-Party will der Makler TV-Moderatoren und Promis wie Barbara Walters, Dan Rather und Yoko Ono einladen, schreibt die "New York Times".
Wenn der Preis für Penthouses ein Konjunktur-Barometer ist - dann macht übrigens die chinesische Boom-Metropole Schanghai gegenüber New York gerade mächtig Boden gut. Ende Dezember nämlich wurde dort eine 1100-Quadratmeter-Wohnung versteigert, die im 55. Stockwerk eines Wolkenkratzers im Finanzdistrikt liegt. Sechs Superreiche aus Schanghai, Hongkong und Taiwan nahmen an der Auktion teil, verkauft wurde das Quartier schließlich für 7,5 Millionen US-Dollar. Damit, so die örtliche Zeitung "Straits Times", sei das Penthouse mit Pool und Fluß-Panorama-Blick wohl die teuerste Wohnung ganz Chinas.

