HONGKONG. Jim Walker lobt Hongkongs Börse in den Himmel. Der bei Credit Lyonnais Securities Asia für die Exkolonie zuständige Ökonom sagt dem Hang-Seng-Index rosige Zeiten voraus. 20 000 Punkte soll er bis 2006 mindestens erreichen. Das wären fast 50 Prozent mehr als zur Schlussglocke gestern. Da erreichte das Börsenbarometer der 6,5-Millionen-Metrople nach einem kräftigen Plus von 1,2 Prozent satte 14 067 Zähler. Walker wird in der Region ernst genommen. Gerade hat ihn das Magazin Asiamoney zum elften Mal in Folge als besten regionalen Volkswirt ausgezeichnet. Und es scheint, als wolle Hongkongs Börse das tun, was Walker prognostiziert. Getrieben wird der Hang Seng von einem halben Dutzend Faktoren: Dazu zählen unter anderem eine kräftig wachsenden Wirtschaft ebenso wie der wieder erwachende Boom bei Immobilien. Folge: Die Anleger stürzen sich auf Hongkongs Aktien, als gäbe es bald keine mehr.
Die traditionelle Übergewichtung des Immobiliensektors im Stadtstaat gilt als der stärkste Treibriemen bei diesem Höhenflug. Bester Wert zu Wochenbeginn war wieder der vom Li-Ka-Shing, der reichste Mann Asiens, gesteuerte Mischkonzern Hutchison Whampoa, dessen Aktien 4,6 Prozent zulegten. Hutchison profitiert von Gerüchten, wonach Li-Ka-Shing mit Pekings Regierung Gespräche über den Verkauf seiner 35 Prozent Anteile an Husky Energy führen soll. „Das ist etwas, was den Hutchison-Gewinn nach oben treiben wird“, skizziert der Fondsmanager Tim Leung bei IG Investment Management in Hongkong die Phantasien am Markt.
Der Hang-Seng-Immobilien-Subindex erweist sich mit einem Plus von 11 Prozent seit September als momentanes Zugpferd der Börse. Verkäufe von Immobilien nahmen in Hongkong in den ersten zehn Monaten des Jahres um 80 Prozent zu. Die Preise für Wohnungen schossen laut CB Richard Ellis, dem weltweit größten Immobilienbroker, um 26 Prozent nach oben. „Das ist die wirtschaftliche Wiederbelebung“, sagt die Fondsmanagerin Elizabeth Soon bei Standard Life Investments Asia in Anspielung auf den kräftigen Zuwachs von Hongkongs BIP im dritten Quartal um 7,2 Prozent.
Doch nur im Schlepptau des Immobilienbooms wäre der Hang Seng nicht so hoch geklettert. „Unsere Wirtschaft hat die Kurve gekriegt und befindet sich in einer breit angelegten Erholung“, sagt Finanzsekretär Henry Tang. Die Hong Kong General Chamber of Commerce belegte dies vergangene Woche mit einer Umfrage unter knapp 300 Firmen, von denen zwei Drittel erwarten, dass die Wirtschaft der Stadt auch im kommenden Jahr drei bis sieben Prozent zulegen wird. Beim Blick nach vorn taucht in Hongkong auch immer klarer das 2,9-Milliarden-Dollar-Projekt Disneyland auf, das 2005 die Tore öffnen wird und im ersten Jahr fünf Millionen Touristen anziehen soll. Disney hat zum Bau von 10 000 zusätzlichen Hotelzimmern in der Stadt geführt. Schon in diesem Jahr kommen 50 Prozent mehr Touristen vom chinesischen Festland als 2003 – nicht zuletzt, um einzukaufen.
Der Börse, sagt die Analystin Denise Yam bei Morgan Stanley in Hongkong, hilft auch die gute Liquidität, die dank des sinkenden US-Dollars und dank zunehmender Gerüchte über eine baldige Aufwertung des chinesischen Renminbi rasant anschwillt. Für japanische Anleger scheint diese Erwartung besonders attraktiv zu sein. „Das ist die letzte Chance, vor der Aufwertung einzusteigen“, frohlockt etwa der japanische Bauunternehmer Yuko Shirohata in Yokohama. In den ersten neun Monaten des Jahres haben Japans Anleger für 669 Mrd. Yen Aktien in Hongkong gekauft, doppelt so viel wie im selben Zeitraum des Vorjahres. „Die wissen, dass Schanghai viel Ähnlichkeit mit Tokio hat und fühlen sich sicher bei solchen Investments“, begründet Toru Suzukage bei Toyo Securities die spekulative Welle.
Die traditionelle Übergewichtung des Immobiliensektors im Stadtstaat gilt als der stärkste Treibriemen bei diesem Höhenflug. Bester Wert zu Wochenbeginn war wieder der vom Li-Ka-Shing, der reichste Mann Asiens, gesteuerte Mischkonzern Hutchison Whampoa, dessen Aktien 4,6 Prozent zulegten. Hutchison profitiert von Gerüchten, wonach Li-Ka-Shing mit Pekings Regierung Gespräche über den Verkauf seiner 35 Prozent Anteile an Husky Energy führen soll. „Das ist etwas, was den Hutchison-Gewinn nach oben treiben wird“, skizziert der Fondsmanager Tim Leung bei IG Investment Management in Hongkong die Phantasien am Markt.
Der Hang-Seng-Immobilien-Subindex erweist sich mit einem Plus von 11 Prozent seit September als momentanes Zugpferd der Börse. Verkäufe von Immobilien nahmen in Hongkong in den ersten zehn Monaten des Jahres um 80 Prozent zu. Die Preise für Wohnungen schossen laut CB Richard Ellis, dem weltweit größten Immobilienbroker, um 26 Prozent nach oben. „Das ist die wirtschaftliche Wiederbelebung“, sagt die Fondsmanagerin Elizabeth Soon bei Standard Life Investments Asia in Anspielung auf den kräftigen Zuwachs von Hongkongs BIP im dritten Quartal um 7,2 Prozent.
Doch nur im Schlepptau des Immobilienbooms wäre der Hang Seng nicht so hoch geklettert. „Unsere Wirtschaft hat die Kurve gekriegt und befindet sich in einer breit angelegten Erholung“, sagt Finanzsekretär Henry Tang. Die Hong Kong General Chamber of Commerce belegte dies vergangene Woche mit einer Umfrage unter knapp 300 Firmen, von denen zwei Drittel erwarten, dass die Wirtschaft der Stadt auch im kommenden Jahr drei bis sieben Prozent zulegen wird. Beim Blick nach vorn taucht in Hongkong auch immer klarer das 2,9-Milliarden-Dollar-Projekt Disneyland auf, das 2005 die Tore öffnen wird und im ersten Jahr fünf Millionen Touristen anziehen soll. Disney hat zum Bau von 10 000 zusätzlichen Hotelzimmern in der Stadt geführt. Schon in diesem Jahr kommen 50 Prozent mehr Touristen vom chinesischen Festland als 2003 – nicht zuletzt, um einzukaufen.
Der Börse, sagt die Analystin Denise Yam bei Morgan Stanley in Hongkong, hilft auch die gute Liquidität, die dank des sinkenden US-Dollars und dank zunehmender Gerüchte über eine baldige Aufwertung des chinesischen Renminbi rasant anschwillt. Für japanische Anleger scheint diese Erwartung besonders attraktiv zu sein. „Das ist die letzte Chance, vor der Aufwertung einzusteigen“, frohlockt etwa der japanische Bauunternehmer Yuko Shirohata in Yokohama. In den ersten neun Monaten des Jahres haben Japans Anleger für 669 Mrd. Yen Aktien in Hongkong gekauft, doppelt so viel wie im selben Zeitraum des Vorjahres. „Die wissen, dass Schanghai viel Ähnlichkeit mit Tokio hat und fühlen sich sicher bei solchen Investments“, begründet Toru Suzukage bei Toyo Securities die spekulative Welle.