IDS Scheer achtet auf Sauberkeit am Neuen Markt
29. April 2002 Am Neuen Markt gibt es inzwischen nur noch wenige seriöse Adressen. Zu ihnen gehört zweifelsohne IDS Scheer. Das unterstreicht das Software- und Beratungsunternehmen auch am Montag wieder. Die am Morgen veröffentlichten Ergebnisse für das erste Quartal 2002 lagen etwas über den ursprünglich gemeldeten Zahlen. Und mit einer bekräftigten Prognose für das Jahr 2002 üben sich die Saarbrückener in der am Neuen Markt seltenen Tugend der Verlässlichkeit.
Die Anleger honorieren das Zahlenwerk am Vormittag mit einem Plus von 3,65 Prozent auf 9,38 Euro und auch bei den Analysten kommen die Ergebnisse gut an. Bei SES Research bekräftigt man jedenfalls die auf „Outperformer“ lautende Einstufung und den je Aktie auf elf bis zwölf Euro bezifferten fairen Wert.
Zuversichtlicher Geschäftsausblick
Für Zuversicht sorgt neben dem in den ersten drei Monaten bei einem Umsatz von 41,7 (35,7) Millionen Euro auf 3,2 (1,85) Millionen Euro gestiegenen operativen Ergebnis das für das laufende Geschäftsjahr versprochene Umsatzplus von 15 Prozent (Vorjahr: 160,2 Millionen Euro) und die für die Marge beim Gewinn vor Zinsen und Steuern in Aussicht gestellte Verbesserung auf acht Prozent von 5,3 Prozent im Vorjahr. Positiv stimmt dabei der Hinweis, dass dieses Ergebnis selbst unter schwierigen konjunkturellen Umständen erreicht werden soll.
Wichtig aus Anlegersicht war auch die Mitteilung des mit seinen Produkten auf die Optimierung von Geschäftsprozessen der Kunden spezialisierten Unternehmen, wonach die Auslandsbeteiligungen die Gewinnzone erreicht haben. Bis Ende 2002 sollen sogar alle Auslandstöchter, also auch das mit Schwierigkeiten behaftete US-Engagement, schwarze Zahlen abwerfen.
Markt erwartet viel von IDS Scheer
Dass es bei IDS Scheer seriöser als bei anderen Unternehmen am Neuen Markt zugeht, zeigt sich auch an den liquiden Mitteln. Die signalisieren mit einer Höhe von 88,4 Millionen Euro keine Liquiditätsprobleme. Vielmehr scheint das Unternehmen damit gerüstet, das mittelfristige Ziel, die Gewinnmarge von Steuern und Zinsen bis 2005/2006 wieder auf ein Niveau zwischen 15 und 16 Prozent zu steigern.
Trotz aller Pluspunkte, die das Unternehmen somit auf sich vereinigen kann, sind Rentabilitätsverbesserungen zur Verteidigung des Kursniveaus aber auch notwendig. Denn bei einem von Analysten für 2002 auf 0,33 Euro geschätzten Gewinn je Aktie ist die Bewertung relativ anspruchsvoll. Zumal die früheren Wachstumsraten in der IT-Branche angesichts der zurückhaltende Investitionsneigung der Unternehmen zurzeit nicht zu erreichen sind.
Zur Verteidigung des seit dem vierten Quartal 2002 gültigen Aufwärtstrends wird das Unternehmen die versprochenen Ergebnisse somit auch abliefern müssen. Gelingt das aber, hätte IDS Scheer seinen Ruf als Qualitätspapier am Neuen Markt zementiert.
Im Chart sehen Sie den Aktienkurs von IDS Scheer seit Mai 1999.
Text: @JüB
Bildmaterial: IDS Scheer