Probleme bei Heyde hausgemacht - Analyst: den Überblick verloren
FRANKFURT (dpa-AFX) - Managementprobleme und zu starkes Wachstum haben nach Analystenmeinung das Bad Nauheimer Software-Unternehmen Heyde AG in seine desolate Lage gebracht. Am Rosenmontag verloren die am Neuen Markt gehandelten Aktien des Unternehmens zeitweise über 36 Prozent ihres Wertes. Das im Nemax 50 notierte Vorzeigeunternehmen hatte überraschend einen deutlichen Gewinneinbruch von 43 Mio. DM auf 3 Mio. DM in 2000 mitgeteilt.
"Das Management hat den Überblick über das Unternehmen verloren", sagte Aanalyst Reinhard Rother von Delbrück Asset Managment auf Anfrage von dpa-AFX. Die Heyde AG sei "sehr aggressiv" gewachsen, das habe "eklatante Managementschwächen" offenbart. Die Begründung in der Ad-hoc-Meldung vom Freitag, wonach die schlechte Marktdynamik im vierten Quartal und eine Reihe von Sonderentwicklungen für die schwierige Lage bei Heyde verantwortlich seien, hält Rother für unzureichend: "Die Probleme sind zum großen Teil hausgemacht."
Neben Managementproblemen seien Fehleinschätzungen des Geschäfts in Großbritannien mit dem dortigen Tochterunternehmen Tantus ein weiterer Grund für die jetzigen Schwierigkeiten, sagte Rother. Ein geänderter Bewertungsansatz für Mitarbeiteraktien habe zusätzliche Aufwendungen in Höhe von 6,6 Mio. DM verursacht. FINANZLAGE ÄUSSERST ANGESPANNT
"Jetzt geht es darum, das Unternehmen zu retten", sagte Rother. Das sei umso schwieriger, da das gesamte Management ausgetauscht worden sei. Firmengründer Dieter Heyde habe den Vorstandsvorsitz niedergelegt. Allerdings sei noch unklar, ob Heyde in den Aufsichtsrat wechseln werde. Bei einem Liquiditätsbestand von etwa 4 Mio. DM sei die Finanzlage äußerst gespannt.
Andreas Köchling, Leiter Wertpapiere von der Frankfurter Sparkasse 1822, schätzte die Gefahr, dass Heyde pleite gehen könnte, für gering ein. "Wer Gewinne macht, geht nicht pleite", sagte er zu dpa-AFX. Den Kurseinbruch am Montag bezeichnete Köchling als eine Übertreibung des Marktes nach unten.
Der neue Vorstandsvorsitzende Dirk Wittenborg hatte am Samstag ein Restrukturierungsprogramm für Heyde angekündigt. Möglicherweise werde man sich auch von Beteiligungen trennen. Außerdem will das Unternemen die bisherigen Aquisitionen besser integrieren.
Heyde hatte am Freitagabend mitgeteilt, das für 2000 gesteckte Umsatzziel um mehr als 19 Mio. DM zu verfehlen. Das vorläufige operative Ergebnis (EBIT) nach US-GAAP von knapp 3 Mio. DM war erheblich unter dem Planansatz geblieben. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 400 Mio und einem operativen Ergebnis von 10 Mio. DM. Ursprünglich war Heyde von einem Umsatz 2001 von 470 Mio. DM bei einem Vorsteuerergebnis von 49,4 Mio. DM ausgegangen./mh/js/ub
FRANKFURT (dpa-AFX) - Managementprobleme und zu starkes Wachstum haben nach Analystenmeinung das Bad Nauheimer Software-Unternehmen Heyde AG in seine desolate Lage gebracht. Am Rosenmontag verloren die am Neuen Markt gehandelten Aktien des Unternehmens zeitweise über 36 Prozent ihres Wertes. Das im Nemax 50 notierte Vorzeigeunternehmen hatte überraschend einen deutlichen Gewinneinbruch von 43 Mio. DM auf 3 Mio. DM in 2000 mitgeteilt.
"Das Management hat den Überblick über das Unternehmen verloren", sagte Aanalyst Reinhard Rother von Delbrück Asset Managment auf Anfrage von dpa-AFX. Die Heyde AG sei "sehr aggressiv" gewachsen, das habe "eklatante Managementschwächen" offenbart. Die Begründung in der Ad-hoc-Meldung vom Freitag, wonach die schlechte Marktdynamik im vierten Quartal und eine Reihe von Sonderentwicklungen für die schwierige Lage bei Heyde verantwortlich seien, hält Rother für unzureichend: "Die Probleme sind zum großen Teil hausgemacht."
Neben Managementproblemen seien Fehleinschätzungen des Geschäfts in Großbritannien mit dem dortigen Tochterunternehmen Tantus ein weiterer Grund für die jetzigen Schwierigkeiten, sagte Rother. Ein geänderter Bewertungsansatz für Mitarbeiteraktien habe zusätzliche Aufwendungen in Höhe von 6,6 Mio. DM verursacht. FINANZLAGE ÄUSSERST ANGESPANNT
"Jetzt geht es darum, das Unternehmen zu retten", sagte Rother. Das sei umso schwieriger, da das gesamte Management ausgetauscht worden sei. Firmengründer Dieter Heyde habe den Vorstandsvorsitz niedergelegt. Allerdings sei noch unklar, ob Heyde in den Aufsichtsrat wechseln werde. Bei einem Liquiditätsbestand von etwa 4 Mio. DM sei die Finanzlage äußerst gespannt.
Andreas Köchling, Leiter Wertpapiere von der Frankfurter Sparkasse 1822, schätzte die Gefahr, dass Heyde pleite gehen könnte, für gering ein. "Wer Gewinne macht, geht nicht pleite", sagte er zu dpa-AFX. Den Kurseinbruch am Montag bezeichnete Köchling als eine Übertreibung des Marktes nach unten.
Der neue Vorstandsvorsitzende Dirk Wittenborg hatte am Samstag ein Restrukturierungsprogramm für Heyde angekündigt. Möglicherweise werde man sich auch von Beteiligungen trennen. Außerdem will das Unternemen die bisherigen Aquisitionen besser integrieren.
Heyde hatte am Freitagabend mitgeteilt, das für 2000 gesteckte Umsatzziel um mehr als 19 Mio. DM zu verfehlen. Das vorläufige operative Ergebnis (EBIT) nach US-GAAP von knapp 3 Mio. DM war erheblich unter dem Planansatz geblieben. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 400 Mio und einem operativen Ergebnis von 10 Mio. DM. Ursprünglich war Heyde von einem Umsatz 2001 von 470 Mio. DM bei einem Vorsteuerergebnis von 49,4 Mio. DM ausgegangen./mh/js/ub