I-Mode vs UMTS vs WAP in Europa


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furby:

I-Mode vs UMTS vs WAP in Europa

 
25.09.00 11:01
Seit NTTDOCOMO vor 19 Monaten in Japan den I-Mode etablierte kann sich der japanische Provider kaum mehr des Kundenansturms erwehren (derzeit 12 Mio Abo's bis März 2001 sind 17 Mio Abo's für Japan prognostiziert). Mit dem I-mode sollen Internet Inhalte abgespeckt auf das Handy gebracht werden, wobei nur die übertragene Datenmenge berechnet wird. NTTDOCOMO plant den I-Mode auch in Europa, zunächst in der Niederlande einzuführen.

Der fulminate Erfolg von NTTDOCOMO's I-Mode und die bisher eher schleppende Einführung von WAP machten mich stutzig. Der Marktresonanz des I-Mode zufolge scheint dieser Standard das wesentlich bessere WAP zu sein. Nachdem der I-Mode auch keine speziellen teueren Lizenzen oder extra Netze bedarf (soweit ich richtig informiert bin), könnte ich mir auch vorstellen, daß der I-Mode eine zwar abgespeckte, aber wesentlich wirtschaftlichere Alternative zum UMTS Standard ist und in Europa werden könnte.

Gerade angesichts der zahlreichen Investitionen in WAP und UMTS dem sich viele europäische Player auf Gedeih und Verderb verschrieben haben, könnten europäische Telekomunikationsaktien wie Telekom, Telefonica, British Telcom usw. und Handyproduzenten wie Nokia sowie alle kleinen WAP'ler bei einem Fehlinvestment in WAP und zu teurem Investment in UMTS schwer leiden.

Daher meine Frage an Euch seht Ihr den I-Mode als ernsthafte Konkurrenz zu WAP und UMTS?

Gruß furby
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Tatanka-Yotan.:

I-Mode vs UMTS vs WAP in Europa

 
25.09.00 11:15
I-Mode sagt mir gar nichts, aber ich weiß daß NTTDocomo als erste UMTS in
Japan einführen will. Ich denke man sollte auch nicht alle Begriffe in einen Topf werfen. UMTS ist meines Erachtens ein Standard um digitale über Funknetze zu transportieren und dabei sehr große Bandbreiten zu erzielen.
WAP ist ja nur eine Krücke für das GSM-Netz. Das interessante ist dabei dieses WML-Protokoll (so eine Art mobiles HTML). Ob sich das in Zukunft
durchsetzen wird ist unklar.So wie u schreibst handelt es sich ja beim I-Mode nur eine Abrechnungsfrage un da gibt es ja keinen direkten Zusammenhang mit dem Übertragungsprotokoll  
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MOTORMAN:

Kleine Erklärung (?)

 
25.09.00 11:18
Hi furby,

mal eine kleiner erklärungsversuch bezgl. der ganzen abkürzungen und Standards.

I-Mode ist dem europäischen GPRS vergleichbar, das auch demnächst in Deutschland deingeführt wird. Es besitzt eine Übertragungskapazität von 128 kBit/s. Es ist ebenso wie UMTS paketvermittelt.

Ein Ähnlicher Standard wie GPRS und I-Mode ist HSCSD (high Speed Circuit Switched Data), das aber im Gegensatz zu GPRS und I-Mode noch etwas schneller ist. HSCSD wird u. a. in UK implemetiert. es wird bis zum Start der UMTS-Netze wohl ein nebeneinander von GPRS und HSCSD (und eventuell I-Mode?)in Europa geben.

Hoffe, etwas geholfen zu haben (und dass die Angaben in etwa technisch korrekt sind).


Grüße aus Mainz
Motorman
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MOTORMAN:

Nachtrag WAP&UMTS

 
25.09.00 11:38
WAP ist der langsamste Standard in diesem Vergleich, da er sich nicht der Paketübermittlung bedient. WAP kann nur auf die Frequenzresourcen des einzelnen Handynutzer zurückgreifen (max. 64kBit/s wenn überhaupt, eher wohl 32 kBit/s)), während dessen GPRS, HSCSD, I-Mode, UMTS u. ä. auf ein Paketübertragungsprotokoll, "ähnlich" dem des Internets zurückgreift.

Vorteil von UMTS ist daneben noch der höhere Frequenzbereich, in dem UMTS angesiedelt bzw. betrieben wird:

höherer Frequenzbereich=höhere Bandbreite=höhere Geschwindigkeit

aber auch kleiner Reichweite der Mobilfunkzellen=mehr Mobilfunkimasten=mehr Infrastrukturkosten beim Aufbau

In diesem Zusammenhang will ich aber noch einmal mit dem "Märchen vom Kinofilm-Download über UMTS-Handy aufräumen.
Wie in meinem ersten Thread schon geschrieben, handelt es sich bei UMTS usw. um paketvermittelte Dienste ähnlich dem des IP und des Internet-Backbones.

Jede Mobilfunkzelle (in diesem Fall mit dem Backbone vergleichbar) kann bis zu 5 MBit/s ausstrahlen. Diese Bandbreite muss man aber durch die Anzahl der Handynutzer in der Zelle teilen. Bei 100 Nutzern blieben somit jedem auch nur "theoretische" 50 kBit/s (ähnlich dem GSM-Standard, wobei dort die Kanalbandbreit und nicht die Anzahl der Nutzer die Bandbreite bestimmt).

Durch die Paketvermittlung läßt sich jedoch die Bandbreite durch gezieltes Routing etc. trotzdem "real" erhöhen. Außerdem ist zwar jeder Handy-Nutzer "always on" aber überträgt nicht permanent Daten. Es stehen also der Zelle die, in unserem Beispiel errechnet 50kBit/s eines jeden Nutzers zur Verfügung, der gerade keine Daten überträgt. Zusammengefasst heisst dies, wie beim Internet: je mehr Nutzer, je langsamer wird das Netz

Will man aber trotzdem Kinofilm-Qualität erreuichen, muss man die Zellgröße verringern, d.h. mehr Funkzellen pro Flächeneinheit bzw. Nutzer errichten und dies heisst zusätzliche Kosten. Deshalb werden zum Beginn des UMTS-Betriebs wohl erst im Verhältnis "sehr" schmalbandige Dienste verfügbar sein.

Hoffe, etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben (Technische Korrektur willkommen)

Grüße aus Mainz
Motorman


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