Frageblock „Versicherungsplattform“
Warum geht der Vorgang der Migration und Validierung der Daten im Vertragsbestand so langsam voran. Gibt es Überlegungen, diesen Prozess zu beschleunigen, welche Möglichkeiten sieht der Vorstand?
Die Migration erfolgt auch in Abhängigkeit der IT-Kapazitäten für den Migrationsprozess seitens der Versicherungsvertrieben und Versicherungen. Daher können wir hier nur bedingt den Prozess vorantreiben. Aus Sicht der traditionellen Versicherungswirtschaft sind Migrationsgeschwindigkeiten von 20-25% auch schon recht hoch. Aus Hypoport-Sicht nicht, wir sind daher weiterhin bemüht Wege zu finden, die hunderten Partner bei der Migration zu unterstützen.
Welche Potentiale konkret sieht der Hypoport Vorstand im mit übernommenen Bestand an Geschäftsbeziehungen im Teilbereich Industrieversicherungen? Wie soll dieser Bereich weiterentwickelt werden, plant Hypoport eine neue Plattform? UND
Kann der Vorstand die strategische Neuausrichtung näher im Detail erläutern, welche Ziele hat man sich zeitlich für den jeweiligen Teilbereich gesetzt?
Wir haben zum Jahreswechsel 2021/2022 mit einem Evaluierungsprozess zur Industrieversicherung begonnen. Ziel ist eine eigenständige Strategie inkl. Produktlandschaft für diesen Versicherungssektor. Details werden nach Abschluss dieses Evaluierungsprozesses - voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2022 - bekanntgegeben.
Kann der Hypoport Vorstand neben Edeka und freenet weitere Unternehmen nennen, die als Kunden für die betriebliche Altersvorsorge und/oder Krankenversicherung gewonnen werden konnten?
Ja, brandaktuell im 1. Quartal 2022 sind beispielsweise die Generali als Produktpartner (Manager von Pensionsfonds) und die Debeka als Vertrieb hinzugekommen.
Bzw. wie groß ist das diesbezügliche Interesse aus diesem Kundensegment an den Produkten und Leistungen der Hypoport Gruppe?
[Nicht ganz sicher, ob wir Frage richtig interpretiert haben, aber wir versuchen es mal:] Die Synergien für die Kunden der ePension (z.B. Edeka, freenet) sind im Segment Versicherungsplattform (SmIT, Industrieversicherung) für den Bereich Industrieversicherung natürlich gegeben. überschaubar.
Vorstandswechsel Smit: Können Sie die Hintergründe dieser stillen Abgänge erläutern? Welche Konsequenzen haben die Abgänge für Smartinsurtech und deren Weiterentwicklung- sowohl technisch als auch für die Kundenakquisition? Wer besetzt die Positionen der drei Ex-Mitarbeiter aktuell? Haben weitere Mitarbeiter in diesem Zusammenhang Smartinsurtech verlassen?
Im Zuge des Starts des Evaluierungsprozesses zur Industrieversicherung (siehe Erläuterungen oben) kam es auch zu einer Diskussion mit dem bisherigen Vorstand der SmIT. Hierbei wurden unterschiedliche Auffassungen zur Priorität deutlich. Eine längere Diskussion und ein Schwebezustand des Veränderungsprozesses hätte recht viel Zeit in Anspruch genommen, sodass wir uns im besten Einvernehmen getrennt haben. Diese Trennung war so nicht geplant. Es zeigt sich aber durch die nun gewonnen Struktur eines übergeordneten Marktkreises Insurance, der alle Hypoport-Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette Insurance (Hypoport Versicherungssegment) umfasst, dass wir an Schlagkraft gewonnen haben. Die SmIT wird nun erneut vom Gründungsvorstand André Männicke geführt. Weitere Mitarbeiter bzw. Führungskräfte haben die SmIT nicht verlassen.
Hypoport sagt von sich, dass sie bei ihrer Versicherungsplattform keine relevanten Mitbewerber in Deutschland sehen, die bei der Digitalisierung der Versicherungswirtschaft mithalten können. Nun gibt es den börsennotierten Anbieter JDC, der gerade in den letzten 2 Jahren diversen Versicherungen für sich und seine Plattform gewinnen konnte. JDC hat große Visionen und will zur "führenden Versicherungsplattform Europas" werden.
Können Sie bitte darstellen, wo genau der Unterschied zur Versicherungsplattform Hypoports liegt und wo es Überschneidungen gibt? Mit anderen Worten- stellt sich für einen Kunden aus der Versicherungsbranche (Versicherung oder Makler) die Frage ENTWEDER die JDC- ODER die Hypoportplattform oder gibt es da auch ein UND?
Bei unserer Plattformlösung handelt es sich um eine voll-digitale Lösung zur Automatisierung aller Prozesse eines Versicherungsvertriebs bzw. -bestandsverwalters. Diese Charakteristik unterscheidet unser Produkt von vielen anderen IT-Lösungen im Markt, welche oft nur einen Teil der Prozessstrecke digitalisieren oder nur einen Teil der Geschäftsvorfälle (Vertrieb, Vergleich, Schadensregulierung etc.) voll-digitalisieren. Auch handelt es sich im Gegensatz zu vielen anderen rudimentären IT-Lösungen bei SMART INSUR um eine komplette in-house Lösung, welche ohne externe Dienstleister und externe Kooperationspartner programmiert wurde und betrieben wird.
Wir äußern uns im Detail natürlich nicht zu Geschäftsmodellen anderer Unternehmen, aber weisen aus den oben genannten technischen Gründen darauf hin, dass der Verglich mit einem Unternehmen wie beispielsweise JDC hinkt. In der GuV von JDC wird die starke Stellung als Pooler und nicht als Plattform-Anbieter auch deutlich. Ein Blick auf die Karriere-Homepage zeigt die geringe Anzahl der ausgeschriebene IT-Jobs und bestätigt die Ausrichtung des Unternehmens. Wir nehmen JDC sowie anderer Pooler wie beispielsweise Fonds Finanz daher auch nicht als Wettbewerber für die Digitalisierung der Versicherungswirtschaft in Deutschland wahr. Es handelt sich bei Poolern um potenzielle Kunden für unsere Plattformen in der Versicherungswirtschaft und nicht um Wettbewerber.