24.09.2007 15:52Aktionäre besiegeln Ende der Depfa
Die Übernahme der Depfa Bank durch die Hypo Real Estate ist unter Dach und Fach. Am Montagnachmittag stimmten die Depfa-Aktionäre für die Offerte des Immobilienfinanzierers. Damit entsteht die viertgrößte deutsche Privat-Bank.
Mit 98 Prozent der abgegebenen Stimmen gaben die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Dublin grünes Licht für den Zusammenschluss. Depa-Vizechef Matthias Mosler zeigte sich erleichtert. Es sei ein gutes Zeichen, dass die Transaktion trotz der jüngsten Marktturbulenzen zustande gekommen sei. "Der Deal ging durch sämtliche Feuerproben, die man sich vorstellen kann", sagte er.
Geringe Übernahmeprämie
Die Depfa-Aktionäre erhalten für jede Depfa-Aktie 6,80 Euro in bar und 0,189 Hypo-Real-Estate-Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Das entspricht auf Basis des gegenwärtigen Kurses rund 14,20 Euro. Damit liegt der Aufschlag bei mickrigen 16 Cents. Am Montag notierte die Aktie der Depfa bei 14,04 Euro.
Zum Zeitpunkt des Angebots hatte die Offerte noch einen Wert von 16,14 Euro. Doch die Krise auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt drückte den Aktienkurs der Hypo Real Estate stark nach unten und ließ die ohnehin von einzelnen Aktionären als zu niedrig kritisierte Übernahmeprämie schrumpfen.
Der irische High Court als Bankaufsichtsbehörde hat der Übernahme bereits zugestimmt. Nun steht nur noch eine Gerichtsanhörung an, die voraussichtlich am 2. Oktober stattfindet.
Depfa-Aktie nur noch bis 3. Oktober zu handeln
Die Aktie der Depfa Bank wird voraussichtlich nur noch bis zum 3. Oktober gehandelt. Die Depfa Bank teilte mit, dass der Handel mit den Depfa-Aktien am 4. Oktober ausgesetzt und zum Handelsschluss eingestellt werde.
Gegen die Übernahme der Depfa durch die Hypo Real Estate hat am Montag ein Aktionär Klage gegen die Rechtmäßigkeit der Transaktion eingereicht. Das Landgericht München werde nach Durchführung der Übernahme darüber entscheiden.
Viertgrößte deutsche Privatbank
Durch die Fusion von Depfa und Hypo Real Estate entsteht ein neuer Banken-Riese. Zusammen kommen beide Geldinstitute auf eine Bilanzsumme von 385 Milliarden Euro, nimmt man die Zahlen vom vergangenen Jahr. Der Vorsteuergewinn beider Banken liegt summiert bei 1,22 Milliarden Euro.
Dank des Deals kehrt die Depfa Bank zu ihren eigenen Wurzeln zurück. Bei ihrer Gründung 1922 kümmerte sich die Depfa unter dem damaligen Namen Preußische Landesbriefanstalt um die Finanzierung des Kleinwohnungsbaus. Erst in den 70er Jahren stieg die Bank in das Geschäft mit Kommunalkrediten ein und entwickelte sich bald zur größten deutschen Pfandbriefbank. Anfang 2002 wurde die privatisierte Bank aufgespalten – in die auf Immobilien spezialisierte Aareal Bank und in die auf Staatsfinanzierung konzentrierte Depfa Bank.