HV-Bericht ComROAD AG


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HV-Bericht ComROAD AG

 
09.06.01 12:09
HV-Bericht ComROAD AG



Der im November 1999 an die Börse gegangene Anbieter von Telematik-Netzwerken hielt sein diesjährige Hauptversammlung am 28. Mai im Hilton Park in München ab. Mit Spannung erwarteten gut 400 Aktionäre und Vertretern der Versammlung, nachdem es im Vorfeld hitzige Diskussionen um Hintergründe von Beziehungen zu Kunden der ComROAD AG gekommen war. Für GSC Research berichtet Robert Zeiss.

Bericht des Vorstands

Vorstandsvorsitzender Dipl.-Ing. Bodo A. Schnabel begann seinen Vortrag mit einer Erklärung des Wortes "Telematik", es setze sich aus den Begriffen drahtlose Telekommunikation und Informatik-Netzwerken zusammen. Auf der vorhandenen Infrastruktur wie GPS und GSM aufsetzend, greift der Nutzer mit bedienerfreundlichen Endgeräten auf Telematik-Portale zu.

Die von ComROAD entwickelte Komplettlösung für Kommunikations-, Informations- und Entertainmentanwendungen wird unter dem Namen GTTS (Global Transport Telematic System) weltweit an Partnerunternehmen lizensiert. Diese wiederum betreiben Service-Zentralen, die den lokalen Begebenheiten und den Kundenwünschen angepasst sind. Mögliche Anwendungen dabei sind Flottenmanagement, "Off-Board Navigation" mit Berücksichtigung der Verkehrslage, Informationsdienste, mobiles Internet oder auch die Ortung von Fahrzeugen über GPS.

Für die GTTS Technologie werden Lizenzen vergeben, so dass ComROAD drei Einkunftsquellen generiert. Neben einer Basislizenz zum Betrieb eines Telematik-Portals sind das variable Beträge basierend auf dem monatlichen Umsatz des Betreibers und der Verkauf der selbst entwickelten Fahrzeugcomputer. Derzeit gibt es 34 Portale in 30 Ländern weltweit, Asien befindet sich bereits in einem starken Marktwachstum. In den USA entwickelte sich das Geschäft aufgrund der Vielzahl von Mobilfunkstandards noch nicht so schnell wie in Europa.

Als Endgeräte dienen handelsübliche PDAs von Firmen wie HP, Casio oder Compaq, die von ComROAD entwickelte Software wurde als OMTP (Open Modular Telematic Platform) entwickelt. Der Kunde kann also jeweils die aktuellen Kleincomputer einsetzen, lange Entwicklungszyklen für in die Autokonsolen integrierte OEM-Angebote hemmen nicht die Verbreitung der Technik.

Die Marktaussichten zeigen für den kommerziellen Markt ein lineares Wachstum in den nächsten Jahren auf, daher liegt ein künftiger Einstieg in den Konsumentenmarkt nahe. Dieser wächst in den nächsten zehn Jahren überproportional, für den Gesamtmarkt sieht ITS America ein kumuliertes Volumen von 400 Mrd. USD in den nächsten 15 Jahren. Das größte Marktvolumen wird für die USA erwartet.

Weltweit gibt es durchaus unterschiedliche Kundenprioritäten. Der US-Markt erwartet Angebote im Bereich Notruf, Unfallhilfe, Verkehrsinformationen und Unterhaltung, im europäischen Markt wird mehr Wert auf Navigation, Verkehrsinformationen und allgemeine Nachrichten gelegt. Da die Lizenznehmer ihre Dienste selbst bestimmen können, sieht sich ComROAD in allen Märkten gut positioniert.

Im vergangenen Jahr wurde der Umsatz auf 85,8 Mio. DM mehr als vervierfacht, das EBIT wuchs um 660 Prozent auf 20,1 Mio. DM und das Ergebnis ja Aktie wurde mit 0,50 DM (0,26 Euro) ausgewiesen. Der überwiegende Teil des Umsatzes entstammt bislang noch dem Verkauf der Hardware. Im November letzten Jahres wurden 1,1 Mio. Aktien bei institutionellen Investoren zu einem Gesamtbetrag von 51,7 Mio. Euro plaziert. Zur Stärkung der Marktführerschaft wurden Beteiligungen an Technologiefirmen für 8 Mio. Euro eingegangen.

Ausblickend erklärte Bodo Schnabel, dass der Telematik Markt erst am Anfang seiner Entwicklung stehe und demnach ein riesiges Marktpotential aufweise. Als geplante Steigerungsraten für das laufende Jahr nannte er für den Umsatz 116 Prozent, das EBIT 128 Prozent und das Ergebnis je Aktie 160 Prozent. Im ersten Quartal wurden die Planzahlen bereits übertroffen und auch für das laufende Quartal zeigte er sich zuversichtlich.

Seinen Vortrag beendete der Vorstandsvorsitzende mit der Aussage, dass die von ComROAD entwickelte GTTS die Entwicklung des Gesamtmarkts beschleunige und man sich an der Stelle befinde, wo vor 10 Jahren die Mobilfunkbetreiber standen.


Allgemeine Aussprache

Herr Helmut Knoll sprach als erster Redner für die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) und lobte zunächst den erfolgreichen Geschäftsverlauf und die Verdoppelung der Zahl der Lizenznehmer, merkte jedoch an, dass der Kursverlauf ihm Kopfschmerzen bereitet hätte.

Die Aktie sei von einigen Personen und Analysten "schlecht geschrieben" worden, die Gewinnung des Anlegervertrauens müsse nun Aufgabenschwerpunkt des Vorstands sein. Die geplante Einführung von Namensaktien könne dabei die gezielte Information der Aktionäre unterstützen. Des Weiteren stellte er Fragen zu einigen Bilanzpositionen und schlug vor, über die Ausschüttung einer Dividende nachzudenken. Ihn interessierte die Aktionärsstruktur und eventuell rückgekaufte Aktien.

Herr Daniel Aufels vertrat die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und zeigte sich ebenfalls erfreut über die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der Börsenkurs liege immer noch weit über dem Emissionspreis, die Anschuldigungen des Platow-Briefs hätten jedoch für Irritationen gesorgt. Er fragte nach den tatsächlichen Verkaufsmengen, die von dem Börsenbrief in Frage gestellt wurden.

Herr Hirschfeld erinnerte daran, dass für das laufende Jahr 51 Lizenzpartner angestrebt wurden, bislang jedoch nur 34 gefunden wurden. Es stelle sich die Frage, ob das Ziel noch eingehalten werden könne.

Herr Schnabel erklärte die Hintergründe für den Bericht im Platow-Brief. Er gehe auf eine negative Einschätzung der Dresdner Kleinwort Benson zurück, die zudem falsch wiedergegeben wurde. Die Investmentbank hatte zunächst zu Kursen von 50 Euro zum Kauf empfohlen, später aufgrund der negativen Entwicklung der Peer Group ihre Meinung revidiert.

Der zuständige Analyst wurde eingeladen, die beiden in Frage gestellten Lizenzpartner zu besuchen. Am 9. und 10. April hätten diese ihre Absatzzahlen bestätigt, dennoch sei am 11. April ein negativer Bericht erschienen, der die Zahlen bezweifelte. Der Kurs der Aktie fiel zeitweise unter 8 Euro, konnte sich nach der Gegendarstellung jedoch wieder auf 15 Euro erholen. Die Gerüchte sind seitdem nicht mehr aufgetaucht, der Telematik-Markt wird jedoch insgesamt kritischer betrachtet.

Bei den beiden Lizenznehmern handelte es sich um die britische Firma Skynet und die spanische Idea-Lab. Erstere sei schon seit 1999 Partner und habe im letzten Jahr 2.000 Geräte abgenommen, davon wurden 500 bis 600 nicht verkauft; für das laufende Jahr sind 13.000 Geräte geplant. Idea-Lab sei ein neuer Partner, der gerade erst das Portal aufgebaut habe. Der offizielle Markteintritt erfolgte Mitte Mai 2001, so dass bislang keine großen Stückzahlen verkauft wurden. Für das Gesamtjahr 2001 plant der Lizenznehmer den Absatz von 27.000 Geräten.

Die Aktien der ComROAD liegen zu 54 Prozent bei der Familie Schnabel, 4 Prozent hat der Mitvorstand Hartmut Schwamm und 2 Prozent der Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Andreas Löhr. Die Venture Capital Geber TFG und Concord halten noch Aktien, die genaue Stückzahl sei aber nicht bekannt; genauso verhält es sich mit den Paketen von institutionellen Investoren. Eine Dividendenausschüttung sei bisher nicht geplant gewesen, werde jedoch für das laufende Jahr überlegt. Eigene Aktien wurden noch nicht zurückgekauft.

Mit Autoherstellern wurden noch keine Verträge geschlossen, an einige Unternehmen wurden jedoch bereits Testgeräte ausgeliefert. Aus Sicht der ComROAD wäre eine Vorverdrahtung zum Anschluss eines austauschbaren Gerätes wünschenswert, dies wäre jedoch erst mittelfristig möglich. Im Übrigen sehe der derzeitige Business-Plan kein Geschäft mit OEM-Partnern vor.

Im Jahr 1999 wurden 15.000 Endgeräte vermarktet, im letzten Jahr 77.000, wobei zugleich erstmals Lizenzeinnahmen generiert werden. 50 Portale am Ende des Jahres sei nach wie vor eine realistische Zahl, man werde sehr bald neue Partner vermeldet können. Zudem sei es auch vorstellbar, dass ein einziger Partner mehrere Portale betreibt.


Abstimmungen

Die Präsenz betrug mit 13.563.149 vertretenen Aktien 67,55 Prozent des Kapitals, sämtliche Vorschläge der Verwaltung wurden nahezu einstimmig angenommen. Lediglich zu TOP 6 (Genehmigtes Kapital) gab es 174.000 Gegenstimmen, so dass die Zustimmung bei „nur“ 98,72 Prozent lag. Weiterhin wurde die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien verlängert und die Umstellung auf Namensaktien nebst zugehörigen Satzungsänderungen beschlossen.


Fazit

Der Vorstand der ComROAD sowie die Aktionäre stimmten überein, dass das Unternehmen in einem ausgesprochenen Wachstumsmarkt agiert und die Aktie aufgrund falscher Anschuldigungen derzeit eher unterbewertet ist. Dem Vorwurf, der Vorstand sei den Gerüchten nicht entschieden genug entgegen getreten, wirkt dieser mit der Umstellung auf Namensaktien entgegen. Zumindest zu den bestehenden Aktionären kann damit der Informationsfluss verbessert werden. Wie vom Vorstand erwähnt ist der Kursrückgang aber wohl auch auf eine kritischere Betrachtung gegenüber der Branche zurückzuführen.

Mit den vorgelegten Umsatz- und Ergebniszahlen, die stets über den Planungen liegen und dreistellige Wachstumsraten aufweisen, zeigt das Management allerdings, dass es sein Handwerk versteht und sich gut im Markt positioniert. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen selbst einen Gewinn pro Aktie von 0,68 Euro - zweieinhalb mal so viel wie im Vorjahr.

In der derzeitigen Marktlage kann dennoch auch beim Erreichen dieser Ziele der alte Höchstkurs von 67 Euro nicht gerechtfertigt werden. Der ComROAD ist zu wünschen, dass die Wachstumsraten mittelfristig beibehalten werden und die Vorwürfe als haltlos widerlegt werden können; in dem Fall verfügen die Aktionäre über eine gute Langfristanlage.


Kontaktadresse

ComROAD AG
Edisonstr. 8
85716 Unterschleißheim

Tel.: 089 / 3157190
Fax: 089 / 3151694

Email: investorrelations@comroad.com
Internet: www.comroad.com

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Falcon2001:

Auch mal Danke sagen...

 
09.06.01 16:27
Hi Zentrum,

ich möchte an dieser Stelle auch mal Danke sagen. Deine Recherchen sind wirklich sinnvoll und objektiv. Auch die Sache mit den Liqidierungen bei Banken hat mir gut gefallen. Weiter so. Möge die Macht mit Dir sein - Live long and prosper.
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das Zentrum d.:

@Falcon 2001

 
09.06.01 16:55
Vielen Dank für deine positive Kritik. Das tut selbst mir mal gut, da oft ein Feedback zu den Artikel ausbleibt. Es freut mich ganz besonders, wenn diese Informationen anderen weiterhelfen. Also noch ein schönes Wochenende und für die Zukunft Good Trades!
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