ftd.de, Mi, 2.10.2002, 18:16
Hunzinger bestreitet Wahlwerbung für Koch
Der PR-Unternehmer Moritz Hunzinger hat bestritten, im Landtagswahlkampf 1998 verdeckte Wahlwerbung für den CDU-Kandidaten und heutigen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch gemacht zu haben. Der Hessische Rundfunk hatte seinerzeit allerdings die Ausstrahlung eines Werbespots abgelehnt.
Hunzinger hatte damals das Koch-Buch "Vision 21" mit enormem Werbeaufwand auf den Markt gebracht. "Ich habe mir gedacht, der Landtagswahlkampf steht vor der Tür; machen wir etwas über den CDU-Kandidaten", sagte der 43-Jährige am Mittwoch vor dem Untersuchungsausschuss des Wiesbadener Landtags zur hessischen CDU-Finanzaffäre.
Der PR-Unternehmer berichtete, die Kosten des Buches für den zur Hunzinger -Gruppe gehörenden Verlag Blazek und Bergmann hätten sich auf 252.000 D-Mark (rund 128.000 Euro) belaufen. Davon seien allein 40.000 D-Mark für Zeitungsanzeigen und weitere 100.000 D-Mark für Radiospots ausgegeben worden. Abzüglich der Erlöse für den Verkauf der beiden Auflagen von "Vision 21" sei ein Verlust von 119.000 Mark geblieben. Dennoch habe sich das Projekt für Blazek und Bergmann gelohnt. Denn der enorme Wirbel um das Buch habe den Verlag erfolgreich gemacht.
Der Hessische Rundfunk hatte die Ausstrahlung der Rundfunkspots zum Buch abgelehnt, weil dem Sender so kurz vor der Wahl Bedenken kamen. Dem privaten Rundfunksender FFH wurde die Ausstrahlung der Werbung schließlich von der hessischen Landesmedienanstalt verboten. Die Landesmedienanstalt hegte den Verdacht verdeckter Parteienwerbung. Dagegen präsentierte Hunzinger am Mittwoch ein Schreiben des Bundestagspräsidenten, in dem dieser erklärt, die Buch-Werbung habe nicht gegen das Parteiengesetz verstoßen.
Hunzinger in Erklärungsnot
Hunzinger konnte am Mittwoch allerdings nicht erklären, warum die Produktion des umstrittenen Radiospots für das Koch-Buch von der hessischen CDU bezahlt worden war. Befragt nach den Gründen, antwortete der PR-Fachmann: "Weil es halt so war." Seine Mitarbeiter hätten sich den von der CDU-nahen Werbeagentur Zoffel, Hoff und Partner produzierten Spot einmal angehört und der sei in Ordnung gewesen.
SPD und Grüne erneuerten nach der Vernehmung Hunzingers den Vorwurf der versteckten Wahlwerbung. Der Grünen-Abgeordnete Rupert von Plottnitz verwies darauf, dass Hunzinger allein im Sendegebiet hessischer Radios für das Koch-Buch geworben habe. Dies sei offensichtlich mit Blick auf den Landtagswahlkampf geschehen. Dagegen erklärte der Obmann der CDU im Ausschuss, Stefan Grüttner, die Opposition ergehe sich in haltlosen Behauptungen.
Landesverband immer finanziell schwach
Vor Hunzinger war der ehemalige Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, zu seinen Kenntnissen über die schwarzen Kassen der Hessen-CDU befragt worden. Jagoda, in den 80er Jahren Vorstandsmitglied der Landespartei, sagte, ihm sei nicht bekannt gewesen, dass der Landesverband 1982 über ein Vermögen von mehr als 20 Mio. D-Mark verfügte: "Ich hatte immer den Eindruck, dass es dem Landesverband finanziell sehr schlecht geht."
Der frühere Bundesinnenminister Manfred Kanther hatte Ende 1982 in seiner Eigenschaft als Landesgeschäftsführer der Hessen-CDU 20,8 Mio. D-Mark aus dem Parteivermögen in die Schweiz bringen lassen. Jagoda sagte, dass in den folgenden Jahren in den Rechenschaftsberichten der Landespartei plötzlich Zinseinnahmen in Millionenhöhe fehlten, sei ihm nicht aufgefallen.
Hunzinger bestreitet Wahlwerbung für Koch
Der PR-Unternehmer Moritz Hunzinger hat bestritten, im Landtagswahlkampf 1998 verdeckte Wahlwerbung für den CDU-Kandidaten und heutigen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch gemacht zu haben. Der Hessische Rundfunk hatte seinerzeit allerdings die Ausstrahlung eines Werbespots abgelehnt.
Hunzinger hatte damals das Koch-Buch "Vision 21" mit enormem Werbeaufwand auf den Markt gebracht. "Ich habe mir gedacht, der Landtagswahlkampf steht vor der Tür; machen wir etwas über den CDU-Kandidaten", sagte der 43-Jährige am Mittwoch vor dem Untersuchungsausschuss des Wiesbadener Landtags zur hessischen CDU-Finanzaffäre.
Der PR-Unternehmer berichtete, die Kosten des Buches für den zur Hunzinger -Gruppe gehörenden Verlag Blazek und Bergmann hätten sich auf 252.000 D-Mark (rund 128.000 Euro) belaufen. Davon seien allein 40.000 D-Mark für Zeitungsanzeigen und weitere 100.000 D-Mark für Radiospots ausgegeben worden. Abzüglich der Erlöse für den Verkauf der beiden Auflagen von "Vision 21" sei ein Verlust von 119.000 Mark geblieben. Dennoch habe sich das Projekt für Blazek und Bergmann gelohnt. Denn der enorme Wirbel um das Buch habe den Verlag erfolgreich gemacht.
Der Hessische Rundfunk hatte die Ausstrahlung der Rundfunkspots zum Buch abgelehnt, weil dem Sender so kurz vor der Wahl Bedenken kamen. Dem privaten Rundfunksender FFH wurde die Ausstrahlung der Werbung schließlich von der hessischen Landesmedienanstalt verboten. Die Landesmedienanstalt hegte den Verdacht verdeckter Parteienwerbung. Dagegen präsentierte Hunzinger am Mittwoch ein Schreiben des Bundestagspräsidenten, in dem dieser erklärt, die Buch-Werbung habe nicht gegen das Parteiengesetz verstoßen.
Hunzinger in Erklärungsnot
Hunzinger konnte am Mittwoch allerdings nicht erklären, warum die Produktion des umstrittenen Radiospots für das Koch-Buch von der hessischen CDU bezahlt worden war. Befragt nach den Gründen, antwortete der PR-Fachmann: "Weil es halt so war." Seine Mitarbeiter hätten sich den von der CDU-nahen Werbeagentur Zoffel, Hoff und Partner produzierten Spot einmal angehört und der sei in Ordnung gewesen.
SPD und Grüne erneuerten nach der Vernehmung Hunzingers den Vorwurf der versteckten Wahlwerbung. Der Grünen-Abgeordnete Rupert von Plottnitz verwies darauf, dass Hunzinger allein im Sendegebiet hessischer Radios für das Koch-Buch geworben habe. Dies sei offensichtlich mit Blick auf den Landtagswahlkampf geschehen. Dagegen erklärte der Obmann der CDU im Ausschuss, Stefan Grüttner, die Opposition ergehe sich in haltlosen Behauptungen.
Landesverband immer finanziell schwach
Vor Hunzinger war der ehemalige Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, zu seinen Kenntnissen über die schwarzen Kassen der Hessen-CDU befragt worden. Jagoda, in den 80er Jahren Vorstandsmitglied der Landespartei, sagte, ihm sei nicht bekannt gewesen, dass der Landesverband 1982 über ein Vermögen von mehr als 20 Mio. D-Mark verfügte: "Ich hatte immer den Eindruck, dass es dem Landesverband finanziell sehr schlecht geht."
Der frühere Bundesinnenminister Manfred Kanther hatte Ende 1982 in seiner Eigenschaft als Landesgeschäftsführer der Hessen-CDU 20,8 Mio. D-Mark aus dem Parteivermögen in die Schweiz bringen lassen. Jagoda sagte, dass in den folgenden Jahren in den Rechenschaftsberichten der Landespartei plötzlich Zinseinnahmen in Millionenhöhe fehlten, sei ihm nicht aufgefallen.