Die erst kürzlich vom Chefsessel des US-Computerherstellers Hewlett-Packard gefeuerte Top-Managerin Carly Fiorina ist als nächste Präsidentin der Weltbank im Gespräch. Das verlautete am Dienstag aus amerikanischen Regierungskreisen.
Der derzeitige Weltbankpräsident James Wolfensohn legt am 1. Juni turnusgemäß sein Amt nieder. Eine Stellungnahme von Fiorina war zunächst nicht zu erhalten.
Traditionell geht der Posten bei der Weltbank stets an einen US-Vertreter, während die Europäer die Leitung des Internationalen Währungsfonds übernehmen. Nach einem bericht der "New York Times" ist neben Fiorina auch US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz als Kandidat im Gespräch. Die Zeitung betont allerdings, weder Fiorina noch Wolfowitz hätten Erfahrung in der Entwicklungspolitik.
Laut "Financial Times" hat auch der frühere Chef des Pharmaunternehmens Eli Lilly, Randall Tobias, gute Aussichten, die Leitung der Weltbank zu übernehmen. Ein Sprecher des für die Besetzung des Postens zuständigen US-Finanzministeriums wollte die Angaben der Zeitung nicht kommentieren.
Die 50-jährige Fiorina gehört zu den bekanntesten Wirtschaftspersönlichkeiten der USA. Sie hatte versucht, den kalifornischen Druckerhersteller HP in einen Technologie-Giganten zu verwandeln und im Jahr 2002 mit der Übernahme des Konkurrenten Compaq eine ganze Branche in Staunen versetzt.
Fiorina war vom US-Magazin "Fortune" mehrfach zur mächtigsten Geschäftsfrau gekürt. Die als ehrgeizig bekannte Managerin startete ihre berufliche Karriere bei dem Telekommunikationskonzern AT&T, führte erfolgreich die Ausgliederung des AT&T Ausrüstungs- und Forschungsbereich in Lucent Technologies durch und wechselte 1999 an die Spitze von Hewlett-Packard.