Sollten die obersten Richter keine schnelle Entscheidung fällen, muss das Abgeordnetenhaus von Florida noch im Laufe des heutigen Tages die 25 Wahlmänner des Staates vergeben. Voraussichtlich würde es Bush den Zuschlag erteilen. Wenn sich bei den Handauszählungen dann doch Gore als Sieger heraus stellen sollte, könnten am 18. Dezember zwei 25-köpfige Gruppen zur Abstimmung über den Präsidenten antreten - die eine zu Gunsten von Bush und die andere für Gore.
In diesem Falle müsste dann der US-Kongress entscheiden, welche Stimmen er akzeptiert. Wegen der dortigen Mehrheitsverhältnisse - die Republikaner halten eine knappe Mehrheit - könnte der Fall dann am Ende erneut beim höchsten US-Gericht landen.
Vertrauen in Gerechtigkeit des Obersten Gerichts
Dreiviertel der Teilnehmer einer aktuellen Umfrage erwarten eine Entscheidung des Obersten Gerichts zu Gunsten von Bush. Die Umfrage von CNN/USA Today/Gallup zeigt trotz der Auffassung, die Richter wären von ihren persönlichen politischen Ansichten beeinflusst, eine Akzeptanz der eventuellen Entscheidung. 72 Prozent der Befragten sind zuversichtlich, dass das Oberste Gericht eine gerechte Lösung finden wird.
Über den möglichen Entschluss selbst waren die Befragten geteilter Meinung: 47 Prozent wollen eine vollständige Durchführung der Nachzählungen in Florida, und 49 Prozent sprachen sich für die Einstellung weiterer Nachzählungen aus.