Chinas Medien schweigen Proteste tot
Montag 28.02.2011, 08:40
REUTERS Festnahme eines Protestierenden am Sonntag in Schanghai Es ist der Albtraum des chinesischen Regimes: Nach den Unruhen in der arabischen Welt brodelt es auch im Reich der Mitte. Davon sollen die Bürger aber so wenig wie möglich erfahren. Im Internet wird zensiert.
Chinas Staatsmedien verschwiegen am Montag die Zwischenfälle zwischen Sicherheitskräften und ausländischen Journalisten am Vortag in Peking. In der chinesischen Hauptstadt herrschte angespannte Ruhe. Die Zensur des Internets wurde noch verschärft. Auch nur ansatzweise politische Kommentare oder vage Hinweise von Internetnutzern auf die Innenstadt oder Blumen wurden sofort gelöscht. In chinesischen Mikroblogs waren Suchwörter wie der Name der bekannten Einkaufszeile Wangfujing, „Jasmin“, „Revolution“ oder „Versammlung“ gesperrt.
In der Haupteinkaufsstraße im Herzen der Hauptstadt hatte am Vortag ein massives Aufgebot von Sicherheitskräften geplante „Jasmin-Proteste“ verhindert. Dabei waren mehr als ein Dutzend ausländische Journalisten zum Teil gewaltsam abgeführt worden. Mehrere Reporter wurden verletzt, darunter ein Videojournalist der Nachrichtenagentur Bloomberg, dem mehrfach ins Gesicht getreten wurde. Am zweiten Sonntag in Folge war im Internet zu Protesten nach arabischem Vorbild oder einfach zu „Spaziergängen“ in zwei Dutzend Städten aufgerufen worden.
Weitere Protestaufrufe
Während in Peking nicht einmal klar war, ob sich jemand getraut hat, dem Aufruf zu folgen, erschienen in Schanghai am Volksplatz ein paar Hundert Menschen. Demonstranten waren aber schwer von Schaulustigen, zufälligen Passanten oder Sicherheitskräften in Zivil zu unterscheiden. Ein massives Polizeiaufgebot löste die Ansammlung auf. Es gab in Peking und Schanghai eine unbekannte Zahl von Festnahmen. Auch aus anderen Städten wurden großangelegte Sicherheitsvorkehrungen berichtet, um eventuelle Protestaktionen sofort im Keim zu ersticken.
Google-AnzeigenFahrzeuge Der Bundeswehr
Angebot: Fahrzeuge Der Bundeswehr. Fahrzeuge Der Bundeswehr billig!
Kaufen.com/Fahrzeuge+Der+Bundeswehr
Die Aktivisten geben sich jedoch nicht geschlagen: In einer neuen Erklärung, die am Montag auf Facebook, Twitter und anderen in China blockierten Internetnetzwerken verbreitet wurde, erklärten die Internetaktivisten, ihr Protestaufruf sei in mehr als 100 Städten befolgt worden. Die Aktivisten, hinter denen offenbar chinesische Exilgruppen stecken, riefen zu erneuten Protesten am kommenden Sonntag auf.