Beim Capitalday letztes Jahr nannte Hellofresh extrem niedrigere Gewinne als von den Analysten angenommen. Die durchschnittliche Gewinnerwartung der Analysten wurde um satte 20% verfehlt und der Aktienkurs ist direkt zweistellig eingebrochen, es war der direkte Auslöser für den Kurszusammenbruch damals. Der Aktienkurs verlor ausgehend von Höchstkursen direkt intraday zweistellig und gab im weiterem Verlauf sehr schnell deutlich nach. Bei Aktienkursen von über 50 Euro hatte Hellofresh viel zu früh eigene Aktien gekauft und damit weiteres Kapital vernichtet. Der Aktienkurs müsste jetzt direkt über !50% steigen, damit wenigstens der Einstandskurs von vor ein paar Monaten wieder erreicht wird, das wird kurzfristig unmachbar.
Nach der extremen Verfehlung der Gewinnerwartungen der Analysten beim Capital Day letztes Jahr gab Hellofresh eine weitere kleinere Gewinnwarnung ab.
Kursziele der Analysten wurden in den letzten 13 Monaten extrem oft nach unten angepasst. Von
allen Analysten.
Was Du zum laufendem drittem Quartal schreibst ist letztlich unerheblich. Denn viel wichtiger dürfte ohenhin der Ausblick sein. Sehr niedrige jetzige Wachtumsraten von 10% im Vergleich zum Vorjahr sind in Anbetracht der Inflation eh ein ziemlicher Witz. Inflations- und währungsbereinigt ist das Wachstum ohnehin längst auf einstelliges Normalniveau geschrumpft, von einem Wachstumsunternehmen darf man von daher im klassischem Sinne gar nicht mehr sprechen, erst Recht nicht, wo das komplette zukünftige Asiengeschäft perdu ist.
Ein zweistelliges KGV würde von daher nicht zu rechtfertigen sein, nicht in diesem Bärenmarkt.
Weiteres sehr großes Wachstum gibt es eben nicht, genau das sagt ja die Stornierung des gesamten Asien Geschäfts. Wie genau erwartest Du denn für ein Wachstum in Europa oder USA? Ich gehe von weitgehender Sättigung aus, bzw davon, daß Hellofresh Bestandskunden nur über Rabattschlachten halten würde können.
und apropos Währungseffekte:
Hellofresh hatte zuletzt insbesondere in den USA sehr gute Zahlen, sie hatten aber auch klare Vorteile durch den schwachen Dollar. Der Dollar hat sich aber in den letzten drei Monaten zweistellig verteuert, das was eben noch als Einmaleffekt ein klarer Vorteil war, verwandelt sich in einen klaren Nachteil.
www.finanzen.net/devisen/dollar/chart
Wenn die Analysten in der jetzigen Situation ihre Langfristprognosen erneut nach unten anpassen sollten, dann passiert genau das, was in den letzten 13 Monaten sehr oft passiert ist.