Dax und Stoxx am Abend: Hexensabbat wirft Schatten voraus
Von Annette Entreß, Frankfurt, und Heino Reents, Hamburg
Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Donnerstagabend weiter schwach präsentiert. Versicherer und die MLP-Aktie standen stark unter Druck. Gegen den Trend legte die T-Aktie zu.
Der Dax fiel nach positivem Start 1,8 Prozent auf 2968 Punkte. So niedrig stand der Index zuletzt Mitte November. "Die schwachen Wachstumsprognosen des Ifo Instituts haben den Dax kräftig ins Minus drehen lassen", sagte ein Händler. Das Institut rechnet im kommenden Jahr nur mit einem schwachen Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,1 Prozent.
In Paris büßte der CAC 40 1,1 Prozent ein, der Londoner FTSE 100 sank um 0,3 Prozent, der Stoxx 50 verschlechterte sich um 0,6 Prozent. Die Angst vor einem Krieg im Irak sei weiter präsent, sagten Händler. Sie sprachen von einer großen Volatilität angesichts dünner Umsätze. "Es ist sehr viel Nervosität und Hektik im Markt", sagte Heinz Stork vom Bankhaus Nols. Der Analyst machte dafür vor allem den dreifachen Verfallstag am Freitag, dem so genannten Hexensabbat, verantwortlich. Heute laufen Futures, Optionen und Terminkontrakte aus.
Größter Verlierer im Dax war die Aktie des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP . Das Papier sackte zeitweise um mehr als zwölf Prozent ab. "Vor dem Verfallstermin versuchen offenbar noch einige Investoren, den Kurs unter zehn Euro zu treiben", sagte Analyst Stork. Daneben drücke das Gerücht auf den Kurs, dass nach der voraussichtlich geplatzten Degussa-Übernahme durch die RAG Degussa wieder in den Dax aufsteigen könnte und MLP dafür weichen muss, so Stork.
T-Aktie im Fokus der Analysten
Dagegen gehörte die T-Aktie zu den wenigen Gewinnern. Sie stieg gegen den Trend um 0,6 Prozent auf 12,49 Euro, nachdem Lehman Brothers den Wert von "Underweight" auf "Overweight" heraufgestuft hatten. Das Kursziel erhöhten die Experten zugleich von 12,50 auf 15,30 Euro. Die Analysten begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Deutsche Telekom ihre Investitionen zurückgefahren hat. Außerdem äußerten sich auch UBS Warburg und Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) positiv über die T-Aktie. So hob DKW das Kursziel von 11,50 auf 13 Euro an. UBS sieht zehn Euro statt bisher neun Euro als fairen Preis für den Titel an.
Versicherungswerte standen vor allem auf den Verkaufszetteln. Der Stoxx-Branchenindex verbuchte mit einem minus von 3,3 Prozent die mit Abstand größten Abschläge. Allianz gaben 3,1 Prozent ab, Münchener Rück verloren 5,5 Prozent. Goldman Sachs hatte zuvor beide Werte von "in line" auf "underperform" heruntergestuft. Außerdem senkte Merrill Lynch ihre Allianz-Gewinnprognose für die beiden kommenden Jahren um 25 bis 30 Prozent.
Aegon drehen ins Minus
Der niederländische Finanzdienstleister Aegon gab nach anfänglichen Kursgewinnen 3,6 Prozent ab. Credit Suisse sanken um 0,8 Prozent. Zuvor hatten Medienberichte, wonach das Unternehmen am Hauptsitz in Zürich Geld in der Verwaltung sparen wolle, das Papier angetrieben.
Die Technologie- und Finanztitel, die am Morgen ganz oben auf den Kurslisten gestanden hatten, gaben ihre Gewinne ab. Das Papier der HypoVereinsbank (HVB) fiel um 5,1 Prozent. Zuvor hatten neue Gerüchte um eine Fusion mit der Commerzbank das Papier an die Dax-Spitze katapultiert. Auch Commerzbank drehten ins Minus und verloren 3,7 Prozent.
Treibstoff für Ölwerte
Der erneut stark gestiegene Ölpreis sorgte für Kursgewinne bei den Ölwerten BP, Total Fina Elf und Shell . Alle drei Werte verbesserten sich leicht.
Der weltweit zweitgrößte Softwarehersteller Oracle übertraf mit Umsatz und Gewinn in seinem zweiten Quartal sowohl die eigenen Prognosen als auch die Erwartungen der Analysten. Für das dritte Quartal prognostizierte der SAP -Konkurrent zudem einen Gewinn im Rahmen der derzeitigen Markterwartungen. Die deutschen Technologiewerte Epcos und Infineon und SAP büßten bis zum Abend alle an Wert ein.
Die Aktie des Einzelhandelskonzerns Metro fiel um 2,7 Prozent. Zuvor hatte die Ratingagentur S&P die langfristige Einstufung von Metro gesenkt. Im Sog gaben KarstadtQuelle im MDax rund drei Prozent nach.
Versorger gesucht
Den Spitzenplatz im Dax errangen der Versorger Eon. Das Papier gewann 1,6 Prozent. Die Blockierung der Eon/Ruhrgas-Fusion und skeptische Analystenstimmen hatten die Aktie des Energieversorgers in den vergangenen Tagen belastet.
Der Euro zeigte sich am Donnerstag stabil. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte zuletzt bei 1,0272 $.
Von Annette Entreß, Frankfurt, und Heino Reents, Hamburg
Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Donnerstagabend weiter schwach präsentiert. Versicherer und die MLP-Aktie standen stark unter Druck. Gegen den Trend legte die T-Aktie zu.
Der Dax fiel nach positivem Start 1,8 Prozent auf 2968 Punkte. So niedrig stand der Index zuletzt Mitte November. "Die schwachen Wachstumsprognosen des Ifo Instituts haben den Dax kräftig ins Minus drehen lassen", sagte ein Händler. Das Institut rechnet im kommenden Jahr nur mit einem schwachen Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,1 Prozent.
In Paris büßte der CAC 40 1,1 Prozent ein, der Londoner FTSE 100 sank um 0,3 Prozent, der Stoxx 50 verschlechterte sich um 0,6 Prozent. Die Angst vor einem Krieg im Irak sei weiter präsent, sagten Händler. Sie sprachen von einer großen Volatilität angesichts dünner Umsätze. "Es ist sehr viel Nervosität und Hektik im Markt", sagte Heinz Stork vom Bankhaus Nols. Der Analyst machte dafür vor allem den dreifachen Verfallstag am Freitag, dem so genannten Hexensabbat, verantwortlich. Heute laufen Futures, Optionen und Terminkontrakte aus.
Größter Verlierer im Dax war die Aktie des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP . Das Papier sackte zeitweise um mehr als zwölf Prozent ab. "Vor dem Verfallstermin versuchen offenbar noch einige Investoren, den Kurs unter zehn Euro zu treiben", sagte Analyst Stork. Daneben drücke das Gerücht auf den Kurs, dass nach der voraussichtlich geplatzten Degussa-Übernahme durch die RAG Degussa wieder in den Dax aufsteigen könnte und MLP dafür weichen muss, so Stork.
T-Aktie im Fokus der Analysten
Dagegen gehörte die T-Aktie zu den wenigen Gewinnern. Sie stieg gegen den Trend um 0,6 Prozent auf 12,49 Euro, nachdem Lehman Brothers den Wert von "Underweight" auf "Overweight" heraufgestuft hatten. Das Kursziel erhöhten die Experten zugleich von 12,50 auf 15,30 Euro. Die Analysten begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Deutsche Telekom ihre Investitionen zurückgefahren hat. Außerdem äußerten sich auch UBS Warburg und Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) positiv über die T-Aktie. So hob DKW das Kursziel von 11,50 auf 13 Euro an. UBS sieht zehn Euro statt bisher neun Euro als fairen Preis für den Titel an.
Versicherungswerte standen vor allem auf den Verkaufszetteln. Der Stoxx-Branchenindex verbuchte mit einem minus von 3,3 Prozent die mit Abstand größten Abschläge. Allianz gaben 3,1 Prozent ab, Münchener Rück verloren 5,5 Prozent. Goldman Sachs hatte zuvor beide Werte von "in line" auf "underperform" heruntergestuft. Außerdem senkte Merrill Lynch ihre Allianz-Gewinnprognose für die beiden kommenden Jahren um 25 bis 30 Prozent.
Aegon drehen ins Minus
Der niederländische Finanzdienstleister Aegon gab nach anfänglichen Kursgewinnen 3,6 Prozent ab. Credit Suisse sanken um 0,8 Prozent. Zuvor hatten Medienberichte, wonach das Unternehmen am Hauptsitz in Zürich Geld in der Verwaltung sparen wolle, das Papier angetrieben.
Die Technologie- und Finanztitel, die am Morgen ganz oben auf den Kurslisten gestanden hatten, gaben ihre Gewinne ab. Das Papier der HypoVereinsbank (HVB) fiel um 5,1 Prozent. Zuvor hatten neue Gerüchte um eine Fusion mit der Commerzbank das Papier an die Dax-Spitze katapultiert. Auch Commerzbank drehten ins Minus und verloren 3,7 Prozent.
Treibstoff für Ölwerte
Der erneut stark gestiegene Ölpreis sorgte für Kursgewinne bei den Ölwerten BP, Total Fina Elf und Shell . Alle drei Werte verbesserten sich leicht.
Der weltweit zweitgrößte Softwarehersteller Oracle übertraf mit Umsatz und Gewinn in seinem zweiten Quartal sowohl die eigenen Prognosen als auch die Erwartungen der Analysten. Für das dritte Quartal prognostizierte der SAP -Konkurrent zudem einen Gewinn im Rahmen der derzeitigen Markterwartungen. Die deutschen Technologiewerte Epcos und Infineon und SAP büßten bis zum Abend alle an Wert ein.
Die Aktie des Einzelhandelskonzerns Metro fiel um 2,7 Prozent. Zuvor hatte die Ratingagentur S&P die langfristige Einstufung von Metro gesenkt. Im Sog gaben KarstadtQuelle im MDax rund drei Prozent nach.
Versorger gesucht
Den Spitzenplatz im Dax errangen der Versorger Eon. Das Papier gewann 1,6 Prozent. Die Blockierung der Eon/Ruhrgas-Fusion und skeptische Analystenstimmen hatten die Aktie des Energieversorgers in den vergangenen Tagen belastet.
Der Euro zeigte sich am Donnerstag stabil. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte zuletzt bei 1,0272 $.