Heißer Tipp für Aktien-Investoren: Verkaufen, sagt Sy Harding
New York, 21. Mai (Bloomberg) - Sy Harding hat einen heißen Tipp für Investoren: Verkaufen! Der Herausgeber des Newsletters ,Street Smart Report" hat schon den Kurseinbruch im letzten Jahr und die Rallye im April vorhergesagt. Einzigartig ist seine Methode: Mit einer Kombination aus Charttechnik und der Berücksichtigung saisonaler Faktoren berechnet er Kursentwicklungen. Jetzt zeigen ihm die Charttechnik und sein Kalender, dass es wieder an der Zeit ist, Aktien zu Geld zu machen. Er rechnet mit einem Kurseinbruch von 40 Prozent beim Nasdaq Composite Index und mindestens 20 Prozent beim Dow Jones Industrial Average. ,Vor Oktober kommen wir nicht an den Wendepunkt", erklärt Harding in einem Interview. ,Der Dow wird vielleicht bis auf 8000 Punkte fallen, der Nasdaq bis auf 1200 Punkte." Für den S&P 500 sieht Harding den Tiefpunkt bei 980.
Nachdem der Nasdaq-Index in den letzten Wochen 34 Prozent zugelegt hat, könnten Investoren zu dem Schluss kommen, dass der schlimmste Teil der Verkaufswelle vorüber so. Das wäre ein Fehler, warnt Harding. In seinem Newsletter forderte er die Kunden auf, ihre gesamten Aktienanlagen in Geldmarktfonds umzuschichten.
Eine der Säulen von Hardings Strategie ist die Wall Street- Maxime ,sell in May and go away" (im Mai Aktien verkaufen und dann dem Markt fernbleiben). Dieser ,saisonalen" Theorie zufolge steigen Aktien zwischen November und April und fallen von Mai bis Oktober. Nach Berechnungen von Yale Hirsch, dem Herausgeber des Stock Trader's Almanac, hätte ein Anleger, der 1950 10.000 Dollar in den S&P investierte, jedes Jahr am 30. April in festverzinsliche Werte und am 1. November zurück in den S&P 500 gewechselt hätte, nach 50 Jahren ein Vermögen von insgesamt 363.353 Dollar. Hätte der Anleger zwischen Mai und Oktober in Aktien investiert, käme er nach Angaben von Hirsch nur auf 11.574 Dollar.
Diese Regel hat Harding verfeinert, um den exakten Kaufs- und Verkaufszeitpunkt herauszufinden. Er benutzt die sogenannte ,Moving Average Convergence Divergence" (MACD), einen Messwert, der vor kurzem erfolgte Veränderungen in einem Aktienkurs oder Index wiedergibt. Wenn nach dem 1. April die tägliche MACD ein Verkaufssignal anzeigt, sollen Investoren ihre Aktien zu Bargeld machen. Dieses Signal kann sich allerdings bis Ende Juli verzögern, berichtet Harding. Das erste Kaufsignal nach dem 1. Oktober ist das Signal, wieder auf Aktien umzusteigen. Manchmal komme das Signal erst im Dezember, erläutert Harding.
Bereits 1999 hatte Harding in seinem Buch ,Riding the Bear: How to Prosper in the Coming Bear Market" den Kurseinbruch im Jahr 2000 vorhergesehen. Nach eigenen Angaben hat Harding mit seinem System 1999 eine Rendite von 27 Prozent erzielt, verglichen mit 21 Prozent für den S&P 500. Im letzten Jahr bescherte der S&P 500 den Anlegern unter Berücksichtigung der Dividenden einen Verlust von 8,9 Prozent, während Hardings mit seinem System auf 7,3 Prozent minus kam. Für den Zeitraum 1997- 2000 kam der S&P 500 auf einen Wertzuwachs von insgesamt 42 Prozent, Harding kommt auf 66 Prozent.
Sein System schient zu funktionieren. Eine Berechnung von Hirsch unter Verwendung von Hardings Daten zeigt, dass ein Anleger, der 1950 10.000 Dollar investiert hätte, 1999 ein Vermögen von 901.761 Dollar sein Eigen nennen könnte, mehr als doppelt so viel wie nach der ursprünglichen ,Sechs-Monats- Methode". Am Freitag vor einer Woche ist die günstige Zeit für Aktien ausgelaufen, berichtet Harding. Die MACD für den S&P 500 schwang ins Negative um.
Harding ist 1998 bei der Recherche für sein Buch ,Riding the Bear" auf die Kombination der gleitenden Durchschnitte mit saisonalen Faktoren gestoßen. Er hat die gängigen Investmenttheorien jede für sich allein sowie in Kombination verglichen und festgestellt, dass sie aller nur in bestimmten Zeiträumen zutrafen. ,Ich stieß immer wieder auf den saisonalen Faktor", berichtet er. ,Ich wollte nicht einfach irgendeine eine Theorie akzeptieren, sondern wissen, warum es so funktionierte." Der saisonale Einfluss ließ sich auch daher erklären, dass zwischen Oktober und April durch Sonderzahlungen von Pensionsfonds sowie Jahresendboni mehr Geld in den Aktienmarkt fließt. Harding schwört auf sein System: ,Ich war ja selbst ganz überrascht, wie hartnäckig dieses Muster immer wiederkehrte."
New York, 21. Mai (Bloomberg) - Sy Harding hat einen heißen Tipp für Investoren: Verkaufen! Der Herausgeber des Newsletters ,Street Smart Report" hat schon den Kurseinbruch im letzten Jahr und die Rallye im April vorhergesagt. Einzigartig ist seine Methode: Mit einer Kombination aus Charttechnik und der Berücksichtigung saisonaler Faktoren berechnet er Kursentwicklungen. Jetzt zeigen ihm die Charttechnik und sein Kalender, dass es wieder an der Zeit ist, Aktien zu Geld zu machen. Er rechnet mit einem Kurseinbruch von 40 Prozent beim Nasdaq Composite Index und mindestens 20 Prozent beim Dow Jones Industrial Average. ,Vor Oktober kommen wir nicht an den Wendepunkt", erklärt Harding in einem Interview. ,Der Dow wird vielleicht bis auf 8000 Punkte fallen, der Nasdaq bis auf 1200 Punkte." Für den S&P 500 sieht Harding den Tiefpunkt bei 980.
Nachdem der Nasdaq-Index in den letzten Wochen 34 Prozent zugelegt hat, könnten Investoren zu dem Schluss kommen, dass der schlimmste Teil der Verkaufswelle vorüber so. Das wäre ein Fehler, warnt Harding. In seinem Newsletter forderte er die Kunden auf, ihre gesamten Aktienanlagen in Geldmarktfonds umzuschichten.
Eine der Säulen von Hardings Strategie ist die Wall Street- Maxime ,sell in May and go away" (im Mai Aktien verkaufen und dann dem Markt fernbleiben). Dieser ,saisonalen" Theorie zufolge steigen Aktien zwischen November und April und fallen von Mai bis Oktober. Nach Berechnungen von Yale Hirsch, dem Herausgeber des Stock Trader's Almanac, hätte ein Anleger, der 1950 10.000 Dollar in den S&P investierte, jedes Jahr am 30. April in festverzinsliche Werte und am 1. November zurück in den S&P 500 gewechselt hätte, nach 50 Jahren ein Vermögen von insgesamt 363.353 Dollar. Hätte der Anleger zwischen Mai und Oktober in Aktien investiert, käme er nach Angaben von Hirsch nur auf 11.574 Dollar.
Diese Regel hat Harding verfeinert, um den exakten Kaufs- und Verkaufszeitpunkt herauszufinden. Er benutzt die sogenannte ,Moving Average Convergence Divergence" (MACD), einen Messwert, der vor kurzem erfolgte Veränderungen in einem Aktienkurs oder Index wiedergibt. Wenn nach dem 1. April die tägliche MACD ein Verkaufssignal anzeigt, sollen Investoren ihre Aktien zu Bargeld machen. Dieses Signal kann sich allerdings bis Ende Juli verzögern, berichtet Harding. Das erste Kaufsignal nach dem 1. Oktober ist das Signal, wieder auf Aktien umzusteigen. Manchmal komme das Signal erst im Dezember, erläutert Harding.
Bereits 1999 hatte Harding in seinem Buch ,Riding the Bear: How to Prosper in the Coming Bear Market" den Kurseinbruch im Jahr 2000 vorhergesehen. Nach eigenen Angaben hat Harding mit seinem System 1999 eine Rendite von 27 Prozent erzielt, verglichen mit 21 Prozent für den S&P 500. Im letzten Jahr bescherte der S&P 500 den Anlegern unter Berücksichtigung der Dividenden einen Verlust von 8,9 Prozent, während Hardings mit seinem System auf 7,3 Prozent minus kam. Für den Zeitraum 1997- 2000 kam der S&P 500 auf einen Wertzuwachs von insgesamt 42 Prozent, Harding kommt auf 66 Prozent.
Sein System schient zu funktionieren. Eine Berechnung von Hirsch unter Verwendung von Hardings Daten zeigt, dass ein Anleger, der 1950 10.000 Dollar investiert hätte, 1999 ein Vermögen von 901.761 Dollar sein Eigen nennen könnte, mehr als doppelt so viel wie nach der ursprünglichen ,Sechs-Monats- Methode". Am Freitag vor einer Woche ist die günstige Zeit für Aktien ausgelaufen, berichtet Harding. Die MACD für den S&P 500 schwang ins Negative um.
Harding ist 1998 bei der Recherche für sein Buch ,Riding the Bear" auf die Kombination der gleitenden Durchschnitte mit saisonalen Faktoren gestoßen. Er hat die gängigen Investmenttheorien jede für sich allein sowie in Kombination verglichen und festgestellt, dass sie aller nur in bestimmten Zeiträumen zutrafen. ,Ich stieß immer wieder auf den saisonalen Faktor", berichtet er. ,Ich wollte nicht einfach irgendeine eine Theorie akzeptieren, sondern wissen, warum es so funktionierte." Der saisonale Einfluss ließ sich auch daher erklären, dass zwischen Oktober und April durch Sonderzahlungen von Pensionsfonds sowie Jahresendboni mehr Geld in den Aktienmarkt fließt. Harding schwört auf sein System: ,Ich war ja selbst ganz überrascht, wie hartnäckig dieses Muster immer wiederkehrte."