Analyse: Heiler Software AG - AKKUMULIEREN
Von Marcus Moser, GBC Research
Die Heiler Software AG entwickelt und vermarktet Softwareloesungen in den
Bereichen Katalogmanagement, elektronische Beschaffung und elektronischer
Handel. Im Mittelpunkt stehen dabei die Produkte PBC (Premium Business
Catalog), eine Katalogsoftware, die von Unternehmen als Kern ihrer
elektronischen Beschaffungsloesungen eingesetzt werden kann, PCM (Premium
Content Manager), der Unternehmen dabei unterstuetzt, Lieferantenkataloge zu
verwalten und zu pflegen, PSX (Premium Supply Exchange), das die effiziente
Integration von Lieferantenkatalogen in das Beschaffungssystem des Kunden
ermoeglicht, sowie der PPM (Premium Product Manager) zur Verwaltung und
Aufbereitung von Daten in einem zentralen Produktstamm.
Im vergangenen Geschaeftsjahr 2002/03, das zum 30.09.2003 endete, konnte
Heiler Software trotz der anhaltenden Investitionszurueckhaltung und eines
veraendertes Kaufverhaltens der Kunden den Umsatz leicht von 4,69 Mio. Euro
auf 4,73 Mio. Euro, also um 0,9%, steigern. So waehlten zahlreiche Kunden
anstatt des Erwerbs von Softwarelizenzen die kostenguenstigere Variante der
Softwaremiete, was zu Umsatzverschiebungen in die Zukunft fuehrt.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit -2,71 Mio. Euro im
negativen Bereich. Im Vorjahr betrug das EBIT -3,24 Mio. Euro. Die
Verbesserung um 16,4% ist vor allem auf Kostensenkungen im Bereich Vertrieb
und Marketing und bei den allgemeinen Verwaltungskosten zurueckzufuehren.
Konstant blieben hingegen die Forschungs- und Entwicklungskosten. Ursaechlich
hierfuer ist die Entwicklung des neuen Softwareproduktes PPM. Das Ergebnis
pro Aktie (EPS) belief sich auf -0,16 Euro. Das ist eine Verbesserung um ca.
37,8% gegenueber -0,27 Euro im Geschaeftsjahr 2001/02. Der Mittelabfluss aus
der operativen Geschaeftstaetigkeit konnte im letzten Geschaeftsjahr ebenfalls
gesenkt werden und lag bei -1,5 Mio. Euro gegenueber -2,8 Mio. Euro im
entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Ausblick:
Nachdem der IT-Markt die letzten drei Jahre durch eine anhaltende
Kaufzurueckhaltung und Verschiebung von Auftraegen in die Zukunft gepraegt war,
duerfte nun die Talsohle erreicht sein. So erwartet die Gesellschaft nach
eigenen Angaben, aufgrund der Auftragseingaenge im 4. Quartal 2003, wieder
ansteigende Wachstumsraten und eine deutliche Ergebnisverbesserung. Auch wir
sehen sowohl einen Anstieg beim Umsatz als auch eine Verbesserung beim
Ergebnis. Der Umsatz duerfte nach unserer Schaetzung im Geschaeftsjahr 2003/04
bei ca. 6,2 Mio. Euro und das EBIT bei -1,6 Mio. Euro liegen. Fuer die
darauffolgende Periode 2004/05 rechnen wir mit dem Erreichen der
Gewinnschwelle. Zu dieser erwarteten Entwicklung sollten nach ersten
positiven Marktreaktionen insbesondere auch der Premium Product Manager
"PPM", Umsaetze aus Folgegeschaeften mit Bestandskunden sowie steigende
Auslandsumsaetze, z.B. in den USA, beitragen.
Weitere Phantasie sehen wir in dem hohen Bestand an liquiden Mitteln,
welchen das Unternehmen fuer gezielte Uebernahmen und zur weiteren
Erschliessung des Marktes einsetzen kann. Allerdings wuerden wir hier auch
eine Teilausschuettung an die Aktionaere begruessen, da die Gesellschaft nach
unserer Ansicht ueber zu viel Liquiditaet verfuegt, falls diese nicht zu
strategischen Akquisitionen eingesetzt wird.
Bewertung:
Das Unternehmen verfuegte zum Ende des abgelaufenen Geschaeftsjahres 2002/03
ueber sehr gesunde Bilanzrelationen. So machen die liquiden Mittel mit 19,3
Mio. Euro ca. 80% der Bilanzsumme aus. Die Eigenkapitalquote liegt bei
95,8%. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhaeltnis von 0,85 notiert die Gesellschaft
derzeit leicht unter ihrem bilanziellen Eigenkapital. Auch das Verhaeltnis
Marktkapitalisierung zu den liquiden Mitteln von 1,03 deutet auf eine
guenstige Bewertung der Aktie (Cash pro Aktie 1,75) hin.
Anlageurteil:
Aufgrund des hohen Bestandes an liquiden Mitteln und der damit verbundenen
Phantasie sowie der Bewertung auf Hoehe der Cashreserven sehen wir bei Heiler
die Chance auf steigende Kurse. Ausserdem duerfte sich eine positive
Entwicklung im operativen Bereich kurssteigernd auswirken. Allerdings sollte
die konjunkturelle Situation im Auge behalten werden. Unsere Einschaetzung
lautet daher AKKUMULIEREN. Insbesondere Kursrueckschlaege koennen zum
Aufstocken von Bestaenden oder fuer Neuengagements genutzt werden.
Quelle: Doersam-Briefe
vgl. auch Posting 21 - GBC-Research damals: reduzieren