♥ IN MEMORIAM FRITZ WALTER ♥


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Happy End:

♥ IN MEMORIAM FRITZ WALTER ♥

 
17.06.02 20:43
Er war einer der besten Fußballspieler Deutschlands und gehörte zu den "Helden von Bern", die 1954 die Weltmeisterschaft gewannen. Am Montag ist Fritz Walter gestorben. Der Pfälzer wurde 81 Jahre alt.

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Lauterns berühmtester Spieler: Fritz Walter
 
Kaiserslautern - Wie Pressesprecher Michael Novak von Walters ehemaligem Verein 1. FC Kaiserslautern mitteilte, ist Walter in seinem Haus in Enkenbach-Alsenborn (Landkreis Kaiserslautern) nach längerer Krankheit "friedlich eingeschlafen".

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft will am Freitag im WM-Viertelfinale gegen die USA (13.30 Uhr MESZ) mit Trauerflor spielen. Einen entsprechenden Antrag hat DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder beim Weltverband Fifa gestellt. Der oberste DFB-Funktionär würdigte Walter als eine "der größten Persönlichkeiten, die der DFB hatte. Er wird unvergessen bleiben".

Der erste Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erlebte mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 als Kapitän der deutschen Mannschaft den Höhepunkt seiner großen sportlichen Karriere. Der Ehrenbürger von Kaiserslautern war die rechte Hand vom "Chef", wie er Bundestrainer Sepp Herberger liebe- und respektvoll nannte.

Ehefrau Italia war im vorigen Dezember gestorben

Walter, Fußball-Idol der vierziger und fünfziger Jahre, war seit geraumer Zeit gesundheitlich schwer angeschlagen. Er musste eine Gehhilfe benutzen, nachdem er vor fünf Jahren an der Hüfte operiert worden war. Wegen Kreislaufproblemen und einer Darmerkrankung hatte sich Walter mehrfach stationär behandeln lassen müssen. Noch im Februar musste er wegen eines leichten Herzinfarktes in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Wegen seiner Herzprobleme hatte der ehemalige Wäscherei- und Kinobesitzer die Spiele "seines" FCK in seinem Stadion - der Betzenberg wurde 1985 nach ihm benannt - zuletzt oft gemieden. Seine Ehefrau Italia, mit der er 53 Jahre lang verheiratet gewesen war, war bereits im Dezember vergangenen Jahres gestorben. "Ich hatte ein erfülltes Leben, aber ohne meine Frau Italia hätte ich das alles nicht geschafft. Ihr habe ich alles zu verdanken", sagte Walter.

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4. Juli 1954: Walter lässt sich nach dem WM-Erfolg über Ungarn feiern
 
Fritz Walter galt als einer der besten deutschen Fußballspieler. Schon sein erster Auftritt in der DFB-Auswahl machte den damals erst 19-jährigen Pfälzer auf einen Schlag berühmt. Er schoss beim 9:3-Sieg am 14. März 1940 in Frankfurt gegen Rumänien an der Seite von Paul Janes, Andreas Kupfer und Albin Kitzinger auf Anhieb drei Tore für Deutschland. Von da an war Walter Stammspieler im Nationalteam. Bis zur kriegsbedingten Länderspielpause am 22. November 1942 absolvierte der torgefährliche Stürmer 24 Partien und schoss dabei 19 Tore.

Erst fast neun Jahre später konnte Fritz Walter am 15. April 1951 in Zürich mit dem Länderspiel gegen die Schweiz (3:2) seine internationale Karriere fortsetzen. Die ganz großen und spektakulären Erfolge erlebte Walter erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Höhepunkt war der 4. Juli 1954 im Wankdorfstadion von Bern, als der Lauterer nach dem legendären 3:2-Triumph der Nationalmannschaft im WM-Finale gegen den haushohen Favoriten Ungarn die WM-Trophäe in seinen Händen hielt.

"Alle, die das Glück hatten, in dieser Mannschaft zu spielen, werden den Tag ihr Leben lang nicht vergessen. Es war der absolute Höhepunkt und die Krönung meiner Laufbahn. Der liebe Gott hat uns geholfen - und der Boss", sagt Walter im Rückblick auf das Jahrhundertspiel und das umjubelte Siegtor durch Helmut "Boss" Rahn.

"Ich bin immer beim FCK geblieben"

Als Walter am 24. Juni 1958 nach der 1:3-Niederlage im WM-Halbfinale gegen Schweden seine internationale Laufbahn beendete, hatte er 61 Länderspiele mit 33 Toren in seinem Rekordbuch stehen. Bis dahin brillierte der Supertechniker vor allem mit seinem Verein 1. FC Kaiserslautern. Fünf Mal zwischen 1948 und 1955 erreichten die "Roten Teufel vom Betzenberg", die in den fünfziger Jahren in der Öffentlichkeit den ehrenden Namen "Walter-Elf" erhielten, das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft.

Zwei Mal gingen sie als Meister vom Platz: 1951 gegen Preußen Münster (2:1) und 1953 gegen den VfB Stuttgart (4:1). Bis 1959 spielte Fritz Walter für Kaiserslautern. Lukrative Angebote aus Frankreich und Spanien schlug er immer wieder aus. "Ich bin immer beim FCK geblieben, aber habe es nie bereut. Das soll mir heute mal einer nachmachen", hatte Walter stets betont.
 
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Oktober 2000: Italia und Fritz Walter bei Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag Walters im Lauterer Stadion
 
Als er seine Karriere 1959 nach 379 Meisterschaftsspielen und 306 Toren für den 1. FCK beendete, begann Fritz Walter eine neue Aufgabe. Nicht als Trainer, der er in den vierziger Jahren gelegentlich beim 1. FC Kaiserslautern war, sondern als Repräsentant der Sepp-Herberger-Stiftung. Hier engagierte er sich für die Resozialisierung jugendlicher Straftäter. 1998 legte er diese Aufgabe aus gesundheitlichen Gründen in die Hände seines einstigen Mannschaftskollegen Horst Eckel. Bis zu seinem Tod war Fritz Walter bemüht, das soziale Vermächtnis Sepp Herbergers weiterzuführen.

Hätte der Zweite Weltkrieg nicht die glanzvoll begonnene Karriere von Fritz Walter für neun Jahre unterbrochen - er wäre der erste deutsche Fußball-Nationalspieler mit mehr als hundert Länderspieleinsätzen geworden. Reich wurde er in seiner aktiven Zeit nicht. Er neidete aber niemandem das "große Geld". Die Erinnerungen an seine Karriere waren Fritz Walter Verdienst genug: "Wir hatten sicherlich eine schönere Zeit mit unserer unvergleichlichen Kameradschaft."


REAKTIONEN


"Ein großes Vorbild für uns alle"

Fritz Walters Tod hat große Betroffenheit ausgelöst. Einhellig wurden die Verdienste des Ehrenspielführers für den Weltfußball gewürdigt und die überragende Persönlichkeit des Pfälzers hervorgehoben.

Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Präsident): "Mit Fritz Walter verliert der deutsche Fußball eine seiner großen Persönlichkeiten. Unvergessen bleiben seine Verdienste um die Mannschaft von 1954, die er als Kapitän zum WM-Triumph geführt hat. Der erste Titelgewinn der DFB-Auswahl war ein Erfolg, der weit über die sportliche Bedeutung hinaus ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Wiedereingliederung Deutschlands in die Völkergemeinschaft war. Fritz Walters bescheidene Art, seine Heimatverbundenheit und seine Liebe zum 1. FC Kaiserslautern haben ihn bis heute zu einem Idol des Fußballs weit über die Grenzen der Pfalz hinaus werden lassen. Der DFB trauert um den Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, der sich stets mit vorbildlicher Weise der DFB-Auswahl verbunden fühlte. Der DFB wird bei der Fifa darum bitten, dass die deutsche Nationalmannschaft das WM-Viertelfinale gegen die USA mit Trauerflor bestreiten darf."

Uwe Seeler (Ehrenspielführer): "Das muss ich erst einmal verdauen. Erst vor zwei Wochen ist Jürgen Werner gestorben und jetzt schon wieder ein guter Freund von mir gegangen. Ich bin sehr betroffen. Ich habe am Sonntag noch bei Walters zu Hause angerufen und dabei gehört, dass es ihm sehr schlecht geht. Aber dass es so schnell zu Ende geht, damit habe ich nicht gerechnet."

Fritz Pleitgen (ARD-Vorsitzender): "Er gehörte zu den ganz Großen des Sports. Sein Tod berührt Generationen von Menschen in Deutschland. Er war mehr als eine Fußball-Legende. Er war nicht nur ein großartiger Fußballer, er war ein Idol im zerstörten Nachkriegsdeutschland. Ein Vorbild für Generationen von Nachwuchsfußballern. Fritz Walter hat viele Menschen in einer schwierigen Zeit durch seine Leistungen und sein Engagement ermutigt. Dabei war er sich immer seiner Vorbildfunktion für junge Menschen bewusst. Selbst heute ist sein Name den meisten Jugendlichen ein Begriff - Jahrzehnte nach seiner Zeit als Spieler."

Erich Ribbeck (ehemaliger DFB-Teamchef): "Fritz Walter ist derjenige, der nach dem Krieg maßgeblich dazu beigetragen hat, dass Deutschland, nicht nur im Fußball, sondern überhaupt wieder internationale Anerkennung gefunden hat. Mich trifft das sehr, ich kannte ihn persönlich und sehr lange, wir waren immer in Verbindung."

Manfred von Richthofen (Präsident des Deutschen Sportbundes): "Fritz Walter war eine Symbolfigur des deutschen Sports der Nachkriegszeit. Ein Mann mit bewundernswerten spielerischen Möglichkeiten, der aber auch in den späteren Jahren im sozialen Bereich hoch engagiert war. Damit war er ein Vorbild für Generationen von Sportlern."

Hans Tilkowski (Vize-Weltmeister 1966): "Fritz Walter war ein Weltfußballer, wie man ihn heute nicht mehr findet. Er war ein großes Vorbild für uns alle, denn er hat Werte wie Bescheidenheit, Zurückhaltung und Fairness vorgelebt. Ich hatte bis zuletzt noch sehr guten Kontakt zu ihm."

Hannes Löhr (DFB-Trainer): "Mit Fritz Walter stirbt ein Stück Fußballgeschichte. Er war ein Spieler, an dem sich ganz Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aufgerichtet hat. Er hat den Fußball geprägt, wie kaum ein anderer. Das letzte Mal habe ich ihn Weihnachten gesehen, da ging es ihm noch gut."  


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NACHRUF


Fritz Walter - ein Vorbild für viele Generationen
 
Im Alter von 81 Jahren verstarb Fritz Walter, eine der ganz großen Persönlichkeiten des deutschen Fußballs. Am Montag um 15.15 Uhr ist er friedlich in seinem Haus in Enkenbach-Alsenborn eingeschlafen.

Fritz Walters Name ist in der deutschen Fußballgeschichte von ganz besonderem Klang. Als Kapitän führte er am 4. Juli 1954 die deutsche Nationalmannschaft durch den 3:2-Sieg über Ungarn in Bern zum Gewinn der ersten Weltmeisterschaft.

Zweimal wurde er mit seinem 1.FC Kaiserslautern 1951 und 1953 Deutscher Meister. Das erste seiner 61 Länderspiele bestritt er am 14. Juli 1940 in Frankfurt gegen Rumänien. Mit drei Toren trug der damals noch nicht einmal 20-Jährige wesentlich zum 9:3-Sieg bei. Insgesamt 24 Spiele (mit 19 Toren) bestritt er im Nationaltrikot bis zur zwangsweisen Einstellung der Länderspiele Ende 1942. Nach der langen Pause lud ihn Bundestrainer Sepp Herberger zum ersten Länderspiel 1950 gegen die Schweiz ein, er musste aber wegen einer Verletzung absagen. Doch seit 1951 gehörte er wieder zum festen Stamm der Nationalelf. Sepp Herberger machte ihn zum Kapitän und bezeichnete den intelligenten Spielmacher und gefährlichen Torschützen als seinen „verlängerten Arm auf dem Spielfeld“. Nach 61 Länderspielen, in denen er 33 Tore erzielte, beendete er mit dem Halbfinale der WM 1958 seine internationale Karriere und ein Jahr später auch seine Laufbahn beim 1. FC Kaiserslautern. Von der Schülermannschaft 1928 bis zu seinem Abschied hat Fritz Walter nie ein anderes Klub-Trikot als das des 1. FC Kaiserslautern getragen. Als erster deutscher Fußballspieler wurde er vom Bundespräsidenten 1953 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet, der DFB ernannte ihn zum Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, eine Auszeichnung, die es bis dahin nicht gab. 1970 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
 
Sepp Herberger hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass er in Fritz Walter seinen idealen Nachfolger als Bundestrainer sah. Von 1945 bis 1949 wirkte er bei seinem 1. FCK als Spielertrainer, 1948/49 gleichzeitig noch als Trainer beim Lokalrivalen VfR Kaiserslautern, 1960 trainierte er den Zweitligisten VfL Neustadt bei Coburg und von 1962 bis 1964 mit großem Erfolg den SV Alsenborn. Doch so sehr ihn Herberger auch drängte, beendete er damit seine Trainerlaufbahn.

Als Repräsentant der Sepp-Herberger-Stiftung engagierte er sich hingebungsvoll vor allem für die Resozialisierung jugendlicher Straftäter. Seine Popularität war ungebrochen. Sein Bescheidenheit, seine Gradlinigkeit und seine stete Hilfsbereitschaft nahmen die Herzen aller Menschen, die mit ihm zu tun hatten, für ihn ein. Die Weltmeister von 1954, nicht nur die Endspiel-Elf, waren seine Familie. Mit allen hielt er Verbindung, half, wo es nötig war, kümmerte sich auch bis zum Schluß um die Angehörigen der Spieler, die mittlerweile verstorben waren.

Fritz Walter war ein liebenswerter Mensch und ein treuer Freund. Ich hatte das Glück, über viele Jahre ihn immer wieder treffen zu dürfen, auch in für ihn schweren Stunden. Ich bewunderte seine Menschlichkeit, seine Hilfsbereitschaft und seinen Optimismus, ganz abgesehen natürlich von seinen überragenden sportlichen Fähigkeiten und seinem fußballerischen Können. Er war ein Vorbild für viele Generationen.

Seine innig geliebte Frau Italia überlebte Fritz Walter nur um wenige Monate. Wir trauern um einen liebenswerten Menschen, um eine große Persönlichkeit. Der deutsche Fußball hat Fritz Walter unendlich viel zu verdanken.

Karl-Heinz Heimann
(Herausgeber des kicker sportmagazin)


When you walk through a storm,
hold your head up high,
and don’t be afraid of the dark.

At the end of a storm,
there’s a golden sky,
and the sweet silver song of a lark.

Walk on through the wind,
Walk on through the rain,
though your dreams be tossed and blown.
Walk on, Walk on, with hope in your heart,
and You’ll Never Walk Alone,

You’ll Never Walk Alone.



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Antworten
Schnorrer:

In schweigsamen Respekt .... up !!!! o.T.

 
17.06.02 20:48
Antworten
Elan:

und Anerkennung

 
17.06.02 20:48
♥ IN MEMORIAM FRITZ WALTER ♥ 695396  
Antworten
Arbeiter:

Up !!

 
17.06.02 21:09

Erste Voraussetzung der Unsterblichkeit ist der Tod

. (Stanislaw Jerzy Lec)

Antworten
ottifant:

Danke

 
17.06.02 21:30
 
Antworten
ottifant:

Weitere Reaktionen

 
17.06.02 21:50
Bundeskanzler Gerhard Schröder:
„Der Tod von Fritz Walter erfüllt mich mit Betroffenheit. Der Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft war für mich, wie für viele andere aus meiner Generation, ein leuchtendes Idol unserer Kindheits- und Jugendjahre. Er war der Inbegriff des untadeligen und fairen Sportsmannes. Auf ewig ist mit dem Namen Fritz Walter der legendäre Erfolg im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 verbunden. Das 'Wunder von Bern' war nicht zuletzt ein Verdienst Fritz Walters. Für den damaligen Bundestrainer Sepp Herberger war er Vertrauter und verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Er setzte die strategischen Anweisungen des 'Chefs' perfekt um. Er vereinte in seiner Person die besten Seiten eines Fußballers: Er hat seine Mitspieler angetrieben und motiviert, er bestach durch kämpferischen Einsatz und spielerische Eleganz, er hat Teamgeist vorgelebt, weil er sich stets in den Dienst seiner Mannschaft gestellt hat. Dem Fußball in den 50er Jahren hat Fritz Walter national und international seinen Stempel aufgedrückt. Deutschland trauert um einen Großen des Fußballs. Um einen Sportler, der auch viele Jahre nach seiner aktiven Laufbahn bei Jung und Alt gleichermaßen beliebt war. Von dessen Aufrichtigkeit und menschlicher Integrität ich mich in vielen persönlichen Begegnungen immer wieder überzeugen konnte. Der Tod von Fritz Walter ist ein großer Verlust für uns alle. Wir werden Fritz Walter, der sein Leben lang seiner Pfälzer Heimat treu geblieben ist, ein ehrendes Andenken bewahren.“
Johannes Rau (Bundespräsident):

„Fritz Walter hat unser ganzes Land reicher gemacht. Sein überragendes spielerisches Können und sein Mannschaftsgeist trugen entscheidend zum 'Wunder von Bern' bei, das ungezählte Deutsche mit Begeisterung und Zuversicht erfüllte. In seiner langen sportlichen Karriere wurde er zum Vorbild für fußballerisches Genie, für Fairness und persönliche Bescheidenheit. Selbst Jahrzehnte nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb er quer durch die Generationen so populär wie kaum ein anderer Sportler in Deutschland. Auch seine Arbeit für die Sepp-Herberger-Stiftung mit jungen Strafgefangenen wird unvergessen bleiben.“
Sigmar Gabriel (Ministerpräsident von Niedersachsen, SPD):
„Der Name Fritz Walter wird auch all denen unvergessen bleiben, die erst nach 1954 und dem Wunder von Bern geboren sind. Er war einer der ganz großen Sportlerpersönlichkeiten, ein Vorbild für ganze Generationen und ein Idol im besten Sinne des Wortes.
Rudi Assauer (Manager FC Schalke 04):
„Fritz Walter ist nicht nur einer der ganz Großen im deutschen Fußball, nein, er ist vielmehr eine Legende. Ich werde ihn in guter Erinnerung behalten. Als einen der überragenden Fußballer der 50er Jahre auf der ganzen Welt. Wenn man wie ich in dieser Zeit mit dem Fußball angefangen hat, dann hatte man die Weltmeister von 1954 im Kopf und vor Augen - zu allererst Fritz Walter.“
"Aki" Schmidt (WM-Spieler von 1958):
„Mit Fritz Walter habe ich noch ein paar Länderspiele bestritten. Er war schon als kleiner Junge mein Vorbild. Fritz war nicht nur auf dem Platz genial, sondern auch daneben.“
Edmund Stoiber (CDU/CSU-Kanzlerkandidat):
Fritz Walter war nicht nur fußballerisch, sondern auch als Mensch ein großes Vorbild.“
Angela Merkel (CDU-Bundesvorsitzende):
„Deutschland trauert um eines der großen Idole des deutschen Fußballs. Fritz Walter hat in der schweren Nachkriegszeit den Deutschen wieder Kraft und neues Selbstbewusstsein gegeben. Er wird für uns ein großes sportliches und menschliches Vorbild bleiben.“
Kurt Beck (Ministerpräsident Rheinland Pfalz, SPD):
„Der Tod von Fritz Walter ist ein großer und schwerer Verlust für uns alle. Mit ihm verliert Deutschland ein großes, nicht nur sportliches Vorbild.“
Friedhelm Julius Beucher (Vorsitzender des Sportausschusses im Bundestag):
„Ein ganz Großer des deutschen Fußballs ist gestorben, der wie kein anderer diese Sportart als Mannschaftsleistung geprägt hat. Ein Vorbild und Idol, von dem es nur wenige gibt. Zu seinem 80. Geburtstag konnte ich ihm noch persönlich gratulieren. Mit Sorge habe ich danach gehört, dass es ihm in letzter Zeit nicht so gut ging.“  
Wolfgang Clement (NRW-Ministerpräsident, SPD):
„Fritz Walter war ein Ausnahmesportler, ein Mensch, der ohne Starallüren und Skandale jahrzehntelang im Rampenlicht stand. Ein Vorbild für eine ganze Generation. Er wird uns fehlen.“
Roland Koch (Hessischer Ministerpräsident, CDU):
Fritz Walter war für mich ein Idol. Er war jemand, der durch seine Geschichte und Leistung - immer fair, immer anständig - ein Vorbild für guten Sport war.“

Christoph Böhr (Rheinland-pfälzischer CDU-Vorsitzender):
„Der Tod Fritz Walters ist ein großer und schmerzhafter Verlust. In Rheinland-Pfalz war er das Symbol. Die Lücke, die er gerissen hat, wird so schnell niemand schließen. Er war ein Symbol für die Fairness im Sport, für den Erfolg und für das Wiedererstarken Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.“  
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Schnorrer:

otti: der Gerd ist IMMER betroffen, egal, worum

 
17.06.02 22:07
es geht. Der soll endlich mal das Maul halten.

Alle, die die Welt retten wollten, haben es vergessen, in der eigenen Küche damit anzufangen, meistens stapelt sich das dreckige Geschirr bis zur Decke. Wie bei Emanzen. Bei der 5. Ehefrau mit dem Versprechen "Nur der Tod soll uns scheiden", habe auch ich Probleme, den größten Ankündiger aller BRD-Zeiten ernst zu nehmen.
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TD714788:

Auch wenn ich den FCK nicht leiden kann...

 
18.06.02 00:29
...und das Stadion und die Fans zum kotzen finde:

Fritz Walter ist ein Idol und der einzige Mensch, den ich kenne nach dem ein Wetter benannt wurde.

Grüsse,
Tyler Durdan

P.S. Was allerdings die widerliche "Richard Clayderman-Version" eines großartigen Liedes in diesem Thread zu suchen hat, verstehe ich nicht.
"Niemals geht man so ganz" von Trude Herr spielen wir in Köln immer, passt besser.
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Happy End:

Miroslav Klose und Andreas Brehme tief betroffen

 
18.06.02 06:07
Auch im Umfeld des 1. FC Kaiserslautern reagierten die Menschen betroffen auf den Tod des großen „Betze-Idols“ Fritz Walter. FCK-Stürmer Miroslav Klose meldete sich sogleich telefonisch von der Weltmeisterschaft aus Südkorea: „Diese Nachricht trifft mich sehr hart. Seit ich in Kaiserslautern spiele, gab es einige Begegnungen mit Fritz Walter, dazu Telefonate“, berichtete der Angreifer und fügte bewegt hinzu: „Ich selbst, aber auch meine Familie und meine Freundin, haben Fritz Walter als eine große Persönlichkeit kennen gelernt. Für den 1. FC Kaiserslautern hat er unwahrscheinlich viel geleistet. Das wird man nie vergessen.“

Auch FCK-Team-Manager Andreas Brehme reagierte bestürzt: „Das tut schon weh. Zusammen mit Jürgen Friedrich habe ich Fritz Walter kurz vor Saisonende noch zu Hause besucht, einige Tage später haben wir uns zum Essen getroffen. Damals hat er sich gut gefühlt und gesagt, zum ersten Heimspiel in der neuen Saison wolle er ins Stadion kommen.“  
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Happy End:

Der zarte Riese aus der Pfalz

 
18.06.02 07:36
KAISERSLAUTERN. Als Fans und Fachleute zur Jahrtausendwende über die Sportler des Jahrhunderts abgestimmt haben, fand man seinen Namen bei jeder Wahl unter den ersten zehn. Journalisten aller Ressorts schrieben, daß er zusammen mit Max Schmeling einen nicht meßbaren Rekord an Volkstümlichkeit unter deutschen Sportgrößen gehalten hat. Die Behauptung wurde am 30. Oktober 2000 zu seinem 80. Geburtstag meßbare Realität: In Körben und Kisten beförderte die Deutsche Post mehr als 7000 Glückwunschadressen, Briefe und Telegramme nach Alsenborn in die Leininger Straße 104. Das rheinland-pfälzische Kabinett unter Ministerpräsident Kurt Beck hatte ihn an diesem Tag zum Ehrenbürger des Landes ernannt. Eine Auszeichnung, die es vorher nicht gegeben hatte. Zeitlos populär zu sein wie Max Schmeling, darauf war der Antistar Fritz Walter wirklich stolz. Und wenn Fußball als Teil des gesellschaftlichen Lebens bezeichnet wird, dann darf man diesen Fritz Walter eine Persönlichkeit des Zeitgeschehens nennen. Er hat nun endgültig Abschied genommen. Der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft ist am Montag um 15.15 Uhr in seinem Haus in Enkenbach-Alsenborn "friedlich eingeschlafen". Fritz Walter wurde 81 Jahre alt.

Mentaler Gründungsvater

Bundespräsident Johannes Rau hat Lebensleitlinien und Leistungen des Pfälzers in einer Fernsehsendung einmal mit einem beeindruckenden Statement gewürdigt: "Für mich ist Fritz Walter neben Max Schmeling derjenige, der das Bild des Sports in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik Deutschland gezeichnet hat, und zwar auf eine außerordentlich sympathische Weise. Er hat eine Fülle von Ehrungen bekommen, und keine dieser Ehrungen hat ihn auf einen Sockel gestellt. Er ist immer einer von uns geblieben, immer Nebenmann, nie Vordermann geworden."


Lange bevor das Leitmedium Fernsehen Sportler zu Stars hochstilisierte, genoß dieser Prominente aus der Provinz, ohne PR-Manager, landesweit Achtung und Ansehen. Er hat in den fünfziger Jahren ein verpöntes Spiel populär gemacht, das später mit Franz Beckenbauer gesellschaftsfähig wurde. Fritz Walter war eine Ausnahmeerscheinung, um die es keine Skandale gab, ein Fußball-Gentleman, der nichts hielt von Transfersummen und Treueprämien, der keine Berater zu einem Vertragspoker brauchte, weil er Engagements im Ausland ablehnte. Seine Devise lautete: "Spielen für diesen Verein, immer für den 1. FC Kaiserslautern, für diese Stadt und den deutschen Fußball da sein."

Fußballfans jeden Alters wissen: Fritz Walter war der Kapitän der legendären WM-Elf des Jahres 1954, deren Triumph den Deutschen nach einem verlorenen Krieg zu einem neuen Selbstwertgefühl verholfen hat. Der frühere Mitherausgeber der F.A.Z., Joachim Fest, hat keine Probleme, dem WM-Endspiel 1954 zumindest einen Ordnungsfaktor zuzuschreiben, wenn er konstatiert: "Damit fühlten sich die Deutschen doch wieder etwas rehabilitiert, aufgenommen in den Kreis der anderen Nationen, was bis dahin gar nicht so selbstverständlich war. Das Spiel war eine Art Befreiung der Deutschen von all dem, was auf ihnen lastete, und ein Freund hat mir einmal gesagt, es gibt drei Gründungsväter der Bundesrepublik: politisch ist es Adenauer, wirtschaftlich Erhard und mental Fritz Walter. Das mag übertrieben klingen, aber eigentlich war 1954, der 4. Juli, mindestens in gewisser Hinsicht so etwas wie ein Gründungsdatum der Bundesrepublik."

Über dieses Ereignis reden die Menschen - auch die junge Generation - immer noch und immer wieder. Im Westen wie im Osten, also auch jene, die diesen Fritz Walter niemals haben spielen sehen. Aber keiner wußte besser als er selbst, daß er den höchsten Titel im Fußballsport nicht allein errungen hat. Immer wieder hat er betont: "Vergeßt die anderen nicht. Ohne die Mitspieler in der Nationalmannschaft und im Verein wäre auch ich nicht so weit gekommen." Eine Forderung, deren stete Wiederholung ihm höchste Verpflichtung war. Der spätere DFB-Präsident Egidius Braun attestierte ihm jedoch in einer Festrede, daß der Kaiserslauterer "Herz und Kopf dieser Elf" war. Es wäre sicher falsch zu glauben, nur Glanz und Gloria einer Weltmeisterschaft seien Garanten für Fritz Walters Popularität, die in jedem einzelnen Fall unterschiedliche Ursachen hat, andere Quellen, verschiedene Komponenten haben kann. Sie läßt sich nicht erzwingen, auch nicht von Medien machen oder steuern, vielmehr wird sie mitbestimmt vom Gefühl und Gespür der Massen für eine Ausnahmeerscheinung und deren Ausstrahlung. Der Pfälzer selbst hat einmal, nach den Gründen seiner Popularität befragt, in einem Interview gesagt: "Sicher zählen nicht nur meine sportlichen Erfolge. Ich bin mit beiden Beinen auf dem Boden und ein normaler Mensch geblieben. Ich habe keine Starallüren gekannt und Heldenverehrung verachtet." Altbundespräsident Roman Herzog hat ihm "eine übermenschliche Bescheidenheit" bescheinigt.

Mit acht Jahren kickte er in der Schülermannschaft des 1. FC Kaiserslautern. Mit 17 spielte er in der ersten Mannschaft, und mit neunzehneinhalb Jahren war er Nationalspieler. Mit 22 bestritt er sein 24. Länderspiel. Es war das vorerst letzte der im internationalen Sport nicht mehr gefragten Deutschen. Acht lange Jahre hat er auf seine 25. Berufung gewartet. Ein Trost war ihm Herbergers Prophezeiung, er werde noch mindestens 25 Auswahlspiele bestreiten. 61 sind es geworden. Der von Fritz Walter so verehrte "Chef" über seinen Lieblingsschüler im Jahr 1955: "Der Fritz wäre auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit in jeder Weltauswahl erster Anwärter auf einen der drei Posten im Innentrio gewesen." Als der erste Ehrenspielführer des DFB 50 wurde, "stand er vor 30 000 im Stadion Betzenberg mit dem Bundesverdienstkreuz am Hals und Tränen in den Augen".

Die Ernennung zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt im November 1985 wurde nicht nur damit begründet, daß er die Stadt mit dem WM-Titelgewinn weltweit bekannt gemacht hat. Seine sportlichen Verdienste lagen zeitlich noch weiter zurück, als er mit der Walter-Elf unmittelbar nach der Kriegskatastrophe in einer Zeit der Not ohne Brot den Leuten in einer zerstörten Stadt mit den Spielen sonntags für neunzig Minuten Kino, Kaffeehaus und Konzertsaal ersetzte. Zehntausende strömten auf den Berg, ob sie Fußball mochten oder nicht, ob sie vom Spiel etwas verstanden oder nicht. Der Fritz und seine Freunde spielten auf, das mußte man gesehen haben. Tagesthema abseits von den Sorgen um die Existenz. Zeitzeugen von damals zögerten nicht, von Kunst zu sprechen, denn ein Teilaspekt der Kunst besteht darin, Menschen mehr zu geben, als sie selbst vermögen - auf welchem Gebiet auch immer. Zu jener Zeit war Fußball die Kunst der Ablenkung. Als er 75 wurde, schrieben nicht nur Sportjournalisten Laudationes am laufenden Band. Im "Jahrbuch 94/95 zur Geschichte von Stadt und Landkreis Kaiserslautern" hat Dr. Erich Schneider ein ganzes Kapitel Schlagzeilen aufgelistet: Star ohne Allüren und Affären - Weltmeister der Bescheidenheit - Der Pele aus der Pfalz - Kultfigur des deutschen Fußballs - Symbol der Nachkriegsepoche und Legende des deutschen Fußballs - Ein Idol zum Anfassen - Grandseigneur des Spiels - Kultfigur des deutschen Fußballs - Ein sensibler Sympathikus. Mit seiner Ausstrahlung und seiner noblen Haltung war er ein idealer Typ für PR-Aktionen von Sportartikelherstellern. Mit Repräsentationsaufgaben blieb er über drei Jahrzehnte weiter "am Ball".

Sportjournalisten mögen in der Metaphorik zur Überzeichnung neigen, Feuilletonisten und Schriftsteller standen ihnen aber nicht nach, wenn es um publikumswirksame Formulierungen für den DFB-Ehrenspielführer ging: Für Ror Wolf war Fritz Walter "der zarte Riese". Damit traf er Psyche und Physis des sensiblen Ballkünstlers auf den Punkt genau. Der Theaterkritiker Benjamin Henrichs offenbarte seine jahrzehntelange heimliche Liebe zu Fritz Walter im Magazin der Süddeutschen Zeitung vom 23./24. Oktober 1999: "Gelenkt und inspiriert wurden die Mannschaften von einem hochempfindsamen Fußballkünstler, in dessen Spiel Genie und Scheitern noch näher beieinander lagen als rechter Fuß und linker Fuß: von Fritz Walter, den wir den ,Hamlet des grünen Rasens' nannten. Vom größten Friedrich, den die Deutschen jemals hatten."

Realistisch wirkt dagegen die Charakterisierung von Dettmar Cramer, einst Fußball-Lehrer in Diensten des DFB und der FIFA: "Fritz Walter hat jahrzehntelang demonstriert, daß sich Fairneß und Erfolg nicht ausschließen. Lebte er in England, wäre er längst geadelt worden wie Sir Stanley (Matthews) und Sir Bobby (Charlton)."

Noch eine Eloge, hinter der sich eine Würdigung des edlen Menschen versteckt. Der Deutsche Sportbund hat Fritz Walter 1997 in die Kategorie "Stille Sieger" eingestuft und mit dem Georg-von-Opel-Preis ausgezeichnet. Nach der Präambel sind "besonders engagierte Persönlichkeiten des Sports auszuzeichnen, die sich als aktive oder ehrenamtliche Helfer in außergewöhnlicher Weise und ohne Entschädigung den Leistungsprinzipien des Sports sowie seinen sozialen, politischen und humanen Ideen verschrieben haben." Der Fritz war so einer, nicht nur im sozialen Dienst des DFB. Als Repräsentant der Sepp-Herberger-Stiftung hat er mehr als hundert Gefängnisse für Jugendliche besucht, mit den Insassen über das Leben in unserer Gesellschaft und nicht neben der Gesellschaft geprochen.

Millionen Verehrer

Niemand konnte sich der Faszination entziehen, auch Freunde und Funktionäre nicht, die ihn begleiten durften. Allen ging seine freie Rede ohne jede Routine-Formulierungen unter die Haut, wenn er den Jugendlichen mahnend nahelegte: "Vergeßt, was war, und versucht, es in Zukunft anders, besser zu machen, euch über Sportvereine wieder einzugliedern in ein normales Leben, damit ihr wieder Anschluß findet an die Gesellschaft." - "So gut, so ohne Makel kann kein Mensch sein", stellte Steffen Haffner, der Sportchef dieser Zeitung, einmal fragend fest, um selbst die Antwort darauf parat zu haben: "Doch, Fritz Walter, sagen wir, seine Verehrer." Und Fritz Walter hatte Millionen Verehrer.

Wer sich zu seinen Freunden zählen durfte, wußte um das Privatleben des Fritz Walter. Er verehrte seine Frau Italia, mit der er 53 Jahre glücklich verheiratet war. Den Schmerz über ihren Tod im Dezember 2001 konnte er nicht verwinden. Der Verlust der geliebten Gefährtin erwies sich gleichbedeutend mit dem Verlust der eigenen Lebenskraft. Sein Credo: "Italia hat mir in den wichtigsten Entscheidungen meines Lebens geholfen. Dafür danke ich ihr für alle Zeit."

Seine altruistische Lebensmaxime gegenüber den Freunden, die er bei ungezählten Telefongesprächen an den Schluß jeder Unterhaltung setzte, charakterisiert seine Mentalität: "Wenn was ist, sind wir füreinander da." Er hat sich daran gehalten - bis zuletzt. Ein enger Freundes- und Ärztekreis und eine Sekretärin, die über 45 Jahre den Walters die Treue hielt - sie alle waren immer bestrebt, seinem gewünschten Miteinander gerecht zu werden. Der pfälzische Kulturjournalist Michael Bauer hatte ihm nach Abschluß der aktiven Laufbahn nachgerufen: "Es war e schääni Zeit."

Es war die Ära des Fritz Walter. Schon zu Lebzeiten eine Legende, wird der Mythos um ihn fortbestehen, nicht nur, weil der Klub, sein Klub, das Betzenberg-Stadion nach ihm benannt und die Stadt ihren prominentesten Bürger mit der Fritz-Walter-Straße, hinauf zum Berg, geehrt hat.

RUDI MICHEL

Stationen seines Lebens

Fritz Walter, geboren am 31. Oktober 1920 in Kaiserslautern, gestorben am 17. Juni 2002 in seinem Haus in Enkenbach-Alsenborn, seit 1948 verheiratet mit Italia (starb im Dezember 2001).

Laufbahn: Spieler beim 1. FC Kaiserslautern von 1928 bis 1959, dort 1938 mit 17 Jahren mit Sondergenehmigung Debüt in der ersten Mannschaft, für die er 379 Spiele (306 Tore) absolvierte. 61 Länderspiele (33 Tore) zwischen 17. Juli 1940 (gegen Rumänien) und 24. Juni 1958 (1:3 im WM-Halbfinale gegen Schweden).

Erfolge: Weltmeister 1954, WM-Vierter 1958, Deutscher Meister 1951 und 1953, DM-Finalteilnehmer 1948, 1954, 1955, jeweils als Spielführer, 1953 Torschützenkönig aller deutschen Oberligen (38 Tore).

Ehrungen: Großes Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (1970) sowie dreimal das Silberne Lorbeerblatt (1951, 1954 vor und nach der WM), Goldene Länderspielnadel des Deutschen Fußball-Bundes (1955), Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, Träger des Verdienstordens des Internationalen Fußball-Verbandes (1995).
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Happy End:

Der große Fritz ist tot

 
18.06.02 08:48
Im Alter von 81 Jahren starb Deutschlands größtes Fußball-Idol Fritz Walter. Für eine ganze Generation verkörperte er Sportsgeist und wiedergewonnenes Selbstvertrauen nach dem Krieg
 
♥ IN MEMORIAM FRITZ WALTER ♥ 695548
Der Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Fritz Walter, ist tot

Von Erik Eggers

Natürlich wusste die Siebenjährige, wer vor ihr stand. „Fritz Walter“, entgegnete sie daher artig auf die Frage ihrer Lehrerin, was den Ehrenbürger der Stadt auszeichne, „Fritz Walter ist der Erfinder von Kaiserslautern.“ Diese Einschätzung vermittelt all denjenigen, die ihn nicht als Aktiven erleben durften, einen Eindruck der damaligen hohen Wertschätzung für diesen Sportler. Die meisten derer, die seine Spielkunst verfolgen durften, sehen in Fritz Walter den besten deutschen Fußballer aller Zeiten. Fritz Walter starb am Montag im Alter von 81 Jahren in seinem Haus in Enkenbach-Alsenborn. Er sei „friedlich eingeschlafen“, sagte Michael Novak, der Sprecher des 1. FC Kaiserslautern.

Fritz Walter darf nicht nur gesehen werden als der verlängerte Arm Sepp Herbergers, der die deutsche Nationalmannschaft am 4. Juli 1954 zum viel besungenen „Wunder von Bern“ führte. Zu jenem sensationellen 3:2 gegen schier übermächtige, seit Jahren unbesiegte Ungarn. Der Sieg, nach dem sich ganz Deutschland endlich wieder auf Ballhöhe wähnte. Denn die Gründe, warum ausgerechnet Fritz Walter eine derartige Popularität zukam, sind nicht allein auf dem Fußballplatz zu finden. Fritz Walter ist so populär geworden, weil er ein Stellvertreter war. Der Stellvertreter einer ganzen Generation.

Schließlich repräsentierte er nicht nur die Pfalz und Kaiserslautern, die ihm schon zu Lebzeiten mit dem „Fritz-Walter-Stadion“ ein Denkmal setzten. Jeder Deutsche betrachtete in den grauen 50er-Jahren, dieser geschichtslosen Ära des Wiederaufbaus, in Fritz Walter sein Ebenbild. „Wie alle hatte der Kapitän gedient“, beschrieb einmal der Politologe Arthur Heinrich trefflich das psychologische Muster, das hinter der Verehrung für den nationalen Helden steckte, „und zwar in einer Art und Weise, wie das auch eine veritable Mehrheit der Deutschen von sich behauptete: mitgemacht, weil es anders nicht ging, die Pflicht getan, ohne größeren Schaden damit angerichtet zu haben.“ Wenn Fritz Walter damals formulierte, nicht mehr vom Krieg zu reden zu wollen, sondern vom Fußball, dann sprach dies den so genannten kleinen Leuten aus dem Herzen. Jener Gruppe, die Fritz Walter und seine Mitstreiter auch deswegen noch verehren konnte, weil sie auch als Weltmeister noch einer regulären beruflichen Beschäftigung nachgingen. Die Biographien der Fußballer wirkten so exakt wie die des Otto Normalverbrauchers. Durchschnittlich eben. Voller Arbeit. In die Zukunft gerichtet.

Fritz Walter, die Verkörperung dieses Credos, wurde am 31. Oktober 1920 als Sohn eines Lautringer Gastwirts geboren und wuchs als ältester von fünf Brüdern auf. Mit neun Jahren spielte er beim 1. FC Kaiserslautern, und seiner überragenden Spielauffassung war es geschuldet, dass er bereits 1940 als 19-Jähriger die erste Einladung zur Nationalmannschaft erhielt. Seine Mutter kam in die Sparkasse, in der Walter damals arbeitete, und brachte ihm den Brief Sepp Herbergers, den er, weil er ihn ungestört genießen wollte, lieber auf der Toilette las. „Ich sollte trainieren und meinen ganzen Lebenswandel auf das Länderspiel gegen Rumänien einstellen“, erinnerte sich Walter später an dieses erste schriftliche Monitum des Reichstrainers, der in Walter sofort eine ideale Figur des Fußballs erblickte, angesiedelt zwischen technischer Präzision, Kondition und Fantasie. In seinem ersten Länderspiel beim 9:3 gegen Rumänien bereitete der Teenager nicht nur Tore vor, er schoss auch drei selbst. Im November 1942, nach dem der „totale Krieg“ keinen Fußball mehr zuließ, hatte Fritz Walter schon 24 Länderspiele absolviert.

Wie alle Nationalspieler musste auch Walter an die Front, jedoch verschaffte ihm seine Fußballkarriere einige Vorteile. So gehörte er zu den „Roten Jägern“, einer privilegierten Fußballmannschaft aus der legendären Fliegerstaffel des Oberstleutnants Hermann Graf, die zur Unterhaltung der Truppe diente und die Fritz Walter später literarisch verewigte. Und die Kriegsgefangenschaft in Sibirien konnte Fritz Walter nur deshalb vermeiden, weil ihn ein russischer Hauptmann, der ihn seiner Spielkunst wegen verehrte, nach Hause entließ.

Natürlich griff Sepp Herberger auf seinen Liebling zurück, als es 1950 darum ging, das Nationalteam wieder aufzubauen. In dieser Zeit zeigte sich die hoch sensible, ja mimosenhafte Natur des über 30-Jährigen. Oft fühlte sich Walter zu alt, zu anfällig für Verletzungen. Herberger aber verhinderte die zahlreichen Rücktrittsbemühungen mit allen Mitteln. Einmal, als Walter aufgrund seines Alters von der Presse für die 1:3-Niederlage im Oktober 1952 in Paris hart kritisiert wurde, riet der Trainer seiner Frau zur radikalen Verdrängungsstrategie: „Lassen Sie die Jalousien herunter, stecken Sie ihn ins Bett und sorgen Sie dafür, dass er keine Zeitung liest.“ Als Walter direkt vor dem WM-Turnier 1954 harscher Kritik ausgesetzt war, weil sein 1. FC Kaiserslautern im Endspiel um die deutsche Meisterschaft mit 1:5 gegen Hannover 96 untergegangen war, steckte Herberger ihn für das Turnier ganz bewusst in ein Zimmer mit Alleinunterhalter Helmut Rahn.

Dieser Sieg in der Schweiz beförderte Fritz Walter endgültig zur Ikone des deutschen Fußballs. „Für Deutschlands Ehre geben wir unser Bestes her, der Kapitän heißt Walter, er ist der Fels im Meer“, hatte ein Fan schon am Vorabend des Finales gedichtet; auch die Jahre danach sollte er ein Fels bleiben. Was Fritz Walter dabei so sympathisch machte, war die Bescheidenheit, mit der er dieser grenzenlos scheinenden Zuwendung begegnete. Das Understatement, ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis dieses Idols, wird deutlich in einer Rede nach dem Weltmeistertitel. „Wenn Sie wissen wollen, warum wir überhaupt Weltmeister geworden sind“, sagte er inmitten des nationalen Taumels, „dann möchte ich Ihnen dieses Geheimnis verraten und das Wunder von Bern erklären: Es war nämlich so, dass wir unserem Chef eine besondere Überraschung und ein Geschenk machen wollten zu seinem 100. Länderspiel.“ Kein Wort vom eigenen Beitrag. Nur hoch achtende Worte für den Mentor.

Es gibt Historiker, die in dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 die eigentliche Geburtsstunde des Nachkriegsdeutschlands erblicken. So gesehen hat Fritz Walter, der gestern gestorben ist, nicht nur Kaiserslautern erfunden, sondern die ganze Republik.
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Zick-Zock:

:-(

 
18.06.02 09:24
 
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Zick-Zock:

Fritz Walter - Eckpunkte seines Lebens

 
18.06.02 09:33
1920: 31. Oktober - Fritz Walter wird in Kaiserslautern als ältester von fünf Söhnen geboren. Sein Vater ist Wirt der Vereinsgaststätte des 1. FC Kaiserslautern.
1928: Eintritt in die Schülermannschaft des 1. FC Kaiserslautern.
1937/38: Einsatz als Stürmer in der ersten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern.
1940: 14. Juli - Erstes Spiel in der Nationalmannschaft gegen Rumänien unter der Leitung von Sepp Herberger; Walter erzielt drei Tore.
1942-1945: Walter wird in die Wehrmacht eingezogen und gerät in russische Gefangenschaft. Bereits Ende 1945 kann er nach Deutschland zurückkehren.
1948: Mit dem 1. FC Kaiserslautern erreicht er das erste Nachkriegsendspiel (1:2 gegen den 1. FC Nürnberg).
1948: 2. September - Fritz Walter heiratet seine Italia.
1951 und 1953: Walter wird zusammen mit dem 1. FC Kaiserslautern Deutscher Meister: 1951 mit 2:1 gegen Preußen Münster und 1953 mit 4.1 gegen den VfB Stuttgart.
1951: Nach der Rückkehr in die Nationalmannschaft schießt Walter sein erstes Tor nach dem Krieg im Länderspiel gegen die Schweiz.
1953: Torschützenkönig der Oberliga Südwest mit 38 Toren.
1953: Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes (als erster Fußballer).
1954: Kapitän und Regisseur der deutschen Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften in Bern. Deutschland wird Weltmeister nach dem Sieg über Ungarn 3:2.
1955: Verleihung der Goldenen Ehrennadel des DFB.
1958: Letztes Spiel in der Nationalmannschaft als 37jähriger bei der Weltmeisterschaft in Schweden.
1959: Beendigung seiner Karriere als Spieler beim 1. FC Kaiserslautern. Walter wendet sich der Werbung zu und wird Repräsentant eines großen Sportartikelherstellers.
1970: Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

1976-1997: Repräsentant der neugegründeten "Sepp-Herberger-Stiftung".
1985: Umbenennung des Stadions am Betzenberg in Kaiserslautern in "Fritz-Walter-Stadion".
1985: 22. Dezember - Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Kaiserslautern.
1991: Veröffentlichung des Sportbuches "Spiele die ich nie vergesse".
1995: Auszeichnung mit der Goldenen Verdienstmedaille der FIFA. Außerdem war Walter Erster Ehrenspielführer der Deutschen Nationalmannschaft.
2000: 31. Oktober - Fritz Walter feiert seinen 80. Geburtstag. Einen Festakt gibt es im Rahmen seiner Fritz-Walter-Stiftung. Die gesamte Polit-Prominenz gratuliert.
2000: 31. Oktober - Anlässlich seines Geburtstages wird Fritz Walter WM-Botschafter für Kaiserslautern. Mit Erfolg: "sein" Stadion wird WM-Spielort.
2002: 13. Februar - Walter erleidet einen leichten Herzinfarkt. Er erholt sich, zieht sich aber nun weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück.
2002: 17. Juni, 15.15h - Fritz Walter stirbt friedlich in seinem Haus in Alsenborn. Er wird 81 Jahre alt.
Das Zitat: "Die Gründerväter der Bundesrepublik Deutschland waren Konrad Adenauer in der Politik, Ludwig Erhard in der Wirtschaft und Fritz Walter im mentalen Bereich" (Joachim Fest, Publizist und Historiker).

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chartgranate:

heute morgen hat

 
18.06.02 10:22
Udo Lattek gesagt,daß ein Fußballer wie Fritz Walter es in der heutigen Zeit aufgrund seines einwandfreien Characters und seiner Super-Art extrem schwer hätte sich durchzusetzen (innerhalb eines Spitzenteams,innerhalb der Medienlandschaft usw.)....ich glaube Lattek hat damit recht und ich glaube ein grösseres Kompliment kann man Fritz nicht machen......!!!
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ottifant:

Schweigeminute im Viertelfinale

 
18.06.02 11:02
DFB-Auswahl mit Trauerflor  

Die Nationalmannschaft wird das WM-Viertelfinale am Freitag in Ulsan (13.30 Uhr
MESZ/live im ZDF und bei Premiere) gegen die USA nach dem Tod von
Ehrenspielführer Fritz Walter mit Trauerflor bestreiten. Dies bestätigte am Dienstag
der Pressechef des Weltverbandes FIFA, Keith Cooper, auf einer Pressekonferenz in
Seoul.

Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hatte
bereits am Montag angekündigt, man werde einen entsprechenden Antrag bei der
FIFA stellen.

Darüber hinaus wird es eine Schweigeminute geben: "Wir alle verneigen uns vor Fritz
Walter und werden sein Andenken - insbesondere auch mit einer Schweigeminute
anläßlich des kommenden Viertelfinales zwischen Deutschland und den USA - in
Ehren halten", kündigte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter in einem Beileidsschreiben
an den DFB an
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Happy End:

Trauerfeier für Fritz Walter am Sonntag

 
18.06.02 14:51
Eine öffentliche Trauerfeier für den am Montag im Alter von 81 Jahren verstorbenen Fritz Walter findet am kommenden Sonntag, dem 23. Juni 2002, um 11.00 Uhr im Fritz-Walter-Stadion statt. Beigesetzt wird der Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im engsten Familienkreis. Im Eingangsbereich der Halle in der Nordtribüne des Fritz-Walter-Stadions liegt täglich von 09.00 bis 17.00 Uhr ein Kondolenzbuch aus.
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Happy End:

Fritz Walters Tod trifft mich wie ein Keulenschlag

 
19.06.02 11:59
Es gießt wie aus Kübeln in Tokio. Das muss die vielzitierte Regenzeit sein. Das Wetter passt so gar nicht zu dieser bisher so heiteren WM. Anders sieht es wenigstens derzeit in Korea aus, so berichtet mein Kollege Rainer Franzke, dort lacht die Sonne.

Regen in Japan, alles grau in grau.

Und dann trifft mich die Meldung vom Tode Fritz Walters wie ein Keulenschlag. Der "alte Fritz" hat mich Zeit meines Lebens begleitet: Zuerst war er das Idol, dem ich als kleiner Junge - erstmals vor einem Fernseher sitzend - zujubelte, als er die WM-Trophäe "Jules Rimet" 1954 entgegen nahm. Dann begegnete ich ihm erstmals persönlich. Ich bekam Gänsehaut, als er mir nach dem ersten Länderspiel, das ich als Zuschauer auf den Stehplatzrängen 1955 in Düsseldorf (gegen Holland) erlebte, vor dem Kabinengang lächelnd über das Haar strich, als ich ihn schüchtern um ein Autogramm bat.

Dann wurde er zum ersten journalistische Mentor meines Lebens, der mir nicht nur verzieh, dass ich mich als Student und gelegentlicher Mitarbeiter bei einer kleinen Oberpfälzer Zeitung telefonisch forsch als Journalist ausgab, um bei einem Abstecher nach Kaiserslautern zu meinem ersten Fritz-Walter-Interview zu kommen - er durchschaute beim zugesagten Termin die Situation sofort, wie er mir Jahre später lächelnd erzählte, nahm mir jegliche Nervosität und führte mich mehr durchs Interview als dass ich es führte.

Dann später, avancierte er zu meinem väterlicher Ratgeber, der mich beim nächsten Treffen - mehr als ein Jahrzehnt später - sofort in den Arm nahm und fortan immer wieder mit kleinen, hilfreichen Tipps versorgte. Und endlich wurde er ein guter Freund, der bei vielen Gelegenheiten eine tiefe Herzenswärme verströmte.

Die WM 2002 ist seit dem heutigen Tage eine andere WM für mich geworden.

Rainer Holzschuh  
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Zick-Zock:

Für nostalgische Sammler:

 
20.06.02 11:28
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Happy End:

Viele Ehrengäste bei Trauerfeier

 
21.06.02 11:49
Die öffentliche Trauerfeier für Fritz Walter wird am Sonntag, dem 23. Juni 2002, zwischen 11.00 und 12.00 vom ARD-Fernsehen und dem Dritten Fernseh-Programm des Südwestrundfunks (SWR) live aus dem Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern übertragen. Schon ab 10.30 Uhr strahlt die ARD ein halbstündiges Portrait des Kapitäns der Weltmeister-Elf von 1954 und Ehrenspielführers der deutschen Fußball-Nationalmannschaft aus.

Dem Polizeiorchester Rheinland-Pfalz und der Gesangssolistin Judith Christ vom Staatstheater Wiesbaden wurde die musikalische Umrahmung der Trauerfeier übertragen.

Zahlreiche Ehrengäste haben schon ihre Teilnahme an der Trauerfeier zugesagt: DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun, die Ehrenspielführer Franz Beckenbauer und Uwe Seeler, Wolfgang Overath und Hannes Löhr, aus der ungarischen WM-Elf von 1954 Gyula Grosics und Jenő Buzánszky sowie Imre Bozòky, Präsident des Ungarischen Fußball-Verbandes, und dessen Luxemburgischer Amtskollege Henri Roemer. Als Vorsitzender der Geschäftsführung vertritt Wilfried Straub die Deutsche Fußball Liga GmbH.

Redner bei der Trauerfeier werden Bundesinnenminister Otto Schily, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, Kaiserslauterns Oberbürgermeister Bernhard J. Deubig, der FCK-Vorstandsvorsitzende Jürgen Friedrich sowie DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder sein, der zusammen mit Generalsekretär Horst R. Schmidt eigens von der WM in Japan und Korea anreist. DFB-Präsidiumsmitglied Karl Schmidt, ehemaliger Nationalspieler des 1. FC Kaiserslautern, gehört ebenfalls zu den Trauergästen.

Für alle Bürgerinnen und Bürger, Fußball-Freunde und Fans von Fritz Walter, die der Trauerfeier für den Kapitän der Weltmeister-Mannschaft von 1954 beiwohnen möchten, sind mit Ausnahme der Osttribüne und des Unterranges der Nordtribüne sämtliche Bereiche im Fritz-Walter-Stadion frei zugänglich. Weil auf dem Betzenberg keinerlei Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wird wie bei Bundesligaspielen vom Messeplatz und von der Universität aus das Park-and- ride-System angeboten.

Inzwischen sind unzählige Beileidsbekundungen beim 1. FC Kaiserslautern und beim DFB in Frankfurt/Main eingegangen. Schon hundertfach wurde von der Möglichkeit des Eintrags in Kondolenzbücher Gebrauch gemacht, die in der Nordtribüne des Fritz-Walter-Stadions (täglich 9 bis 17 Uhr) und im Rathaus von Kaiserslautern ausliegen.  
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Happy End:

Abschied von Fritz Walter

 
23.06.02 23:49
♥ IN MEMORIAM FRITZ WALTER ♥ 700182

Viele tausend Menschen nahmen am Sonntagmorgen Abschied von Fritz Walter. Der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft verstarb am vergangenen Montag im Alter von 81 Jahren.

Viele seiner Mannschaftskollegen, mit denen er 1954 in Bern Weltmeister wurde, sind am Sonntag auf den Betzenberg gekommen, in das Stadion, das seinen Namen trägt. Neben den ehemaligen Mitspielern vom 1. FC Kaiserslautern Ottmar Walter und Horst Eckel auch Hans Schäfer und aus der ungarischen WM-Elf von 1954 Gyula Grosics und Jenő Buzánszky, sowie Imre Bozòky, der Präsident des Ungarischen Fußball-Verbandes.

In bewegenden Reden wurde noch einmal an das Fußball-Idol erinnert. Pfarrer Bernhard Eicher, der stellvertretende Dekan von Kaiserslautern sagte über Fritz Walter: “Er ist einfach Mensch geblieben!“ Der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, Jürgen Friedrich würdigte seine großen Verdienste um den Verein und erinnerte an einen Menschen, der immer für die anderen da war, sich selbst aber immer zurück nahm.

Bundesinnenminister Otto Schily, der Ministerpräsident von Rheinland Pfalz Kurt Beck und Bürgermeister Bernhard J. Deubig stellten in ihren Trauerreden die herausragende Persönlichkeit Fritz Walter heraus. „Fritz Walter war ein Symbol für Fairness, Mannschaftsgeist und Bescheidenheit. Er war eine Symbolfigur für Aufbruch und Neubeginn“, sagte Schily im Namen von Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Der Bundesinnenminister verwies darauf, dass Walter im Nachkriegsdeutschland eine Welle der Begeisterung ausgelöst habe. Dadurch hätten die Bundesbürger wieder Kräfte für den demokratischen Aufbau erlangt. „Die Deutschen gewannen wieder Selbstvertrauen“, sagte Schily mit Blick auf den mit Walter errungenen Sieg der Deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in Bern.

In einer sehr persönlich gehaltenen Ansprache würdigte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck besonders die menschlichen Qualitäten von Fritz Walter, der schon zu Lebzeiten eine Legende des deutschen Sports und Fußballs war. Beck schloss seine Rede mit den Worten: "Lieber Fritz, ruhe in Frieden". Der Ministerpräsident hatte für den ganzen Sonntag landesweit Trauerbeflaggung angeordnet.

Extra von der Fußball- Weltmeisterschaft aus Asien kam Gerhard Mayer-Vorfelder angereist. Der Präsident des deutschen Fußball-Bundes dankte Fritz Walter für seine Verdienste für den deutschen Fußball: „Fritz Walter ist nicht nur ein Idol, er ist ein Mythos.“

Viele Trauergäste aus Politik und Sport fanden sich am Sonntagmorgen im Fritz-Walter-Stadion ein. So zum Beispiel der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland Pfalz und heutige Verteidigungsminister Rudolph Scharping. Neben den beiden Ehrenspielführern der deutschen Nationalmannschaft, Uwe Seeler und Franz Beckenbauer, kamen auch viele ehemalige Nationalspieler und aktuelle und ehemalige FCK-Akteure wie Andreas Brehme, Klaus Toppmöller, Stefan Kuntz, Otto Rehhagel und Mario Basler.

Das Polizeiorchester Rheinland-Pfalz und der Gesangssolistin Judith Christ vom Staatstheater Wiesbaden umrahmten die Trauerfeier musikalisch.

Fritz Walter wird am Montag im engsten Familienkreis beigesetzt.  
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ottifant:

Und wo war FCK-Mitglied Nr 001???

 
23.06.02 23:52
 
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Happy End:

Gedenken an Fritz Walter

 
17.06.03 22:52
Aus Anlass des ersten Todestages von Fritz Walter gab es am 17. Juni in der Zeit von 11.00 bis 16.00 Uhr im Fritz-Walter-Stadion (Eingang zwischen Nord- und Osttribüne) die Möglichkeit zum Gedenken an den Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft und des 1. FC Kaiserslautern und zum Eintrag in ein Kondolenzbuch geben. Eine hochrangig besetzte Delegation des Deutschen Fußball-Bundes mit Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Schatzmeister Dr. Theo Zwanziger an der Spitze, Bruder Ottmar Walter und Horst Eckel aus der Weltmeister-Elf von 1954, sowie Vertreter des Fußball-Regional-Verbandes Südwest und des Südwestdeutschen Fußball-Verbandes, des 1. FC Kaiserslautern sowie weitere Persönlichkeiten haben anschließend das Grab auf dem Hauptfriedhof in Kaiserslautern besucht.

An die große sportliche Karriere, aber auch die menschliche Wirkung und das soziale Engagement von Fritz Walter hat Ministerpräsident Kurt Beck anlässlich des ersten Todestages des einzigen rheinland-pfälzischen Ehrenbürgers erinnert. „Fritz Walter war ein großer Sportsmann und ein großer Rheinland-Pfälzer“, so der Ministerpräsident: „Er fehlt in unserer Mitte, er fehlt dem 1. FC Kaiserslautern und er fehlt mir auch persönlich.“

Beck verwies darauf, dass der Beitrag, den der Sieg bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 für das Selbstbewusstsein einer geschlagenen und geteilten Nation gehabt habe, erst im Rückblick vollständig deutlich werde. Das Gefühl, bei aller Niedergeschlagenheit und aller Scham über das erlittene und begangene Unrecht, in den Jahren nach Kriegsende einmal positiv in der Welt wahrgenommen zu werden, sei für das Selbstbewusstsein der jungen Bundesrepublik außerordentlich hoch gewesen: „Fritz Walter hat dazu beigetragen, dass die Deutschen in schlimmen Jahren den Kopf ein klein wenig höher tragen konnten.“
Das sich Fritz Walter auf diesen sportlichen Leistungen nicht ausgeruht habe, sondern noch viele Jahre danach ein hinsichtliches und fußballerisches Vorbild gewesen sei und darüber hinaus Zeit seines Lebens ein offenes Ohr und eine helfende Hand für Menschen in Not gehabt habe, passe in dieses Bild. „Fritz Walter hat die Menschen gemocht und er hat ihnen geholfen, wo immer es ging“, so der Ministerpräsident.
Das Land Rheinland-Pfalz werde seinen Beitrag leisten, um das Andenken an Fritz Walter, insbesondere durch die Fritz-Walter-Stiftung, weiterzuführen. „Wir wollen weiter dort helfen, wo es Fritz Walter auch getan hat: im sportlichen Bereich, insbesondere bei der Nachwuchsführung und bei sozialen Projekten“, so der Ministerpräsident.  
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Nassie:

Solche Typen gibt es viel zu wenig

 
17.06.03 22:57
nur noch Max Schmeling und Uwe Seeler die mir dazu einfallen.
Tadellose Sportsleute und Vorbilder und keine Skandale.
Antworten
all time high:

hab ich gerade wieder gefunden...

 
15.03.04 17:24

es gab auch helden, die ohne waffen käpften u. trotzdem gewonnen haben....

mfg
ath

PS. die hintergrundmusik ist nichts für schlechte nerven
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