Man kommt doch nicht etwa zur Besinnung??
Über Jahre hinweg war die Telefongesellschaft Sonera ein Geheimtipp für Insider. Ein kleines, unbedeutendes Unternehmen aus Finnland - kaum einer nahm die putzige Firma zur Kenntnis.
[M]DDP;mm.de
Teure Zukäufe, UMTS-Wahn und überzogene Prognosen: Die Telekom-Konzerne stecken in der Krise
Schlagartig, am 17. August 2000, wurde Sonera zum Star. Für über 3,6 Milliarden Euro erwarb der Winzling aus dem Norden Anteile an der deutschen UMTS-Lizenz. Der mobile Feldzug in Europa schien gesichert.
Aus der Traum. Im Juli dieses Jahres verabschiedete sich Sonera-Chef Harri Koponen von seinen hochfliegenden Plänen und schrieb die Lizenzen im Hauruck-Verfahren ab. Der deutsche Mobilfunkneuling Quam (Werbespruch: "I have a dream"), an dem der finnische Telefonkonzern mit 42,8 Prozent beteiligt ist, schloss seine Läden in den Nobellagen deutscher Großstädte - acht Monate nach dem Start.
Nicht nur Sonera, die gesamte Telekommunikationsindustrie bangt ums Überleben. In nur zwei Jahren hat die einstige Boombranche dreistellige Milliardenbeträge verbrannt und horrende Schulden angehäuft. Allein die fünf größten europäischen Telefongesellschaften weisen Verbindlichkeiten in Höhe von 190 Milliarden Euro auf.
Perspektiven: Die großen Telekommunikations-Imperien im Überblick
Folgekrise: Die Lage der Telko-Ausrüster
Chronik: Aufstieg und Fall der Telko-Branche
Wie wir 2010 telefonieren: Nokia-Technikchef Neuvo wagt einen Blick in die Zukunft
Umfrage: Die Handy-Lieblinge der Mobilfunk-Manager
Mobile Dienste: Was sie bieten - und kosten
Luxus: Das teuerste Handy der Welt
Seit Anfang 2001 sind weltweit rund 30 Netzbetreiber in Konkurs gegangen - darunter Hoffnungsträger wie Carrier 1 [€], Global Crossing und RSL Com. Insolvenzen und dreiste Bilanzfälschungen à la Worldcom haben das Vertrauen der Investoren in die vermeintlichen Wachstumswerte nachhaltig erschüttert.
Die Folgen der Pleiten sind katastrophal. Zahlreiche Lieferanten von Telefonausrüstung, wie Branchenführer Lucent Technologies und der schwedische Konzern Ericsson , müssen mangels Aufträgen zehntausende von Arbeitsplätzen abbauen. "Die Lage ist unglaublich düster", bekennt Ericsson-CEO Kurt Hellström (siehe: "Telko-Ausrüster entlassen Mitarbeiter").
Nach der Begeisterung nun die Ernüchterung. Ex-Monopolisten wie die Deutsche Telekom und France Télécom werden auf Jahre hinaus Milliardenverluste ausweisen, müssen sparen, sparen, sparen. British Telecom und AT&T sahen sich bereits gezwungen, wichtige Geschäftsbereiche zu verscherbeln, um ihre Kreditwürdigkeit zu erhalten.
Ohne Not hat sich die Branche durch teure Zukäufe, UMTS-Wahn und überzogene Wachstumsprognosen ins Abseits manövriert. Plötzlich ringen die Konzernlenker um Antworten auf zukunftsentscheidende Fragen:
Können die ehrgeizigen Globalisierungspläne weiter verfolgt werden?
Wie lässt sich der dramatische Preisverfall im weltweiten Netzgeschäft auffangen?
Werden sich die teuer ersteigerten UMTS-Lizenzen jemals rechnen?
Was gehört zum unverzichtbaren Kerngeschäft eines Telefonkonzerns?
Es gibt keine Tabus mehr - auch bei der Deutschen Telekom nicht. "Bei uns steht alles auf dem Prüfstand", verkündete Interims-Vorstandschef Helmut Sihler Ende August. Sein vorrangiges Ziel: "Das Unternehmen muss wieder handlungsfähig werden."
Über Jahre hinweg war die Telefongesellschaft Sonera ein Geheimtipp für Insider. Ein kleines, unbedeutendes Unternehmen aus Finnland - kaum einer nahm die putzige Firma zur Kenntnis.
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Teure Zukäufe, UMTS-Wahn und überzogene Prognosen: Die Telekom-Konzerne stecken in der Krise
Schlagartig, am 17. August 2000, wurde Sonera zum Star. Für über 3,6 Milliarden Euro erwarb der Winzling aus dem Norden Anteile an der deutschen UMTS-Lizenz. Der mobile Feldzug in Europa schien gesichert.
Aus der Traum. Im Juli dieses Jahres verabschiedete sich Sonera-Chef Harri Koponen von seinen hochfliegenden Plänen und schrieb die Lizenzen im Hauruck-Verfahren ab. Der deutsche Mobilfunkneuling Quam (Werbespruch: "I have a dream"), an dem der finnische Telefonkonzern mit 42,8 Prozent beteiligt ist, schloss seine Läden in den Nobellagen deutscher Großstädte - acht Monate nach dem Start.
Nicht nur Sonera, die gesamte Telekommunikationsindustrie bangt ums Überleben. In nur zwei Jahren hat die einstige Boombranche dreistellige Milliardenbeträge verbrannt und horrende Schulden angehäuft. Allein die fünf größten europäischen Telefongesellschaften weisen Verbindlichkeiten in Höhe von 190 Milliarden Euro auf.
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Seit Anfang 2001 sind weltweit rund 30 Netzbetreiber in Konkurs gegangen - darunter Hoffnungsträger wie Carrier 1 [€], Global Crossing und RSL Com. Insolvenzen und dreiste Bilanzfälschungen à la Worldcom haben das Vertrauen der Investoren in die vermeintlichen Wachstumswerte nachhaltig erschüttert.
Die Folgen der Pleiten sind katastrophal. Zahlreiche Lieferanten von Telefonausrüstung, wie Branchenführer Lucent Technologies und der schwedische Konzern Ericsson , müssen mangels Aufträgen zehntausende von Arbeitsplätzen abbauen. "Die Lage ist unglaublich düster", bekennt Ericsson-CEO Kurt Hellström (siehe: "Telko-Ausrüster entlassen Mitarbeiter").
Nach der Begeisterung nun die Ernüchterung. Ex-Monopolisten wie die Deutsche Telekom und France Télécom werden auf Jahre hinaus Milliardenverluste ausweisen, müssen sparen, sparen, sparen. British Telecom und AT&T sahen sich bereits gezwungen, wichtige Geschäftsbereiche zu verscherbeln, um ihre Kreditwürdigkeit zu erhalten.
Ohne Not hat sich die Branche durch teure Zukäufe, UMTS-Wahn und überzogene Wachstumsprognosen ins Abseits manövriert. Plötzlich ringen die Konzernlenker um Antworten auf zukunftsentscheidende Fragen:
Können die ehrgeizigen Globalisierungspläne weiter verfolgt werden?
Wie lässt sich der dramatische Preisverfall im weltweiten Netzgeschäft auffangen?
Werden sich die teuer ersteigerten UMTS-Lizenzen jemals rechnen?
Was gehört zum unverzichtbaren Kerngeschäft eines Telefonkonzerns?
Es gibt keine Tabus mehr - auch bei der Deutschen Telekom nicht. "Bei uns steht alles auf dem Prüfstand", verkündete Interims-Vorstandschef Helmut Sihler Ende August. Sein vorrangiges Ziel: "Das Unternehmen muss wieder handlungsfähig werden."